Das Südostdeutsche Kulturwerk in München im Kontext der westdeutschen „Vertriebenenkulturarbeit“ nach 1945

Tobias Weger


2021 jähren sich in der wissenschaftlichen Befassung mit der Kultur und Geschichte der Deutschen im Südosten Europas gleich zwei Gründungsdaten, die in einem funktionalen Zusammenhang betrachtet werden müssen, um Kontinuitäten, Kausalitäten, aber auch Brüche innerhalb dieses Forschungsbereichs im 20. Jahrhundert zu erfassen:

1931, also aus der Perspektive des Jahres 2021 vor 90 Jahren, wurde in Wien im Rahmen der Volksdeutschen Forschungsgemeinschaften die Südostdeutsche Forschungsgemeinschaft (SOFG) ins Leben gerufen. Im Zusammenwirken von Wissenschaftlern aus den Fächern Geschichte, Landeskunde und Volkskunde widmete sie sich vornehmlich den deutschen Minderheiten in den Nachfolgestaaten der Habsburger Monarchie, also Ungarns, Rumäniens, der Tschechoslowakei, Jugoslawiens sowie Teilen Polens und der Ukraine.1Michael Fahlbusch: Südostdeutsche Forschungsgemeinschaft. In: ders., Ingo Haar, Alexander Pinwinkler (Hgg.): Handbuch der völkischen Wissenschaften. Band 2: Forschungskonzepte, Institutionen, Organisationen, Zeitschriften. 2., grundlegend erweiterte und überarbeitete Auflage. Berlin, Boston 2017, S. 2023–2033.

Zwanzig Jahre später, nach einem verheerenden Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen, gründeten 1951 in München Wissenschaftler, Politiker und Literaten die Südostdeutsche Kultur- und Forschungsstelle (SOKFS) – später umbenannt in Südostdeutsches Kulturwerk (SOKW) –, die Vorgängereinrichtung des heutigen Instituts für Kultur und Geschichte der Deutschen Südosteuropas (IKGS) in München.2Bisherige Abhandlungen zur Geschichte des SOKW neigen entweder zu Hagiografie oder zu einer Pauschalverurteilung; vgl. 50 Jahre Südostdeutsches Kulturwerk, Südostdeutsche Vierteljahresblätter 1951–2001. Hg. vom Südostdeutschen Kulturwerk. München 2001; Johann Adam Stupp: Das Südostdeutsche Kulturwerk in München (1951–2012) und die Südostdeutschen Vierteljahresblätter. Sersheim 2016; Johann Böhm, Klaus Popa: Vom NS-Volkstum- zum Vertriebenenfunktionär. Die Gründungsmitglieder des „Südostdeutschen Kulturwerks“ München und der Landsmannschaften der Deutschen aus Rumänien, Ungarn und Jugoslawien. Frankfurt am Main 2014. – Die Ergebnisse beider Extreme sind aus wissenschaftlicher Sicht allenfalls faktografisch oder im Hinblick auf den Umgang mit Erinnerung interessant. Zur Problematik, ein „Jubiläum“ zu begehen, vgl. den Beitrag von Florian Kührer-Wielach in diesem Panel.

Die SOFG von 1931 beschäftigte sich, ganz im zeitgenössischen Geist der Volks- und Volkstumsforschung, mit Fragen von Staat, „Volkstum“ und Volk, alles aus einer „großdeutschen“ Warte, in der die Ideen Georg von Schönerers und seiner geistigen Gefolgsleute nachklangen. Als erste Wissenschaftseinrichtung führte die SOFG die geographische Bezeichnung „südostdeutsch“ im Namen, die erst kurz zuvor als Kollektivbegriff für alle Deutschen in Südosteuropa eingeführt worden war. 1927 hatten sich Jugendverbände aus dem Banat und aus Siebenbürgen zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die sich 1929 im siebenbürgischen Mediasch (rum. Mediaș) in „Südostdeutscher Wandervogel“ umbenannte.3Andreas Möckel: Umkämpfte Volkskirche. Leben und Wirken des evangelisch-sächsischen Pfarrers Konrad Möckel (1892–1965). Köln, Weimar, Wien 2011, S. 68.

Die SOFG kooperierte eng mit anderen Einrichtungen der „Volksforschung“ im damaligen deutschen Sprachraum. Unter ihnen befanden sich die in München ansässige Stiftung zur Erforschung der deutschen Volksgruppen im Süden und Südosten und das zugehörige Südost-Institut (SOI) sowie die ebenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt tätige Südosteuropa-Gesellschaft (SOG). Während des Zweiten Weltkriegs wurden auch die an der Deutschen Karlsuniversität Prag angesiedelte Reinhard-Heydrich-Stiftung sowie die Forschungs- und Publikationseinrichtungen der deutschen „Volksgruppenführungen“ in Ungarn, Rumänien und Jugoslawien zu Partnern. Ab 1941 unterhielt die SOFG zur Koordination dieser Arbeit Außenstellen in Prag (tsch. Praha), Neusatz (sb. Novi Sad), Budapest, Pressburg (sk. Bratislava), Belgrad (sb. Beograd) und Hermannstadt (rum. Sibiu). Für zahlreiche Mitarbeiter der Wiener Zentrale, aber auch der genannten Filialen begann nach 1945 ein zweites wissenschaftliches Leben in der Republik Österreich und in der Bundesrepublik Deutschland.

