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	<title>Working Paper Archive - Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</title>
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	<title>Working Paper Archive - Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</title>
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		<title>Ein schwieriges Jubiläum. Das Südostdeutsche Kulturwerk 1951–2021</title>
		<link>https://halbjahresschrift.de/suedostdeutsches-kulturwerk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[IKGS-Admin_2]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2020 14:35:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Working Paper]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Florian Kührer-Wielach Das IKGS sei ein „Solitär in der Wissenschaftslandschaft“, wurde der damalige Kulturstaatminister Bernd Neumann zitiert, als in München 2011 das 60-jährige Jubiläum des Südostdeutschen Kulturwerks (SOKW) und der 10. Jahrestag der Gründung des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) gefeiert wurde. Der den Kulturstaatminister zitierende Festredner und spätere kommissarische Direktor des [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/suedostdeutsches-kulturwerk/">Ein schwieriges Jubiläum. Das Südostdeutsche Kulturwerk 1951–2021</a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Florian Kührer-Wielach</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p>Das IKGS sei ein „Solitär in der Wissenschaftslandschaft“, wurde der damalige Kulturstaatminister Bernd Neumann zitiert, als in München 2011 das 60-jährige Jubiläum des Südostdeutschen Kulturwerks (SOKW) und der 10. Jahrestag der Gründung des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) gefeiert wurde. Der den Kulturstaatminister zitierende Festredner und spätere kommissarische Direktor des IKGS, Konrad Gündisch, fügte dem Diktum vorsorglich ein Fragezeichen hinzu – und dieses Fragezeichen soll für die kommenden Überlegungen in den Mittelpunkt rücken.<sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup></p>



<p>Nächstes Jahr, 2021, steht erneut ein Jubiläum an – eben 70 Jahre SOKW und 20 Jahre IKGS. In diesem Jahrzehnt, das zwischen dem letzten und dem kommenden runden Jahrestag liegt, ist viel passiert: Innerhalb des Hauses hat sich ein Generationenwechsel vollzogen; gleichzeitig wurde die Forschung zu den totalitären und autoritären Regimen und Gesellschaften noch stärker vorangetrieben. Es rückten dabei Fragen nach personellen und ideologischen Kontinuitäten in den Mittelpunkt. Die Reihen der Zeitzeugen lichten sich, die Ereignisse des „kurzen 20. Jahrhunderts“ unterliegen einer Historisierung.</p>



<p>Dass im SOKW seit seiner Gründung teilweise bis in die 1980er-Jahre mitunter tief in den Nationalsozialismus verstrickte Akteure<sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup> wirkten, war schon vor den letzten runden Jahrestagen kein Geheimnis mehr. Eine tiefergehende, systematische Auseinandersetzung mit der eigenen institutionellen Vergangenheit setzte jedoch erst in der jüngsten Zeit ein. Mit einem Blick auf das Gesamtthema des „<a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://www.uibk.ac.at/zeitgeschichte/zgt20/index.html.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">1. Virtuellen Österreichischen Zeitgeschichtetages 2020</a>“ – „Nach den Jubiläen“ – muss sich das IKGS und sein Team fragen: Was gibt es da eigentlich zu feiern nächstes Jahr?</p>



<p>Um diese Frage zu beantworten, werde ich im Folgenden fünf Zugänge vorstellen, die mir sinnvoll scheinen, die Entwicklung des SOKW, insbesondere mittels einiger Fragen zu seiner Handlungsmacht sowie des Publikationsprogramms, darzustellen und somit besser analysieren zu können. In einem zweiten Schritt stelle ich Überlegungen an, wie eine Aufarbeitungs-Programmatik, freilich auch jenseits von Jahrestagen, aussehen kann und wo der allgemeine Mehrwert für die Zeitgeschichtsforschung und den speziellen Förderbereich für deutsche bzw. sogenannte altösterreichische Kultur und Geschichte außerhalb Deutschlands, aber auch Österreichs, liegt.</p>



<p>Der Fokus liegt dabei auf den ersten Jahrzehnten nach der Gründung des Kulturwerks im Jahr 1951.</p>



<p><em>1. Dispositiv</em></p>



<p>Ab der Gründungsphase zeichnet das SOKW eine Gemengelage von <em>Grassroots</em>-Interessen und <em>Governance</em> aus: Schon die Gründungssituation – vielleicht besser: der Gründungsmythos –, das Treffen in der Wohnung von Fritz Valjavec,<sup class="modern-footnotes-footnote ">3</sup> macht deutlich, dass hier konkrete Interessen „von unten“ vorhanden waren, eine Einrichtung zu schaffen, die sich den Belangen einer bestimmten Gruppe, eben der sogenannten Südostdeutschen, widmet. Andererseits greift der Staat früh regulierend ein, z.&nbsp;B. bei der Regelung, dass sich die „Forschungsstelle“ analog zu ähnlichen Einrichtungen „Kulturwerk“ nennen muss.<sup class="modern-footnotes-footnote ">4</sup></p>



<p>Der Blick auf die <em>Dramatis Personae</em> der Gründergeneration zeigt aber auch, wie sich diese Dichotomie zwischen „Bottom-up“ und „Top-down“ im informellen Raum auflöst: So bekleidete beispielsweise Dr. Franz Hamm, 25 Jahre lang Vorsitzender des Kulturwerks, nicht nur eine Vielzahl von Ämtern im landsmannschaftlichen Bereich, sondern fungierte 15 Jahre lang als Referent im&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesministerium_f%C3%BCr_Vertriebene,_Fl%C3%BCchtlinge_und_Kriegsgesch%C3%A4digte" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte</a>&nbsp;in Bonn.<sup class="modern-footnotes-footnote ">5</sup></p>



<p>In einer weiterführenden Untersuchung wird es nötig sein, die verschiedenen Interessenslagen der einzelnen Akteure, aber auch den lenkenden Einfluss des politischen Dispositivs zu analysieren. Welchen Nutzen hatten die verschiedenen Akteure von der Existenz des Kulturwerks über das nominelle Ziel hinaus, „südostdeutsche“ Kultur in der Nachkriegsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland bekannt zu machen? Fungierte das SOKW als politische Plattform für bestimmte Akteure, möglicherweise auch als Einkommensquelle, weil sich für manche Personen nach 1945 sonst kaum Möglichkeiten des Geldverdienens fanden? Kann die Einrichtung der Kulturwerke auch als eine Art Ventil gedeutet werden, die eine staatlich eingehegte, aber durchaus geforderte und geförderte Integration bedeutete?</p>



<p><em>2. Diskurs</em></p>



<p>In der Auseinandersetzung mit den Protokollen des Vereins, dem medialen Echo in den landmannschaftlichen Periodika und vor allem mit dem Publikationsprogramm des SOKW wird die hybride Funktion des SOKW deutlich, die sich in den verschiedenen Diskursen niederschlug, die von ihm ausgingen. Es können drei Bereiche identifiziert werden, die sich, wie auch das Wirken des ehrenamtlichen wie angestellten Personals zeigt, kaum voneinander trennen lassen:</p>



<p>&#8211;&nbsp;Wissenschaft: Der ursprüngliche Name einer „Forschungsstelle“ verweist deutlich auf den wissenschaftlichen Anspruch, den die Akteure für die Aktivitäten des SOKW erhoben.</p>



<p>&#8211;&nbsp;Kulturvermittlung: Der Kulturwerk-Begriff stellt demgegenüber die kulturelle Vermittlungsarbeit heraus, die die Einrichtung leisten sollte. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Literatur.</p>



<p>&#8211;&nbsp;Politik: Insbesondere in den <em>Südostdeutschen Vierteljahresblättern</em>, der „Hauspublikation“ des SOKW, wird der Anspruch deutlich, dass die Einrichtung auch als politische Berichterstatterin und Kommentatorin wahrgenommen werden wollte. Neben der Vertriebenenpolitik wurde auch zunehmend der Kalte Krieg thematisiert.</p>



<p>Von Bedeutung wird in einer weiterführenden Analyse sein, diese drei Diskursstränge auf ihren Impakt zu prüfen: Wie wurden die wissenschaftlichen Publikationen rezipiert; an wen wandten sie sich? Welche Rolle wurde der Einrichtung in ihrer Tätigkeit als Förderin und Organisatorin von Vernissagen, Kulturpreisen und literarischen Publikationen beigemessen? Wie selbstreferentiell war dieses System?</p>



<p>Insbesondere die deutlich politisch gefärbten Äußerungen im Rahmen der SOKW-Publikationstätigkeiten und Veranstaltungen werden jedoch nur im größeren institutionellen Kontext zu beurteilten sein: Wie viele Wechselwirkungen gab es zwischen den Landmannschaften, deren Dachorganisationen und den Kulturwerken? Neben Personennetzwerken ist dabei auch die Analyse von diskursiven Zusammenhängen von Bedeutung.</p>



<p><em>3. Generationalität</em></p>



<p>Um die Arbeit des SOKW und in der Folge die des IKGS als einen langfristen Prozess zu begreifen, als eine Entwicklung zu fassen, muss ein Zusammenhang zwischen den großen geopolitischen Zäsuren und dem Personal im und um das Kulturwerk hergestellt werden. Programmatik und <em>agency</em> der Einrichtung stehen in direktem Zusammenhang mit dem Erlebnis- und Erfahrungshorizont seiner Akteure.</p>



<p>Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass zwei der relevantesten Persönlichkeiten im engsten Umfeld des SOKW nicht zur typischen Kohorte gehören, die ab 1940 „Heim-ins-Reich“ geholt bzw. ab 1944 geflüchtet oder ab 1945 Vertrieben wurden: Sowohl Fritz Valjavec als auch Heinrich Zillich verließen bereits in der Zwischenkriegszeit ihre Herkunftsregionen bzw. die nach 1918 neu entstandenen staatlichen Kontexte, um in Österreich bzw. Deutschland zu studieren und sich langfristig niederzulassen. Anhand ihrer Biografien wird deutlich, dass entsprechende Analysen weit vor der Gründung des SOKW anzusetzen sind: Das erste SOKW-Personal war in der Regel in (süd-)östlichen Gebieten der Donaumonarchie sozialisiert worden, während ihr „ideologischer Weg“ dann über eine „großdeutsche“ Einstellung hin zu einer gewissen – teils großen – Nähe zum Nationalsozialismus führte. Als besonders schwierig stellte sich in Vorstudien heraus, die situative Spannweite zwischen Überzeugung, Opportunismus und Zwangslagen zu beurteilen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">6</sup> Die endogen produzierten biografischen Texte zu früheren Akteuren des SOKW zeigen in diesem Zusammenhang eine Tendenz zur Ellipse und Milde, wie beispielsweise in der Festgabe zum 50-jährigen Jubiläum des SOKW deutlich wird.<sup class="modern-footnotes-footnote ">7</sup></p>



<p>Aus einer völlig anderen Lebenswelt kam eine zweite Generation von SOKW-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern – teils vor 1989, teils danach: Sie waren Aussiedlerinnen und Aussiedler aus Rumänien, hatten Teile ihres Lebens, so auch ihre Karrieren, im Kontext des kommunistischen Regimes verbracht und gestalten müssen. Dieser Erfahrungshorizont, der sich deutlich von jenem der ersten Generation unterschied, brachte einerseits neue Perspektiven und freilich auch neues Hintergrundwissen ein. Wie ein solches in ein wissenschaftliches Programm transferiert werden konnte, zeigen in den späten 2000er-Jahren begonnene Projekte, die sich der Aufarbeitung von einschlägigen, also gruppen- und milieubezogenen Geheimdienstakten der Securitate widmeten.</p>



<p>Von größter Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die konsequente Öffnung des literaturwissenschaftlichen Forschungs- und Publikationsprogrammes für deutsch-jüdische, insbesondere für aus der Bukowina stammende Schriftstellerinnen und Schriftsteller des 20.&nbsp;Jahrhunderts. Diese programmatische Erweiterung fußt letztlich wiederum auf dem persönlichen Erfahrungshorizont, der von den Aussiedlerinnen und Aussiedlern aus dem kommunistischen Rumänien eingebracht wurde.</p>



<p>In den letzten fünf Jahren erfolgte ein erneuter Generationenwechsel, dessen deutlichstes Merkmal ist, dass die Akteurinnen und Akteure zum größten Teil nicht mehr einer „südostdeutschen“ Gruppe zuzurechnen sind.<sup class="modern-footnotes-footnote ">8</sup></p>



<p>Bei einer Beurteilung des Faktors <em>Generationalität</em>, der jedoch für die jüngste Zeit aus naheliegenden Gründen weder im Haus noch zu diesem Zeitpunkt sinnvoll erscheint, bleibt es wichtig, kein künstliches und apodiktisches Generationenparadigma zu generieren: Die Akteurinnen und Akteure des SOKW wiesen trotz einer gewissen gemeinsamen Herkunft und Sozialisierung zu keinem Zeitpunkt eine monolithische Einstellung oder einen durchgehend kollektiven Erfahrungshorizont auf. Dass sich Generationen und ihre Prägungen zuweilen stark überlappen, belegt die Tatsache, dass Heinrich Zillich bis wenige Jahre vor seinem Tod im Jahr 1988 in die Redaktion bzw. die Herausgabe der <em>Südostdeutschen Vierteljahresblätter</em> involviert war, eine thematische Öffnung aber bereits seit den 1970er-Jahren zu beobachten ist.</p>



<p><em>4. Heterogenität</em></p>



<p>Bei aller am Ende vorzunehmenden Verallgemeinerung erfordert die Analyse des SOKW-Programmes und seiner <em>agency</em>, insbesondere wenn der Fokus auf der NS-Zeit bzw. ideologischen Kontinuitäten liegt, eine auf das Individuum heruntergebrochene Prüfung der Quellen.</p>



<p>Der völlig legitime Fokus auf jene, sich vermutlich auch in der Mehrheit befindlichen Akteure, die zu einem hohen Grad in den Nationalsozialismus involviert waren, droht jene außer Acht zu lassen, die sich vor 1945 (und auch danach) abweichend, zumal kritisch positioniert haben. Zu nennen wären in diesem Zusammenhang vor allem stark im kirchlichen Milieu verankerte Personen wie beispielsweise Adalbert Karl Gauss, der noch 1939 versucht hatte, sich mit einer Vierteljahresschrift gegen die Einflüsse des Nationalsozialismus bei den Donauschwaben zu stellen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">9</sup></p>



<p>Andererseits zeigen Biografien wie jene Valjavec‘ oder Hamms, der sich nach 1945 stark in kirchlichen Zusammenhängen engagierte, dass die Zuordnungen „völkisch“, „großdeutsch“, „rechtskonservativ“, „bürgerlich“, „klerikal“ etc., nicht nur diachron, sondern auch in einer gewissen Gleichzeitigkeit miteinander und aufeinander bezogen valid bleiben können oder in bestimmten Fällen kaum voneinander zu trennen sind.</p>



<p>Vom „südostdeutschen“ Paradigma überdeckt wird teils die Bedeutung der konkreten ethnoregional-konfessionellen Herkunft: Wie aus einem in Archivdokumenten bzw. der Korrespondenz zu einem internen Konflikt aus den frühen 1980er-Jahren hervorgeht, war es im SOKW über die Jahrzehnte seiner Existenz hinweg ein wichtiges Thema, dass das Arbeits- und Publikationsprogramm eine Ausgewogenheit zwischen den einzelnen Gruppen, insbesondere zwischen den beiden dominanten, Siebenbürger Sachsen und den Donauschwaben, aufwies.<sup class="modern-footnotes-footnote ">10</sup></p>



<p>Aus Korrespondenzen und Egodokumenten – wie z.&nbsp;B. Heinrich Zillichs Tagebüchern<sup class="modern-footnotes-footnote ">11</sup> – lassen sich bi- und multilaterale Koalitionen wie Konflikte herauslesen, die mit den Topoi <em>Herkunft</em> und <em>Ideologie</em> in Zusammenhang stehen können, aber keinesfalls müssen. Die jeweilige soziale, wirtschaftliche und mentale Integrationssituation in den Nachkriegskontext spielt eine kaum zu unterschätzende Rolle, hatte sie doch konkrete Auswirkungen auf die Karriere unter demokratischen Bedingungen: Für einen größeren Teil der Umsiedler, Flüchtlinge und Aussiedler im Kultur- und Wissenschaftsbereich dürfte es sich mit dem Neubeginn in Deutschland oder Österreich eher um einen sozialen und wirtschaftlichen Abstieg gehandelt haben; ein kleinerer Teil schaffte es, an den Status vor dem Krieg bzw. im Krieg anzuschließen. Konkret nachvollziehbar ist in dieser Hinsicht z.&nbsp;B. die persönliche Verbitterung Heinrich Zillichs ab dem Jahr 1945. Aus seinen Tagebüchern lässt sich parallel dazu eine rasche innere Re-Radikalisierung ableiten. Offen oder verdeckt ausgetragene Konflikte mit „erfolgreicher“ integrierten Personen aus dem „ostdeutschen“ Vertriebenen- und Aussiedlermilieu, aber auch in darüber hinausgehenden Schriftstellerkreisen, erscheinen aus dieser Sicht evident.</p>



<p>In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage auf, wie sich die psychosoziale Selbstverortung auf die Publizistik des SOKW niederschlägt und welche diskursiven Strategien angewendet wurden, um eine kollektive und individuelle Involvierung in den Nationalsozialismus zu be- oder zu umschreiben. Es lässt sich in den Diskursen ein passiv-aggressiver Grundton feststellen, insbesondere, wenn die NS-Zeit thematisiert wird. (Was selten genug passiert.)</p>



<p><em>5. Netzwerke</em></p>



<p>Die paradigmatische Bedeutung des relativ kleinen SOKW ist besser zu beurteilen, wenn es als ein Knoten in einem multiplen Netzwerk betrachtet wird. Dieses wäre auf mehreren Ebenen zu analysieren.</p>



<p>Besonders wichtig erscheint der lokale Kontext: Schon allein der führend von Valjavec aufgebaute Cluster aus Südosteuropa-Institutionen in München führt zu der Frage, welche denn die spezielle Funktion des SOKW in diesem Konstrukt war.<sup class="modern-footnotes-footnote ">12</sup> Die Dokumente im Nachlass Zillichs wiederum belegen, dass rund um den Starnberger See einschlägige schriftstellerische Kontakte gepflegt wurden, lebten doch andere, ideologisch ähnlich aufgestellte Zeitgenossen wie Waldemar Bonsels gleichsam in Rufweite.</p>



<p>Ebenso von Bedeutung ist eine „zivilgesellschaftliche“ Komponente: die Verbindungen in die und die Überschneidungen mit den in der Bundesrepublik Deutschland tätigen Landsmannschaften und Kulturwerken, die sich in gemeinsamen kulturellen Aktivitäten, aber auch in politischen Kampagnen äußerten.</p>



<p>Während es für diese Bereiche immerhin eine Reihe von Vorstudien gibt, die entweder das SOKW und ihr Personal explizit einbeziehen oder zumindest einige Möglichkeiten für die Parallelisierung eröffnen, ist die trans- und internationale Ebene noch weitgehend unerforscht: Einerseits haben gerade die <em>Südostdeutschen Vierteljahresblätter</em> immer wieder über die „Landsleute“ aus Übersee berichtet, sodass ein gewisses globales „auslandsdeutsches“ Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert wurde, dessen Grundlagen mitunter in der staatlichen wie nichtstaatlichen Propagandatätigkeit der Zwischenkriegszeit zu suchen sind.</p>



