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	<title>Dokumente Archive - Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</title>
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	<title>Dokumente Archive - Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</title>
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		<title>Der Wunschkandidat fällt durch. Securitate und Kultusdepartement manipulieren die Wahl des Hermannstädter Stadtpfarrers  </title>
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		<dc:creator><![CDATA[IKGS-Admin_2]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Mar 2024 13:14:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumente]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hannelore Baier, Hermannstadt/Sibiu Ausgewertet und auszugsweise ediert wird im vorliegenden Beitrag die Securitate-Akte von Otto Karl Reich, Pfarrer der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR). Von Securitate-Offizieren mikroverfilmt befindet sie sich unter der Signatur MFI 9893 SB in den Archiven des Nationalen Rats für die Erforschung der Archive der Securitate (Arhivele Consiliului Național pentru Studierea [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/der-wunschkandidat-fallt-durch-securitate-und-kultusdepartement-manipulieren-die-wahl-des-hermannstadter-stadtpfarrers/">Der Wunschkandidat fällt durch. Securitate und Kultusdepartement manipulieren die Wahl des Hermannstädter Stadtpfarrers  </a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Hannelore Baier, Hermannstadt/Sibiu</p>



<p>Ausgewertet und auszugsweise ediert wird im vorliegenden Beitrag die Securitate-Akte von Otto Karl Reich, Pfarrer der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR). Von Securitate-Offizieren mikroverfilmt befindet sie sich unter der Signatur MFI 9893 SB<sup data-fn="86dd9c9e-7a40-402a-9ccf-f17a319543e0" class="fn"><a href="#86dd9c9e-7a40-402a-9ccf-f17a319543e0" id="86dd9c9e-7a40-402a-9ccf-f17a319543e0-link">1</a></sup> in den Archiven des Nationalen Rats für die Erforschung der Archive der Securitate (Arhivele Consiliului Național pentru Studierea Arhivelor Securității – ACNSAS). Die Akte umfasst insgesamt 229 Seiten, und zwar 208 Seiten aus der ursprünglichen Akte von Reich sowie 21 Seiten, die mit seiner Person „konnektiert“ worden sind, d. h. in Akten anderer abgeheftet wurden, aber auf Reich Bezug nehmen. Fälschlicherweise sind darunter auch Unterlagen, die seinen Sohn Otto Reich, ebenfalls evangelischer Pfarrer, betreffen.&nbsp;</p>



<p>Otto Karl Reich (1903–1991) war zwischen 1930 und 1936 Pfarrer in Schweischer (rum. Fișer, ung. Sövénység), zwischen 1936 und 1938 Stadtprediger<sup data-fn="1faa3b57-01e8-4044-8f59-25016f7ac1a1" class="fn"><a href="#1faa3b57-01e8-4044-8f59-25016f7ac1a1" id="1faa3b57-01e8-4044-8f59-25016f7ac1a1-link">2</a></sup> in Schäßburg (rum. Sighișoara, ung. Segesvár) und sodann zwischen 1938 und 1957 Pfarrer in Tartlau (rum. Prejmer, ung. Prázsmár). 1957 wurde er zum Stadtprediger in Hermannstadt (rum. Sibiu, ung. Nagy-Szeben) gewählt. Dieses Amt hatte er bis zur Verrentung 1971 inne. Zwischen 1958 und 1962 gehörte er dem Konsistorium des Hermannstädter Kirchenbezirkes als geistliches Mitglied an.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Dargestellt und dokumentiert wird anhand der Akte beziehungsweise einiger daraus übersetzter und bearbeiteter Dokumente ein Beispiel, wie die Staatsmacht – repräsentiert durch Vertreter des Kultusdepartements und der Securitate – Kirchenwahlen manipuliert und beeinflusst haben. Im vorliegenden Fall handelt es sich um die Vorgänge während der Stadtpfarrerwahl 1962 in Hermannstadt, die dazu geführt haben, dass Pfarrer Reich, der sich großer Beliebtheit unter den Gemeindemitgliedern und den Pfarrerkollegen erfreute und der Wunschkandidat von Bischof Friedrich Müller war, auf die Kandidatur verzichtete. Durchsetzen konnten die Repräsentanten der Staatsmacht als Stadtpfarrer jedoch auch nicht ihren Wunschkandidaten: den Dechanten des Hermannstädter Kirchenbezirkes Johann Gross. Gewählt wurde aber ein Pfarrer, der mit ihnen kollaborierte.<sup data-fn="07c7cdae-2f82-40d9-83be-5cc4f6bb142c" class="fn"><a href="#07c7cdae-2f82-40d9-83be-5cc4f6bb142c" id="07c7cdae-2f82-40d9-83be-5cc4f6bb142c-link">3</a></sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Pfarrer Otto Reich</h2>