Erst die Synopse der beiden 2021 anstehenden Jahrestage, des 90. in Wien und des 70. in München, ermöglicht es, wissenschaftsgeschichtliche Zusammenhänge zu begreifen und etwa auch das Paradoxon aufzuschlüsseln, weshalb das Südostdeutsche Kulturwerk seit seiner Gründung im Kontext der deutschen Vertriebenenkulturarbeit gesehen wird, obwohl – wie noch zu zeigen sein wird – nicht wenige seiner prominenten Gründer gar nicht selbst die Erfahrung von Vertreibung und Heimatverlust gemacht hatten.

Wer waren nach dem Zweiten Weltkrieg die Angehörigen der SOKW-Gründergeneration in München? Woher stammten sie, welche Erfahrungen und Sozialisationen brachten sie mit, als sie in Bayern eine Kultur- und Forschungseinrichtung initiierten? Wie stark war in den 1950er- und 1960er-Jahren ihre Verstrickung in wissenschaftliche und politische Paradigmen der Volkstumsforschung sowie in die Systemwelt der gerade zu Ende gegangenen nationalsozialistischen Diktatur und ihrer Satelliten im östlichen Europa? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich ein Projekt am IKGS, das die Aufarbeitung der eigenen Institutsgeschichte zum Ziel hat. Erschwert wird diese Untersuchung durch den Umstand, dass das IKGS selbst nicht über eine geschlossene Aktenüberlieferung seit 1951 verfügt, wenngleich einige im Institutsarchiv verwahrte Nachlässe, wie der des aus Siebenbürgen stammenden Schriftstellers Heinrich Zillich (1898–1988), gewisse Lücken schließen können. Ersatzüberlieferungen finden sich in zahlreichen, über Deutschland und Österreich verstreuten Nachlässen sowie in den Registraturen bayerischer und bundesrepublikanischer Behörden und Ministerien im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München und im Bundesarchiv Koblenz, um nur die beiden wichtigsten Anlaufstellen zu nennen.

Der vorliegende Beitrag vermag noch nicht auf alle oben aufgeworfenen Fragen Antworten zu liefern, sondern bildet einen ersten Zwischenbericht. Dennoch lassen sich bereits jetzt gewisse Tendenzen erkennen, die eine erste vorsichtige Diagnose gestatten. In der folgenden Tour d’horizon wird die Entstehungsgeschichte des SOKW knapp skizziert und als möglicher methodischer Zugriff ein prosopografischer und netzwerkanalytischer Zugang präsentiert. Der politisch-juristische Kontext der Gründung und die Rolle des SOKW im Rahmen der gesamten deutschen Vertriebenenkulturarbeit nach 1945 sollen diesen Überblick abrunden.

In der bayerischen Landeshauptstadt München erwuchsen bereits wenige Wochen nach der bedingungslosen Kapitulation des Dritten Reichs soziale Initiativen im Rahmen des Bayerischen Roten Kreuzes mit der Absicht, den zahlreichen kriegsbedingt heimatlos gewordenen Menschen bei der Bewältigung praktischer Lebensprobleme Hilfe zu leisten. Eine dieser Initiativen war im Sommer 1945 die Südostdeutsche Hilfsstelle, die parallel zu einer Sudetendeutschen Hilfsstelle und weiteren nach Herkunftsregionen gegliederten Anlaufstellen funktionierte. Neben Fragen der Wohnraum-, Nahrungs- und Kleidungsbeschaffung, der Staatsangehörigkeit und der Zusammenführung auseinandergerissener Angehöriger wurde in dieser Hilfsstelle auch die Basis für die spätere Gründung landsmannschaftlicher Verbandsstrukturen gelegt. Diese waren seinerzeit von der Amerikanischen Militärregierung für Bayern noch unerwünscht, weshalb auch die Südostdeutsche Hilfsstelle im Juli 1946 ihre Arbeit einstellen musste.4Vgl. Immo Eberl: Vertriebenenverbände. Entstehung, Funktion, Wandel. In: Mathias Beer (Hg.): Zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen im deutschen Südwesten nach 1945. Bestandsaufnahme und Perspektiven der Forschung. Ergebnisse des Kolloquiums vom 11. bis 12. November 1993 in Tübingen. Sigmaringen 1994, S. 211–234, hier: S. 223. Die Besatzungsmacht befürchtete ein Aufleben revanchistischer Strömungen und drängte außerdem auf eine rasche Integration in die Aufnahmegesellschaft, um eine soziale und politische Sonderstellung infolge von Ausgrenzung und Selbstausgrenzung der Geflüchteten und Vertriebenen zu vermeiden. Der Jurist Wilhelm Brückner (1921–2008) und der Schriftsteller Heinrich Zillich vertraten innerhalb der Südostdeutschen Hilfsstelle die Interessen der Siebenbürger Sachsen, während die heterogene Gruppe der „Donauschwaben“ in dem Literaten und Kulturwissenschaftler Hans Diplich (1909–1990) einen Fürsprecher hatten. Ab dem Herbst 1945 unterhielt die Südostdeutsche Hilfsstelle in München ein festes Büro – eine wichtige Voraussetzung für ihr weiteres institutionelles Wirken.