<p>Andererseits wurden zunehmend die Beziehungen zu den in den ehemaligen Herkunftsgebieten verbliebenen bzw. manchmal sogar zurückgekehrten deutschen Gruppen thematisiert und allmählich auch verwissenschaftlicht. Eventuelle konkrete und mitunter vielleicht bedeutende Verbindungen zum SOKW ließen sich jedoch erst feststellen, wenn weitere Dokumente, beispielsweise Überwachungsakten, auf diese Frage hin ausgewertet würden.</p>



<p>Noch weniger erforscht sind die Aktivitäten und Verbindungen nach Österreich. Zwar sind diese im personellen wie im programmatischen Bereich gut belegt – wie beispielsweise entlang gemeinsamer Ausstellungen und Publikationsförderungen. Mit der kurzlebigen <em>Kultur- und Forschungsstelle der Österreicher aus dem Donau-, Sudeten- und Karpatenraum</em> und seiner Zeitschrift <em>Österreichische Begegnungen</em> schien in den 1960-Jahren sogar eine österreichische Variante von Vertriebenen-Kulturwerk und Vertriebenen-Kulturzeitschrift zu existieren. Die Kontakte zu den Vertriebenenakteuren und Institutionen sind also nachweisbar, aber in ihrer Dynamik und Wechselwirkung mit der bundesdeutschen Szene kaum erforscht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Überlegungen zur Aufarbeitung – mit und ohne Jubiläum</h2>



<p>Welche vorläufigen Schlüsse lassen sich aus Programmatik, Personal und <em>agency</em> des SOKW in Bezug auf die NS-Zeit ziehen; welche Fragen müssen aufgeworfen werden?</p>



<p>Die Gründung des Kulturwerks fällt für die sogenannten Volksdeutschen in der Bundesrepublik in eine Phase der Liminalität: Ein Zurück wurde immer unwahrscheinlicher; die mentale, wirtschaftliche und kulturelle Integration in die sich ebenfalls im radikalen Wandel eines Wiederaufbaus befindliche Nachkriegsgesellschaft vollzog sich gleichsam unter Vorbehalt.</p>



<p>Aus einer Sicht der langen Dauer lässt sich eine stärkere Verwissenschaftlichung des Kulturwerks beobachten, wie auf institutioneller Ebene vor allem die Gründung des IKGS sowie die stufenweise Auflösung des SOKW zeigen. Eng verbunden mit dieser Entwicklung, die erneut von einem Zusammenspiel von äußeren und inneren Faktoren vorangetrieben und/oder gebremst wurde, sind die bisherigen Bemühungen um eine Auseinandersetzung der NS-Vergangenheit des SOKW und der gesamten Szene. Zu berücksichtigen sind dabei folgende Faktoren:</p>



<p>&#8211;&nbsp;Die Einordnung des Vertreibungsgeschehens nach 1945 im Verhältnis zur Shoa, das zwischen Verschweigen und Aufwiegen oszillierte.</p>



<p>&#8211;&nbsp;Die Beschäftigung mit der Situation in Rumänien und Ungarn, wo auch nach 1945 jeweils ein relativ großer Teil der deutschen Minderheitengruppen bleiben konnte, überlagerte die Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Opfer-Diskurse und Täter-Diskurse schienen sich teilweise gleichsam aufzuheben.</p>



<p>&#8211; Die bisherigen Aufarbeitungsbestrebungen erweisen sich als durchaus verdienstvoll, wurden jedoch im endogenen Bereich von einer gewisse Milde, im exogenen Bereich hingegen von Wut getrieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Überlegungen zu einem Forschungsdesign</h2>



<p>&#8211;&nbsp;Die Aufarbeitung muss aktiv gestaltet werden, das IKGS eine umfassende Kompetenz für die eigene Geschichte entwickeln.</p>



<p>&#8211;&nbsp;Eine gleichsam von innen angestoßene und durchgeführte Aufarbeitung der Institutsvergangenheit bedingt die Einbeziehung externer Forschung, um auch eventuelle unbeabsichtigte blinde Flecken auszuleuchten.</p>



<p>&#8211;&nbsp;Die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit soll nicht dazu führen, die Entwicklung des SOKW und ihre Erforschung auf dieses Thema zu beschränken.</p>



<p>&#8211;&nbsp;Der institutionelle Zuschnitt des SOKW bedingt einen interdisziplinären Zugang, wie er in diesem Panel vorgestellt wurde: Institutionengeschichte, biografische Zugänge, literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven sowie diskursanalytische Ansätze ermöglichen es, ein umfassendes Bild zu bekommen.</p>



<p>&#8211;&nbsp;Eine weitgehende Digitalisierung der Bestände, soweit vertretbar, ermöglicht die Einbeziehung der Wissenschaftsgemeinschaft. Neben rechtlichen Aspekten spielt vor allem eine gewisse Digitalisierungs- bzw. Publizitätsethik eine Rolle.</p>



<p>&#8211;&nbsp;Eine vorläufige Auswertung von internen und externen Vorstudien zeigt, dass in der Beurteilung von personellen und institutionellen Entwicklungen Ambivalenzen zugelassen werden müssen, um aus der spezifischen Geschichte einer kleinen Kultur- und Forschungseinrichtung verallgemeinerbare Schlüsse zu ziehen.</p>



<p>&#8211;&nbsp;Einige Beispiele aus der bisherigen Praxis – wie z.&nbsp;B. die noch nicht abgeschlossene Aufarbeitung der Biografie und des Wirkens Valjavec‘ wie auch der Geschichte der Südosteuropa-Gesellschaft<sup class="modern-footnotes-footnote ">13</sup> – ermöglichen es, bereits gesammelte Erfahrungen in ein Forschungsdesign einfließen zu lassen.</p>



<p>&#8211;&nbsp;Wichtig wird auch der Austausch mit laufenden Projekten wie z.&nbsp;B. jenes am Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen zum Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (1949–1969).<sup class="modern-footnotes-footnote ">14</sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Potenziale und Mehrwert</h2>



<p>1. Die relative Überschaubarkeit der Geschichte und des Personals des SOKW ermöglicht eine sehr umfassende und tiefgehende Analyse gleichsam zu „Laborbedingungen“.</p>



<p>2. Die Heterogenität der handelnden Personen spiegelt die großen ideologischen und kulturellen Konflikte einer sich demokratisierenden Gesellschaft wie in einem Brennglas wider; es können Fragen zu Kontinuitäten und Prozessen der Transformation, der Adaption und Integration im Detail untersucht werden.</p>



<p>3. Eine spätere Ausweitung von Untersuchungszeitraum und Fragestellung würde weitere Perspektiven ermöglichen, sodass beispielsweise auch Fragen zum Geschlechterverhältnis, zu Wissenschaftsmanagement und <em>governance</em>, zu trans- und internationalen Beziehungen sowie auch für psychologische Topoi wie Marginalisierung, Verlust und Zukunftsbewältigung bearbeitet werden können. Dazu kommt die bedeutende Frage, welches politische Welt- und Europabild sich hier im Kontext des Kalten Krieges erhält und/oder entwickelt.</p>



<p>4.&nbsp;Einen besonderen Mehrwert stellt die erhöhte Anschlussfähigkeit an die allgemeine Zeitgeschichtsforschung dar, die aus verschiedenen, teils qualitativen, teils atmosphärischen Gründen bislang nur bedingt gegeben war, jedoch dringend nötig wäre.</p>



<p>5. Ein umfassender und in den Kontext des kurzen 20. Jahrhunderts eingebetteter Vergleich der völlig divergierenden Vertriebenenpolitik in Deutschland und Österreich drängt sich in diesem Zusammenhang gleichsam auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was also feiern?</h2>



<p>Kulturinstitutionen tendieren wie nahezu alle Kollektive dazu, sich mit einer entsprechenden Narration möglichst große Kontinuität zu verleihen. Im Falle des IKGS erscheint dies, wie in diesem Panel dargelegt, ein durchaus ambivalentes Unterfangen. Das IKGS ist daher gut beraten, im nächsten Jahr seinen 20er zu feiern und die sieben Jahrzehnte seit der Gründung des SOKW, das kurz nach seinem 60er aufgelöst wurde, eher als einen Arbeitsauftrag zu sehen. Es wird dabei eine Frage der Fairness, aber auch der Wissenschaftlichkeit sein, das SOKW nicht nur nach seinem Gründungspersonal zu beurteilen, sondern eine Entwicklung nachzuverfolgen, die letztlich die Gründung des IKGS erst ermöglicht hat.</p>



<p>Das Diktum vom „Solitär in der Wissenschaftslandschaft“ wird sich dann mit gutem Grund, mit neuem Wissen und Gewissen, weiter zitieren lassen.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em>Bearbeitetes Vortragsmanuskript. Vortrag gehalten im Rahmen des <a href="https://halbjahresschrift.de/working-papers/">Panels </a>„‘Südostdeutsche‘ Kulturarbeit auf dem Prüfstand. Kontinuitäten, Netzwerke, Forschungspotentiale“ im Rahmen des 1. Virtuellen Österreichischen Zeitgeschichtetags, 18.4.2020.</em></p>



<p><a href="/sudostdeutsches-kulturwerk-vertriebenenkulturarbeit">Tobias Weger (München): Das Südostdeutsche Kulturwerk in München im Kontext der westdeutschen „Vertriebenenkulturarbeit“ nach 1945. (Working Paper)</a></p>



<p><a href="/heinrich-zillich-netzwerk-nationalsozialismus">Enikő Dácz (München): Vom „gottbegnadeten“ Schriftsteller zum Schriftleiter. Heinrich Zillichs literarisches Netzwerk vor und nach 1945. (Working Paper)</a></p>



<p>Florian Kührer-Wielach (München): Ein schwieriges Jubiläum. Das Südostdeutsche Kulturwerk 1951–2021.</p>



<p>Chair: Linda Erker (Wien)</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> Alice Buzdugan: Singuläre Stellung in der Kultur- und Wissenschaftslandschaft, <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/11455-singulaere-stellung-in-der-kultur_-und.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/11455-singulaere-stellung-in-der-kultur_-und.html</a>, 3.5.2020; 60 Jahre Südostdeutsches Kulturwerk – 10 Jahre IKGS in München, <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://kulturportal-west-ost.eu/korrespondenzen/bucher-und-medien-48" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://kulturportal-west-ost.eu/korrespondenzen/bucher-und-medien-48</a>, 3.5.2020; George Guțu: Traditionsverpflichtet und zukunftsorientiert, <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://adz.ro/kultur/artikel-kultur/artikel/traditionsverpflichtet-und-zukunftsorientiert" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://adz.ro/kultur/artikel-kultur/artikel/traditionsverpflichtet-und-zukunftsorientiert</a>, 3.5.2020.</p>



<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Tatsächlich fanden sich in dieser Phase kaum Frauen im engeren Umfeld des SOKW.</p>



<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Johann Adam Stupp: Das Südostdeutsche Kulturwerk in München (1951–2012) und die Südostdeutschen Vierteljahresblätter. Sersheim 2016, S. 6.</p>



<p><a href="#_ftnref4">[4]</a> Krista Zach: Von der Forschungsstelle zum Institut, In: 50 Jahre Südostdeutsches Kulturwerk. Südostdeutsche Vierteljahresblätter. 1951–2001. München 2001, S. 5–10, hier: S. 6.</p>



<p><a href="#_ftnref5">[5]</a> Johann Böhm: Junge Deutsche auf dem Territorium Jugoslawiens und ihre Karrieren in der NS-Zeit. In: <em>Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa, 29./30. Jg. (2017–2018), </em><a href="https://halbjahresschrift.de/junge-deutsche-jugoslawien/" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">https://halbjahresschrift.de/junge-deutsche-jugoslawien/</a>, 15.07.2020.</p>



<p><a href="#_ftnref6">[6]</a> David Feest, Florian Kührer-Wielach (Hgg.): Verräter und Überzeugungstäter. Nordost-Archiv. Zeitschrift für Regionalgeschichte, Band XXVI, 2019.</p>



<p><a href="#_ftnref7">[7]</a> 50 Jahre Südostdeutsches Kulturwerk. Südostdeutsche Vierteljahresblätter. 1951–2001. München 2001.</p>



<p><a href="#_ftnref8">[8]</a> <a href="http://www.ikgs.de/team" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">www.ikgs.de/team</a>, 15.07.2020.</p>



<p><a href="#_ftnref9">[9]</a> Stefan P. Teppert: Karl Adalbert Gauss, <a href="https://kulturportal-west-ost.eu/biographien/gauss-adalbert-karl-3" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">https://kulturportal-west-ost.eu/biographien/gauss-adalbert-karl-3</a>, 15.07.2020.</p>



<p><a href="#_ftnref10">[10]</a> Archiv des SOKW, IKGS München, unerschlossen.</p>



<p><a href="#_ftnref11">[11]</a> Nachlass Heinrich Zillichs, IKGS München, unerschlossen.</p>



<p><a href="#_ftnref12">[12]</a> Jüngst dazu: Robert Pech: Zwischen Nähe und Distanz. Fritz Valjavec und die Südost-Forschung im Nationalsozialismus. In: Nordost-Archiv XXVI (2017), S. 30–56.</p>



<p><a href="#_ftnref13">[13]</a> https://www.sogde.org/suedosteuropa-gesellschaft/zur-geschichte-der-sog/, 15.07.2020.</p>



<p><a href="#_ftnref14">[14]</a> <a href="http://www.geschichte-vertriebenenministerium.de" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">www.geschichte-vertriebenenministerium.de</a>, 3.5.2020.</p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Alice Buzdugan: Singuläre Stellung in der Kultur- und Wissenschaftslandschaft, <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/11455-singulaere-stellung-in-der-kultur_-und.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/11455-singulaere-stellung-in-der-kultur_-und.html</a>, 3.5.2020; 60 Jahre Südostdeutsches Kulturwerk – 10 Jahre IKGS in München, <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://kulturportal-west-ost.eu/korrespondenzen/bucher-und-medien-48" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://kulturportal-west-ost.eu/korrespondenzen/bucher-und-medien-48</a>, 3.5.2020; George Guțu: Traditionsverpflichtet und zukunftsorientiert, <a href="https://adz.ro/kultur/artikel-kultur/artikel/traditionsverpflichtet-und-zukunftsorientiert" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">https://adz.ro/kultur/artikel-kultur/artikel/traditionsverpflichtet-und-zukunftsorientiert</a>, 3.5.2020.</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Tatsächlich fanden sich in dieser Phase kaum Frauen im engeren Umfeld des SOKW.</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Johann Adam Stupp: Das Südostdeutsche Kulturwerk in München (1951–2012) und die Südostdeutschen Vierteljahresblätter. Sersheim 2016, S. 6.</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Krista Zach: Von der Forschungsstelle zum Institut, In: 50 Jahre Südostdeutsches Kulturwerk. Südostdeutsche Vierteljahresblätter. 1951–2001. München 2001, S. 5–10, hier: S. 6.</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Johann Böhm: Junge Deutsche auf dem Territorium Jugoslawiens und ihre Karrieren in der NS-Zeit. In:&nbsp;<em>Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa, 29./30. Jg. (2017–2018),&nbsp;</em><a href="https://halbjahresschrift.de/junge-deutsche-jugoslawien/">https://halbjahresschrift.de/junge-deutsche-jugoslawien/</a>, 15.07.2020.</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;David Feest, Florian Kührer-Wielach (Hgg.): Verräter und Überzeugungstäter. Nordost-Archiv. Zeitschrift für Regionalgeschichte, Band XXVI, 2019.</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;50 Jahre Südostdeutsches Kulturwerk. Südostdeutsche Vierteljahresblätter. 1951–2001. München 2001.</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="http://www.ikgs.de/team" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">www.ikgs.de/team</a>, 15.07.2020.</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Stefan P. Teppert: Karl Adalbert Gauss,&nbsp;<a href="https://kulturportal-west-ost.eu/biographien/gauss-adalbert-karl-3" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">https://kulturportal-west-ost.eu/biographien/gauss-adalbert-karl-3</a>, 15.07.2020.</div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Archiv des SOKW, IKGS München, unerschlossen.</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nachlass Heinrich Zillichs, IKGS München, unerschlossen.</div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jüngst dazu: Robert Pech: Zwischen Nähe und Distanz. Fritz Valjavec und die Südost-Forschung im Nationalsozialismus. In: Nordost-Archiv XXVI (2017), S. 30–56.</div><div>13&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.sogde.org/suedosteuropa-gesellschaft/zur-geschichte-der-sog/, 15.07.2020.</div><div>14&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="http://www.geschichte-vertriebenenministerium.de/" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">www.geschichte-vertriebenenministerium.de</a>, 3.5.2020.</div><p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/suedostdeutsches-kulturwerk/">Ein schwieriges Jubiläum. Das Südostdeutsche Kulturwerk 1951–2021</a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
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		<title>Das Südostdeutsche Kulturwerk in München im Kontext der westdeutschen „Vertriebenenkulturarbeit“ nach 1945</title>
		<link>https://halbjahresschrift.de/sudostdeutsches-kulturwerk-vertriebenenkulturarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[IKGS-Admin_2]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2020 14:35:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Working Paper]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tobias Weger 2021 jähren sich in der wissenschaftlichen Befassung mit der Kultur und Geschichte der Deutschen im Südosten Europas gleich zwei Gründungsdaten, die in einem funktionalen Zusammenhang betrachtet werden müssen, um Kontinuitäten, Kausalitäten, aber auch Brüche innerhalb dieses Forschungsbereichs im 20.&#160;Jahrhundert zu erfassen: 1931, also aus der Perspektive des Jahres 2021 vor 90 Jahren, wurde [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/sudostdeutsches-kulturwerk-vertriebenenkulturarbeit/">Das Südostdeutsche Kulturwerk in München im Kontext der westdeutschen „Vertriebenenkulturarbeit“ nach 1945</a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Tobias Weger</p>



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<p>2021 jähren sich in der wissenschaftlichen Befassung mit der Kultur und Geschichte der Deutschen im Südosten Europas gleich zwei Gründungsdaten, die in einem funktionalen Zusammenhang betrachtet werden müssen, um Kontinuitäten, Kausalitäten, aber auch Brüche innerhalb dieses Forschungsbereichs im 20.&nbsp;Jahrhundert zu erfassen:</p>



<p>1931, also aus der Perspektive des Jahres 2021 vor 90 Jahren, wurde in Wien im Rahmen der Volksdeutschen Forschungsgemeinschaften die <a href="https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/begriffe/suedostdeutsche-forschungsgemeinschaft-sofg" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Südostdeutsche Forschungsgemeinschaft (SOFG)</a> ins Leben gerufen. Im Zusammenwirken von Wissenschaftlern aus den Fächern Geschichte, Landeskunde und Volkskunde widmete sie sich vornehmlich den deutschen Minderheiten in den Nachfolgestaaten der Habsburger Monarchie, also Ungarns, Rumäniens, der Tschechoslowakei, Jugoslawiens sowie Teilen Polens und der Ukraine.<sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup></p>



<p>Zwanzig Jahre später, nach einem verheerenden Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen, gründeten 1951 in München Wissenschaftler, Politiker und Literaten die Südostdeutsche Kultur- und Forschungsstelle (SOKFS) – später umbenannt in Südostdeutsches Kulturwerk (SOKW) –, die Vorgängereinrichtung des heutigen Instituts für Kultur und Geschichte der Deutschen Südosteuropas (IKGS) in München.<sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup></p>