<p>Otto Reich war der Sohn des Lehrers, Pfarrers und Autors Carl Reich (1872–1953). Dieser gehörte dem Kreis der bekannten siebenbürgisch-sächsischen Mundart- und/oder volkstümlichen Dichter und Komponisten (darunter Carl Römer, Ernst Thullner, Otto Piringer, Schuster Dutz, Christine Maly-Theil) an. Dieses väterliche Erbe setzte insbesondere der jüngere Bruder Karl Gustav Reich (1905–1997) fort, der in Tübingen, Berlin, Perugia und Bukarest Theologie, Germanistik, Romanistik und Pädagogik studiert und die Lehrerlaufbahn eingeschlagen hatte. Er wirkte unter anderen am evangelischen Landesseminar, an der Brukenthalschule und dem Musiklyzeum in Hermannstadt sowie an der Pädagogischen Schule und der Bergschule in Schäßburg – allesamt Renommee-Einrichtungen der Siebenbürger Sachsen –, war aber auch als Autor von in Mundart verfassten Lustspielen und heiteren Versen bekannt.<sup data-fn="277f9bdc-bfaa-4f81-ab96-7560c6dd6cf6" class="fn"><a href="#277f9bdc-bfaa-4f81-ab96-7560c6dd6cf6" id="277f9bdc-bfaa-4f81-ab96-7560c6dd6cf6-link">4</a></sup> Der in dieser Familie und Tradition aufgewachsene Otto Reich hatte zwischen 1923 und 1928 in Tübingen und Berlin Theologie studiert, war ebenfalls volksnah, gesellig und dichterisch begabt und deswegen bei Menschen seines Umfelds und Kollegen beliebt – ein Grund, um von den Vertretern der Staatsmacht mit Argwohn betrachtet zu werden.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Für Pfarrer Otto Reich beginnt sich die Securitate im Frühjahr 1956 zu interessieren, vermutlich infolge eines abgefangenen Briefes an Johann Untsch in Reichesdorf (rum. Richiș, ung. Riomfalva), in dem Rückkehrer ins Land<sup data-fn="5ce996d1-9582-4a10-ac93-2b344edd51bc" class="fn"><a href="#5ce996d1-9582-4a10-ac93-2b344edd51bc" id="5ce996d1-9582-4a10-ac93-2b344edd51bc-link">5</a></sup> und die Warnung, eine solche sei sehr gefährlich, erwähnt werden.<sup data-fn="c0b0b53b-7bd5-4523-a850-c8e2fbb7ed44" class="fn"><a href="#c0b0b53b-7bd5-4523-a850-c8e2fbb7ed44" id="c0b0b53b-7bd5-4523-a850-c8e2fbb7ed44-link">6</a></sup> Der nach Pfarrer Reich befragte Informant „Gross Richard“ – aus dem Inhalt des Berichtes kann geschlussfolgert werden, dass er Mitglied der evangelischen Gemeinschaft in Tartlau ist – erteilt am 25. Mai 1956 sehr detailliert Auskunft.<sup data-fn="9537bdfd-f96b-45e6-a6a8-e67c6233e03c" class="fn"><a href="#9537bdfd-f96b-45e6-a6a8-e67c6233e03c" id="9537bdfd-f96b-45e6-a6a8-e67c6233e03c-link">7</a></sup> Die an sich positiven Angaben über Reich werden vom bearbeitenden Offizier verzerrt und nach den ideologischen Richtlinien jener Jahre gedeutet weitergegeben.<sup data-fn="943f4731-8ed7-4ac1-99db-94409c937781" class="fn"><a href="#943f4731-8ed7-4ac1-99db-94409c937781" id="943f4731-8ed7-4ac1-99db-94409c937781-link">8</a></sup> Der Informant teilt mit, Reich habe sich nach dem Beginn seiner Amtszeit in Tartlau „viel um die Jugend gekümmert, bevor die Jugendarbeit von der Deutschen Volksgruppe in Rumänien<sup data-fn="9ba15ae6-5539-4fe1-8ae6-bc9ee91d337e" class="fn"><a href="#9ba15ae6-5539-4fe1-8ae6-bc9ee91d337e" id="9ba15ae6-5539-4fe1-8ae6-bc9ee91d337e-link">9</a></sup> übernommen wurde“. Der Offizier schreibt in seinem Bericht: „Er [der Pfarrer] hat begonnen, sich um die Organisierung der deutschen Jugend in hitleristischen Organisationen zu kümmern.“ Der Informant gibt an, Reich habe rasch die Sympathie der Gemeindemitglieder gewonnen, weil er Jugendarbeitet geleistet, einen Chor gegründet und Theaterstücke inszeniert habe und dass die Leute nun wieder zur Kirche gingen. Diese Feststellung interpretiert der Offizier folgendermaßen: „Er [der Pfarrer] hat bewirkt, dass die deutsche Bevölkerung von Tartlau sehr zahlreich die Kirche besucht, indem er versuchte und auch heute versucht, ihnen möglichst viel Religion einzutrichtern.“ Im Informantenbericht von „Gross Richard“ unterstrich der auswertende Securitate-Offizier den Absatz, Reich habe von Juni bis Oktober 1941 als Pfarrer im Rang eines Hauptmanns am Krieg teilgenommen und sei als Geistlicher dem Befehlsstab des Armeekorps 5 zugeordnet gewesen – er hatte also als Angehöriger der rumänischen Armee an der Ostfront im Krieg gegen die Sowjetunion teilgenommen – und dass er 1945 zur „Aufbauarbeit“ in die UdSSR deportiert gewesen sei.<sup data-fn="3578ab91-d995-42d2-8e45-36a5477d089d" class="fn"><a href="#3578ab91-d995-42d2-8e45-36a5477d089d" id="3578ab91-d995-42d2-8e45-36a5477d089d-link">10</a></sup> Die Kriegsteilnahme an der Ostfront und der Aufenthalt in einem Arbeitslager waren – selbst wenn vom rumänischen Generalstab befehligt beziehungsweise von der rumänischen Regierung mitangeordnet, Ende der 1950er-Jahre negativ zu bewertende Merkmale in der Biografie, da sie von vorherigen Regimes angeordnet worden waren. „Gross Richard“ berichtet zudem, dass Reich im sowjetischen Arbeitslager einen Chor gebildet und geleitet sowie im Kohlenbergwerk gearbeitet habe und dass er wegen eines Magenleidens bereits im Dezember 1945 heimgekommen sei. Bis zur Verstaatlichung der Schulen im Jahr 1948 sei Reich in Tartlau auch als Lehrer tätig gewesen. Infolge von Krieg und Deportation in die Sowjetunion hatte in den deutschen Gemeinschaften großer Mangel an Erziehern geherrscht. Die Aussage des Informanten, Reich leite in der Gemeinde den Kirchenchor, dem Erwachsene und Jugendliche angehören, ergänzt der Offizier in seinem Bericht an die übergeordnete Stelle, Reich sei „heuer [1956] der Initiator der Neuorganisierung der deutschen Jugendlichen in Jugendorganisationen nach dem alten Muster der religiösen Organisationen“ gewesen. Gemeint sind die Bruder- und Schwesternschaften, in welche die Jungen beziehungsweise Mädchen nach der Konfirmation eintraten. Dieser Hinweis dürfte die Offiziere nun erst recht hellhörig gemacht und zur aufmerksamen Beobachtung Reichs geführt haben.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der politische Kontext</h2>



<p>Die deutsche Minderheit sah sich ab dem Bündniswechsel Rumäniens am 23. August 1944 einer Periode der kollektiven Diskriminierung ausgesetzt, die sich bis zu ihrer Einbeziehung in den Transformationsprozess der Gesellschaft 1948/49 fortsetzte.<sup data-fn="077574c2-81ff-4ee7-89cc-87857764fa3b" class="fn"><a href="#077574c2-81ff-4ee7-89cc-87857764fa3b" id="077574c2-81ff-4ee7-89cc-87857764fa3b-link">11</a></sup> Zu Beginn der 1950er-Jahre trat eine Lockerung der gegen sie getroffenen Repressionen und die Gewährung breiter kultureller Rechte ein.<sup data-fn="70850f96-45dd-4392-b591-c40b19d2af24" class="fn"><a href="#70850f96-45dd-4392-b591-c40b19d2af24" id="70850f96-45dd-4392-b591-c40b19d2af24-link">12</a></sup> Friedrich Müller (1889–1969), zwischen 1945 und 1969 Bischof der EKR, hielt die Pfarrer an, die von der Deutschen Volksgruppe in Rumänien (DViR) aufgelösten traditionellen Organisationsstrukturen der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaften – die Bruder- und Schwesternschaften sowie die Nachbarschaften – wiederzubeleben, um den Gemeinschaften Halt zu verleihen, aber auch, um Jugendliche an die Kirche heranzuziehen. Die 1948 vom kommunistischen Staat genehmigte Kirchenordnung sah in Paragraf 20, Artikel 5 vor, die Pfarrer hätten „Sorge zu tragen für die sittliche und religiöse Erziehung der Jugend im Rahmen der Evangelischen Kirche A. B. in der Rumänischen Volksrepublik nach ihren Lehren und Überlieferungen.“<sup data-fn="63c9e8cb-79ce-4edf-9470-2bb7c8abcbef" class="fn"><a href="#63c9e8cb-79ce-4edf-9470-2bb7c8abcbef" id="63c9e8cb-79ce-4edf-9470-2bb7c8abcbef-link">13</a></sup> Diesen Artikel führte Müller gegenüber den staatlichen Behörden in der Verteidigung der Bruder- und Schwesternschaften sowie ihre Betreuung durch die Pfarrer an.<sup data-fn="10acf962-409d-4a0b-b1f0-e9d2b9f46f73" class="fn"><a href="#10acf962-409d-4a0b-b1f0-e9d2b9f46f73" id="10acf962-409d-4a0b-b1f0-e9d2b9f46f73-link">14</a></sup></p>