1949 gingen die Hoheitsrechte in Westdeutschland von den alliierten Militärregierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs an die Bundesrepublik Deutschland über. Wie bereits zuvor die westdeutschen Länderregierungen hegte die Bundesregierung keine Vorbehalte gegen die Gründung von Landsmannschaften, die nun aus ihrer bisherigen Deckung hervortraten und sich im gesellschaftspolitischen Leben des Staates positionierten. Vertreter der Siebenbürger Sachsen, der Banater Schwaben, der Donauschwaben aus Ungarn und aus Jugoslawien, der Karpatendeutschen aus der Slowakei, der Bessarabiendeutschen, der Dobrudschadeutschen und der Buchenlanddeutschen formierten sich nun zu Interessensgruppen. Finanzielle Unterstützung erhielten sie vom Bundesministerium für Flüchtlinge, Vertriebene und Kriegsgeschädigte (BMVt) in Bonn. Viele seiner Mitarbeiter, Referats- und Abteilungsleiter waren nicht nur Bundesbeamte, sondern auch selbst Funktionsträger in einer der Landsmannschaften. Die meisten von ihnen hatten bereits in den Herkunftsgebieten als Juristen, Politiker, Publizisten oder Wissenschaftler eine wichtige öffentliche Funktion bekleidet.

Im Freistaat Bayern war im Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung bereits nach Kriegsende ein Staatssekretariat für das Flüchtlingswesen eingerichtet worden. Neben der Bewältigung sozialer Aufgaben stand hier auch die kulturelle und wissenschaftliche Betreuung der Deutschen aus Südosteuropa an. In diesem Sinne konstituierte sich in München 1949 ein Kultureller Arbeitskreis der deutschen Heimatverwiesenen in Bayern, aus dem das Institut für Kultur- und Sozialforschung hervorging.5Vgl. Elisabeth Fendl: Archivalien des Instituts für Kultur- und Sozialforschung, München – Depositum des Collegium Carolinum im Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa (IVDE). In: Jahrbuch Kulturelle Kontakte des östlichen Europa 59 (2018), S. 118–126. Tonangebend waren hier wie in vielen anderen Bereichen in Bayern die Deutschen aus der Tschechoslowakei, doch kamen auch Wissenschaftler zu Wort, deren Wurzeln in Rumänien, Jugoslawien oder Ungarn lagen.

Parallel dazu hatte in München die Reaktivierung eines Netzwerks von südosteuropaspezifischen Einrichtungen begonnen, dessen treibende Kraft der Historiker Fritz Valjavec (1909–1960) war. Aufgrund seiner starken Involvierung in das nationalsozialistische Regime blieb ihm die Erlangung eines Universitätslehrstuhls bis in die 1950er-Jahre verwehrt. Deshalb waren die vielfältigen außeruniversitären Aktivitäten im Südost-Institut, in der Südosteuropa-Gesellschaft, später in der Südostdeutschen Historischen Kommission und eben auch im Südostdeutschen Kulturwerk für ihn ein Weg des beruflichen Überlebens und Überwinterns, wie aus einem Briefwechsel mit dem Historiker Hans Joachim Beyer (1908–1971), eindrucksvoll hervorgeht.6Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig, Ab. 399,5 – Beyer, Hans, Nr. 25. Beyer, ein weiteres Gründungsmitglied des SOKW, hatte als einstiger Leiter der Reinhard-Heydrich-Stiftung inzwischen an der Hochschule Flensburg eine neue Anstellung gefunden.