<p>Die SOFG von 1931 beschäftigte sich, ganz im zeitgenössischen Geist der Volks- und Volkstumsforschung, mit Fragen von Staat, „Volkstum“ und Volk, alles aus einer „großdeutschen“ Warte, in der die Ideen Georg von Schönerers und seiner geistigen Gefolgsleute nachklangen. Als erste Wissenschaftseinrichtung führte die SOFG die geographische Bezeichnung „südostdeutsch“ im Namen, die erst kurz zuvor als Kollektivbegriff für alle Deutschen in Südosteuropa eingeführt worden war. 1927 hatten sich Jugendverbände aus dem Banat und aus Siebenbürgen zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die sich 1929 im siebenbürgischen Mediasch (rum. Mediaș) in „Südostdeutscher Wandervogel“ umbenannte.<sup class="modern-footnotes-footnote ">3</sup></p>



<p>Die SOFG kooperierte eng mit anderen Einrichtungen der „Volksforschung“ im damaligen deutschen Sprachraum. Unter ihnen befanden sich die in München ansässige Stiftung zur Erforschung der deutschen Volksgruppen im Süden und Südosten und das zugehörige <a href="https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/begriffe/suedost-institut-regensburg" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Südost-Institut (SOI)</a> sowie die ebenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt tätige Südosteuropa-Gesellschaft (SOG). Während des Zweiten Weltkriegs wurden auch die an der Deutschen Karlsuniversität Prag angesiedelte Reinhard-Heydrich-Stiftung sowie die Forschungs- und Publikationseinrichtungen der deutschen „Volksgruppenführungen“ in Ungarn, Rumänien und Jugoslawien zu Partnern. Ab 1941 unterhielt die SOFG zur Koordination dieser Arbeit Außenstellen in Prag (tsch. Praha), Neusatz (sb. Novi Sad), Budapest, Pressburg (sk. Bratislava), Belgrad (sb. Beograd) und Hermannstadt (rum. Sibiu). Für zahlreiche Mitarbeiter der Wiener Zentrale, aber auch der genannten Filialen begann nach 1945 ein zweites wissenschaftliches Leben in der Republik Österreich und in der Bundesrepublik Deutschland.</p>



<p>Erst die Synopse der beiden 2021 anstehenden Jahrestage, des 90.&nbsp;in Wien und des 70.&nbsp;in München, ermöglicht es, wissenschaftsgeschichtliche Zusammenhänge zu begreifen und etwa auch das Paradoxon aufzuschlüsseln, weshalb das Südostdeutsche Kulturwerk seit seiner Gründung im Kontext der deutschen Vertriebenenkulturarbeit gesehen wird, obwohl – wie noch zu zeigen sein wird – nicht wenige seiner prominenten Gründer gar nicht selbst die Erfahrung von Vertreibung und Heimatverlust gemacht hatten.</p>



<p>Wer waren nach dem Zweiten Weltkrieg die Angehörigen der SOKW-Gründergeneration in München? Woher stammten sie, welche Erfahrungen und Sozialisationen brachten sie mit, als sie in Bayern eine Kultur- und Forschungseinrichtung initiierten? Wie stark war in den 1950er- und 1960er-Jahren ihre Verstrickung in wissenschaftliche und politische Paradigmen der Volkstumsforschung sowie in die Systemwelt der gerade zu Ende gegangenen nationalsozialistischen Diktatur und ihrer Satelliten im östlichen Europa? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich ein Projekt am IKGS, das die Aufarbeitung der eigenen Institutsgeschichte zum Ziel hat. Erschwert wird diese Untersuchung durch den Umstand, dass das IKGS selbst nicht über eine geschlossene Aktenüberlieferung seit 1951 verfügt, wenngleich einige im Institutsarchiv verwahrte Nachlässe, wie der des aus Siebenbürgen stammenden Schriftstellers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Zillich" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Heinrich Zillich (1898–1988)</a>, gewisse Lücken schließen können. Ersatzüberlieferungen finden sich in zahlreichen, über Deutschland und Österreich verstreuten Nachlässen sowie in den Registraturen bayerischer und bundesrepublikanischer Behörden und Ministerien im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München und im Bundesarchiv Koblenz, um nur die beiden wichtigsten Anlaufstellen zu nennen.</p>



<p>Der vorliegende Beitrag vermag noch nicht auf alle oben aufgeworfenen Fragen Antworten zu liefern, sondern bildet einen ersten Zwischenbericht. Dennoch lassen sich bereits jetzt gewisse Tendenzen erkennen, die eine erste vorsichtige Diagnose gestatten. In der folgenden Tour d’horizon wird die Entstehungsgeschichte des SOKW knapp skizziert und als möglicher methodischer Zugriff ein prosopografischer und netzwerkanalytischer Zugang präsentiert. Der politisch-juristische Kontext der Gründung und die Rolle des SOKW im Rahmen der gesamten deutschen Vertriebenenkulturarbeit nach 1945 sollen diesen Überblick abrunden.</p>



<p>In der bayerischen Landeshauptstadt München erwuchsen bereits wenige Wochen nach der bedingungslosen Kapitulation des Dritten Reichs soziale Initiativen im Rahmen des Bayerischen Roten Kreuzes mit der Absicht, den zahlreichen kriegsbedingt heimatlos gewordenen Menschen bei der Bewältigung praktischer Lebensprobleme Hilfe zu leisten. Eine dieser Initiativen war im Sommer 1945 die Südostdeutsche Hilfsstelle, die parallel zu einer Sudetendeutschen Hilfsstelle und weiteren nach Herkunftsregionen gegliederten Anlaufstellen funktionierte. Neben Fragen der Wohnraum-, Nahrungs- und Kleidungsbeschaffung, der Staatsangehörigkeit und der Zusammenführung auseinandergerissener Angehöriger wurde in dieser Hilfsstelle auch die Basis für die spätere Gründung landsmannschaftlicher Verbandsstrukturen gelegt. Diese waren seinerzeit von der Amerikanischen Militärregierung für Bayern noch unerwünscht, weshalb auch die Südostdeutsche Hilfsstelle im Juli 1946 ihre Arbeit einstellen musste.<sup class="modern-footnotes-footnote ">4</sup> Die Besatzungsmacht befürchtete ein Aufleben revanchistischer Strömungen und drängte außerdem auf eine rasche Integration in die Aufnahmegesellschaft, um eine soziale und politische Sonderstellung infolge von Ausgrenzung und Selbstausgrenzung der Geflüchteten und Vertriebenen zu vermeiden. Der Jurist Wilhelm Brückner (1921–2008) und der Schriftsteller Heinrich Zillich vertraten innerhalb der Südostdeutschen Hilfsstelle die Interessen der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Siebenbürger_Sachsen" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Siebenbürger Sachsen</a>, während die heterogene Gruppe der <a href="https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/laender/ungarn" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">„Donauschwaben“</a> in dem Literaten und Kulturwissenschaftler <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Diplich" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Hans Diplich (1909–1990)</a> einen Fürsprecher hatten. Ab dem Herbst 1945 unterhielt die Südostdeutsche Hilfsstelle in München ein festes Büro – eine wichtige Voraussetzung für ihr weiteres institutionelles Wirken.</p>



<p>1949 gingen die Hoheitsrechte in Westdeutschland von den alliierten Militärregierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs an die Bundesrepublik Deutschland über. Wie bereits zuvor die westdeutschen Länderregierungen hegte die Bundesregierung keine Vorbehalte gegen die Gründung von Landsmannschaften, die nun aus ihrer bisherigen Deckung hervortraten und sich im gesellschaftspolitischen Leben des Staates positionierten. Vertreter der Siebenbürger Sachsen, der Banater Schwaben, der Donauschwaben aus Ungarn und aus Jugoslawien, der Karpatendeutschen aus der Slowakei, der Bessarabiendeutschen, der Dobrudschadeutschen und der Buchenlanddeutschen formierten sich nun zu Interessensgruppen. Finanzielle Unterstützung erhielten sie vom Bundesministerium für Flüchtlinge, Vertriebene und Kriegsgeschädigte (BMVt) in Bonn. Viele seiner Mitarbeiter, Referats- und Abteilungsleiter waren nicht nur Bundesbeamte, sondern auch selbst Funktionsträger in einer der Landsmannschaften. Die meisten von ihnen hatten bereits in den Herkunftsgebieten als Juristen, Politiker, Publizisten oder Wissenschaftler eine wichtige öffentliche Funktion bekleidet.</p>



<p>Im Freistaat Bayern war im Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung bereits nach Kriegsende ein Staatssekretariat für das Flüchtlingswesen eingerichtet worden. Neben der Bewältigung sozialer Aufgaben stand hier auch die kulturelle und wissenschaftliche Betreuung der Deutschen aus Südosteuropa an. In diesem Sinne konstituierte sich in München 1949 ein Kultureller Arbeitskreis der deutschen Heimatverwiesenen in Bayern, aus dem das Institut für Kultur- und Sozialforschung hervorging.<sup class="modern-footnotes-footnote ">5</sup> Tonangebend waren hier wie in vielen anderen Bereichen in Bayern die Deutschen aus der Tschechoslowakei, doch kamen auch Wissenschaftler zu Wort, deren Wurzeln in Rumänien, Jugoslawien oder Ungarn lagen.</p>



<p>Parallel dazu hatte in München die Reaktivierung eines Netzwerks von südosteuropaspezifischen Einrichtungen begonnen, dessen treibende Kraft der Historiker <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Valjavec" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Fritz Valjavec (1909–1960)</a> war. Aufgrund seiner starken Involvierung in das nationalsozialistische Regime blieb ihm die Erlangung eines Universitätslehrstuhls bis in die 1950er-Jahre verwehrt. Deshalb waren die vielfältigen außeruniversitären Aktivitäten im Südost-Institut, in der Südosteuropa-Gesellschaft, später in der Südostdeutschen Historischen Kommission und eben auch im Südostdeutschen Kulturwerk für ihn ein Weg des beruflichen Überlebens und Überwinterns, wie aus einem Briefwechsel mit dem Historiker <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Joachim_Beyer" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Hans Joachim Beyer (1908–1971)</a>, eindrucksvoll hervorgeht.<sup class="modern-footnotes-footnote ">6</sup> Beyer, ein weiteres Gründungsmitglied des SOKW, hatte als einstiger Leiter der Reinhard-Heydrich-Stiftung inzwischen an der Hochschule Flensburg eine neue Anstellung gefunden.</p>



<p>Die Idee zu einer Südostdeutschen Forschungsstelle in München kam bereits im Laufe des Jahres 1950 im Umfeld von Fritz Valjavec auf, der im April 1951 offiziell die Südostdeutsche Kultur- und Forschungsstelle ins Leben rief. Sie sollte „die Durchführung wissenschaftlicher und kultureller Untersuchung in enger Verbindung und Zusammenarbeit mit den südostdeutschen Landsmannschaften im Bundesgebiet“ sichern und dabei „namentlich die Erforschung des deutschen Elements im europäischen Südosten“ betreiben, „wobei auch die Fragen des Zusammenlebens mit den übrigen Völkern dieses Raumes Berücksichtigung finden“ sollten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">7</sup> Neben allgemeinen Südosteuropaforschungen bildete auch die „Kulturpflege des Deutschtums aus dem Südosten“ einen wichtigen Pfeiler der geplanten Arbeit. Als Trägerverein dieser Kultur- und Forschungsstelle gründeten Valjavec und weitere Persönlichkeiten das Südostdeutsche Kulturwerk e.&nbsp;V. Das SOKW gab die <em>Südostdeutschen Heimatblätter </em>(Jg.&nbsp;1/1952–Jg.&nbsp;6/1957), mit Erscheinen des achten Jahrgangs 1958 umbenannt in <em>Südostdeutsche Vierteljahresblätter</em> heraus. Diese Zeitschrift enthielt wissenschaftliche Aufsätze, Essays, Literaturbeiträge, Berichte und Rezensionen. Tagungen, Studienwochen, Einzelvorträge, Buchveröffentlichungen, aber auch Lesungen und Konzerte bestimmten in den ersten Jahren des Bestehens die Arbeitsprogramme des SOKW.</p>



<p>Aufzeichnungen aus der Frühzeit des Instituts liegen uns nur fragmentarisch vor. Eine Möglichkeit, die Lücken zu überbrücken, besteht in einer prosopografischen und netzwerkanalytischen Methode, die durch eine möglichst exakte Rekonstruktion der Gründergeneration Rückschlüsse auf die beteiligten Persönlichkeiten, ihren sozialen und beruflichen Werdegang, ihre Prägungen und Verbindungen zulassen. Für diesen strukturellen Zugriff werden zunächst aus unzähligen Quellen Informationen zu diesem Personenkreis zusammengetragen, der nach dem gegenwärtigen Wissensstand exakt 50 Personen umfasst.<sup class="modern-footnotes-footnote ">8</sup> Ergänzt werden diese Angaben durch eine möglichst vollständige Bibliographie der Veröffentlichungen, wobei neben Monographien und Aufsätzen auch Pressebeiträge, Rundfunkansprachen und ähnliche popularisierende Texte mit aufgenommen werden. Diese Informationen werden in narrativen Kurzbiographien gesammelt, um zu einem späteren Zeitpunkt mit Hilfe einer sozialwissenschaftlichen Software, etwa dem bewährten SPSS, systematisiert werden zu können. Dazu werden biographische Grundinformationen wie Geburtsdatum und -ort, Konfessionszugehörigkeit, soziale Herkunft, Schulbesuche, Studienorte und -fächer, Qualifikationen, berufliche und geographische Stationen, Angaben zum Familienstatus in ein eigens eingerichtetes Raster übernommen und statistisch ausgewertet. Anhand einiger ausgewählter Phänomene, für die zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits hinreichende Angaben vorliegen, soll kurz das Potenzial dieser Auswertung demonstriert werden. Zum Verständnis des Gesamtsamples sei hinzugefügt, dass die 50 Protagonisten der SOKW-Gründergeneration zwischen 1870 und 1927 geboren wurden, mit einem deutlichen Schwerpunkt zwischen 1897 und 1913. Interessant erscheint ein Blick auf die Herkunftsregionen. 86 Prozent stammten aus dem Bereich der ehemaligen Habsburgermonarchie oder ihrer Nachfolgestaaten. Regional stand das Banat mit 30 Prozent deutlich an der Spitze, gefolgt von Siebenbürgen mit 16 Prozent, Innerungarn und Budapest sowie der Batschka mit jeweils 12 Prozent. Nur schwach repräsentiert waren das historische Kernösterreich, die Zips, die Bukowina und die Untersteiermark. Vier Personen hatten keinerlei familiären Bezug zu Südosteuropa und waren im Deutschen Reich zur Welt gekommen.</p>



<p>Ein Blick auf die konfessionelle Verteilung ergibt eine Mehrheit von 58 Prozent römisch-katholischen gegenüber 42 Prozent evangelisch-lutherischen Christen. Da manche Kirchenhistoriker das 19./20.&nbsp;Jahrhundert als „zweites konfessionelles Zeitalter“ definiert haben,<sup class="modern-footnotes-footnote ">9</sup> dürfte dieser Befund für den konfessionell separierten Alltag der frühen Bundesrepublik nicht unerheblich sein.</p>



<p>Aufschlussreich ist auch, wo sich die betreffenden Protagonisten im Jahre 1939, bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, aufgehalten haben. Damals lebten 40 Prozent in Rumänien, 18 Prozent in Jugoslawien, 12 Prozent in Ungarn und 6 Prozent in der Slowakei. Immerhin waren 1939 bereits 24 Prozent, also beinahe ein Viertel, im so genannten Großdeutschen Reich (als einschließlich Österreichs) zu Hause. Unter ihnen waren etwa der bewusst vom rumänischen Siebenbürgen ins nationalsozialistische Reich übersiedelte Schriftsteller Heinrich Zillich, aber auch der bereits erwähnte, in Wien geborene Fritz Valjavec, der an deutschen Hochschulen lehrte und Reichsbehörden beriet. Daraus ergibt sich, dass für einen nicht unbedeutenden Anteil der Gesamtgruppe in den 1950er-Jahren nicht die Vertreibung ausschlaggebend war, sondern die betroffenen 12&nbsp;Personen an vorausgegangene Aktivitäten in Deutschland anknüpfen konnten.</p>



<p>Fragt man nach den Tätigkeitsfeldern, so ergibt sich eine gewisse Problematik, da viele Persönlichkeiten Mehrfachbegabungen waren. Dichtende Lehrer und Beamte, aber auch wissenschaftlich forschende Pastoren und Pfarrer waren in diesem Sample nicht selten, doch habe ich mich bei meiner ersten Aufstellung nach dem so genannten „Brotberuf“ gerichtet. 26 Prozent waren Geisteswissenschaftler, 24 Prozent Gymnasiallehrer, 12 Prozent evangelische oder katholische Geistliche. Damit hatte eine große Mehrheit der Gruppe ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert. 12 Prozent Politiker und 10 Prozent Beamte fielen ebenfalls ins Gewicht. Mit dem Parlamentarier Josef Trischler (1903–1975) hatte das SOKW im ersten Deutschen Bundestag einen einflussreichen Fürsprecher, mit Franz Hamm (1900–1988) und Franz Rothen (1899–1965), der in den frühen 1940er-Jahren eine Verbindungsperson zwischen dem Auswärtigen Amt und den faschistischen Pfeilkreuzern in Budapest gewesen war, zwei Referatsleiter im Bundesvertriebenenministerium.</p>



<p>Auf der Suche nach Netzwerken fallen zunächst die Vorkriegs- und Kriegsverbindungen ins Auge. Neben gemeinsamen Studienorten oder früheren institutionellen Kooperationen war etwa für viele siebenbürgische Angehörige des SOKW der frühere Kronstädter Kreis um die Literatur- und Kulturzeitschrift <em>Klingsor</em> ein wichtiger Katalysator, im Falle vieler Banater Schwaben frühere Zugehörigkeiten zur Lehrerbildungsanstalt Banatia in Temeswar (rum. Timișoara).</p>



<p>1945 wurden alte Seilschaften reaktiviert und teilweise neue geschaffen. Zu ihrer institutionellen Basis zählten auf verbandlicher Ebene die bereits genannten Landsmannschaften, der in München gegründete landsmannschaftliche Zusammenschluss „Rat der Südostdeutschen“ sowie später die Gesamtvertretung im <a href="https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/begriffe/vertriebenenorganisationen/" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Bund der Vertriebenen (BdV)</a> und in der Deutschen Jugend des Ostens (DJO). Für Wissenschaftler waren Querbeziehungen zum Südosteuropa-Institut, zur Südosteuropa-Gesellschaft, zur Südostdeutschen Historischen Kommission und dem Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde Anker in der außeruniversitären Wissenschaftslandschaft, darüber hinaus bedeuteten zahlreiche Beschäftigungen an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität Innsbruck nicht nur eine persönliche Absicherung der Betroffenen, sondern auch eine Statusaufwertung für das SOKW insgesamt. Evangelische und katholische Vertriebenenstrukturen ergänzten die soziale Anbindung, während die Mitgliedschaft in rechtsextremen Gruppierungen wie Literaturkreisen und der Deutschen Gildenschaft nicht an die große Glocke gehängt wurde. Bereits erwähnt wurde die Tätigkeit in Behörden wie dem Bundesvertriebenenministerium.<sup class="modern-footnotes-footnote ">10</sup></p>