<p>Die von den Pfarrern unterstützte Organisierung der Gemeinschaften in eigenen Strukturen kollidierte mit den von der Kommunistischen Partei ausgegebenen Richtlinien der Eingliederung der deutschen Gemeinschaften in die sozialistische Gesellschaft. In einem „streng geheimen“ und „persönlich, vertraulichen“ Schreiben der Regionsdirektion Stalin<sup data-fn="33afed18-edb8-42b7-928a-e4cf7f9093cb" class="fn"><a href="#33afed18-edb8-42b7-928a-e4cf7f9093cb" id="33afed18-edb8-42b7-928a-e4cf7f9093cb-link">15</a></sup> der Securitate an den Ersten Sekretär des RAP-Komitees<sup data-fn="02172378-b4b9-4ad6-ade7-afb4c9a08417" class="fn"><a href="#02172378-b4b9-4ad6-ade7-afb4c9a08417" id="02172378-b4b9-4ad6-ade7-afb4c9a08417-link">16</a></sup> der Region vom 9. Juni 1956 wird die „nationalistische deutsche“ Tätigkeit dargestellt, die von „feindlichen Elementen“ ausgeübt werde, die zu diesem Zweck die evangelische lutherische Kirche und geheime Literaturkreise benutze.<sup data-fn="f1875ea0-1711-4027-9c85-732484dcebbc" class="fn"><a href="#f1875ea0-1711-4027-9c85-732484dcebbc" id="f1875ea0-1711-4027-9c85-732484dcebbc-link">17</a></sup> Diese „Feststellung“ erfolgte vor dem Ausbruch des Ungarnaufstandes. Nach seiner Niederschlagung wurde die Überwachungen verschärft und es wurden Hinweise für die Inszenierung von politischen Prozessen auch gegen mehrere Personengruppen der deutschen Minderheit gesucht. Die Bruder- und Schwesternschaften zitierte Innenminister Alexandru Drăghici während einer Sitzung mit Direktoren des zentralen Apparates sowie der Regionsdirektionen der Securitate am 2. und 3. Dezember 1957 in den „Richtlinien“: Er nannte als Grund für die „nationalistisch-chauvinistische“ Tätigkeit der deutschen Bevölkerung die lutherischen Pfarrer, die die Jugendlichen in den Bruder- und Schwesternschaften im Geiste des „Nationalismus und Mystizismus“ erzögen.<sup data-fn="73909eb9-a8b0-4906-8388-ba3c1f4a637b" class="fn"><a href="#73909eb9-a8b0-4906-8388-ba3c1f4a637b" id="73909eb9-a8b0-4906-8388-ba3c1f4a637b-link">18</a></sup> Die Bruder- und Schwesternschaften, aber auch die Nachbarschaften sowie die in den Städten bestehenden „Kränzchen“ (Freundschaftskreise von jungen Leuten oder Ehepaaren) wurden mit dem Verdacht behaftet, geheime Organisationen zu sein und standen über die gesamte kommunistische Periode im Fokus der Securitate.<sup data-fn="3b6b746c-0546-4532-a19b-09ec9d43a2aa" class="fn"><a href="#3b6b746c-0546-4532-a19b-09ec9d43a2aa" id="3b6b746c-0546-4532-a19b-09ec9d43a2aa-link">19</a></sup></p>



<p>Um Pfarrer Reich als „nationalistisch-chauvinistisch“ eingestellt und feindlich gesinnt darstellen zu können, sammelten die Securitate-Offiziere und -Mitarbeiter alles Auffindbare von ihm und über ihn. Seine Korrespondenz wurde ohnehin überwacht. Die Personenakten des ACNSAS sind nicht chronologisch angelegt, bei der Mikroverfilmung hatte der diese Handlung durchführende Offizier zudem freie Hand, unwichtig erscheinende Dokumente nicht aufzunehmen, so dass der Eindruck eines wahllos zusammengefügten Sammelsuriums entsteht. In der Akte Reichs sind neben Berichten von Informanten und Securitate-Offizieren sowie Schreiben der staatlichen Behörden viele private Briefe an Verwandte, Amtskollegen, Freunde und Bekannte sowie deren Schreiben an ihn, aber auch an seine Gattin Anni, sehr oft nur in rumänischer Übersetzung, abgeheftet. Die Akte wird mit der Übersetzung eines Adventsbriefes von Otto Reich vom 30. November 1958 eröffnet, der letzte der abgefangenen Briefe trägt das Datum des 23. Juni 1971.<sup data-fn="6762a4e2-84a5-4c87-a25a-a8717c899b5d" class="fn"><a href="#6762a4e2-84a5-4c87-a25a-a8717c899b5d" id="6762a4e2-84a5-4c87-a25a-a8717c899b5d-link">20</a></sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Securitate deutet&nbsp;</h2>



<p>Zu dem von und über Pfarrer Reich zusammengetragenen „Material“ – wie die Beweisstücke im Jargon der Securitate genannt wurden – gehört auch ein an „Liebe Soldaten“ gerichteter Rundbrief Reichs zu Pfingsten 1944.<sup data-fn="0cf66ccb-ab5a-41fd-bc6b-64f208e9f864" class="fn"><a href="#0cf66ccb-ab5a-41fd-bc6b-64f208e9f864" id="0cf66ccb-ab5a-41fd-bc6b-64f208e9f864-link">21</a></sup> In der Akte abgeheftet ist das an Lehrer Wilh[elm] Georg nach Hermannstadt gesandte Exemplar des Rundbriefs vom 28. Mai 1944, das vermutlich damals von der Postzensur einbehalten und in späteren Jahren aus- und verwertet worden ist. Der Brief spricht von der Bedeutung von Pfingsten, weist am Schluss jedoch auf die Liebe hin, „die wir in dieser Zeit des Krieges für unser schwer ringendes Volk im Herzen tragen. Wir wollen dienen, kämpfen, opfern &#8230; und dazu brauchen wir G o t t es  Kr a f t !“.<sup data-fn="eb74c42b-d665-45f4-b3d5-62681732e3d9" class="fn"><a href="#eb74c42b-d665-45f4-b3d5-62681732e3d9" id="eb74c42b-d665-45f4-b3d5-62681732e3d9-link">22</a></sup>&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Es war für Sommer 1944 eine moderate Formulierung, die Ende der 1950er-Jahre als Fürsprache für den von Deutschland geführten Krieg interpretiert wurde. In Reichs Akte befindet sich desgleichen der Gemeindebrief aus Tartlau, in dem unter anderem über den Heldengedenktag 1944 berichtet wird, der unter großer Beteiligung der Gemeinde und „der Teilnahme von hier weilenden Einheiten der Deutschen Wehrmacht“ begangen worden war. Der Gemeindebrief schließt mit der Liste der „Kameraden“, „die bisher auf dem Schlachtfeld für Volk u[nd] Vaterland gefallen sind“. Die Formulierungen geben den dem Kriegsgeschehen gegenüber völlig unkritischen Geist und die Stimmung in den deutschen Gemeinschaften in jenen Monaten wieder.&nbsp;</p>



<p>Gleich drei Kopien der rumänischen Übersetzung sowie eine Fotokopie des deutschsprachigen Originals sind von einem Schreiben des „Bezirkskonsistoriums A. B. Stalinstadt“ an das Landeskonsistorium vom 15. Mai 1957 in der mikroverfilmten Akte überliefert. Als „Gegenstand“ gab das Bezirkskonsistorium in seinem Schreiben „Kultusdepartement“ an,<sup data-fn="faa92c42-d1d0-44db-b8c6-0b5ea0fae1dc" class="fn"><a href="#faa92c42-d1d0-44db-b8c6-0b5ea0fae1dc" id="faa92c42-d1d0-44db-b8c6-0b5ea0fae1dc-link">23</a></sup> mitgesandt wurde „zur Erheiterung“ ein „Spottgedicht“, das Pfarrer Otto Reich auf die „Verunreinung“ der deutschen Sprache durch Übernahme von Wörtern aus Fremdsprachen verfasst hatte. Auch werden in dem Schreiben des Bezirkskonsistoriums mehrere Vorschläge gemacht, welcher Begriff statt des „Sprachungeheuers“ „Kultusdepartement“ in der Kirchenverwaltung verwendet werden könnte.<sup data-fn="e0744927-ddf8-4bdf-9843-cee620b4b00e" class="fn"><a href="#e0744927-ddf8-4bdf-9843-cee620b4b00e" id="e0744927-ddf8-4bdf-9843-cee620b4b00e-link">24</a></sup> Im Duktus der Securitate hatte Pfarrer Reich die staatliche Kultusoberbehörde verunglimpft und das Bezirkskonsistorium fand das „heiter“.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Das in Kronstadt (rum. Brașov, ung. Brassó, zwischen 1950 und 1960 Stalinstadt, rum. Orașul Stalin) über Reich gesammelte belastende „Material“ wird im Frühjahr 1958 – nach Reichs Umzug von Tartlau nach Hermannstadt – an die Dienststelle der Securitate des Rayons Hermannstadt gesandt. Begleitet wird es von einem von Oberst Gheorghe Crăciun<sup data-fn="5707b08e-3b2d-4fb4-8c31-eac4dfedc683" class="fn"><a href="#5707b08e-3b2d-4fb4-8c31-eac4dfedc683" id="5707b08e-3b2d-4fb4-8c31-eac4dfedc683-link">25</a></sup>, dem Leiter der Regionsdirektion der Securitate in Stalinstadt, sowie Major Ernest Deitel<sup data-fn="a511ac25-04be-4808-854f-37b80b5d485a" class="fn"><a href="#a511ac25-04be-4808-854f-37b80b5d485a" id="a511ac25-04be-4808-854f-37b80b5d485a-link">26</a></sup>, dem Leiter des für die „Nationalisten“ zuständigen Dienstes II derselben Direktion, gezeichneten Schreiben. In dem mit dem 2. April 1958 datierten Schriftstück ordnen die beiden für ihr grausames Vorgehen berühmt-berüchtigten Offiziere an, Reich „gemäß der Bedeutung, die er darstellt, [von der Securitate] aktiv unter Beobachtung zu stellen“.<sup data-fn="49bb252d-5b3f-4e52-8590-4117039d6f4e" class="fn"><a href="#49bb252d-5b3f-4e52-8590-4117039d6f4e" id="49bb252d-5b3f-4e52-8590-4117039d6f4e-link">27</a></sup> In einem weiteren Begleitschreiben vom 7. April 1958 wird bei der Überstellung weiteren „Materials“ nach Hermannstadt über Reich mitgeteilt: „In der Zeit seines Wohnaufenthaltes im Rayon Zeiden [in dem die Gemeinde Tartlau lag] wurde festgestellt, dass er feindliche Äußerungen [gegen die Staatsmacht] macht.“<sup data-fn="df924708-033e-4faa-8af6-b5412d2e940c" class="fn"><a href="#df924708-033e-4faa-8af6-b5412d2e940c" id="df924708-033e-4faa-8af6-b5412d2e940c-link">28</a></sup></p>