Die Idee zu einer Südostdeutschen Forschungsstelle in München kam bereits im Laufe des Jahres 1950 im Umfeld von Fritz Valjavec auf, der im April 1951 offiziell die Südostdeutsche Kultur- und Forschungsstelle ins Leben rief. Sie sollte „die Durchführung wissenschaftlicher und kultureller Untersuchung in enger Verbindung und Zusammenarbeit mit den südostdeutschen Landsmannschaften im Bundesgebiet“ sichern und dabei „namentlich die Erforschung des deutschen Elements im europäischen Südosten“ betreiben, „wobei auch die Fragen des Zusammenlebens mit den übrigen Völkern dieses Raumes Berücksichtigung finden“ sollten.7Bayerisches Hauptstaatsarchiv, München, Südostinstitut 160, Südostdeutsche Forschungsstelle München, Entwurf einer Geschäftsordnung, 20.2.1952. Neben allgemeinen Südosteuropaforschungen bildete auch die „Kulturpflege des Deutschtums aus dem Südosten“ einen wichtigen Pfeiler der geplanten Arbeit. Als Trägerverein dieser Kultur- und Forschungsstelle gründeten Valjavec und weitere Persönlichkeiten das Südostdeutsche Kulturwerk e. V. Das SOKW gab die Südostdeutschen Heimatblätter (Jg. 1/1952–Jg. 6/1957), mit Erscheinen des achten Jahrgangs 1958 umbenannt in Südostdeutsche Vierteljahresblätter heraus. Diese Zeitschrift enthielt wissenschaftliche Aufsätze, Essays, Literaturbeiträge, Berichte und Rezensionen. Tagungen, Studienwochen, Einzelvorträge, Buchveröffentlichungen, aber auch Lesungen und Konzerte bestimmten in den ersten Jahren des Bestehens die Arbeitsprogramme des SOKW.

Aufzeichnungen aus der Frühzeit des Instituts liegen uns nur fragmentarisch vor. Eine Möglichkeit, die Lücken zu überbrücken, besteht in einer prosopografischen und netzwerkanalytischen Methode, die durch eine möglichst exakte Rekonstruktion der Gründergeneration Rückschlüsse auf die beteiligten Persönlichkeiten, ihren sozialen und beruflichen Werdegang, ihre Prägungen und Verbindungen zulassen. Für diesen strukturellen Zugriff werden zunächst aus unzähligen Quellen Informationen zu diesem Personenkreis zusammengetragen, der nach dem gegenwärtigen Wissensstand exakt 50 Personen umfasst.8In alphabetischer Reichenfolge: Matthias Bernath, Hans Joachim Beyer, Peter Blass, Georg Bleyer, Eugen von Bonomi, Wilhelm Brückner, Albert Büttner, Hans Diplich, Aurel Emeritzy, Nikolaus Engelmann, Friedrich Fiechtner, Otto Folberth, Josef Haltmayer, Erika Groth-Schmachtenberger, Franz Hamm, Hans Hartl, Hans Wolfram Hockl, Albert Hudak, Kaspar Hügel, Franz Hutterer,
Karl Kurt Klein, Otto Klett, Wilhelm Kronfuss, Walter Julius Loew, Hans Meschendörfer, Walter Myss, Josef Nuschbach, Valentin Oberkersch, Anton Petri, Heinrich Reitinger, Franz Rothen, Balduin Saria, Josef Volkmar Senz, Friedrich Spiegel-Schmidt, Philipp Stagelschmidt, Harold Steinacker, Roland Steinacker, Johann Adam Stupp, Anton Tafferner, Paula Tiefenthaler, Josef Trischler, Emanuel Turczynski, Fritz Valjavec, Anton Valentin, Josef Wacker, Matthias Weber, Ladislaus Michael Weifert, Jakob Wolf, Hans Wühr, Heinrich Zillich.
Ergänzt werden diese Angaben durch eine möglichst vollständige Bibliographie der Veröffentlichungen, wobei neben Monographien und Aufsätzen auch Pressebeiträge, Rundfunkansprachen und ähnliche popularisierende Texte mit aufgenommen werden. Diese Informationen werden in narrativen Kurzbiographien gesammelt, um zu einem späteren Zeitpunkt mit Hilfe einer sozialwissenschaftlichen Software, etwa dem bewährten SPSS, systematisiert werden zu können. Dazu werden biographische Grundinformationen wie Geburtsdatum und -ort, Konfessionszugehörigkeit, soziale Herkunft, Schulbesuche, Studienorte und -fächer, Qualifikationen, berufliche und geographische Stationen, Angaben zum Familienstatus in ein eigens eingerichtetes Raster übernommen und statistisch ausgewertet. Anhand einiger ausgewählter Phänomene, für die zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits hinreichende Angaben vorliegen, soll kurz das Potenzial dieser Auswertung demonstriert werden. Zum Verständnis des Gesamtsamples sei hinzugefügt, dass die 50 Protagonisten der SOKW-Gründergeneration zwischen 1870 und 1927 geboren wurden, mit einem deutlichen Schwerpunkt zwischen 1897 und 1913. Interessant erscheint ein Blick auf die Herkunftsregionen. 86 Prozent stammten aus dem Bereich der ehemaligen Habsburgermonarchie oder ihrer Nachfolgestaaten. Regional stand das Banat mit 30 Prozent deutlich an der Spitze, gefolgt von Siebenbürgen mit 16 Prozent, Innerungarn und Budapest sowie der Batschka mit jeweils 12 Prozent. Nur schwach repräsentiert waren das historische Kernösterreich, die Zips, die Bukowina und die Untersteiermark. Vier Personen hatten keinerlei familiären Bezug zu Südosteuropa und waren im Deutschen Reich zur Welt gekommen.