<p>Das Ministerium bildet die Überleitung zum politisch-juristischen Rahmen. Seit 1953 ist in der Bundesrepublik Deutschland das <em>Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge</em>, kurz <em>Bundesvertriebenengesetz</em> (BVFG), in Kraft, in dessen §&nbsp;96 sich Bund und Länder verpflichtet haben, sich gemeinsam der kulturellen Belange der Deutschen aus dem östlichen Europa anzunehmen. Dank seiner guten Verbindungen gelangte das SOKW in den Status einer institutionellen Förderung seitens des Bundes, von der auch das heutige IKGS, wenn auch unter gewandelten inhaltlichen Prämissen und einem gewandelten Rechtsverständnis des §&nbsp;96 BVFG, bis heute profitiert.</p>



<p>Diese Förderung genossen in den 1950er-Jahren auch weitere Kulturwerke, die entweder regional oder übergreifend ausgerichtet waren. Bereits 1947 hatten, ebenfalls in München, sudetendeutsche Politiker und Kulturschaffende den „Adalbert Stifter Verein“ als Kulturwerk für die Deutschen aus den böhmischen Ländern gegründet. Die Carl Schirren Gesellschaft in Lüneburg ist ein deutsch-baltischer Zusammenschluss, während das Nordostdeutsche Kulturwerk (NOKW) in Lüneburg, der Vorläufer des heutigen Instituts für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN), neben den Deutschbalten auch Ostpreußen, Pommern, Russland, Polen und die Ukraine mitberücksichtigte. Für die historische preußische Provinz Schlesien entstand 1951 auf Initiative des oberschlesischen Volkstumsaktivisten und Schulrats Karl Schodrok (1890–1978) das Kulturwerk Schlesien in Neumarkt in der Oberpfalz, später Würzburg. Man könnte also grob feststellen: die Deutschen aus den posthabsburgischen Gebieten haben im geographisch nahen Bayern eine kulturelle Beheimatung erfahren, während die einstige Hansestadt Lüneburg die Patronage für die Deutschen aus dem Ostseeraum übernommen hat. In Nordrhein-Westfalen, nahe der Bundeshauptstadt Bonn, entstanden die beiden übergreifenden Kulturwerke – der Ostdeutsche Kulturrat (OKR), der anfangs stark von „Südostdeutschen“ wie Franz Hamm und Heinrich Zillich geprägt wurde, und das zunächst mit dem OKR konkurrierende Kulturwerk der vertriebenen Deutschen in Burg an der Wupper.<sup class="modern-footnotes-footnote ">11</sup></p>



<p>Es bleibt abschließend die Frage nach dem Nachwirken des Nationalsozialismus unter der SOKW-Gründergeneration. Ein eindeutiges Urteil lässt sich zu dieser Frage derzeit noch nicht fällen. Gerade unter den katholischen Persönlichkeiten aus dem Banat gab es durchaus solche, die aufgrund ihrer religiösen Glaubenshaltung und ihrer zwar konservativen, aber nicht völkisch-nationalistischen Weltanschauung mit der radikal nationalsozialistischen Ausrichtung der Deutschen Volksgruppe in Rumänien in Konflikt geraten waren. Für die Gesamtheit des SOKW war jedoch ein gewisser völkischer Sprachduktus, der sich anhand der frühen Jahrgänge der <em>Südostdeutschen Vierteljahresblätter</em> diskursanalytisch nachweisen lässt, durchaus konsensfähig. Und das auch, wenn sich in vielen Fällen eine eigentümliche Ambiguität auftut: fast alle in Südosteuropa aufgewachsenen Personen waren zwei-, einige sogar mehrsprachig geprägt worden. Es scheint jedoch möglich gewesen zu sein, sich gleichzeitig in einem deutsch-völkischen Überlegenheitsdiskurs zu bewegen und andererseits durch Übersetzungen und Rezeptionen auch die kulturellen Leistungen der Nachbarvölker – der Rumänen, Ungarn und der Südslawen positiv zu konnotieren und zu vermitteln.</p>



<p>Unter den 50 Gründungspersonen waren allerdings auch echte Täter. Der bereits genannte Franz Rothen koordinierte nicht nur die Beziehungen des Dritten Reiches zu den ungarischen Pfeilkreuzlern, er spielte 1944 beim deutschen Einmarsch in Ungarn eine aktive strategische Rolle im Hintergrund. Ob er auch im Kontext der Deportation und Ermordung ungarischer Juden aktiv wurde, bleibt noch zu klären.</p>



<p>Der Mediziner Walter Loew (1910–1990) aus dem siebenbürgischen Kronstadt (rum. Brașov) hatte in Deutschland studiert und betätigte sich im Zweiten Weltkrieg bei den nationalsozialistischen Umsiedlungen deutscher Minderheiten als Selektionsarzt im SS-Offiziersrang. Aus jüngeren Forschungen wissen wir, dass es dabei nicht nur um die Feststellung von Infektionskrankheiten oder die Überprüfung des körperlichen Belastungszustands ging. „Selektion“ konnte für Kranke, Schwache oder Behinderte auch so viel wie „Aussonderung“ bedeuten und damit schlimmstenfalls den Tod im Euthanasie-Programm des NS-Regimes.<sup class="modern-footnotes-footnote ">12</sup></p>



<p>Die Rolle einer Reihe von weiteren Beamten innerhalb der Reichsbehörden bleibt noch zu überprüfen.</p>



<p>Schwer taten sich mit einer juristischen Bewertung bereits zeitgenössisch nach 1945 die für die Entnazifizierung in Bayern zuständigen Spruchkammern mit kulturellen Artefakten, die wir aus einer heutigen moralischen Warte als „geistige Brandstiftung“ bezeichnen könnten, die aber juristisch in ihrem Verhältnis zu tatsächlichen Kriegsverbrechen nur schwer zu ahnden waren. Die wissenschaftlichen Erzeugnisse eines Fritz Valjavec und seines Kollegen Hans Joachim Beyer waren bestimmt keine harmlosen Schreibtischtaten, wurden sie doch auch während des „Vernichtungs- und Weltanschauungskriegs“ als gutachterliche Texte von den politischen Entscheidungsträgern des NS-Regimes herangezogen. Doch auch dem Widmungsgedicht Heinrich Zillichs zu Hitlers 50.&nbsp;Geburtstag und den antisemitischen und hetzerischen literarischen Ergüssen eines Otto Folberth (1896–1991), der 1941 als Kriegsberichterstatter den rumänischen Einmarsch in Sowjet-Moldawien und in der Ukraine begleitet hatte und darüber in der Presse berichtete, war juristisch kaum beizukommen. Hier wird noch eine präzise Auswertung zu erfolgen haben. Insofern bleibt das noch laufende Projekt voller Überraschungen. Es umfasst dabei viel mehr als nur die Aufarbeitung der eigenen Institutsvergangenheit, sondern dürfte auch für die allgemeine Wissenschafts- und Institutionengeschichte relevant sein, indem es einen bisher wenig beleuchteten Aspekt der deutschsprachigen Ost- und Südostforschung erhellt.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



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<p><em>Bearbeitetes Vortragsmanuskript. Vortrag gehalten im Rahmen des <a href="https://halbjahresschrift.de/working-papers/">Panels </a>„‘Südostdeutsche‘ Kulturarbeit auf dem Prüfstand. Kontinuitäten, Netzwerke, Forschungspotentiale“ im Rahmen des 1. Virtuellen Österreichischen Zeitgeschichtetags, 18.4.2020.</em></p>



<p>Tobias Weger (München): Das Südostdeutsche Kulturwerk in München im Kontext der westdeutschen „Vertriebenenkulturarbeit“ nach 1945.</p>



<p><a href="/heinrich-zillich-netzwerk-nationalsozialismus">Enikő Dácz (München): Vom „gottbegnadeten“ Schriftsteller zum Schriftleiter. Heinrich Zillichs literarisches Netzwerk vor und nach 1945. (Working Paper)</a></p>



<p><a href="/suedostdeutsches-kulturwerk">Florian Kührer-Wielach (München): Ein schwieriges Jubiläum. Das Südostdeutsche Kulturwerk 1951–2021. (Working Paper)</a></p>



<p>Chair: Linda Erker (Wien)</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> Michael Fahlbusch: Südostdeutsche Forschungsgemeinschaft. In: ders., Ingo Haar, Alexander Pinwinkler (Hgg.): Handbuch der völkischen Wissenschaften. Band 2: Forschungskonzepte, Institutionen, Organisationen, Zeitschriften. 2., grundlegend erweiterte und überarbeitete Auflage. Berlin, Boston 2017, S.&nbsp;2023–2033.</p>



<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Bisherige Abhandlungen zur Geschichte des SOKW neigen entweder zu Hagiografie oder zu einer Pauschalverurteilung; vgl. 50 Jahre Südostdeutsches Kulturwerk, Südostdeutsche Vierteljahresblätter 1951–2001. Hg. vom Südostdeutschen Kulturwerk. München 2001; Johann Adam Stupp: Das Südostdeutsche Kulturwerk in München (1951–2012) und die Südostdeutschen Vierteljahresblätter. Sersheim 2016; Johann Böhm, Klaus Popa: Vom NS-Volkstum- zum Vertriebenenfunktionär. Die Gründungsmitglieder des „Südostdeutschen Kulturwerks“ München und der Landsmannschaften der Deutschen aus Rumänien, Ungarn und Jugoslawien. Frankfurt am Main 2014. – Die Ergebnisse beider Extreme sind aus wissenschaftlicher Sicht allenfalls faktografisch oder im Hinblick auf den Umgang mit Erinnerung interessant. Zur Problematik, ein „Jubiläum“ zu begehen, vgl. den Beitrag von Florian Kührer-Wielach in diesem Panel.</p>



<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Andreas Möckel: Umkämpfte Volkskirche. Leben und Wirken des evangelisch-sächsischen Pfarrers Konrad Möckel (1892–1965). Köln, Weimar, Wien 2011, S.&nbsp;68.</p>



<p><a href="#_ftnref4">[4]</a> Vgl. Immo Eberl: Vertriebenenverbände. Entstehung, Funktion, Wandel. In: Mathias Beer (Hg.): Zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen im deutschen Südwesten nach 1945. Bestandsaufnahme und Perspektiven der Forschung. Ergebnisse des Kolloquiums vom 11. bis 12.&nbsp;November 1993 in Tübingen. Sigmaringen 1994, S.&nbsp;211–234, hier: S.&nbsp;223.</p>



<p><a href="#_ftnref5">[5]</a> Vgl. Elisabeth Fendl: Archivalien des Instituts für Kultur- und Sozialforschung, München – Depositum des Collegium Carolinum im Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa (IVDE). In: Jahrbuch Kulturelle Kontakte des östlichen Europa 59 (2018), S.&nbsp;118–126.</p>



<p><a href="#_ftnref6">[6]</a> Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig, Ab. 399,5 – Beyer, Hans, Nr.&nbsp;25.</p>



<p><a href="#_ftnref7">[7]</a> Bayerisches Hauptstaatsarchiv, München, Südostinstitut 160, Südostdeutsche Forschungsstelle München, Entwurf einer Geschäftsordnung, 20.2.1952.</p>



<p><a href="#_ftnref8">[8]</a> In alphabetischer Reichenfolge: Matthias Bernath, Hans Joachim Beyer, Peter Blass, Georg Bleyer, Eugen von Bonomi, Wilhelm Brückner, Albert Büttner, Hans Diplich, Aurel Emeritzy, Nikolaus Engelmann, Friedrich Fiechtner, Otto Folberth, Josef Haltmayer, Erika Groth-Schmachtenberger, Franz Hamm, Hans Hartl, Hans Wolfram Hockl, Albert Hudak, Kaspar Hügel, Franz Hutterer,<br>Karl Kurt Klein, Otto Klett, Wilhelm Kronfuss, Walter Julius Loew, Hans Meschendörfer, Walter Myss, Josef Nuschbach, Valentin Oberkersch, Anton Petri, Heinrich Reitinger, Franz Rothen, Balduin Saria, Josef Volkmar Senz, Friedrich Spiegel-Schmidt, Philipp Stagelschmidt, Harold Steinacker, Roland Steinacker, Johann Adam Stupp, Anton Tafferner, Paula Tiefenthaler, Josef Trischler, Emanuel Turczynski, Fritz Valjavec, Anton Valentin, Josef Wacker, Matthias Weber, Ladislaus Michael Weifert, Jakob Wolf, Hans Wühr, Heinrich Zillich.</p>



<p><a href="#_ftnref9">[9]</a> Vgl. vor allem Olaf Blaschke (Hg.): Konfessionen im Konflikt. Deutschland zwischen 1800 und 1970. Ein zweites konfessionelles Zeitalter. Göttingen 2002.</p>



<p><a href="#_ftnref10">[10]</a> In diesem Punkte kann sich ein punktueller Austausch mit den Ergebnissen des derzeit laufenden Projekts <em>Das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (1949–1969) </em>am Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) in Tübingen ergeben; vgl. <a href="https://www.geschichte-vertriebenenministerium.de" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">https://www.geschichte-vertriebenenministerium.de</a>, 4.5.2020.</p>



<p><a href="#_ftnref11">[11]</a> Vgl. zur Genese dieses Konflikts Stephan Scholz: Vertriebenendenkmäler. Topographie einer deutschen Erinnerungslandschaft. Paderborn 2015, S.&nbsp;336f.</p>



<p><a href="#_ftnref12">[12]</a> Siehe hierzu die noch nicht veröffentlichte Oldenburger Dissertation von Susanne Schlechter zu den „verschwundenen Umsiedlern“ aus Bessarabien; ferner Maria&nbsp;Fiebrandt: Auslese für die Siedlergesellschaft. Die Einbeziehung Volksdeutscher in die NS-Erbgesundheitspolitik im Kontext der Umsiedlungen 1939–1945. Göttingen 2014, S. 159–164 (zu Loew).</p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Michael Fahlbusch: Südostdeutsche Forschungsgemeinschaft. In: ders., Ingo Haar, Alexander Pinwinkler (Hgg.): Handbuch der völkischen Wissenschaften. Band 2: Forschungskonzepte, Institutionen, Organisationen, Zeitschriften. 2., grundlegend erweiterte und überarbeitete Auflage. Berlin, Boston 2017, S. 2023–2033.</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bisherige Abhandlungen zur Geschichte des SOKW neigen entweder zu Hagiografie oder zu einer Pauschalverurteilung; vgl. 50 Jahre Südostdeutsches Kulturwerk, Südostdeutsche Vierteljahresblätter 1951–2001. Hg. vom Südostdeutschen Kulturwerk. München 2001; Johann Adam Stupp: Das Südostdeutsche Kulturwerk in München (1951–2012) und die Südostdeutschen Vierteljahresblätter. Sersheim 2016; Johann Böhm, Klaus Popa: Vom NS-Volkstum- zum Vertriebenenfunktionär. Die Gründungsmitglieder des „Südostdeutschen Kulturwerks“ München und der Landsmannschaften der Deutschen aus Rumänien, Ungarn und Jugoslawien. Frankfurt am Main 2014. – Die Ergebnisse beider Extreme sind aus wissenschaftlicher Sicht allenfalls faktografisch oder im Hinblick auf den Umgang mit Erinnerung interessant. Zur Problematik, ein „Jubiläum“ zu begehen, vgl. den Beitrag von Florian Kührer-Wielach in diesem Panel.</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Andreas Möckel: Umkämpfte Volkskirche. Leben und Wirken des evangelisch-sächsischen Pfarrers Konrad Möckel (1892–1965). Köln, Weimar, Wien 2011, S.&nbsp;68.</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Immo Eberl: Vertriebenenverbände. Entstehung, Funktion, Wandel. In: Mathias Beer (Hg.): Zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen im deutschen Südwesten nach 1945. Bestandsaufnahme und Perspektiven der Forschung. Ergebnisse des Kolloquiums vom 11. bis 12. November 1993 in Tübingen. Sigmaringen 1994, S. 211–234, hier: S. 223.</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. Elisabeth Fendl: Archivalien des Instituts für Kultur- und Sozialforschung, München – Depositum des Collegium Carolinum im Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa (IVDE). In: Jahrbuch Kulturelle Kontakte des östlichen Europa 59 (2018), S.&nbsp;118–126.</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig, Ab. 399,5 – Beyer, Hans, Nr. 25.</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bayerisches Hauptstaatsarchiv, München, Südostinstitut 160, Südostdeutsche Forschungsstelle München, Entwurf einer Geschäftsordnung, 20.2.1952.</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In alphabetischer Reichenfolge: Matthias Bernath, Hans Joachim Beyer, Peter Blass, Georg Bleyer, Eugen von Bonomi, Wilhelm Brückner, Albert Büttner, Hans Diplich, Aurel Emeritzy, Nikolaus Engelmann, Friedrich Fiechtner, Otto Folberth, Josef Haltmayer, Erika Groth-Schmachtenberger, Franz Hamm, Hans Hartl, Hans Wolfram Hockl, Albert Hudak, Kaspar Hügel, Franz Hutterer,<br>Karl Kurt Klein, Otto Klett, Wilhelm Kronfuss, Walter Julius Loew, Hans Meschendörfer, Walter Myss, Josef Nuschbach, Valentin Oberkersch, Anton Petri, Heinrich Reitinger, Franz Rothen, Balduin Saria, Josef Volkmar Senz, Friedrich Spiegel-Schmidt, Philipp Stagelschmidt, Harold Steinacker, Roland Steinacker, Johann Adam Stupp, Anton Tafferner, Paula Tiefenthaler, Josef Trischler, Emanuel Turczynski, Fritz Valjavec, Anton Valentin, Josef Wacker, Matthias Weber, Ladislaus Michael Weifert, Jakob Wolf, Hans Wühr, Heinrich Zillich.</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. vor allem Olaf Blaschke (Hg.): Konfessionen im Konflikt. Deutschland zwischen 1800 und 1970. Ein zweites konfessionelles Zeitalter. Göttingen 2002.</div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In diesem Punkte kann sich ein punktueller Austausch mit den Ergebnissen des derzeit laufenden Projekts <em>Das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (1949–1969) </em>am Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) in Tübingen ergeben; vgl. <a href="https://www.geschichte-vertriebenenministerium.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.geschichte-vertriebenenministerium.de</a>, 4.5.2020.</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. zur Genese dieses Konflikts Stephan Scholz: Vertriebenendenkmäler. Topographie einer deutschen Erinnerungslandschaft. Paderborn 2015, S.&nbsp;336f.</div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe hierzu die noch nicht veröffentlichte Oldenburger Dissertation von Susanne Schlechter zu den „verschwundenen Umsiedlern“ aus Bessarabien; ferner Maria&nbsp;Fiebrandt: Auslese für die Siedlergesellschaft. Die Einbeziehung Volksdeutscher in die NS-Erbgesundheitspolitik im Kontext der Umsiedlungen 1939–1945. Göttingen 2014, S. 159–164 (zu Loew).</div><p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/sudostdeutsches-kulturwerk-vertriebenenkulturarbeit/">Das Südostdeutsche Kulturwerk in München im Kontext der westdeutschen „Vertriebenenkulturarbeit“ nach 1945</a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
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		<title>Vom „gottbegnadeten Schriftsteller“ zum Schriftleiter. Heinrich Zillichs literarisches Netzwerk im Nationalsozialismus</title>
		<link>https://halbjahresschrift.de/heinrich-zillich-netzwerk-nationalsozialismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[IKGS-Admin_2]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2020 13:55:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Working Paper]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Enikő Dácz Das Beispiel des siebenbürgisch-sächsischen Autors Heinrich Zillich, der während des Nationalsozialismus sehr schnell zu einem der Referenzpunkte auslandsdeutscher Literatur avancierte, veranschaulicht einerseits den Aufstieg eines „Dichters aus dem Südosten“ während des Nationalsozialismus, andererseits das Scheitern im neuen Literaturbetrieb und die erfolgreiche Integration als „Vertriebenenfunktionär“1 in die neuen bundesrepublikanischen Strukturen. Daraus ergibt sich eine [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/heinrich-zillich-netzwerk-nationalsozialismus/">Vom „gottbegnadeten Schriftsteller“ zum Schriftleiter. Heinrich Zillichs literarisches Netzwerk im Nationalsozialismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Enikő Dácz</p>