<p>Das Kultusministerium beziehungsweise Kultusdepartement und die Securitate waren seit der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre bestrebt, in der EKR eine Opposition gegen Bischof Friedrich Müller aufzubauen, die ihn seines Amtes entheben sollte. Parallel dazu sollten den Machtstrukturen hörige Vertreter in die oberen Kirchengremien gewählt werden, um der Staatsmacht größere Einflussmöglichkeiten auf die Kirchenleitung zu ermöglichen.<sup data-fn="d39875d7-a865-4429-90e4-e11b75b1b3ff" class="fn"><a href="#d39875d7-a865-4429-90e4-e11b75b1b3ff" id="d39875d7-a865-4429-90e4-e11b75b1b3ff-link">29</a></sup> In diesem Kontext wurde stets versucht festzustellen, welcher der Pfarrer zu den Adepten des Bischofs gehört und welcher in eine Opposition gegen ihn herangezogen werden könnte. Neben allgemeinen Informationen über den neuen Kollegen Reich erteilten die Informanten des Hermannstädter Kirchenbezirkes folglich auch zu diesem Punkt Auskunft. So berichtet „Nicodemus“ – laut Aktenlage handelt es sich um Pfarrer Johann Gross<sup data-fn="1be46398-699a-4a6c-a1e4-4ee6c9d352d1" class="fn"><a href="#1be46398-699a-4a6c-a1e4-4ee6c9d352d1" id="1be46398-699a-4a6c-a1e4-4ee6c9d352d1-link">30</a></sup>, den Dechanten des Hermannstädter Bezirks (Dekanats) und dementsprechend der kirchliche Vorgesetzte von Otto Reich – Reich habe in Deutschland studiert. Das war für Pfarrer der EKR vor 1945 üblich gewesen, in der Biografie stellte es jedoch einen Minuspunkt dar, da jeder Kontakt zum „westlichen“ und also „kapitalistischen“ Ausland negativ besetzt war. „Nicodemus“ berichtet ferner, Reich sei ein „freundlicher, fleißiger und hilfsbereiter Pfarrer“ sowie „guter Kollege“, er arbeite mit dem Dechanten und den anderen Kollegen gut zusammen und werde allen helfen, „die wünschen, dass die Kirche ein aktiver Faktor in allen Fragen der Partei und Regierung sein soll“. Der Offizier deutet diese Aussage dahingehend, Reich könne in die „oppositionelle Strömung“ (curent opoziționist) gegen den Bischof herangezogen werden.<sup data-fn="8279e33c-e355-437c-8bee-2195adb386af" class="fn"><a href="#8279e33c-e355-437c-8bee-2195adb386af" id="8279e33c-e355-437c-8bee-2195adb386af-link">31</a></sup> Dem Bericht der Quelle „Popescu Emil“<sup data-fn="9b644fa9-7b4d-48e7-9dd6-d7b49ee36dc4" class="fn"><a href="#9b644fa9-7b4d-48e7-9dd6-d7b49ee36dc4" id="9b644fa9-7b4d-48e7-9dd6-d7b49ee36dc4-link">32</a></sup> zufolge habe Reich „mit den Hitleristen sympathisiert“. Nun erfreue er sich des Vertrauens und Einflusses unter den evangelischen Pfarrern, da er intelligent sei und einen „noblen Charakter“ habe. Er habe viele Kinder,<sup data-fn="c9f700ae-4b80-452e-8c2e-82bcee850fd7" class="fn"><a href="#c9f700ae-4b80-452e-8c2e-82bcee850fd7" id="c9f700ae-4b80-452e-8c2e-82bcee850fd7-link">33</a></sup> weshalb er ein bescheidenes Leben führe. Außereheliche Beziehungen seien keine bekannt, so der Informant. Das Gegenteil wäre für die Securitate eine wichtige Information im Hinblick auf eine Erpressung gewesen. Die Haltung Reichs dem Bischof gegenüber sei neutral, er habe dem Berichtenden jedoch einmal gesagt, der Bischof sei alt und schlafe bei den Pastoralkonferenzen ständig ein, und er sei deswegen der Ansicht, der Bischof solle gegen einen Jüngeren ausgetauscht werden.<sup data-fn="e24f0fb6-68ff-44c8-b908-905a2a921316" class="fn"><a href="#e24f0fb6-68ff-44c8-b908-905a2a921316" id="e24f0fb6-68ff-44c8-b908-905a2a921316-link">34</a></sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Anstehende Wahlen&nbsp;</h2>



<p>In das Visier der Securitate in Hermannstadt gerät Pfarrer Reich insbesondere 1961, als er als potenzieller Kandidat für das Amt des Stadtpfarrers gehandelt wird. Die Jahre der brutalen Willkürakte der Staatsmacht waren zwar vorbei, doch die vor nicht allzu langer Zeit ausgesprochenen Urteile in den politischen Prozessen gegen mehrere Pfarrer der EKR als Disziplinierungsmaßnahme nach dem Ungarnaufstand hatten die Kirchengemeinden und die Geistlichen nicht vergessen. Erwähnt sei an dieser Stelle nur der sogenannte Schwarze-Kirche-Prozess, in dem der Kronstädter Stadtpfarrer Konrad Möckel im Dezember 1958 zum Tode verurteilt worden war (das Urteil wurde in lebenslange Haft umgewandelt),<sup data-fn="09d681df-07ea-426b-8ae0-a3cad750a71d" class="fn"><a href="#09d681df-07ea-426b-8ae0-a3cad750a71d" id="09d681df-07ea-426b-8ae0-a3cad750a71d-link">35</a></sup> sowie die Mitverurteilung zweier Pfarrer – Andreas Birkner<sup data-fn="2ea75358-72a9-4a24-a0db-4efa1ab26320" class="fn"><a href="#2ea75358-72a9-4a24-a0db-4efa1ab26320" id="2ea75358-72a9-4a24-a0db-4efa1ab26320-link">36</a></sup> und Harald Siegmund<sup data-fn="a8be6d1a-cec2-41de-afa5-92a81b3b611b" class="fn"><a href="#a8be6d1a-cec2-41de-afa5-92a81b3b611b" id="a8be6d1a-cec2-41de-afa5-92a81b3b611b-link">37</a></sup> – im sogenannten Schriftstellerprozess.<sup data-fn="a33cdf17-b3f3-4b40-a72c-cc691f42ab6e" class="fn"><a href="#a33cdf17-b3f3-4b40-a72c-cc691f42ab6e" id="a33cdf17-b3f3-4b40-a72c-cc691f42ab6e-link">38</a></sup>&nbsp;</p>