Ein Blick auf die konfessionelle Verteilung ergibt eine Mehrheit von 58 Prozent römisch-katholischen gegenüber 42 Prozent evangelisch-lutherischen Christen. Da manche Kirchenhistoriker das 19./20. Jahrhundert als „zweites konfessionelles Zeitalter“ definiert haben,9Vgl. vor allem Olaf Blaschke (Hg.): Konfessionen im Konflikt. Deutschland zwischen 1800 und 1970. Ein zweites konfessionelles Zeitalter. Göttingen 2002. dürfte dieser Befund für den konfessionell separierten Alltag der frühen Bundesrepublik nicht unerheblich sein.

Aufschlussreich ist auch, wo sich die betreffenden Protagonisten im Jahre 1939, bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, aufgehalten haben. Damals lebten 40 Prozent in Rumänien, 18 Prozent in Jugoslawien, 12 Prozent in Ungarn und 6 Prozent in der Slowakei. Immerhin waren 1939 bereits 24 Prozent, also beinahe ein Viertel, im so genannten Großdeutschen Reich (als einschließlich Österreichs) zu Hause. Unter ihnen waren etwa der bewusst vom rumänischen Siebenbürgen ins nationalsozialistische Reich übersiedelte Schriftsteller Heinrich Zillich, aber auch der bereits erwähnte, in Wien geborene Fritz Valjavec, der an deutschen Hochschulen lehrte und Reichsbehörden beriet. Daraus ergibt sich, dass für einen nicht unbedeutenden Anteil der Gesamtgruppe in den 1950er-Jahren nicht die Vertreibung ausschlaggebend war, sondern die betroffenen 12 Personen an vorausgegangene Aktivitäten in Deutschland anknüpfen konnten.

Fragt man nach den Tätigkeitsfeldern, so ergibt sich eine gewisse Problematik, da viele Persönlichkeiten Mehrfachbegabungen waren. Dichtende Lehrer und Beamte, aber auch wissenschaftlich forschende Pastoren und Pfarrer waren in diesem Sample nicht selten, doch habe ich mich bei meiner ersten Aufstellung nach dem so genannten „Brotberuf“ gerichtet. 26 Prozent waren Geisteswissenschaftler, 24 Prozent Gymnasiallehrer, 12 Prozent evangelische oder katholische Geistliche. Damit hatte eine große Mehrheit der Gruppe ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert. 12 Prozent Politiker und 10 Prozent Beamte fielen ebenfalls ins Gewicht. Mit dem Parlamentarier Josef Trischler (1903–1975) hatte das SOKW im ersten Deutschen Bundestag einen einflussreichen Fürsprecher, mit Franz Hamm (1900–1988) und Franz Rothen (1899–1965), der in den frühen 1940er-Jahren eine Verbindungsperson zwischen dem Auswärtigen Amt und den faschistischen Pfeilkreuzern in Budapest gewesen war, zwei Referatsleiter im Bundesvertriebenenministerium.

Auf der Suche nach Netzwerken fallen zunächst die Vorkriegs- und Kriegsverbindungen ins Auge. Neben gemeinsamen Studienorten oder früheren institutionellen Kooperationen war etwa für viele siebenbürgische Angehörige des SOKW der frühere Kronstädter Kreis um die Literatur- und Kulturzeitschrift Klingsor ein wichtiger Katalysator, im Falle vieler Banater Schwaben frühere Zugehörigkeiten zur Lehrerbildungsanstalt Banatia in Temeswar (rum. Timișoara).