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<p>Das Beispiel des siebenbürgisch-sächsischen Autors Heinrich Zillich, der während des Nationalsozialismus sehr schnell zu einem der Referenzpunkte auslandsdeutscher Literatur avancierte, veranschaulicht einerseits den Aufstieg eines „Dichters aus dem Südosten“ während des Nationalsozialismus, andererseits das Scheitern im neuen Literaturbetrieb und die erfolgreiche Integration als „Vertriebenenfunktionär“<sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup> in die neuen bundesrepublikanischen Strukturen. Daraus ergibt sich eine doppelte Aufgabe des vorliegenden Working Papers, das einige vorläufige Forschungsergebnisse präsentiert und nach Kontinuitäten und Brüchen in Zillichs Laufbahn und seinem literarischen Netzwerk fragt. Da das Augenmerk der nationalsozialistischen Periode und deren unmittelbaren Folgen für den Autor gilt, werden in einem ersten Schritt Zillichs literarische Laufbahn und sein kulturpolitisches Engagement in dieser Zeit skizziert.<sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup> Sein weit verzweigtes literarisches Netzwerk wird eingeblendet, um in einem zweiten Schritt aufgrund seiner Entnazifizierungsakte und ausgewählter Korrespondenz die Frage nach Kontinuitäten und Brüchen in den Fokus zu rücken.</p>



<p>Während Heinrich Zillich in der Fachliteratur von einigen als „Vordenker des rumäniendeutschen Faschismus“, der „zum literarischen Mythos“ hochstilisiert wurde,<sup class="modern-footnotes-footnote ">3</sup> wahrgenommen wird, werben andere um Verständnis für seine kulturpolitischen Ansichten mit der Begründung, er sei ein Kind seiner Zeit gewesen und habe die verbreitete ideologische Auffassung seiner Generation nicht überwinden können.<sup class="modern-footnotes-footnote ">4</sup> William Totok wirft ihm „pathetische Aggressivität“ bzw. „Unbehagen an der Demokratie“ vor und sieht seine literarischen Werke erstrangig als ideologiegesteuerte Schriften.<sup class="modern-footnotes-footnote ">5</sup> Analog dazu bezeichnet ihn Hans Wolfram Hockl als „Chefideologen“,<sup class="modern-footnotes-footnote ">6</sup> wogegen Horst Schuller Anger bei der Beurteilung seines Œuvres die Gefahr von „Mythisierung und pauschaler Aburteilung“<strong> </strong>diagnostiziert.<sup class="modern-footnotes-footnote ">7</sup></p>



<p>Bei der Bewertung von Zillichs Tätigkeit verfahren beide Parteien selektiv und schließen Widersprüche aus, indem sie eine genaue Kontextualisierung des literarischen Schaffens unterlassen. Die einen klammern aus, dass ein „modernes Literaturkonzept und antimoderne Geschichtsdeutung sich nicht ausschließen“.<sup class="modern-footnotes-footnote ">8</sup> Uwe-Karsten Ketelson spricht diesbezüglich über „regressiven Modernismus“ und weist darauf hin, dass „faschistische Literatur“ keinen Stil bezeichnet, „sondern eine literarische Haltung zu den Tendenzen der neuzeitlichen Geschichte“.<sup class="modern-footnotes-footnote ">9</sup> Die anderen blenden Zillichs frühe Schaffensphase und sein weit verzweigtes literarisches Netzwerk aus, die die Widersprüche dieser Laufbahn vor Augen führen.</p>



<p>Zillichs literarischer Beginn stand im Zeichen der Moderne,<sup class="modern-footnotes-footnote ">10</sup> er war der Herausgeber der weit über die siebenbürgischen Grenzen hinaus bekannten Zeitschrift <em>Klingsor</em>, die auch von namhaften Literaten wie Thomas Mann geschätzt wurde. Er förderte zunächst den interkulturellen Austausch in Siebenbürgen, indem er etwa mit dem ungarischen Helikon-Kreis eng zusammenarbeitete.<sup class="modern-footnotes-footnote ">11</sup> Der <em>Klingsor-</em>Kreis engagierte sich bei der Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts ab Ende der 1920er-Jahre immer intensiver, obwohl Zillich der ideologischen Erneuerungsbewegung zunächst kritisch gegenüberstand<sup class="modern-footnotes-footnote ">12</sup> und laut einigen Interpretationen „einen gesamtdeutschen und darüber hinaus: europäischen Dialog“ zu pflegen versuchte.<sup class="modern-footnotes-footnote ">13</sup> 1930 erläuterte Fritz Fabritius sein Selbsthilfe-Konzept in der Zeitschrift,<sup class="modern-footnotes-footnote ">14</sup> und ab 1932 wurden nationalsozialistische Ideen aktiv propagiert<sup class="modern-footnotes-footnote ">15</sup> bzw. ein aggressiver Antisemitismus vertreten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">16</sup> Zugleich machte die Redaktion Stimmung gegen die liberal-konservative Führung der Sachsen und die Kirche.<sup class="modern-footnotes-footnote ">17</sup> 1933 begrüßte Zillich Hitlers Machtübernahme und die „nationale Revolution“.<sup class="modern-footnotes-footnote ">18</sup></p>



<p>Zu Zillichs literarischem Netzwerk, das er in der <em>Klingsor</em>-Zeit intensiv ausbaute, zählten prominente Akteure wie Hanns Johst, Ina Seidel, Agnes Miegel oder Hans Grimm.<sup class="modern-footnotes-footnote ">19</sup> Während in den 1920er-Jahren die Zahl der aus Deutschland mitwirkenden Autoren hoch war, schrumpfte sie ab 1931 kontinuierlich. Eine Ausnahme in der langen Liste der ideologisch agierenden Autoren im <em>Klingsor</em>, die von Bruno Behm bis Will Vesper regimetreue Literaten umfasste, war der linksorientierte Peter Huchel.</p>



<p>Zillich übernahm durch die <em>Klingsor</em>-Agentur eine federführende Rolle auch in der Veranstaltung von Lesereisen für Autoren aus Deutschland und verweilte ab 1934 öfters sowie dank eines mehrmonatigen Stipendiums (1934/1935) länger im Reich. In dieser Zeit begeisterte er sich einerseits für Ernst Wiechert, der später in die Innere Emigration ging, wies andererseits seine Frau an, darauf zu achten, dass auf der Rückseite des <em>Klingsor</em> Kritiken „demokratischer Zeitungen“ (wie <em>FAZ</em>) nicht erscheinen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">20</sup>Er hatte während seines längeren Aufenthalts im Reich zahlreiche Lesungen (vom Marburg, Münster bis hin nach Kassel, aber auch in Graz) sowie viele Rundfunkbeiträge.</p>



<p>Zudem knüpfte Zillich enge Kontakte zu Autoren wie Agnes Miegel oder Ina Seidel und erhielt 1935 erneut den Erzählerpreis der Zeitschrift <em>die neue linie</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">21</sup> für <em>Der baltische Graf.</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">22</sup> Mit der Umsiedlung 1936 ins Reich, die aus finanziellen Gründen erfolgte<sup class="modern-footnotes-footnote ">23</sup> und zugleich den Traum beinhaltete, als freier Schriftsteller leben zu können, stärkte Zillich auch seinen Status im regionalen literarischen Feld.<sup class="modern-footnotes-footnote ">24</sup> Er verantwortete den <em>Klingsor</em> weiterhin als Herausgeber, widmete sich jedoch immer intensiver neuen Aufgaben.</p>



<p>Für den Roman <em>Zwischen Grenzen und Zeiten</em> erhielt er 1936 den Literaturpreis der Reichshauptstadt Berlin, 1937 den Volksdeutschen Schrifttumspreis der Stadt <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="http://www.linkfang.de/wiki/Stuttgart" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stuttgart</a> und des Deutschen Ausland-Instituts,<sup class="modern-footnotes-footnote ">25</sup> das zu diesem Zeitpunkt vom siebenbürgisch-sächsischen Kulturpolitiker und Germanisten Richard Csaki geleitet wurde.<sup class="modern-footnotes-footnote ">26</sup> Im selben Jahr folgte der Buchpreis der Wilhelm-Raabe-Gesellschaft. Von der Inflation der Literaturpreise in der NS-Zeit, die der politischen Lenkung des Literaturbetriebs diente, profitierte er sehr stark<sup class="modern-footnotes-footnote ">27</sup> und gehörte 1937 während der 7. Berliner Dichterwoche zu den Autoren,<sup class="modern-footnotes-footnote ">28</sup> die von Hitler empfangen wurden. Zudem erhielt er auch den Ehrendoktortitel der Universität Göttingen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">29</sup></p>



<p>Im Zweiten Weltkrieg war Zillich, der zuvor in der k.&nbsp;u.&nbsp;k., dann in der rumänischen Armee gekämpft hatte,<sup class="modern-footnotes-footnote ">30</sup> Offizier und im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) tätig und trat 1942 der NSDAP bei. Zusammen mit anderen Literaten arbeitete er an den <em>Feldpostausgaben deutscher Dichtung</em>, wobei er die veröffentlichten Werke nicht selbst auswählte und hauptsächlich für Korrekturen und Kontaktpflege zu den Autoren verantwortlich war.<sup class="modern-footnotes-footnote ">31</sup></p>



<p>Der NS-Literaturbetrieb verbreitete 37 Bücher von ihm in insgesamt 1,5 Millionen Exemplaren. <em>Zwischen Grenzen und Zeiten</em> wurde in 120.000 Exemplaren aufgelegt; eine Auswahl von Fragmenten erschien 1937 auch als Schulausgabe in München, und der Roman gehörte zu jenen Büchern, die dem Führer zu seinem Geburtstag in Pergament gebunden überreicht wurden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">32</sup> Das Hörspiel <em>Die Zinnenschlacht</em> entstand aus einem Fragment dieses Romans und erschien 1937 in den Berliner <em>Roland Blättern</em>.</p>



<p>Zillich nahm auch an zahlreichen kulturpolitischen NS-Propagandaveranstaltungen teil: Die Liste umfasst so unterschiedliche Formate wie die Salzburger Festspiele 1938 oder eine Reise für die Deutsche Arbeitsfront nach Lissabon und Madeira, wo er die Aufgabe hatte, „Urlauber durch geeignete Vorlesungen zu erfreuen“.<sup class="modern-footnotes-footnote ">33</sup> Über die zeitgenössischen Massenmedien – insbesondere über den Rundfunk – erreichte er als Schriftsteller und Kommentator eine breite Öffentlichkeit und war auch als Juror bei Literaturpreisvergaben tätig. 1942 sollte er im Laufe einer neunwöchigen Vortrags- und Studienreise im Auftrag des Propagandaministeriums Lesungen in Bulgarien, Rumänien, Ungarn und der Slowakei halten.<sup class="modern-footnotes-footnote ">34</sup> Er gehörte nicht zuletzt auch zum Marienburger Dichterkreis, der „deutsche Schriftsteller aus dem Osten“ in den Dienst der Propaganda stellte.<sup class="modern-footnotes-footnote ">35</sup></p>



<p>Wenn die obige Skizze seiner Laufbahn bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs die Bereitschaft Zillichs vor Augen führt, sich im Dienst der Propaganda zu stellen, lässt seine umfassende Korrespondenz aus der NS-Zeit das Netzwerk rekonstruieren, das hinter seinem Erfolg stand. Einerseits erscheint er im Lichte seiner Briefe als „ein Genie der Freundschaft“<sup class="modern-footnotes-footnote ">36</sup> und kümmerte sich z. B. um seine siebenbürgischen Freunde wie Hermann Roth, den er Richard Csaki empfahl,<sup class="modern-footnotes-footnote ">37</sup> andererseits zeigte er sich als „kaltschnäuzigen Streber“<sup class="modern-footnotes-footnote ">38</sup> und kritisierte seine Autorenkollegen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">39</sup> Besonders die Briefe an seine Frau, Maria Zillich, die er während seines Stipendiums in Jena schrieb, belegen, wie intensiv und bewusst er sein weit verzweigtes Netzwerk ausbaute. Er korrespondierte mit prominenten literarischen Akteuren und „gottbegnadeten Schriftstellern“ wie Hans Grimm, Agnes Miegel, Ina Seidel, Josef Weinheber, Hanns Johst, Hans Carossa, Bruno Brehm, Hans Friedrich Blunck, Robert Hohlbaum, aber auch mit bekannten Germanisten wie Heinz Kindermann, Hellmuth Langenbucher, Herbert Cysarz, Will Vesper oder dem späteren Innsbrucker Universitätsprofessor Karl Kurt Klein.</p>



<p>Einige Briefe veranschaulichen Zillichs nicht zu unterschätzende Rolle als Vermittler. Das prominenteste Beispiel in dieser Hinsicht ist Weinheber,<sup class="modern-footnotes-footnote ">40</sup> mit dem er seit 1926 befreundet war und von dem er mehrere Erstveröffentlichungen im <em>Klingsor</em> brachte. Zugleich leitete er einige Gedichte des Freundes an Will Vesper weiter,<sup class="modern-footnotes-footnote ">41</sup> der sie in der <em>Neuen Literatur</em> veröffentlichte. Diese prominente Zeitschrift war die erste in Deutschland, die Lyrik von Weinheber veröffentlichte und ihr Januar-Heft 1935 dem Dichter widmete.</p>



<p>Zillich profitierte also nicht nur von der nationalsozialistischen fördernden Lenkung der Literatur durch Ehrungen, Veranstaltungen usw.,<sup class="modern-footnotes-footnote ">42</sup> sondern schaltete sich punktuell in lenkende Foren ein, indem er Autoren vermittelte oder als Juror tätig war.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Diese [die fördernde Lenkung] betraf Schriftsteller, die nach der Definition in der amtlichen Begründung zum Reichskulturkammergesetz hohes »Verantwortungsbewusstsein für die nationale Gemeinschaft« aufwiesen oder, anders ausgedrückt, die sich am besten für Propagandazwecke einsetzen ließen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">43</sup></p></blockquote>



<p>Zillich gehörte, wie gezeigt, zweifelslos zu denjenigen, die sich für Propagandazwecke einsetzen ließen und vom Nationalsozialismus profitierten. Seine Kritik bezog sich auf einzelne Maßnahmen und politische Schritte und nie auf das System als Ganzes. So tat er sich mit Hans Grimm, Will Vesper, Curt Langenbeck und vielen anderen Autoren zusammen, als Gustav Pezold die Leitung des Langen Müller-Verlags verlor.<sup class="modern-footnotes-footnote ">44</sup> Der Protest der national-konservativer Verlagsautoren richtete sich gegen die Zentralisierung der Verlage, die somit ihre Selbständigkeit verloren.<sup class="modern-footnotes-footnote ">45</sup> Auf ähnliche Schritte berief sich Zillich nach 1945 wiederholt; exemplarisch ist diesbezüglich sein Entnazifizierungsverfahren vor der Spruchkammer Starnberg, das in einem weiteren Schritt des vorliegenden Working Papers in den Vordergrund rückt.</p>



<p>Am 1. November 1947 wurde Heinrich Zillich, trotz des Antrags des öffentlichen Klägers auf die Einordnung des Betroffenen in die Stufe II der Belasteten, als Mitläufer entnazifiziert. Laut dem Urteil musste er eine „Geldsühne“ (von 700 RM) und die Kosten des Verfahrens zahlen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">46</sup> Eine umfassende Analyse der sich in seinem Nachlass befindenden <em>Amerikanischen Entnazifizierungsakte</em> würde den vorliegenden Rahmen sprengen, sodass im Folgenden die Aufmerksamkeit ausschließlich darauf zu richten ist, wie das Verfahren die bisher geschilderte Rolle Zillichs im nationalsozialistischen Literaturbetrieb bewertete bzw. wie sein kurz angedeutetes literarisches Netzwerk aktiviert wurde.</p>



<p>Die Klageschrift warf ihm die „Verherrlichung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bzw. des sog. Führers Adolf Hitler“<sup class="modern-footnotes-footnote ">47</sup> vor. Die Verteidigung bewies diesbezüglich zunächst, dass Gewalt kein zentrales Thema der literarischen Werke war und der Autor sich davon distanzierte. Zudem wurde ausgeführt, dass „der Führer“ Zillich das alte „Reichsgefühl“ aus der Zeit der Monarchie, „das sich mit einem gesamteuropäischen Bewußtsein deckt“, wiedergegeben hätte<sup class="modern-footnotes-footnote ">48</sup> und der Autor „nicht blind für die Auswüchse, die jedes Parteileben mit sich [bringe]“, gewesen sei.<sup class="modern-footnotes-footnote ">49</sup> Dafür plädierten, wie zu zeigen ist, auch mehrere Gutachter. Die biografische Argumentation, dass Zillichs „deutsche Volksverbundenheit und Volkstreue“<sup class="modern-footnotes-footnote ">50</sup> ihm durch die auslandsdeutsche Zugehörigkeit eigen wären und seine positive Einstellung gegenüber dem Nationalsozialismus zunächst begründeten, sowie sein Engagement für den „Frieden durch Völkerzusammenarbeit“ und seine „europäische Einstellung“ wurden im Verfahren häufig wiederholt.</p>



<p>Im Mittelpunkt der Verhandlung stand Zillichs 1941 veröffentlichtes Gedicht <em>Den Deutschen von Gott gesandt</em>.<sup class="modern-footnotes-footnote ">51</sup> Das Gutachten der Kommission für Kulturschaffende ging ausschließlich auf diese Dichtung ein, ohne sie im Gesamtwerk zu verorten oder sie zu kontextualisieren, sodass sich der „Betroffene […] bei dem von ihm gemachten Gedicht auf das bestehende Recht des politischen Irrtums“ berief.<sup class="modern-footnotes-footnote ">52</sup> Er verwies darauf, dass die Zeilen unmittelbar nach dem „Anschluss“ Österreichs entstanden seien: „Unter dem Eindruck dieser Wirklichkeit, die mich, einen Altösterreicher, mitreißen mußte, schrieb ich die Verse.“<sup class="modern-footnotes-footnote ">53</sup> Die zusätzliche Bemerkung – „Die amtlichen Sprecher Österreichs wollen es heute vielleicht nicht wahrhaben, aber jeder weiß, wie ihr Land damals im Glück schwamm“ – ist exemplarisch für Zillichs Verteidigungston und Strategie.<sup class="modern-footnotes-footnote ">54</sup></p>



<p>Das Gutachten der Kommission für Kulturschaffende<sup class="modern-footnotes-footnote ">55</sup> widerspiegelt auch in anderen Punkten, wie überfordert diese Instanz war: Bezüglich der Gutachter Gustav Pezold und Paul Fechter bemerkte man, dass sie keineswegs antifaschistisch gewesen seien. Über den Grund von Zillichs Eintritt in die Partei wurden bloße Vermutungen angestellt. Viel gravierender wiegt jedoch, dass Zillichs oben geschilderte propagandistische Kulturarbeit unerwähnt blieb – sowohl die direkt vom Propagandaministerium finanzierten Lesereisen ins Ausland<sup class="modern-footnotes-footnote ">56</sup> als auch seine im Auftrag desselben Ministeriums erfolgten Erkundungsreisen an die Front.<sup class="modern-footnotes-footnote ">57</sup></p>