<p>Der amtierende Stadtpfarrer Alfred Herrmann<sup data-fn="062e1989-d6d7-4670-aa61-0c1ccbee29b3" class="fn"><a href="#062e1989-d6d7-4670-aa61-0c1ccbee29b3" id="062e1989-d6d7-4670-aa61-0c1ccbee29b3-link">39</a></sup> hatte auch das Amt des Bischofsvikars inne. Herrmann sollte – so hatten die Pläne von Securitate und Kultusoberbehörde in der ersten Hälfte der 1950er-Jahre gelautet – Bischof Müller aus dem Amt verdrängen. Gelungen ist der Coup jedoch nicht.<sup data-fn="9c993169-ce4c-4769-83aa-c15cfa0a861f" class="fn"><a href="#9c993169-ce4c-4769-83aa-c15cfa0a861f" id="9c993169-ce4c-4769-83aa-c15cfa0a861f-link">40</a></sup> Der Rücktritt des Stadtpfarrers aus dem Amt war im November 1961 erfolgt.<sup data-fn="3b59a5f9-16af-4e76-8e2a-4451f4fafcb1" class="fn"><a href="#3b59a5f9-16af-4e76-8e2a-4451f4fafcb1" id="3b59a5f9-16af-4e76-8e2a-4451f4fafcb1-link">41</a></sup> Herrmann hatte seinen Beschluss, angesichts seines angeschlagenen Gesundheitszustandes in Rente zu gehen, dem Presbyterium der Hermannstädter evangelischen Gemeinde in dessen Sitzung am 1. November 1962 mitgeteilt. In derselben Zusammenkunft beauftragte das Presbyterium Kurator Kurt Schebesch mit dem Kultusbeauftragten von Hermannstadt Gheorghe Moldovan<sup data-fn="d98b42f9-9a6e-4378-8270-a566f2cadcfe" class="fn"><a href="#d98b42f9-9a6e-4378-8270-a566f2cadcfe" id="d98b42f9-9a6e-4378-8270-a566f2cadcfe-link">42</a></sup> in der „Angelegenheit“ der Stellenausschreibung und -besetzung in Kontakt zu treten.<sup data-fn="269895f6-77f3-4bb6-8bf7-46317190348c" class="fn"><a href="#269895f6-77f3-4bb6-8bf7-46317190348c" id="269895f6-77f3-4bb6-8bf7-46317190348c-link">43</a></sup> Die Stadtpfarrerwahlen sollten vor den Bezirkskirchenwahlen (Frühjahr 1962) und den Landeskirchenwahlen (Herbst 1962) erfolgen, um dem neugewählten Stadtpfarrer der größten evangelischen Gemeinde – sie zählte zu jener Zeit fast 17.000 Mitglieder – und zugleich jener im Ort des Bischofssitzes, die Wahl in das Landeskonsistorium und möglicherweise gar zum Bischofsvikar zu ermöglichen. Aus der Sicht der Staatsmacht war es aus diesem Grund äußerst wichtig, eine ihr genehme und „leitbare“ Person in das Amt zu setzen. Bischof Müller und die Gemeinde erhofften das Gegenteil. Am 18. Dezember beschloss das Presbyterium die Ausschreibung des Stadtpfarrerpostens.<sup data-fn="345096b7-234e-4bbb-b6b6-029c063d2b10" class="fn"><a href="#345096b7-234e-4bbb-b6b6-029c063d2b10" id="345096b7-234e-4bbb-b6b6-029c063d2b10-link">44</a></sup> Der „Bewerbungsaufruf“ zur Wiederbesetzung der Stadtpfarrstelle wurde vom Landeskonsistorium am 22. Dezember 1961 ausgestellt, Meldungstermin der Kandidaten war der 23. Januar 1962.<sup data-fn="26aa191d-d926-42fc-b346-092beeadc7f7" class="fn"><a href="#26aa191d-d926-42fc-b346-092beeadc7f7" id="26aa191d-d926-42fc-b346-092beeadc7f7-link">45</a></sup></p>



<p>Securitate und Kultusdepartement bereiteten die Wahl des Nachfolgers von Alfred Herrmann nachweislich seit 1960 vor. Der Kultusbeauftragte der Region Kronstadt, Eugen Duldner,<sup data-fn="196c86f2-6a02-4a65-81f1-f17d8454deac" class="fn"><a href="#196c86f2-6a02-4a65-81f1-f17d8454deac" id="196c86f2-6a02-4a65-81f1-f17d8454deac-link">46</a></sup> und die Securitate hatten Johann Gross für das Amt auserkoren. Dieser war mit Unterstützung der Kultusbehörde 1954 zum Dechanten des Hermannstädter Bezirkes gewählt worden.<sup data-fn="9135456b-ee8f-4363-91c5-4a34994f8d7d" class="fn"><a href="#9135456b-ee8f-4363-91c5-4a34994f8d7d" id="9135456b-ee8f-4363-91c5-4a34994f8d7d-link">47</a></sup> 1960 schlug Duldner – im Einverständnis mit dem Regionsparteikomitee und den Vertretern der Securitate – Gross als Kandidaten für das Bischofsamt vor, weil man mit ihm „gut zusammenarbeiten“ und „durch ihn eine Reihe Reformen und Säuberungen unter dem geistlichen und administrativen Personal durchführen werden kann, wovor er keine Gewissenbisse haben werde“.<sup data-fn="8e7eeff4-bca7-4c65-872b-d020902a5498" class="fn"><a href="#8e7eeff4-bca7-4c65-872b-d020902a5498" id="8e7eeff4-bca7-4c65-872b-d020902a5498-link">48</a></sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kandidaten</h2>



<p>Johann Gross (1904–1975) hatte von 1925 bis 1930 in Wien Theologie studiert und war 1931 zum Pfarrer ordiniert worden. Er war Lehrer und Pfarrer in mehreren Dörfern Siebenbürgens gewesen, bevor er 1940 zum Pfarrer von Talmesch (rum. Tălmaciu, ung. Nagytalmáci) und danach 1946 zu jenem von Hammersdorf (rum. Gușterița, ung. Szenterzsébet, seit den 1940er-Jahren ein Stadtteil von Hermannstadt) gewählt worden war. In einer Charakterisierung aus Kirchenkreisen<sup data-fn="31f1a396-37f8-49eb-9be9-08c43ef6664f" class="fn"><a href="#31f1a396-37f8-49eb-9be9-08c43ef6664f" id="31f1a396-37f8-49eb-9be9-08c43ef6664f-link">49</a></sup> wird mitgeteilt, er sei 1944 als Pfarrer im Generalgouvernement eingesetzt gewesen,<sup data-fn="8da7f507-9346-4829-bb58-012605b99166" class="fn"><a href="#8da7f507-9346-4829-bb58-012605b99166" id="8da7f507-9346-4829-bb58-012605b99166-link">50</a></sup> habe sich aber in der NS-Zeit der Politik ferngehalten und verfüge über gute Beziehungen zu den Kultusbeauftragten.<sup data-fn="b805f7bc-caa7-4577-9782-ff15bb27fc20" class="fn"><a href="#b805f7bc-caa7-4577-9782-ff15bb27fc20" id="b805f7bc-caa7-4577-9782-ff15bb27fc20-link">51</a></sup> „Johann M. Gross, Talmesch“ gehörte allerdings nach der Gründung der Arbeitsgemeinschaft des „Institutes zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ zu den Unterzeichnern des „Grußes an den Volkgruppenführer“.<sup data-fn="ba7945ce-460a-4b4e-a54f-f7e3b93c27ce" class="fn"><a href="#ba7945ce-460a-4b4e-a54f-f7e3b93c27ce" id="ba7945ce-460a-4b4e-a54f-f7e3b93c27ce-link">52</a></sup> In einem umfassenden Bericht der Securitate Hermannstadt an die Generaldirektion in Bukarest vom 17. August 1951 sind mehrere Zeugenaussagen u. a. von Mitgliedern des Deutschen Antifaschistischen Komitees (DAK)<sup data-fn="23ffd2da-1107-49f2-adaa-a763d224ae1b" class="fn"><a href="#23ffd2da-1107-49f2-adaa-a763d224ae1b" id="23ffd2da-1107-49f2-adaa-a763d224ae1b-link">53</a></sup> zitiert, denen zufolge Gross den DViR-Führern widersprochen und sich als Pfarrer in die Politik nicht eingemischt habe, 1945 der Gewerkschaft beigetreten und 1947 zum Leiter der Pfarrer-Gewerkschaft gewählt worden war. Er nehme aktiv am „Friedenskampf“ teil und habe schon mal einen Gottesdienst von Sonntagvormittag auf -nachmittag verschoben, um eine antifaschistische Versammlung abzuhalten. Auch lehne er keinen Auftrag der RKP-Organe ab.<sup data-fn="74d2cbac-4c6c-4358-88ef-ce76054f7a65" class="fn"><a href="#74d2cbac-4c6c-4358-88ef-ce76054f7a65" id="74d2cbac-4c6c-4358-88ef-ce76054f7a65-link">54</a></sup></p>