1945 wurden alte Seilschaften reaktiviert und teilweise neue geschaffen. Zu ihrer institutionellen Basis zählten auf verbandlicher Ebene die bereits genannten Landsmannschaften, der in München gegründete landsmannschaftliche Zusammenschluss „Rat der Südostdeutschen“ sowie später die Gesamtvertretung im Bund der Vertriebenen (BdV) und in der Deutschen Jugend des Ostens (DJO). Für Wissenschaftler waren Querbeziehungen zum Südosteuropa-Institut, zur Südosteuropa-Gesellschaft, zur Südostdeutschen Historischen Kommission und dem Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde Anker in der außeruniversitären Wissenschaftslandschaft, darüber hinaus bedeuteten zahlreiche Beschäftigungen an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität Innsbruck nicht nur eine persönliche Absicherung der Betroffenen, sondern auch eine Statusaufwertung für das SOKW insgesamt. Evangelische und katholische Vertriebenenstrukturen ergänzten die soziale Anbindung, während die Mitgliedschaft in rechtsextremen Gruppierungen wie Literaturkreisen und der Deutschen Gildenschaft nicht an die große Glocke gehängt wurde. Bereits erwähnt wurde die Tätigkeit in Behörden wie dem Bundesvertriebenenministerium.10In diesem Punkte kann sich ein punktueller Austausch mit den Ergebnissen des derzeit laufenden Projekts Das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (1949–1969) am Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) in Tübingen ergeben; vgl. https://www.geschichte-vertriebenenministerium.de, 4.5.2020.

Das Ministerium bildet die Überleitung zum politisch-juristischen Rahmen. Seit 1953 ist in der Bundesrepublik Deutschland das Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge, kurz Bundesvertriebenengesetz (BVFG), in Kraft, in dessen § 96 sich Bund und Länder verpflichtet haben, sich gemeinsam der kulturellen Belange der Deutschen aus dem östlichen Europa anzunehmen. Dank seiner guten Verbindungen gelangte das SOKW in den Status einer institutionellen Förderung seitens des Bundes, von der auch das heutige IKGS, wenn auch unter gewandelten inhaltlichen Prämissen und einem gewandelten Rechtsverständnis des § 96 BVFG, bis heute profitiert.

Diese Förderung genossen in den 1950er-Jahren auch weitere Kulturwerke, die entweder regional oder übergreifend ausgerichtet waren. Bereits 1947 hatten, ebenfalls in München, sudetendeutsche Politiker und Kulturschaffende den „Adalbert Stifter Verein“ als Kulturwerk für die Deutschen aus den böhmischen Ländern gegründet. Die Carl Schirren Gesellschaft in Lüneburg ist ein deutsch-baltischer Zusammenschluss, während das Nordostdeutsche Kulturwerk (NOKW) in Lüneburg, der Vorläufer des heutigen Instituts für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN), neben den Deutschbalten auch Ostpreußen, Pommern, Russland, Polen und die Ukraine mitberücksichtigte. Für die historische preußische Provinz Schlesien entstand 1951 auf Initiative des oberschlesischen Volkstumsaktivisten und Schulrats Karl Schodrok (1890–1978) das Kulturwerk Schlesien in Neumarkt in der Oberpfalz, später Würzburg. Man könnte also grob feststellen: die Deutschen aus den posthabsburgischen Gebieten haben im geographisch nahen Bayern eine kulturelle Beheimatung erfahren, während die einstige Hansestadt Lüneburg die Patronage für die Deutschen aus dem Ostseeraum übernommen hat. In Nordrhein-Westfalen, nahe der Bundeshauptstadt Bonn, entstanden die beiden übergreifenden Kulturwerke – der Ostdeutsche Kulturrat (OKR), der anfangs stark von „Südostdeutschen“ wie Franz Hamm und Heinrich Zillich geprägt wurde, und das zunächst mit dem OKR konkurrierende Kulturwerk der vertriebenen Deutschen in Burg an der Wupper.11Vgl. zur Genese dieses Konflikts Stephan Scholz: Vertriebenendenkmäler. Topographie einer deutschen Erinnerungslandschaft. Paderborn 2015, S. 336f.

Es bleibt abschließend die Frage nach dem Nachwirken des Nationalsozialismus unter der SOKW-Gründergeneration. Ein eindeutiges Urteil lässt sich zu dieser Frage derzeit noch nicht fällen. Gerade unter den katholischen Persönlichkeiten aus dem Banat gab es durchaus solche, die aufgrund ihrer religiösen Glaubenshaltung und ihrer zwar konservativen, aber nicht völkisch-nationalistischen Weltanschauung mit der radikal nationalsozialistischen Ausrichtung der Deutschen Volksgruppe in Rumänien in Konflikt geraten waren. Für die Gesamtheit des SOKW war jedoch ein gewisser völkischer Sprachduktus, der sich anhand der frühen Jahrgänge der Südostdeutschen Vierteljahresblätter diskursanalytisch nachweisen lässt, durchaus konsensfähig. Und das auch, wenn sich in vielen Fällen eine eigentümliche Ambiguität auftut: fast alle in Südosteuropa aufgewachsenen Personen waren zwei-, einige sogar mehrsprachig geprägt worden. Es scheint jedoch möglich gewesen zu sein, sich gleichzeitig in einem deutsch-völkischen Überlegenheitsdiskurs zu bewegen und andererseits durch Übersetzungen und Rezeptionen auch die kulturellen Leistungen der Nachbarvölker – der Rumänen, Ungarn und der Südslawen positiv zu konnotieren und zu vermitteln.