<p>Zuletzt schrieb die Kommission für Kulturschaffende Zillich zugute, dass er „politisch unzuverlässige Elemente“ geschützt habe. Den Zusatz des Vorsitzenden Dr. Albert Stenzel, eines Kulturjournalisten und Filmemachers, wonach das Gutachten nicht die persönliche Meinung des Vorsitzenden sei, sondern das Ergebnis eines Mehrheitsbeschlusses der Kommissionsmitglieder, legte die Verteidigung als Distanzierung aus.</p>



<p>Da die politische Kommission für Kulturschaffende es versäumte, auf Zillichs besonders intensiv propagierten politischen Romane einzugehen, wurde die Deutungshoheit dem Autor selbst und seinen Gutachtern überlassen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Meine Einstellung zu politischen Fragen läßt sich natürlich auch aus denjenigen meiner Dichtungen erkennen, deren Stoff geschichtlich ist, vornehmlich aus meinen Romanen „Zwischen Grenzen und Zeiten“ und „Weizenstrauß“.<sup class="modern-footnotes-footnote ">58</sup></p></blockquote>



<p>In diesem Kontext ließ sich auf die drohende Parteiamtliche Prüfungskommission bezüglich des <em>Weizenstrauß</em> hinweisen. Die Untersuchung habe er, so Zillich, durch die Bemerkung verhindert, dass nur ein Schwein über ihn behaupten könne, er sei „ein Feind des Volkes“.<sup class="modern-footnotes-footnote ">59</sup></p>



<p>Die von der Verteidigung eingereichten Stellungnahmen stammen von teils sehr prominenten Autoren aus Zillichs literarischem Netzwerk und führen die Entnazifizierung als Farce vor Augen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">60</sup> Dass eidesstattliche Erklärungen von Hans Grimm und Ina Seidel überhaupt als entlastende Unterlagen eingereicht wurden, veranschaulicht zudem einerseits die Abgrenzung von völkisch-national-konservativer und nationalsozialistischer Literatur und die nicht zu unterschätzende Rolle des literarischen Netzwerks.<sup class="modern-footnotes-footnote ">61</sup> Andererseits zeigt sich, dass die Spruchkammer Starnberg keine Kompetenzen für den hier im Fokus stehenden literarischen bzw. südosteuropäischen Bereich hatte. Das gravierendste Beispiel ist die eidesstattliche Erklärung des siebenbürgisch-ungarischen Schriftstellers und zentralen Kulturideologen der <em>ungarischen Nationalsozialisten </em>József Nyírő, der ab Oktober 1944 Mitglied im ungarischen Pfeilkreuzler-Parlament war und nach Deutschland flüchtete. Im Verfahren wurde er als „der in Deutschland bekannteste lebende ungarische Dichter“ vorgestellt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">62</sup></p>



<p>Aus der langen Liste der weiteren Unterlagen<sup class="modern-footnotes-footnote ">63</sup> können im vorliegenden Rahmen nur einige wenige hervorgehoben werden. Wie bereits die erste Durchsicht von Zillichs einschlägiger Korrespondenz zeigt,<sup class="modern-footnotes-footnote ">64</sup> hatte er – mit Ausnahme von Karl Kurt Klein, seines langjährigen Freundes und Mitstreiters, der 1940 den <em>Klingsor</em> hätte weiterführen sollen – erhebliche Schwierigkeiten, Germanisten ohne eine nationalsozialistische Vergangenheit zu finden, die vor der Spruchkammer aussagen oder ein Gutachten schreiben konnten. Alexander Schröders Gutachten hat der Verteidiger zunächst nicht einreichen wollen, da dieser über Zillichs „Irrtum“ sprach:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Es leidet keinen Zweifel, daß Herr Dr. Heinrich Zillich sich über die Person Adolf Hitlers, über die seiner Helfershelfer und über die von ihnen verfolgten unmenschlichen Ziele und Methoden im Irrtum befunden hat.<sup class="modern-footnotes-footnote ">65</sup></p></blockquote>



<p>Der angesehene Germanist Paul Kluckhohn von der <a href="https://uni-tuebingen.de/" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Universität Tübingen</a> betonte in seinem Gutachten, dass er Zillich nur einmal getroffen habe. Den Titel seines bekanntesten Romans dichtete er in <em>Zwischen Völkern und Zeiten </em>um<em>,</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">66</sup> während er in der Gestalt des Polenka aus <em>Weizenstrauß </em>eine Abrechnung mit gewissen nationalsozialistischen Erscheinungen sah, ohne jedoch auf den von der Rassentheorie geprägten Inhalt einzugehen. Das Gedicht <em>Den Deutschen von Gott gesandt</em> müsse vor der Begeisterung der Auslandsdeutschen und nicht etwa als „Konjunkturschreiberei zu Propagandazwecken“ interpretiert werden, so Kluckhohn.<sup class="modern-footnotes-footnote ">67</sup></p>



<p>Die eidesstattlichen Erklärungen von Franz Werneke und Jürgen Eggebrecht sollten Zillichs Mut und Widerstand belegen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">68</sup> In diesem Sinne erläuterte Werneke, wie der Autor gegen die „üblen Machenschaften der Partei gegen Kameraden offen und erfolgreich“ aufgetreten sei und „in einem Kasinotischgespräch dem General zugestimmt“ habe, als dieser die These aufstellte: „Führer befiehl, wir folgen dir! ist nicht germanisch, sondern asiatisch“.<sup class="modern-footnotes-footnote ">69</sup> Dass Zillich „sogar historische Belege“ lieferte, soll mutig gewesen sein genauso wie seine Gewohnheit, die „brutalen Methoden und Maßnahme der NS-Regierung“ scharf zu verurteilen und „ihnen die freiheitliche Lebensordnung seiner siebenbürgischen Heimat“ gegenüberzustellen. Man habe in ihm „einen aufrichtigen Gegner der Parteimißbräuche gesehen“, so Werneke abschließend.<sup class="modern-footnotes-footnote ">70</sup></p>



<p>Jürgen Eggebrecht, der anonym denunziert worden war, erklärte in einem Brief an die Spruchkammer, wie Zillich ihn gerettet habe, indem er ein positives Gutachten über eine Übersetzung der Lebenserinnerungen des französischen Malers Maurice de Vlaminck geschrieben habe.<sup class="modern-footnotes-footnote ">71</sup></p>



<p>Besonders entlastend sollte auch die kurze Erklärung von G. A. Giles von der Durham Universität, die 1933 aus rassenpolitischen Gründen emigriert war, wirken:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>I know how gravely concerned Heinrich Zillich has been about the degrading of human nature which accompanied the Nazi-System, and that it was his ardent desire to restore thoughtfulness and decent behaviour among man. […] I am convinced that with his rare gifts he has a real contribution to make towards a re-shaping of the German mind.<sup class="modern-footnotes-footnote ">72</sup></p></blockquote>



<p>Das Hilfskomitee der Siebenbürger Sachsen und Schwaben betonte zudem in einer Schrift an die Spruchkammer, es sei auf die Arbeit des „bekanntesten Dichters des Südostens“ angewiesen. Zillich habe acht Flüchtlinge aufgenommen und arbeite bereits seit zwei Jahren ehrenamtlich für seine geflüchteten Landsleute.<sup class="modern-footnotes-footnote ">73</sup> Zudem bat die Münchner Zentrale der Hilfs- und Beratungsstelle für Rumäniendeutsche im Evangelischen Hilfswerk darum, das Verfahren zu beschleunigen, da man Zillich anstellen wolle.<sup class="modern-footnotes-footnote ">74</sup></p>



<p>Wie die Unterlagen belegen, lag dem ganzen Verfahren die These zugrunde, dass es eine explizite nationalsozialistische Autorenschaft gegeben habe. Dabei werden zwei Faktoren außer Acht gelassen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Zum einen hat es kaum eine Literatur gegeben, die sich als eine genuine literarische Umsetzung nationalsozialistischer Programme verstand; zum anderen reklamierte das III. Reich nach 1933 fast die gesamte völkisch-national-konservative Literatur, während es mit den eigentlichen Partei- und Gesinnungsautoren z. T. ins Gericht ging. Es sind nur wenige Autoren zu nennen, die sich dem Nationalsozialismus bereits in der Weimarer Republik zugehörig fühlten. Besonders zählten A. Bartels, D. Eckart, H. Grimm, H. Johst und E.&nbsp;G. Kolbenheyer dazu. Auch bei ihnen ist das offene Engagement vor allen Dingen in ihren programmatischen Bekenntnissen, weniger in ihren ,poetischenʻ Werken zu finden.“<sup class="modern-footnotes-footnote ">75</sup></p></blockquote>



<p>Vor diesem Hintergrund sind auch die kritischen Bemerkungen Zillichs über die Partei und die NS-Politik zu sehen bzw. seine Aussage: „Im übrigen ist noch niemand eingefallen, mich unter den sogenannten ,Nazidichternʻ zu nennen&nbsp;…“<sup class="modern-footnotes-footnote ">76</sup> Er sah sich auch nach 1945 als Verkünder des „europäischen Geistes“, ohne sich von seinen völkisch-nationalen Selbstverständnis zu distanzieren, das er von der nationalsozialistischen Gesinnung scharf trennte.</p>



<p>Obwohl Zillich nach 1945 seinen Beruf ausüben konnte, ist es ihm nicht gelungen, in der bundesrepublikanischen Verlagslandschaft in namhaften Häusern zu publizieren oder große Erfolge zu feiern. Seine Manuskripte wurden der Reihe nach abgelehnt, und er blieb lediglich in einer südosteuropäischen bzw. rechtsextremen Nische bekannt. Er gehörte weiterhin zu Hans Grimms Freundeskreis, besuchte aber immer seltener die Lippoldsberger Dichtertage und blieb später fern. Dazu schrieb er seinem engen Vertrauten Brehm:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Was mich hinderte in den letzten Jahren – jetzt bedauere ich mein Fernbleiben – war einmal Geldmangel, dann die Sorge, dass man bei der Hetze gegen Grimm meine Landsleute verleumden könnte, wenn ich dort anwesend war, aber drittens wehrte sich in mir auch die Einsicht in die Notwendigkeiten der Stunde, mit den Schmollenden auf die Bühne zu treten. Und Grimm war auch ein Schmollender, er verstand von Politik, die ja immer nur Schachzüge kennt und kennen soll, nach Maßgabe der im Feld stehenden Figuren, gar nichts. Er war ein Grundsätzlicher. Die muß es geben. Gewiß. Ich sagte mir aber, selbst das Grundsätzliche muß mit der Berücksichtigung der augenblicklichen Notwendigkeit gepaart sein, sonst hilft man dem Leben nicht.<sup class="modern-footnotes-footnote ">77</sup></p></blockquote>



<p>Zillich wurde also „vorsichtig“, nachdem er von 1952 bis 1963 Bundesvorsitzender und danach ein Vierteljahrhundert Ehrenvorsitzender der <a href="https://www.siebenbuerger.de/verband/" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen</a> war. Dennoch pflegte er Kontakte in die rechtsextreme Szene: Er war Ehrenmitglied im Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes. 1977 hielt er z. B. einen Vortrag bei der Gesellschaft für Freie Publizistik über die „Deutschen in Südosteuropa“.<sup class="modern-footnotes-footnote ">78</sup> Gleichzeitig verstand er sich bis zu seinem Tod als Europäer, der mit Otto von Habsburg in Kontakt stand und mit Theodor Heuss in der die ganze Bundesrepublik beschäftigende Hymnenfrage korrespondierte.<sup class="modern-footnotes-footnote ">79</sup></p>



<p>Zillichs altes literarische Netzwerk schrumpfte zwar (besonders die in Siebenbürgen Verbliebenen fielen zunächst aus), mit vielen Akteuren blieb er aber weiterhin befreundet, u. a. mit Hans Grimm, Bruno Brehm und Karl Kurt Klein. Die Briefe zeigen, wie das alte Netzwerk nach 1945 aktiviert wurde und die „Starnberger literarische Elite“ zusammenhielt.<sup class="modern-footnotes-footnote ">80</sup> Besonders aussagekräftig sind auch Zillichs Berichte, in denen er seine literarische Tätigkeit schilderte. 1951 schrieb er diesbezüglich an Grimm:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>[I]ch war in Österreich, nochmals, und las an der Innsbrucker Universität vor überfüllter Aula. Nachher im Beisammensein von Professoren und Studenten merkte ich zum erstenmal [sic!], daß die Kulturpolitik der Besatzung, hier also der französischen, Einfluß aufs Denken der Jugend ausübte. Die jungen Burschen sprachen von Sartre, als ob er die Welträtsel gelöst hätte. Und das im Andreas-Hofer-Land und das bei Dozenten, die aus Siebenbürgen stammen!<sup class="modern-footnotes-footnote ">81</sup></p></blockquote>



<p>Über seinen Besuch in Bozen äußerte er sich wesentlich positiver. Ebenso berichtete er über den Steierischen Dichtertag 1954, bei dem neben von Blunck und Cysarz viele Dilettanten aufgetreten seien.<sup class="modern-footnotes-footnote ">82</sup> 1956 las er in Salzburg und ließ u. a. seinen Landsmann Otto Folberth<sup class="modern-footnotes-footnote ">83</sup> einladen.<sup class="modern-footnotes-footnote ">84</sup></p>



<p>Die Korrespondenz mit Karl Kurt Klein veranschaulicht, dass diese Freundschaft nach 1945 wesentlich enger wurde als früher.<sup class="modern-footnotes-footnote ">85</sup> Klein unterstütze Zillich – z. B. durch Lesungen und im Vorstand des SOKW, indem er ihn als Herausgeber der <em>Südostdeutschen</em> <em>Vierteljahresblätter</em> empfahl –; zudem war er ein wichtiger Gesprächspartner, wenn es um siebenbürgisch-sächsische Angelegenheiten ging. So erhielt der Innsbrucker Professor detaillierte Berichte über Zillichs Besuche im Bonner<a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://www.auswaertiges-amt.de/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Auswärtigen Amt.</a><sup class="modern-footnotes-footnote ">86</sup> In diesem Zusammenhang fiel die bittere Bemerkung: „Ich arbeite an meinen eigenen Dingen nichts mehr, ich betreibe Familienzusammenführung.“<sup class="modern-footnotes-footnote ">87</sup></p>



<p>Die wissenschaftliche Erschließung und Aufarbeitung von Zillichs Nachlass stehen noch bevor und ermöglichen die in der Fachliteratur fehlende Kontextualisierung seiner Laufbahn, die den Weg eines „südostdeutschen“ Schriftstellers vom interkulturellen Vermittler und Ideologen bis hin zum Vertriebenenfunktionär veranschaulicht. Sein Beispiel zeigt zudem, wie völkisch-national-konservative Autoren nach 1945 „unterhalb der Ebene der offiziellen Literaturdiskussion noch eine ausgedehnte Aktivität“<sup class="modern-footnotes-footnote ">88</sup> entfalten konnten.</p>



<p>Anhand der aufzuarbeitenden umfassenden Korrespondenz lassen sich im vorliegenden Rahmen nur angedeutete Kontinuitäten und Brüche im literarischen Netzwerk genau untersuchen. Diese erklären teilweise, wie aus dem ehemaligen „gottbegnadeten Schriftsteller“ nach 1945 der Vertriebenenfunktionär und Schriftleiter der <em>Südostdeutschen Vierteljahresblätter</em> werden konnte. Die neue Tätigkeit beanspruchte nach Zillichs Angabe fast zwölf Stunden pro Tag, da er ca. 45 Prozent der Artikel selbst schrieb. Dazu merkte er an: „[D]ie meisten sonstigen Beiträge muss ich überarbeiten, weil alle Menschen jenseits der Leitha keine deutsche Sprachzucht und die madjarische Wortschwülstigkeit haben.<sup class="modern-footnotes-footnote ">89</sup> Der neue Wirkungsradius (des Schriftleiters) nach der kurzen erfolgreichen Karriere als Schriftsteller in der NS-Zeit ist ebenso in einem nächsten Schritt zu untersuchen.</p>



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<p><em>Bearbeitetes Vortragsmanuskript. Vortrag gehalten im Rahmen des <a href="https://halbjahresschrift.de/working-papers/">Panels</a> „‘Südostdeutsche‘ Kulturarbeit auf dem Prüfstand. Kontinuitäten, Netzwerke, Forschungspotentiale“ im Rahmen des 1. Virtuellen Österreichischen Zeitgeschichtetags, 18.4.2020.</em></p>



<p><a href="/sudostdeutsches-kulturwerk-vertriebenenkulturarbeit">Tobias Weger (München): Das Südostdeutsche Kulturwerk in München im Kontext der westdeutschen „Vertriebenenkulturarbeit“ nach 1945. (Working Paper)</a></p>



<p>Enikő Dácz (München): Vom „gottbegnadeten“ Schriftsteller zum Schriftleiter. Heinrich Zillichs literarisches Netzwerk vor und nach 1945.</p>



<p><a href="/suedostdeutsches-kulturwerk">Florian Kührer-Wielach (München): Ein schwieriges Jubiläum. Das Südostdeutsche Kulturwerk 1951–2021. (Working Paper)</a></p>



<p>Chair: Linda Erker (Wien)</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> Johann Böhm: Zillichs literarische und kulturelle Richtung. In: ders., Klaus Popa: Vom NS-Volkstum- zum Vertriebenenfunktionär. Die Gründungsmitglieder des Südostdeutschen Kulturwerks München und der Landsmannschaften der Deutschen aus Rumänien, Ungarn und Jugoslawien. Frankfurt am Main 2014, S. 45‒88.</p>



<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Das vorliegende Working Paper setzt eine Vorstudie fort und greift im ersten Teil darauf zurück. Siehe dazu Enikő Dácz: „Ein Genie der Freundschaft“ und „kaltschnäuziger Streber“ – Heinrich Zillichs literarisches Netzwerk im Nationalsozialismus. In: Germanistische Beiträge. Sibiu (erscheint voraussichtlich) 2020.</p>



<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> William Totok: „Die Finger zu rostigen Krallen gebogen.“ Heinrich Zillich und die Topographie der Veränderung. In: Halbjahresschrift für südostdeutsche Geschichte, Literatur und Politik. Hg. Arbeitskreis für Geschichte und Kultur der deutschen Siedlungsgebiete im Südosten Europas, 43 (1993) H. 1, S. 57–72, hier: S. 57. Ebenso <a>Johann Böhm: Hitlers Vasallen der Deutschen Volksgruppe in Rumänien vor und nach 1945</a>. Frankfurt am Main 2006, S. 60−76.</p>



<p><a href="#_ftnref4">[4]</a> Hans Bergel: Wirken und Wirkung Heinrich Zillichs nach dem Zweiten Weltkrieg. Persönliche Erinnerungen an einen außergewöhnlichen Siebenbürger. In: Südostdeutsche Vierteljahresblätter 47 (1998) H. 2, S. 122–131.</p>