<p>Versuchte er seine NS-Vergangenheit durch das Engagement für die neuen Machthaber wettzumachen oder war er ein Karrierist und Opportunist? In seiner Selbstbiografie gibt Gross im Vorfeld der Anwerbung als Informant an, die NS-Volksgruppenführung habe ihn seit 1941 aus dem Pfarramt drängen wollen und er sei nur einen Monat im Generalgouvernement gewesen, da seine Gattin krank gewesen sei und in dem Ort seiner Zuteilung keine deutschsprachigen evangelischen Gemeindeglieder waren.<sup data-fn="00c9cd07-b714-40c3-b1e2-a99168c01f79" class="fn"><a href="#00c9cd07-b714-40c3-b1e2-a99168c01f79" id="00c9cd07-b714-40c3-b1e2-a99168c01f79-link">55</a></sup></p>



<p>Gezielte Informationen über die anstehenden Stadtpfarrer-, Dechanten- und Bischofsvikarswahlen zog die Securitate seit Herbst 1961 ein. Wegen der Erkrankung Alfred Herrmanns hatte die Gemeindevertretung in ihrer Zusammenkunft am 28. Juni 1961 Pfarrer Otto Reich einstimmig zum Stellvertreter des Stadtpfarrers gewählt. Die Hermannstädter evangelische Gemeinde betreuten in jenen Jahren ferner die Pfarrer Johann Roth, Michael Lösch und Günter Henrich.<sup data-fn="f272eb9d-7dc8-4fc9-a40f-68965fed7f79" class="fn"><a href="#f272eb9d-7dc8-4fc9-a40f-68965fed7f79" id="f272eb9d-7dc8-4fc9-a40f-68965fed7f79-link">56</a></sup> In der Akte von Otto Reich sind die Berichte der Informanten „Popescu“<sup data-fn="4858e28e-6676-4d08-a6b9-98782e9fa562" class="fn"><a href="#4858e28e-6676-4d08-a6b9-98782e9fa562" id="4858e28e-6676-4d08-a6b9-98782e9fa562-link">57</a></sup> vom 11. September 1961 sowie „Olteanu“<sup data-fn="3516b86d-76fb-4be6-8ae4-5f843b4a60d3" class="fn"><a href="#3516b86d-76fb-4be6-8ae4-5f843b4a60d3" id="3516b86d-76fb-4be6-8ae4-5f843b4a60d3-link">58</a></sup> vom 27. September 1961 abgeheftet. „Popescu“ erwähnt, dass Bischof Müller Otto Reich gern als Stadtpfarrer sähe, in den Präferenzen des Bischofs stehe an zweiter Stelle Ernst Weingärtner und an dritter Stelle Johann Gross. Diese drei Pfarrer würden auch in Pfarrerkreisen als mögliche Nachfolger im Stadtpfarramt betrachtet, wobei Gross und Weingärtner auch als Kandidaten für die Dechantenwahl in Frage kämen.<sup data-fn="41dcc0bf-4691-4703-9ad2-8e51b94623d5" class="fn"><a href="#41dcc0bf-4691-4703-9ad2-8e51b94623d5" id="41dcc0bf-4691-4703-9ad2-8e51b94623d5-link">59</a></sup> Der Offizier vermerkt in Fortsetzung des Informantenberichtes von „Popescu“, der IM habe sich mit dem Bischof „solidarisiert“, um die Wahl von Gross zum Dechanten und Stadtpfarrer zum Scheitern zu bringen.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Weingärtner war tatsächlich als Kandidat im Gespräch, vermutlich war er jedoch von seinem Führungsoffizier informiert worden, dass Gross der Kandidat der Staatsbehörden sei und er folglich von einer Kandidatur absehen solle. Indem er nun aber mitteilt, dass er in der Gunst des Bischofs vor Gross rangiere, signalisierte er nicht nur seinen Anspruch auf das Amt, sondern vermutlich auch die Intention des Bischofs, die Wahl von Gross zu verhindern. Der Offizier ordnete als Folge dieser Mitteilung an, Maßnahmen zu treffen, um die Aktionen des Bischofs sowohl „durch die Agentur“, das heißt das Netzwerk der Informanten, als auch über die Bevollmächtigten zu konterkarieren.<sup data-fn="aebb6e59-1e70-4315-b813-0438a3becd1a" class="fn"><a href="#aebb6e59-1e70-4315-b813-0438a3becd1a" id="aebb6e59-1e70-4315-b813-0438a3becd1a-link">60</a></sup> „Olteanu“ spricht sich für Gross aus, wohl wissend, dass das Kultusdepartement ihn unterstützt und um diesem nicht zu widersprechen.<sup data-fn="f58fea1d-3c7b-4098-888b-cb746dafeadb" class="fn"><a href="#f58fea1d-3c7b-4098-888b-cb746dafeadb" id="f58fea1d-3c7b-4098-888b-cb746dafeadb-link">61</a></sup></p>



<p>Die am 25. Dezember 1961 erfolgte Verabschiedung von Alfred Herrmann aus dem Stadtpfarramt schildert der Kultusbeauftragte von Hermannstadt, Gheorghe Moldovan, in einem ausführlichen Bericht an die Kultusoberbehörde. Der Großteil seines Berichtes ist allerdings den Spannungen und Vorbereitungen der Wahlen gewidmet.<sup data-fn="ce522d6e-c670-4617-9b3c-b9f9eb492626" class="fn"><a href="#ce522d6e-c670-4617-9b3c-b9f9eb492626" id="ce522d6e-c670-4617-9b3c-b9f9eb492626-link">62</a></sup> Die Regionsdirektion der Securitate in Kronstadt erinnerte das Rayonsamt in Hermannstadt am 30. Dezember 1961 an die im informativen Maßnahmenplan betreffend die EKR geplanten Schritte, um den Agenten „Nikodemus“ in das Amt des Stadtpfarrers zu bringen.<sup data-fn="daa788da-5731-4646-a66e-64d1c7100347" class="fn"><a href="#daa788da-5731-4646-a66e-64d1c7100347" id="daa788da-5731-4646-a66e-64d1c7100347-link">63</a></sup> In seinem Bericht über die Tätigkeit im Jahr 1961 schreibt der Regionsbevollmächtigte Duldner, zu den wichtigsten Problemen gehöre weiterhin die EKR, wo Bischof Müller seine Strategie geändert habe: Bislang habe er die Pfarrer mit „guten Beziehungen zu den Staatsorganen“ auf Distanz gehalten, da er aber die immer entscheidendere Bedeutung des Departements festgestellt habe sowie dessen Einfluss auf einige der Spitzenvertreter der Kirche – und dieser zu seinen Ungunsten erfolge –, sei er nun bemüht, diese Pfarrer auf seine Seite zu bringen. So versuche er nun zu verhindern, dass Gross nach Hermannstadt (ins Stadtpfarramt) gelange und mittels Intrigen sei es ihm gelungen, Weingärtner von Gross zu entfernen.<sup data-fn="906a21ad-2663-4c97-ac0a-06019a622ab2" class="fn"><a href="#906a21ad-2663-4c97-ac0a-06019a622ab2" id="906a21ad-2663-4c97-ac0a-06019a622ab2-link">64</a></sup></p>