Unter den 50 Gründungspersonen waren allerdings auch echte Täter. Der bereits genannte Franz Rothen koordinierte nicht nur die Beziehungen des Dritten Reiches zu den ungarischen Pfeilkreuzlern, er spielte 1944 beim deutschen Einmarsch in Ungarn eine aktive strategische Rolle im Hintergrund. Ob er auch im Kontext der Deportation und Ermordung ungarischer Juden aktiv wurde, bleibt noch zu klären.

Der Mediziner Walter Loew (1910–1990) aus dem siebenbürgischen Kronstadt (rum. Brașov) hatte in Deutschland studiert und betätigte sich im Zweiten Weltkrieg bei den nationalsozialistischen Umsiedlungen deutscher Minderheiten als Selektionsarzt im SS-Offiziersrang. Aus jüngeren Forschungen wissen wir, dass es dabei nicht nur um die Feststellung von Infektionskrankheiten oder die Überprüfung des körperlichen Belastungszustands ging. „Selektion“ konnte für Kranke, Schwache oder Behinderte auch so viel wie „Aussonderung“ bedeuten und damit schlimmstenfalls den Tod im Euthanasie-Programm des NS-Regimes.12Siehe hierzu die noch nicht veröffentlichte Oldenburger Dissertation von Susanne Schlechter zu den „verschwundenen Umsiedlern“ aus Bessarabien; ferner Maria Fiebrandt: Auslese für die Siedlergesellschaft. Die Einbeziehung Volksdeutscher in die NS-Erbgesundheitspolitik im Kontext der Umsiedlungen 1939–1945. Göttingen 2014, S. 159–164 (zu Loew).

Die Rolle einer Reihe von weiteren Beamten innerhalb der Reichsbehörden bleibt noch zu überprüfen.

Schwer taten sich mit einer juristischen Bewertung bereits zeitgenössisch nach 1945 die für die Entnazifizierung in Bayern zuständigen Spruchkammern mit kulturellen Artefakten, die wir aus einer heutigen moralischen Warte als „geistige Brandstiftung“ bezeichnen könnten, die aber juristisch in ihrem Verhältnis zu tatsächlichen Kriegsverbrechen nur schwer zu ahnden waren. Die wissenschaftlichen Erzeugnisse eines Fritz Valjavec und seines Kollegen Hans Joachim Beyer waren bestimmt keine harmlosen Schreibtischtaten, wurden sie doch auch während des „Vernichtungs- und Weltanschauungskriegs“ als gutachterliche Texte von den politischen Entscheidungsträgern des NS-Regimes herangezogen. Doch auch dem Widmungsgedicht Heinrich Zillichs zu Hitlers 50. Geburtstag und den antisemitischen und hetzerischen literarischen Ergüssen eines Otto Folberth (1896–1991), der 1941 als Kriegsberichterstatter den rumänischen Einmarsch in Sowjet-Moldawien und in der Ukraine begleitet hatte und darüber in der Presse berichtete, war juristisch kaum beizukommen. Hier wird noch eine präzise Auswertung zu erfolgen haben. Insofern bleibt das noch laufende Projekt voller Überraschungen. Es umfasst dabei viel mehr als nur die Aufarbeitung der eigenen Institutsvergangenheit, sondern dürfte auch für die allgemeine Wissenschafts- und Institutionengeschichte relevant sein, indem es einen bisher wenig beleuchteten Aspekt der deutschsprachigen Ost- und Südostforschung erhellt.


Bearbeitetes Vortragsmanuskript. Vortrag gehalten im Rahmen des Panels „‘Südostdeutsche‘ Kulturarbeit auf dem Prüfstand. Kontinuitäten, Netzwerke, Forschungspotentiale“ im Rahmen des 1. Virtuellen Österreichischen Zeitgeschichtetags, 18.4.2020.

Tobias Weger (München): Das Südostdeutsche Kulturwerk in München im Kontext der westdeutschen „Vertriebenenkulturarbeit“ nach 1945.

Enikő Dácz (München): Vom „gottbegnadeten“ Schriftsteller zum Schriftleiter. Heinrich Zillichs literarisches Netzwerk vor und nach 1945. (Working Paper)

Florian Kührer-Wielach (München): Ein schwieriges Jubiläum. Das Südostdeutsche Kulturwerk 1951–2021. (Working Paper)

Chair: Linda Erker (Wien)


[1] Michael Fahlbusch: Südostdeutsche Forschungsgemeinschaft. In: ders., Ingo Haar, Alexander Pinwinkler (Hgg.): Handbuch der völkischen Wissenschaften. Band 2: Forschungskonzepte, Institutionen, Organisationen, Zeitschriften. 2., grundlegend erweiterte und überarbeitete Auflage. Berlin, Boston 2017, S. 2023–2033.