<p><a href="#_ftnref5">[5]</a> Totok: „Die Finger zu rostigen Krallen gebogen.“, S. 71. Laut Totok sind Zillichs rassistische Exzesse im Nachhinein beschönigt worden. Er wirft dies George Guțu, Hans Bergel und Ute Monika Schuller vor. Siehe George Guțu: Im Trubel der Geschichte. Heinrich Zillichs Briefe an Alfred Margul-Sperber. In: Anton Schwob (Hg.): Die deutsche Literaturgeschichte Ostmittel- und Südosteuropas von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Forschungsschwerpunkte und Defizite. München 1991, S. 206–215; Ute Monika Schuller: Heinrich Zillich. Erzähler – Lyriker – Essayist. In: Südostdeutsche Semesterblätter 12 (1963) H. 10–11, S. 1–24. Eine weitere begeisterte Stimme ist die von Wilhelm Bruckner. Siehe: Wilhelm Bruckner: Abschied von Heinrich Zillich. In: Südostdeutsche Vierteljahresblätter 37 (1988), S. 185–187.</p>



<p><a href="#_ftnref6">[6]</a> Hans Wolfram Hockl: Waren die Sachsen ein Volk von Herren? In: ders.: Deutscher als die Deutschen. Dokumentarische Studie über NS-Engagement und Widerstand rumäniendeutscher Volkspolitiker. Eigenverlag des Verfassers 1987, S. 105–108.</p>



<p><a href="#_ftnref7">[7]</a> Siegbert Bruss: Weder Mythisierung noch pauschale Verurteilung, <a href="http://www.halbjahresschrift.homepage.t-online.de/zill.htm#Finger" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">http://www.halbjahresschrift.homepage.t-online.de/zill.htm#Finger</a>, 22.2.2019.</p>



<p><a href="#_ftnref8">[8]</a> Uwe-Karsten Ketelsen: Völkisch-nationale und nationalsozialistische Literatur in Deutschland 1890–1945. Stuttgart 1976, S. 69.</p>



<p><a href="#_ftnref9">[9]</a> Ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref10">[10]</a> Allgemein zur Frage der Literatur und Modernität im Dritten Reich siehe ders.: Literatur und Drittes Reich. Schernfeld 1992, S.&nbsp;241–256.</p>



<p><a href="#_ftnref11">[11]</a> Siehe dazu exemplarisch Heinrich Zillich: Die 4. Tagung des Erdélyi Helikon im Schloß Marosvécs, 1.–4. August. In: Klingsor 6 (1929) H. 9, S. 357.</p>



<p><a href="#_ftnref12">[12]</a> Siehe dazu u. a. <a>Stefan Sienerth: Künstlerisches Selbstverständnis und Zugehörigkeitsdilemma deutscher Schriftsteller in Rumänien während der Zwischenkriegszeit. In: Peter Motzan, Stefan Sienerth (Hgg.): Deutsche Regionalliteraturen in Rumänien 1918−1944. Positionsbestimmungen, Forschungswege, Fallstudien. Internationale Tagung – III. Kongreß der rumänischen Germanisten Neptun/Schwarzmeerküste 16.–19. Mai 1994. München 1997, S. 95−116, hier: S. </a>113f.</p>



<p><a href="#_ftnref13">[13]</a> Vgl. u. a. Walter Myss: Fazit nach achthundert Jahren. Geistesleben der Siebenbürger Sachsen im Spiegel der Zeitschrift „Klingsor“ (1924–1939). München 1968, S. 10.</p>



<p><a href="#_ftnref14">[14]</a> Fritz Fabritius: Selbsthilfe. In: Klingsor. Siebenbügische Zeitschrift 7 (1930), H. 10, S. 412f.</p>



<p><a href="#_ftnref15">[15]</a> Die Richtung des politisch-ideologischen Engagements der Zeitschrift zeigt sich 1932 eindeutig, als dem fünften Sachsentag, den der Klingsor-Kreis mitinitiierte, ein Sonderheft des <em>Klingsor</em> gewidmet wurde.</p>



<p><a href="#_ftnref16">[16]</a> Pomarius: Zur Philosophie des Nationalsozialismus, S. 169.</p>



<p><a href="#_ftnref17">[17]</a> Heinrich Zillich: Deutsche Revolution. In: Klingsor 10 (1933) H. 5, S. 167−174. Vgl. dazu auch die Ausführungen von Böhm: Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen, S. 37.</p>



<p><a href="#_ftnref18">[18]</a> Ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref19">[19]</a> Vgl. dazu die umfassende Korrespondenz von Heinrich Zillich in seinem Nachlass im IKGS. Der Bestand ist noch nicht sortiert und mit Signaturen versehen.</p>



<p><a href="#_ftnref20">[20]</a> Heinrich Zillich an Maria Zillich, Brief vom 14.11.1934, ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref21">[21]</a> Erste Preise von dieser Zeitschrift erhielt er 1932, 1934.</p>



<p><a href="#_ftnref22">[22]</a> Mit 3000 Mark. In: Oedenburger Zeitung, 68. Jg., Nr. 78, 05.04.1935, S. 4; Anzeige. In: Westböhmische Tageszeitung, 36. Jg., Nr. 87, 12.04.1935, S. 4.</p>



<p><a href="#_ftnref23">[23]</a> Heinrich Zillich an Maria Zillich, Brief vom 4.12.1934, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</p>



<p><a href="#_ftnref24">[24]</a> Zum Begriff des literarischen Feldes siehe Pierre Bourdieu: Die Regeln der Kunst. Genese und Struktur des literarischen Feldes. Frankfurt am Main 2001.</p>



<p><a href="#_ftnref25">[25]</a> Zur Rolle des Instituts siehe u. a. Heinrich Zillich: Die Bedeutung des Deutschen Ausland-Instituts in Stuttgart. In: Das Innere Reich. Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben (1937/38) H. 7, S. 856.</p>



<p><a href="#_ftnref26">[26]</a> Csaki leitete das Institut ab 1933. Siehe dazu Johann <a>Adam Stupp: Deutsche Autoren aus Rumänien in Hitlerdeutschland. In:</a> Markel, Motzan (Hgg.): Deutsche Literatur in Rumänien und das „Dritte Reich“, S. 71−82, hier: S 77.</p>



<p><a href="#_ftnref27">[27]</a> Jan-Pieter Barbian: Literaturpolitik im „Dritten Reich“. Institutionen, Kompetenzen, Betätigungsfelder. München 1995, S. 458–469.</p>



<p><a href="#_ftnref28">[28]</a> Neben Erwin Wittstock, Robert Hohlbaum, Bruno Brehm, Graf Bossi Fedrigotti und Karl H. Waggerl. Vgl. dazu u. a. Deutsche Dichter bei Alfred Rosenberg. In: Deutsches Nachrichtenbüro, 4. Jg., Nr. 278, 04.03.1937, S. 1; Die auslandsdeutschen Dichter bei Dr. Goebbels. In: Deutsches Nachrichtenbüro, 4. Jg., Nr. 279, 04.03.1937, S. 1; Reichsminister Dr. Goebbels empfing die grenz- und auslandsdeutschen Dichter. In: Hamburger Anzeiger, 50. Jg., Nr. 54, 05.03.1937, S. 2; Oesterreichische Dichter bei Goebbels. In: Freie Stimmen, 57. Jg., Nr. 54, 06.03.1937, S. 1.</p>



<p><a href="#_ftnref29">[29]</a> Böhm: Heinrich Zillich. In: ders., Klaus Popa: Vom NS-Volkstum- zum Vertriebenenfunktionär, S. 37−40.</p>



<p><a href="#_ftnref30">[30]</a> Siehe dazu u. a. Böhm: Zillichs literarische und kulturelle Richtung, S. 66−68.</p>



<p><a href="#_ftnref31">[31]</a> Vgl. dazu seine Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</p>



<p><a href="#_ftnref32">[32]</a> Siehe dazu H. K.: Ehrungen deutscher Dichter aus Siebenbürgen im Reich. In: Klingsor 14 (1937) H. 6, S. 235.</p>



<p><a href="#_ftnref33">[33]</a> Briefe von der Deutschen Arbeitsfront, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</p>



<p><a href="#_ftnref34">[34]</a> In Kronstadt wurde Zillich von Neustädter begrüßt. Diese Lesereise musste aus nicht näher präzisierten Zensurgründen abgebrochen werden. Vgl. Schuller: Erwin Neustädter und die Schrifttumskammer der „Deutschen Volksgruppe in Rumänien“, S.&nbsp;179. Für Weiteres zu Zillichs Lesereise siehe Böhm: Zillichs literarische und kulturelle Richtung, S. 74−76.</p>



<p><a href="#_ftnref35">[35]</a> Vgl. dazu die Berufung in den Marienburger Dichterkreis. In: Deutsche Allgemeine Zeitung, 27. August 1942.</p>



<p><a href="#_ftnref36">[36]</a> Egon Hajek: Wanderung unter Sternen. Erlebtes, Erhörte und Ersonnenes. Stuttgart 1958, S. 165.</p>



<p><a href="#_ftnref37">[37]</a> Vgl. dazu z. B. Richard Csaki an Heinrich Zillich, Brief vom 1.3.1937, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</p>



<p><a href="#_ftnref38">[38]</a> Werner Bergengruen über Zillich. Vgl. dazu Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main 2007, S. 684.</p>



<p><a href="#_ftnref39">[39]</a> Von Adolf Meschendörfer, über Erwin Wittstock bis Hans Grimm.</p>



<p><a href="#_ftnref40">[40]</a> Vgl. zu dieser Freundschaft Heinrich Zillich: Uns wird er immer geheimnisvoller werden. In: ders. (Hg.): Bekenntnis zu Josef Weinheber. Erinnerungen seiner Freunde, S. 247. Zu Weinheber in der NS-Zeit siehe u.&nbsp;a. Albert Berger: Josef Weinheber und der Nationalsozialismus. Zur politischen Biographie des Dichters. In: Uwe Baur, Helga Mitterbauer (Hgg.): Macht Literatur Krieg. Österreichische Literatur im Nationalsozialismus. Wien etc. 1998, S. 185–201.</p>



<p><a href="#_ftnref41">[41]</a> Walther Methlagl: Josef Weinheber: Zwei Briefe an Heinrich Zillich. In: Südostdeutsche Semesterblätter. 17 (1968) H. 20/21, S. 1–14.</p>



<p><a href="#_ftnref42">[42]</a> Helga Mitterbauer: Von »Gottbegnadeten« und anderen Privilegierten. Anmerkungen zur Literaturlenkung im Nationalsozialismus. In: Baur, dies. (Hgg.): Macht Literatur Krieg, S. 100–113, hier: S. 101.</p>



<p><a href="#_ftnref43">[43]</a> Ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref44">[44]</a> Barbian: Literaturpolitik im „Dritten Reich“, S. 335–337.</p>



<p><a href="#_ftnref45">[45]</a> Zum florierenden Buchmarkt siehe allgemein Christian Adam: Lesen unter Hitler. Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich. Berlin <sup>1</sup>2010, S. 45–64.</p>



<p><a href="#_ftnref46">[46]</a> Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich. Es handelt sich überwiegend um Abschriften.</p>



<p><a href="#_ftnref47">[47]</a> Klageschrift vom 4.7.1947. In: ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref48">[48]</a> Siehe dazu Zillichs Erklärung vor der Spruchkammer. In: ebd., S. 6.</p>



<p><a href="#_ftnref49">[49]</a> Ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref50">[50]</a> Ebd., S. 3.</p>



<p><a href="#_ftnref51">[51]</a> Heinrich Zillich: Den Deutschen von Gott gesandt. In: A. F. Velmede (Hg.): Dem Führer. Worte deutscher Dichter (Tornistenschrift des OKW H. 37). o. O. 1941, S. 24.</p>



<p><a href="#_ftnref52">[52]</a> Vgl. dazu die Begründung in Spruch des Spruchkammer Starnberg, 1.11.1947. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich, S. 3.</p>



<p><a href="#_ftnref53">[53]</a> Siehe dazu Zillichs Erklärung vor der Spruchkammer. In: ebd., S. 13.</p>



<p><a href="#_ftnref54">[54]</a> Ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref55">[55]</a> Gutachten der Kommission für Kulturschaffende. München 30.6.1947, ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref56">[56]</a> Vgl. dazu Barbian: Literaturpolitik im „Dritten Reich“, S. 435f.</p>



<p><a href="#_ftnref57">[57]</a> Ebd., S. 457. Ob die Freundschaft zu Hanns Johst, Präsident der Reichsschrifttumskammer, in dieser Hinsicht ausschlaggebend war, muss noch belegt werden und ist zu diesem Zeitpunkt eine Arbeitshypothese.</p>



<p><a href="#_ftnref58">[58]</a> Siehe dazu Zillichs Erklärung vor der Spruchkammer. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich, S. 8.</p>



<p><a href="#_ftnref59">[59]</a> Ebd., S. 9.</p>



<p><a href="#_ftnref60">[60]</a> Ganz im Sinn der wegweisenden Forschung von Lutz Niethammer: Entnazifizierung in Bayern. Säuberung und Rehabilitierung unter amerikanischer Besatzung. Frankfurt am Main 1972.</p>



<p><a href="#_ftnref61">[61]</a> Ketelsen: Völkisch-nationale und nationalsozialistische Literatur, S. 19–30.</p>



<p><a href="#_ftnref62">[62]</a> Siehe Antrag des Rechtsanwalts Hermann Alletag auf Einleitung des Spruchkammerverfahrens vom 29.11.1946. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich, S. 1.</p>



<p><a href="#_ftnref63">[63]</a> Gustav Pezold (Albert Langen Müller-Verlag), Paul Fechter (Literaturkritiker aus Berlin) Hans Carossa, Dr. Constantin Sassu (ehem. Ministerialrat), Dr. Herbert G. Göpfert (Lektor des Albert Langen Müller-Verlags), Dr. Franz Werneke (Überstudiendirektor, Hannover), Friedrich Bischoff (Generalintendant des Südwestfunks in Baden Baden), Dr. Gerhard May (evangelischer Bischof in Wien), Prof. Dr. Karl Kurt Klein (Germanist an der Universität Innsbruck), Dr. Johannes Klein (Germanist, Marburg), Dr. Rudolf K. Goldschmit-Jentner (Lektor und Schriftsteller, München), Dr. Rudolf Alexander Schröder (Dichter, Übersetzer), Prof. Dr. Paul Kuckhohn (Germanist), Carl Molitoris (Albert Langen Müller-Verlag), Dr. jur. Jürgen Eggebrecht (Braunschweig). Nicht zuletzt ist auf das Schreiben des Hilfskomitees der Siebenbürger Sachsen zu verweisen.</p>



<p><a href="#_ftnref64">[64]</a> Besonders aussagekräftig sind in dieser Hinsicht die Korrespondenzen mit Karl Kurt Klein, Alexander Schröder aus den Jahren 1946–1947, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</p>



<p><a href="#_ftnref65">[65]</a> Dr. Rudolf Alexander Schröder an die Spruchkammer. Brief vom 27.8.1947. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, ebd., S. 1.</p>



<p><a href="#_ftnref66">[66]</a> Dr. Paul Kluckhohn (Prof. für Deutsche Sprache und Literatur). Tübingen, 19.8.1947. In: ebd., S. 1. Kluckhohn galt als Nationalkonservativer, der auf eine gewissen Distanz zum Nationalsozialismus ging, sodass er 1945 Dekan an der Universität Tübingen wurde. Vgl. dazu Holger Dainat: Zur Berufungspolitik in der Neueren deutschen Literatur. In: ders et al: Literaturwissenschaft und Nationalsozialismus. Tübingen 2003, S. 55–86, hier: S. 59.</p>



<p><a href="#_ftnref67">[67]</a> Ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref68">[68]</a> Franz Werneke: Eidesstattliche Erklärung, 8.8.1947; Erklärung von Dr. jur. Jürgen Eggebrecht, 15.7.1946. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</p>



<p><a href="#_ftnref69">[69]</a> Ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref70">[70]</a> Ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref71">[71]</a> Erklärung von Dr. jur. Jürgen Eggebrecht. 15.7.1946. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</p>



<p><a href="#_ftnref72">[72]</a> G. A. Giles (Professor of Education, University of Durham). 6.2.1947. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref73">[73]</a> Hilfskomitee der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben an die Spruchkammer. Schreiben vom 11.7.1947. In: ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref74">[74]</a> Münchner Zentrale der Hilfs- und Beratungsstelle für Rumäniendeutsche im Evangelischen Hilfswerk an die Spruchkammer Starnberg, 7.11.1946. In: ebd. Der Unterzeichner Otto Appel war 1940/41 Mitglied der Umsiedlungskommissionen für die Nord- und die Südbukowina, 1941–1945 Frontsoldat, 1945 Angestellter des Deutschen Roten Kreuzes, 1946–1949 Geschäftsführer der Hilfs- und Beratungsstelle für Südostdeutsche in München und hatte anschließend zahlreiche administrative und politische Funktionen in Bayern.</p>



<p><a href="#_ftnref75">[75]</a> Ketelsen: Völkisch-nationale und nationalsozialistische Literatur in Deutschland 1890–1945, S. 64f.</p>



<p><a href="#_ftnref76">[76]</a> Siehe dazu Zillichs Erklärung vor der Spruchkammer. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich, S. 13.</p>



<p><a href="#_ftnref77">[77]</a> Heinrich Zillich an Bruno Brehm, Brief vom 29.7.1960, ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref78">[78]</a> Vgl. dazu mehr Dossier Heinrich Zillich. In: <a href="http://www.halbjahresschrift.homepage.t-online.de/zill.htm#Mosaik" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">http://www.halbjahresschrift.homepage.t-online.de/zill.htm#Mosaik</a>, 2.8.2019.</p>



<p><a href="#_ftnref79">[79]</a> Besonders interessant sind in dieser Hinsicht die wenigen Briefe von und an Otto von Habsburg und Theodor Heuss im Nachlass, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</p>



<p><a href="#_ftnref80">[80]</a> U. a. lebten Hanns Johst, Gustav Pezold und Ina Seidel hier. Siehe dazu Sibylle Friedrike Hellerer: Die NSDAP im Landkreis Starnberg. Von den Anhängen bis zur Konsolidierung der Macht (1919–1938). Inauguraldissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München, 2014, S. 10f.</p>



<p><a href="#_ftnref81">[81]</a> Heinrich Zillich an Hans Grimm, Brief vom 23.6.1951, S. 1, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</p>



<p><a href="#_ftnref82">[82]</a> Heinrich Zillich an Hans Grimm, Brief vom 31.7.1954, S. 1, ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref83">[83]</a> Folberth gehörte auch zu den Autoren, die regelmäßig in <em>Klingsor</em> veröffentlichten. Er war vor 1945 Abteilungsleiter im Forschungsinstitut der Deutschen Volksgruppe in Rumänien und Direktor des angeschlossenen Presseorgans Deutsche Forschungen im Südosten.</p>



<p><a href="#_ftnref84">[84]</a> Vgl. dazu den kurzen Briefwechsel mit Elisabeth Effenberger 1956, Brenner-Archiv, NL-Elisabeth Effenberger, ohne Signatur.</p>



<p><a href="#_ftnref85">[85]</a> Zu dieser Freundschaft siehe Hermine Pilder-Klein: Karl Kurt Klein. Ein Gelehrtenleben im Umbruch. Versuch einer Darstellung. Jassy, Konstanz 1997, S. 532f.</p>



<p><a href="#_ftnref86">[86]</a> Siehe z. B. Heinrich Zillich an Karl Kurt Klein, Brief vom 22.12.1956, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</p>



<p><a href="#_ftnref87">[87]</a> Ebd.</p>



<p><a href="#_ftnref88">[88]</a> Ketelsen: Völkisch-nationale und nationalsozialistische Literatur in Deutschland 1890–1945, S. 106.</p>