<p>Der Kirchenordnung der EKR zufolge wählen die stimmberechtigten Gemeindevertretungsmitglieder den Stadtpfarrer, die Wahl musste jedoch durch das Kultusdepartement bestätigt werden. Um das gewünschte Ergebnis zu erhalten, mussten markante Vertreter der Gemeinde dahingehend beeinflusst werden, als Kandidaten jenen Pfarrer vorzuschlagen, der in der Gunst der staatlichen Behörden stand oder bereit gewesen wäre, eine Konfrontation mit ihnen in Kauf zu nehmen in der Hoffnung, dass seine Wahl, dank dem Vorsprechen des Bischofs bei hohen Staats- und Parteisprechern genehmigt wird.<sup data-fn="ee64e35b-b165-4b2c-89ab-e63dd0c8d7da" class="fn"><a href="#ee64e35b-b165-4b2c-89ab-e63dd0c8d7da" id="ee64e35b-b165-4b2c-89ab-e63dd0c8d7da-link">65</a></sup> „Kultusinspektor“ Moldovan nahm an der Sitzung der Gemeindevertretung am 7. Januar 1962 teil. Ob der Kultusinspektor etwas gesagt hat und falls ja, was, ist nicht protokolliert. In den Protokollen aller Sitzungen teilt der Kurator eingangs mit, diese seien „ordnungsgemäß bei der Miliz angemeldet“ worden (wie das im Falle jeder Versammlung verpflichtend war).<sup data-fn="e6f5f040-911f-455b-8ca8-b5b34ac40f73" class="fn"><a href="#e6f5f040-911f-455b-8ca8-b5b34ac40f73" id="e6f5f040-911f-455b-8ca8-b5b34ac40f73-link">66</a></sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Plan der Securitate&nbsp;</h2>



<p>Über seinen Plan betreffend die Wahlvorbereitung erstattet der Rayonsdienst Hermannstadt der Securitate am 15. Januar 1962 Bericht. Das Dokument ist in doppelter Kopie in der Akte Reichs vorhanden. Erwähnt wird darin ein direktes Gespräch zwischen Reich und dem Kultusbevollmächtigten der Region Kronstadt, der den Pfarrer aufgefordert hat, von der Kandidatur abzusehen, da er die Amtsbestätigung nicht erhalten werde. Ein Standpunkt, den auch der Landeskirchenkurator unterstützte, der das Gespräch vermittelt hatte.<sup data-fn="a8ec26fd-c579-4d2d-9cbc-55522594e76d" class="fn"><a href="#a8ec26fd-c579-4d2d-9cbc-55522594e76d" id="a8ec26fd-c579-4d2d-9cbc-55522594e76d-link">67</a></sup> Die Stimmung in der Kirchengemeinde, in der sich Pfarrer Reich großer Beliebtheit erfreute, und die wusste, dass Dechant Gross der Kandidat der Staatsmacht war, widerspiegelt der Informantenbericht der Quelle „Petruc Valer“.<sup data-fn="d129aafb-6f99-4e72-b038-377cd6b608e3" class="fn"><a href="#d129aafb-6f99-4e72-b038-377cd6b608e3" id="d129aafb-6f99-4e72-b038-377cd6b608e3-link">68</a></sup> Wenige Tage zuvor hatte derselbe IM seinem Führungsoffizier über ein Gespräch mit Pfarrer Reich berichtet, der ihm mitgeteilt habe, er fühle sich wegen der Wahlen im Augenmerk der Securitate und der Parteiorgane. Reich habe nicht beabsichtigt, für das Stadtpfarramt zu kandidieren, die Mehrheit der armen Bevölkerung möchte jedoch ihn zum Stadtpfarrer haben, „die Organe“ allerdings wünschten Pfarrer Gross in diesem Amt, so der IM.<sup data-fn="94dae4cb-b16a-41cc-aed2-90c13bfab064" class="fn"><a href="#94dae4cb-b16a-41cc-aed2-90c13bfab064" id="94dae4cb-b16a-41cc-aed2-90c13bfab064-link">69</a></sup></p>



<p>Die Vertreter der Staatsmacht machten wenig Hehl aus ihren Absichten – wohl auch, um die Leute einzuschüchtern. Bischof Müller berichtet in seinen Erinnerungen, dass der Regions- und der Rayonsbevollmächtigte Kurator Schebesch zu einer Unterredung in die Gaststätte des „Römischen Kaisers“ bestellt hatten, in der sie ihm „den Plan der Securitate zwecks Durchführung der Wahl von Gross als Stadtpfarrer mit Einsatz ihrer Beeinflussung der Wahlberechtigten bekanntgaben.“ Schebesch informierte den Bischof und dieser sandte eine Denkschrift an den Generalsekretär des Kultusdepartements Dumitru Dogaru.<sup data-fn="945e2495-c383-477e-893e-017df0741eb1" class="fn"><a href="#945e2495-c383-477e-893e-017df0741eb1" id="945e2495-c383-477e-893e-017df0741eb1-link">70</a></sup> Dogaru entsandte einen Bevollmächtigten aus Bukarest, der mit Kurator Schebesch und den lokalen Behörden den Kompromiss aushandelte, Ernst Weingärtner als Kandidaten vorzuschlagen. Reich habe von der Kandidatur selbst abgesehen.<sup data-fn="a882a21b-5fec-4eab-856a-00c3b612f867" class="fn"><a href="#a882a21b-5fec-4eab-856a-00c3b612f867" id="a882a21b-5fec-4eab-856a-00c3b612f867-link">71</a></sup> </p>



<p>Vermutlich war der auf ihn ausgeübte Druck zu stark gewesen und er nicht gewillt, es auf eine Konfrontation ankommen zu lassen, bei der kaum Aussichten bestanden, sie zu seinen Gunsten zu entscheiden.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Dass Otto Reich der Wunschkandidat der Gemeinde und des Bischofs gewesen war, aber „leider nicht von den letztlich ausschlaggebenden Vertretern des Kultusministeriums in Bukarest“, und dass der Bischof zu verhindern versuchte, dass der „wenig interessante Geistliche (Pfarrer aus Hammersdorf)“ mit „rotem, zumindest rötlichem Einschlag“ gewählt werde und dass das „Nein“ aus Bukarest bewirkt habe, dass der ihnen genehme Pfarrer von Großau (rum. Cristian, ung. Keresztenysziget), Ernst Weingärtner, gewählt wurde, bestätigte auch Trude Kast, Bischof Müllers Haushaltsdame, in ihren Erinnerungen.<sup data-fn="dcdcaf24-2e71-4c54-ac60-90c1e46ec6e2" class="fn"><a href="#dcdcaf24-2e71-4c54-ac60-90c1e46ec6e2" id="dcdcaf24-2e71-4c54-ac60-90c1e46ec6e2-link">72</a></sup></p>