[2] Bisherige Abhandlungen zur Geschichte des SOKW neigen entweder zu Hagiografie oder zu einer Pauschalverurteilung; vgl. 50 Jahre Südostdeutsches Kulturwerk, Südostdeutsche Vierteljahresblätter 1951–2001. Hg. vom Südostdeutschen Kulturwerk. München 2001; Johann Adam Stupp: Das Südostdeutsche Kulturwerk in München (1951–2012) und die Südostdeutschen Vierteljahresblätter. Sersheim 2016; Johann Böhm, Klaus Popa: Vom NS-Volkstum- zum Vertriebenenfunktionär. Die Gründungsmitglieder des „Südostdeutschen Kulturwerks“ München und der Landsmannschaften der Deutschen aus Rumänien, Ungarn und Jugoslawien. Frankfurt am Main 2014. – Die Ergebnisse beider Extreme sind aus wissenschaftlicher Sicht allenfalls faktografisch oder im Hinblick auf den Umgang mit Erinnerung interessant. Zur Problematik, ein „Jubiläum“ zu begehen, vgl. den Beitrag von Florian Kührer-Wielach in diesem Panel.

[3] Andreas Möckel: Umkämpfte Volkskirche. Leben und Wirken des evangelisch-sächsischen Pfarrers Konrad Möckel (1892–1965). Köln, Weimar, Wien 2011, S. 68.

[4] Vgl. Immo Eberl: Vertriebenenverbände. Entstehung, Funktion, Wandel. In: Mathias Beer (Hg.): Zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen im deutschen Südwesten nach 1945. Bestandsaufnahme und Perspektiven der Forschung. Ergebnisse des Kolloquiums vom 11. bis 12. November 1993 in Tübingen. Sigmaringen 1994, S. 211–234, hier: S. 223.

[5] Vgl. Elisabeth Fendl: Archivalien des Instituts für Kultur- und Sozialforschung, München – Depositum des Collegium Carolinum im Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa (IVDE). In: Jahrbuch Kulturelle Kontakte des östlichen Europa 59 (2018), S. 118–126.

[6] Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig, Ab. 399,5 – Beyer, Hans, Nr. 25.

[7] Bayerisches Hauptstaatsarchiv, München, Südostinstitut 160, Südostdeutsche Forschungsstelle München, Entwurf einer Geschäftsordnung, 20.2.1952.

[8] In alphabetischer Reichenfolge: Matthias Bernath, Hans Joachim Beyer, Peter Blass, Georg Bleyer, Eugen von Bonomi, Wilhelm Brückner, Albert Büttner, Hans Diplich, Aurel Emeritzy, Nikolaus Engelmann, Friedrich Fiechtner, Otto Folberth, Josef Haltmayer, Erika Groth-Schmachtenberger, Franz Hamm, Hans Hartl, Hans Wolfram Hockl, Albert Hudak, Kaspar Hügel, Franz Hutterer,
Karl Kurt Klein, Otto Klett, Wilhelm Kronfuss, Walter Julius Loew, Hans Meschendörfer, Walter Myss, Josef Nuschbach, Valentin Oberkersch, Anton Petri, Heinrich Reitinger, Franz Rothen, Balduin Saria, Josef Volkmar Senz, Friedrich Spiegel-Schmidt, Philipp Stagelschmidt, Harold Steinacker, Roland Steinacker, Johann Adam Stupp, Anton Tafferner, Paula Tiefenthaler, Josef Trischler, Emanuel Turczynski, Fritz Valjavec, Anton Valentin, Josef Wacker, Matthias Weber, Ladislaus Michael Weifert, Jakob Wolf, Hans Wühr, Heinrich Zillich.

[9] Vgl. vor allem Olaf Blaschke (Hg.): Konfessionen im Konflikt. Deutschland zwischen 1800 und 1970. Ein zweites konfessionelles Zeitalter. Göttingen 2002.

[10] In diesem Punkte kann sich ein punktueller Austausch mit den Ergebnissen des derzeit laufenden Projekts Das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (1949–1969) am Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) in Tübingen ergeben; vgl. https://www.geschichte-vertriebenenministerium.de, 4.5.2020.

[11] Vgl. zur Genese dieses Konflikts Stephan Scholz: Vertriebenendenkmäler. Topographie einer deutschen Erinnerungslandschaft. Paderborn 2015, S. 336f.

[12] Siehe hierzu die noch nicht veröffentlichte Oldenburger Dissertation von Susanne Schlechter zu den „verschwundenen Umsiedlern“ aus Bessarabien; ferner Maria Fiebrandt: Auslese für die Siedlergesellschaft. Die Einbeziehung Volksdeutscher in die NS-Erbgesundheitspolitik im Kontext der Umsiedlungen 1939–1945. Göttingen 2014, S. 159–164 (zu Loew).

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