<p><a href="#_ftnref89">[89]</a> Heinrich Zillich an Bruno Behm, Brief vom 20.2.1967, S. 1, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Johann Böhm: Zillichs literarische und kulturelle Richtung. In: ders., Klaus Popa: Vom NS-Volkstum- zum Vertriebenenfunktionär. Die Gründungsmitglieder des Südostdeutschen Kulturwerks München und der Landsmannschaften der Deutschen aus Rumänien, Ungarn und Jugoslawien. Frankfurt am Main 2014, S. 45‒88.</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Das vorliegende Working Paper setzt eine Vorstudie fort und greift im ersten Teil darauf zurück. Siehe dazu Enikő Dácz: „Ein Genie der Freundschaft“ und „kaltschnäuziger Streber“ – Heinrich Zillichs literarisches Netzwerk im Nationalsozialismus. In: Germanistische Beiträge. Sibiu (erscheint voraussichtlich) 2020.</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;William Totok: „Die Finger zu rostigen Krallen gebogen.“ Heinrich Zillich und die Topographie der Veränderung. In: Halbjahresschrift für südostdeutsche Geschichte, Literatur und Politik. Hg. Arbeitskreis für Geschichte und Kultur der deutschen Siedlungsgebiete im Südosten Europas, 43 (1993) H. 1, S. 57–72, hier: S. 57. Ebenso&nbsp;Johann Böhm: Hitlers Vasallen der Deutschen Volksgruppe in Rumänien vor und nach 1945. Frankfurt am Main 2006, S. 60−76.</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hans Bergel: Wirken und Wirkung Heinrich Zillichs nach dem Zweiten Weltkrieg. Persönliche Erinnerungen an einen außergewöhnlichen Siebenbürger. In: Südostdeutsche Vierteljahresblätter 47 (1998) H. 2, S. 122–131.</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Totok: „Die Finger zu rostigen Krallen gebogen.“, S. 71. Laut Totok sind Zillichs rassistische Exzesse im Nachhinein beschönigt worden. Er wirft dies George Guțu, Hans Bergel und Ute Monika Schuller vor. Siehe George Guțu: Im Trubel der Geschichte. Heinrich Zillichs Briefe an Alfred Margul-Sperber. In: Anton Schwob (Hg.): Die deutsche Literaturgeschichte Ostmittel- und Südosteuropas von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Forschungsschwerpunkte und Defizite. München 1991, S. 206–215; Ute Monika Schuller: Heinrich Zillich. Erzähler – Lyriker – Essayist. In: Südostdeutsche Semesterblätter 12 (1963) H. 10–11, S. 1–24. Eine weitere begeisterte Stimme ist die von Wilhelm Bruckner. Siehe: Wilhelm Bruckner: Abschied von Heinrich Zillich. In: Südostdeutsche Vierteljahresblätter 37 (1988), S. 185–187.</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hans Wolfram Hockl: Waren die Sachsen ein Volk von Herren? In: ders.: Deutscher als die Deutschen. Dokumentarische Studie über NS-Engagement und Widerstand rumäniendeutscher Volkspolitiker. Eigenverlag des Verfassers 1987, S. 105–108.</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siegbert Bruss: Weder Mythisierung noch pauschale Verurteilung,&nbsp;<a href="http://www.halbjahresschrift.homepage.t-online.de/zill.htm#Finger" target="_blank" aria-label="undefined (opens in a new tab)" rel="noreferrer noopener">http://www.halbjahresschrift.homepage.t-online.de/zill.htm#Finger</a>, 22.2.2019.</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Uwe-Karsten Ketelsen: Völkisch-nationale und nationalsozialistische Literatur in Deutschland 1890–1945. Stuttgart 1976, S. 69.</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd.</div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Allgemein zur Frage der Literatur und Modernität im Dritten Reich siehe ders.: Literatur und Drittes Reich. Schernfeld 1992, S.&nbsp;241–256.</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe dazu exemplarisch Heinrich Zillich: Die 4. Tagung des Erdélyi Helikon im Schloß Marosvécs, 1.–4. August. In: Klingsor 6 (1929) H. 9, S. 357.</div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe dazu u. a.&nbsp;Stefan Sienerth: Künstlerisches Selbstverständnis und Zugehörigkeitsdilemma deutscher Schriftsteller in Rumänien während der Zwischenkriegszeit. In: Peter Motzan, Stefan Sienerth (Hgg.): Deutsche Regionalliteraturen in Rumänien 1918−1944. Positionsbestimmungen, Forschungswege, Fallstudien. Internationale Tagung – III. Kongreß der rumänischen Germanisten Neptun/Schwarzmeerküste 16.–19. Mai 1994. München 1997, S. 95−116, hier: S.&nbsp;113f.</div><div>13&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. u. a. Walter Myss: Fazit nach achthundert Jahren. Geistesleben der Siebenbürger Sachsen im Spiegel der Zeitschrift „Klingsor“ (1924–1939). München 1968, S. 10.</div><div>14&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Fritz Fabritius: Selbsthilfe. In: Klingsor. Siebenbügische Zeitschrift 7 (1930), H. 10, S. 412f.</div><div>15&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Richtung des politisch-ideologischen Engagements der Zeitschrift zeigt sich 1932 eindeutig, als dem fünften Sachsentag, den der Klingsor-Kreis mitinitiierte, ein Sonderheft des&nbsp;<em>Klingsor</em>&nbsp;gewidmet wurde.</div><div>16&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Pomarius: Zur Philosophie des Nationalsozialismus, S. 169.</div><div>17&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Heinrich Zillich: Deutsche Revolution. In: Klingsor 10 (1933) H. 5, S. 167−174. Vgl. dazu auch die Ausführungen von Böhm: Einfluss des Nationalsozialismus auf die Presse der deutschen Volksgruppen, S. 37.</div><div>18&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd.</div><div>19&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. dazu die umfassende Korrespondenz von Heinrich Zillich in seinem Nachlass im IKGS. Der Bestand ist noch nicht sortiert und mit Signaturen versehen.</div><div>20&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Heinrich Zillich an Maria Zillich, Brief vom 14.11.1934, ebd. </div><div>21&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Erste Preise von dieser Zeitschrift erhielt er 1932, 1934.</div><div>22&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Mit 3000 Mark. In: Oedenburger Zeitung, 68. Jg., Nr. 78, 05.04.1935, S. 4; Anzeige. In: Westböhmische Tageszeitung, 36. Jg., Nr. 87, 12.04.1935, S. 4.</div><div>23&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Heinrich Zillich an Maria Zillich, Brief vom 4.12.1934, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</div><div>24&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zum Begriff des literarischen Feldes siehe Pierre Bourdieu: Die Regeln der Kunst. Genese und Struktur des literarischen Feldes. Frankfurt am Main 2001.</div><div>25&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zur Rolle des Instituts siehe u. a. Heinrich Zillich: Die Bedeutung des Deutschen Ausland-Instituts in Stuttgart. In: Das Innere Reich. Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben (1937/38) H. 7, S. 856.</div><div>26&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Csaki leitete das Institut ab 1933. Siehe dazu Johann&nbsp;<a>Adam Stupp: Deutsche Autoren aus Rumänien in Hitlerdeutschland. In:</a>&nbsp;Markel, Motzan (Hgg.): Deutsche Literatur in Rumänien und das „Dritte Reich“, S. 71−82, hier: S 77.</div><div>27&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jan-Pieter Barbian: Literaturpolitik im „Dritten Reich“. Institutionen, Kompetenzen, Betätigungsfelder. München 1995, S. 458–469.</div><div>28&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Neben Erwin Wittstock, Robert Hohlbaum, Bruno Brehm, Graf Bossi Fedrigotti und Karl H. Waggerl. Vgl. dazu u. a. Deutsche Dichter bei Alfred Rosenberg. In: Deutsches Nachrichtenbüro, 4. Jg., Nr. 278, 04.03.1937, S. 1; Die auslandsdeutschen Dichter bei Dr. Goebbels. In: Deutsches Nachrichtenbüro, 4. Jg., Nr. 279, 04.03.1937, S. 1; Reichsminister Dr. Goebbels empfing die grenz- und auslandsdeutschen Dichter. In: Hamburger Anzeiger, 50. Jg., Nr. 54, 05.03.1937, S. 2; Oesterreichische Dichter bei Goebbels. In: Freie Stimmen, 57. Jg., Nr. 54, 06.03.1937, S. 1.</div><div>29&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Böhm: Heinrich Zillich. In: ders., Klaus Popa: Vom NS-Volkstum- zum Vertriebenenfunktionär, S. 37−40.</div><div>30&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe dazu u. a. Böhm: Zillichs literarische und kulturelle Richtung, S. 66−68.</div><div>31&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. dazu seine Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</div><div>32&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe dazu H. K.: Ehrungen deutscher Dichter aus Siebenbürgen im Reich. In: Klingsor 14 (1937) H. 6, S. 235.</div><div>33&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Briefe von der Deutschen Arbeitsfront, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</div><div>34&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In Kronstadt wurde Zillich von Neustädter begrüßt. Diese Lesereise musste aus nicht näher präzisierten Zensurgründen abgebrochen werden. Vgl. Schuller: Erwin Neustädter und die Schrifttumskammer der „Deutschen Volksgruppe in Rumänien“, S.&nbsp;179. Für Weiteres zu Zillichs Lesereise siehe Böhm: Zillichs literarische und kulturelle Richtung, S. 74−76.</div><div>35&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. dazu die Berufung in den Marienburger Dichterkreis. In: Deutsche Allgemeine Zeitung, 27. August 1942.</div><div>36&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Egon Hajek: Wanderung unter Sternen. Erlebtes, Erhörte und Ersonnenes. Stuttgart 1958, S. 165.</div><div>37&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. dazu z. B. Richard Csaki an Heinrich Zillich, Brief vom 1.3.1937, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</div><div>38&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Werner Bergengruen über Zillich. Vgl. dazu Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main 2007, S. 684.</div><div>39&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Von Adolf Meschendörfer, über Erwin Wittstock bis Hans Grimm.</div><div>40&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. zu dieser Freundschaft Heinrich Zillich: Uns wird er immer geheimnisvoller werden. In: ders. (Hg.): Bekenntnis zu Josef Weinheber. Erinnerungen seiner Freunde, S. 247. Zu Weinheber in der NS-Zeit siehe u.&nbsp;a. Albert Berger: Josef Weinheber und der Nationalsozialismus. Zur politischen Biographie des Dichters. In: Uwe Baur, Helga Mitterbauer (Hgg.): Macht Literatur Krieg. Österreichische Literatur im Nationalsozialismus. Wien etc. 1998, S. 185–201.</div><div>41&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Walther Methlagl: Josef Weinheber: Zwei Briefe an Heinrich Zillich. In: Südostdeutsche Semesterblätter. 17 (1968) H. 20/21, S. 1–14.</div><div>42&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Helga Mitterbauer: Von »Gottbegnadeten« und anderen Privilegierten. Anmerkungen zur Literaturlenkung im Nationalsozialismus. In: Baur, dies. (Hgg.): Macht Literatur Krieg, S. 100–113, hier: S. 101.</div><div>43&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd.</div><div>44&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Barbian: Literaturpolitik im „Dritten Reich“, S. 335–337.</div><div>45&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zum florierenden Buchmarkt siehe allgemein Christian Adam: Lesen unter Hitler. Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich. Berlin&nbsp;<sup>1</sup>2010, S. 45–64.</div><div>46&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich. Es handelt sich überwiegend um Abschriften.</div><div>47&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Klageschrift vom 4.7.1947. In: ebd.</div><div>48&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe dazu Zillichs Erklärung vor der Spruchkammer. In: ebd., S. 6.</div><div>49&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd.</div><div>50&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd., S. 3.</div><div>51&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Heinrich Zillich: Den Deutschen von Gott gesandt. In: A. F. Velmede (Hg.): Dem Führer. Worte deutscher Dichter (Tornistenschrift des OKW H. 37). o. O. 1941, S. 24.</div><div>52&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. dazu die Begründung in Spruch des Spruchkammer Starnberg, 1.11.1947. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich, S. 3.</div><div>53&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe dazu Zillichs Erklärung vor der Spruchkammer. In: ebd., S. 13.</div><div>54&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd.</div><div>55&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gutachten der Kommission für Kulturschaffende. München 30.6.1947, ebd.</div><div>56&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. dazu Barbian: Literaturpolitik im „Dritten Reich“, S. 435f.</div><div>57&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd., S. 457. Ob die Freundschaft zu Hanns Johst, Präsident der Reichsschrifttumskammer, in dieser Hinsicht ausschlaggebend war, muss noch belegt werden und ist zu diesem Zeitpunkt eine Arbeitshypothese.</div><div>58&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe dazu Zillichs Erklärung vor der Spruchkammer. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich, S. 8.</div><div>59&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd., S. 9.</div><div>60&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ganz im Sinn der wegweisenden Forschung von Lutz Niethammer: Entnazifizierung in Bayern. Säuberung und Rehabilitierung unter amerikanischer Besatzung. Frankfurt am Main 1972.</div><div>61&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ketelsen: Völkisch-nationale und nationalsozialistische Literatur, S. 19–30.</div><div>62&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe Antrag des Rechtsanwalts Hermann Alletag auf Einleitung des Spruchkammerverfahrens vom 29.11.1946. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich, S. 1.</div><div>63&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gustav Pezold (Albert Langen Müller-Verlag), Paul Fechter (Literaturkritiker aus Berlin) Hans Carossa, Dr. Constantin Sassu (ehem. Ministerialrat), Dr. Herbert G. Göpfert (Lektor des Albert Langen Müller-Verlags), Dr. Franz Werneke (Überstudiendirektor, Hannover), Friedrich Bischoff (Generalintendant des Südwestfunks in Baden Baden), Dr. Gerhard May (evangelischer Bischof in Wien), Prof. Dr. Karl Kurt Klein (Germanist an der Universität Innsbruck), Dr. Johannes Klein (Germanist, Marburg), Dr. Rudolf K. Goldschmit-Jentner (Lektor und Schriftsteller, München), Dr. Rudolf Alexander Schröder (Dichter, Übersetzer), Prof. Dr. Paul Kuckhohn (Germanist), Carl Molitoris (Albert Langen Müller-Verlag), Dr. jur. Jürgen Eggebrecht (Braunschweig). Nicht zuletzt ist auf das Schreiben des Hilfskomitees der Siebenbürger Sachsen zu verweisen.</div><div>64&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Besonders aussagekräftig sind in dieser Hinsicht die Korrespondenzen mit Karl Kurt Klein, Alexander Schröder aus den Jahren 1946–1947, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</div><div>65&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dr. Rudolf Alexander Schröder an die Spruchkammer. Brief vom 27.8.1947. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, ebd., S. 1.</div><div>66&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dr. Paul Kluckhohn (Prof. für Deutsche Sprache und Literatur). Tübingen, 19.8.1947. In: ebd., S. 1. Kluckhohn galt als Nationalkonservativer, der auf eine gewissen Distanz zum Nationalsozialismus ging, sodass er 1945 Dekan an der Universität Tübingen wurde. Vgl. dazu Holger Dainat: Zur Berufungspolitik in der Neueren deutschen Literatur. In: ders et al: Literaturwissenschaft und Nationalsozialismus. Tübingen 2003, S. 55–86, hier: S. 59.</div><div>67&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd.</div><div>68&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Franz Werneke: Eidesstattliche Erklärung, 8.8.1947; Erklärung von Dr. jur. Jürgen Eggebrecht, 15.7.1946. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</div><div>69&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd.</div><div>70&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd.</div><div>71&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Erklärung von Dr. jur. Jürgen Eggebrecht. 15.7.1946. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</div><div>72&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;G. A. Giles (Professor of Education, University of Durham). 6.2.1947. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, ebd.</div><div>73&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hilfskomitee der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben an die Spruchkammer. Schreiben vom 11.7.1947. In: ebd.</div><div>74&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Münchner Zentrale der Hilfs- und Beratungsstelle für Rumäniendeutsche im Evangelischen Hilfswerk an die Spruchkammer Starnberg, 7.11.1946. In: ebd. Der Unterzeichner Otto Appel war 1940/41 Mitglied der Umsiedlungskommissionen für die Nord- und die Südbukowina, 1941–1945 Frontsoldat, 1945 Angestellter des Deutschen Roten Kreuzes, 1946–1949 Geschäftsführer der Hilfs- und Beratungsstelle für Südostdeutsche in München und hatte anschließend zahlreiche administrative und politische Funktionen in Bayern.</div><div>75&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ketelsen: Völkisch-nationale und nationalsozialistische Literatur in Deutschland 1890–1945, S. 64f.</div><div>76&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe dazu Zillichs Erklärung vor der Spruchkammer. In: Amerikanische Entnazifizierungsakte, IKGS-Archiv, NL-Zillich, S. 13.</div><div>77&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Heinrich Zillich an Bruno Brehm, Brief vom 29.7.1960, ebd.</div><div>78&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. dazu mehr Dossier Heinrich Zillich. In: <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="http://www.halbjahresschrift.homepage.t-online.de/zill.htm#Mosaik" target="_blank" rel="noreferrer noopener">http://www.halbjahresschrift.homepage.t-online.de/zill.htm#Mosaik</a>, 2.8.2019.</div><div>79&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Besonders interessant sind in dieser Hinsicht die wenigen Briefe von und an Otto von Habsburg und Theodor Heuss im Nachlass, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</div><div>80&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;U. a. lebten Hanns Johst, Gustav Pezold und Ina Seidel hier. Siehe dazu Sibylle Friedrike Hellerer: Die NSDAP im Landkreis Starnberg. Von den Anhängen bis zur Konsolidierung der Macht (1919–1938). Inauguraldissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München, 2014, S. 10f.</div><div>81&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Heinrich Zillich an Hans Grimm, Brief vom 23.6.1951, S. 1, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</div><div>82&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Heinrich Zillich an Hans Grimm, Brief vom 31.7.1954, S. 1, ebd.</div><div>83&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Folberth gehörte auch zu den Autoren, die regelmäßig in&nbsp;<em>Klingsor</em>&nbsp;veröffentlichten. Er war vor 1945 Abteilungsleiter im Forschungsinstitut der Deutschen Volksgruppe in Rumänien und Direktor des angeschlossenen Presseorgans Deutsche Forschungen im Südosten.</div><div>84&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vgl. dazu den kurzen Briefwechsel mit Elisabeth Effenberger 1956, Brenner-Archiv, NL-Elisabeth Effenberger, ohne Signatur.</div><div>85&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zu dieser Freundschaft siehe Hermine Pilder-Klein: Karl Kurt Klein. Ein Gelehrtenleben im Umbruch. Versuch einer Darstellung. Jassy, Konstanz 1997, S. 532f.</div><div>86&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Siehe z. B. Heinrich Zillich an Karl Kurt Klein, Brief vom 22.12.1956, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</div><div>87&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ebd.</div><div>88&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ketelsen: Völkisch-nationale und nationalsozialistische Literatur in Deutschland 1890–1945, S. 106.</div><div>89&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Heinrich Zillich an Bruno Behm, Brief vom 20.2.1967, S. 1, IKGS-Archiv, NL-Zillich.</div><p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/heinrich-zillich-netzwerk-nationalsozialismus/">Vom „gottbegnadeten Schriftsteller“ zum Schriftleiter. Heinrich Zillichs literarisches Netzwerk im Nationalsozialismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
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