<p>Die Stadtpfarrerwahl wird von der Gemeindevertretung in einer Zusammenkunft am 21. Januar 1962 besprochen. In ihr teilt Otto Reich mit, er habe „nach reiflicher Überlegung und vielen schlaflosen Nächten den Entschluss gefasst“, „sich um die Stadtpfarrerstelle nicht zu bewerben“. „Das Wohlergehen der Kirche, die harmonische Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und den höheren Behörden“ seien ihm wichtiger und wertvoller „als jede persönliche Ehrung“. Es schmerze ihn, die Gemeinde zu enttäuschen, aber sie dürfe nicht leiden und er bleibe ja weiterhin ihr Pfarrer. Er schlug als Kandidaten Pfarrer Weingärtner vor. Denselben Vorschlag unterbreitete auch Kurator Schebesch der Gemeindevertretung und sagte, die „Beweggründe“ könne er nicht mitteilen, „es ist aber Ehrensache, mir das Vertrauen zu schenken und keine unangenehmen Vorbedingungen zu schaffen. Was wir tun, geschieht freiwillig und ohne jeden Zwang, oder wir tun es nicht. Die Gemeinde wird einsehen, dass wir das Beste getan haben[,] was man tun konnte.“ Mehrere Mitglieder der Gemeindevertretung sprechen Kurator Schebesch das Vertrauen aus.<sup data-fn="37ff50ad-c902-4816-a948-57279387159a" class="fn"><a href="#37ff50ad-c902-4816-a948-57279387159a" id="37ff50ad-c902-4816-a948-57279387159a-link">73</a></sup>&nbsp;</p>



<p>Ernst Weingärtner wird am 28. Januar 1962 zum Stadtpfarrer gewählt. In den Protokollen der evangelischen Kirchengemeinde befindet sich nur der Vermerk, dass ein Bericht darüber nicht verfasst wurde.<sup data-fn="0eb8965a-4b46-499c-8aee-3e21e0d71653" class="fn"><a href="#0eb8965a-4b46-499c-8aee-3e21e0d71653" id="0eb8965a-4b46-499c-8aee-3e21e0d71653-link">74</a></sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der gewählte Stadtpfarrer&nbsp;</h2>



<p>Ernst Weingärtner (1918–2001), 1942 bis 1952 Pfarrer in Bulkesch (rum. Bălcaciu, ung. Bolkács) und seither in Großau, wurde 1952 erstmals als IM angeworben.<sup data-fn="6a459571-2a39-4d56-8fcf-2fa86ff50a8e" class="fn"><a href="#6a459571-2a39-4d56-8fcf-2fa86ff50a8e" id="6a459571-2a39-4d56-8fcf-2fa86ff50a8e-link">75</a></sup> In dem Bericht über seine Rekrutierung wird mitgeteilt, er sei zum Treffen mit den Unterlagen über seine Konflikte mit der DViR-Führung der Gemeinde erschienen und habe sich mit der Politik der RKP einverstanden erklärt.<sup data-fn="ee07210e-48d2-435e-9af3-744c3203bcb8" class="fn"><a href="#ee07210e-48d2-435e-9af3-744c3203bcb8" id="ee07210e-48d2-435e-9af3-744c3203bcb8-link">76</a></sup> 1955 wurde er – zwischenzeitlich Pfarrer im Rayon Hermannstadt – von der dortigen Securitate als IM „reaktiviert“. Im Bericht über diesen Vorgang charakterisiert der Offizier ihn als „intelligent und schlau“.<sup data-fn="d5a1256c-71fc-41ca-b69e-978f4866cba1" class="fn"><a href="#d5a1256c-71fc-41ca-b69e-978f4866cba1" id="d5a1256c-71fc-41ca-b69e-978f4866cba1-link">77</a></sup></p>



<p>Über den Ablauf der Stadtpfarrerwahl erfahren wir auch aus Reichs Akte nichts. In ihr ist erst der Bericht des Kultusbevollmächtigten Moldovan von der am 24. März 1962 erfolgten Einführung von Ernst Weingärtner als Stadtpfarrer abgeheftet.<sup data-fn="d4cd8f03-c8ff-483a-9059-0e5dfbd409d0" class="fn"><a href="#d4cd8f03-c8ff-483a-9059-0e5dfbd409d0" id="d4cd8f03-c8ff-483a-9059-0e5dfbd409d0-link">78</a></sup> Pfarrer Otto Reich wird darin nicht mehr erwähnt. Weingärtners Wahl zum Stadtpfarrer von Hermannstadt und sein Transfer aus Großau waren am 20. Februar 1962 durch ein vom Regionsbevollmächtigten Duldner gezeichnetes Schreiben anerkannt beziehungsweise genehmigt worden. Weder der Regionsbevollmächtigte noch der ebenfalls auf der Gästeliste der Einführungsfeier geführte Vertreter des Kultusdepartements waren bei der Feierlichkeit anwesend.<sup data-fn="6715fac5-b63e-4665-bfa5-195cfb2bc6f4" class="fn"><a href="#6715fac5-b63e-4665-bfa5-195cfb2bc6f4" id="6715fac5-b63e-4665-bfa5-195cfb2bc6f4-link">79</a></sup>&nbsp;</p>



<p>In dem mit dem 6. Februar 1962 datierten „Synthesebericht über die Tätigkeit der Bevollmächtigten im Januar 1962“ bezeichnet Duldner die Stadtpfarrerwahl als Problem Nummer 1. Er gibt zu, dass das Departement einige Fehler gemacht habe, die Bischof Müller als Vorwand für die verschiedenen direkten Eingriffe in die Wahlen genutzt habe. Nach Ansicht Duldners seien die „retrograden und feindlichen“ Kräfte in der Kirche immer noch bedeutend. Selbst der Direktor im Kultusministerium Ion Rodeanu habe gesagt, „der heutige Geist der Reaktion in Hermannstadt unterscheidet sich in nichts von jenem von 1938“. Die Wahl von Weingärtner als Kompromiss beurteilt Duldner als „willkommen“. Den Informationen des Departements zufolge sei der Bischof nicht erfreut über diese Wahl, der Vorschlag sei jedoch so unerwartet gewesen, dass er keine Zeit hatte seine Leute in Bewegung zu setzen, um ihm entgegenzuwirken.<sup data-fn="92f825e8-6a89-48f5-9fb0-92c87e30192b" class="fn"><a href="#92f825e8-6a89-48f5-9fb0-92c87e30192b" id="92f825e8-6a89-48f5-9fb0-92c87e30192b-link">80</a></sup> In dem auf den 9. Januar 1962 datierten Tätigkeitsbericht über das Jahr 1961 hatte Duldner die Departementsleitung darauf hingewiesen, dass der Ausgang der Stadtpfarrerwahl in Hermannstadt als „Beweis“ für das Kräfteverhältnis in der EKR betrachtet werden könne: Sollte es dem Bischof gelingen, die Wahl von Dechant Gross zu verhindern, sei das Los der landeskirchlichen Wahlen besiegelt, die dann nach dem Gutdünken des Bischofs stattfinden werden. Werde Gross gewählt, werden sich die Geistlichen um ihn gruppieren; das Ergebnis des Wahlerfolgs sei zurzeit nicht abschätzbar.<sup data-fn="a17ceb4d-bffe-4a07-9570-6dcf998da6ae" class="fn"><a href="#a17ceb4d-bffe-4a07-9570-6dcf998da6ae" id="a17ceb4d-bffe-4a07-9570-6dcf998da6ae-link">81</a></sup>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p>In der Akte Reichs befindet sich der Bericht des Hermannstädter Bevollmächtigten über die Vorbereitungssitzung der Bezirkskirchenwahlen am 2. März 1962, in der die Kandidatenliste festgelegt und Pfarrer Reich als abwesend gemeldet wurde. Mehrere Pfarrer hatten die Wiederwahl von Johann Gross zum Dechanten vorgeschlagen, einige Pfarrer jedoch empfahlen statt diesem Ernst Weingärtner.<sup data-fn="89ac72a8-49e3-4715-899e-ac59a1bc5fc7" class="fn"><a href="#89ac72a8-49e3-4715-899e-ac59a1bc5fc7" id="89ac72a8-49e3-4715-899e-ac59a1bc5fc7-link">82</a></sup> Aus dem ebenfalls vorhandenen Bericht von Moldovan über die Bezirkskirchenwahlen vom 11. März 1962 geht hervor, dass Weingärtner nicht kandidierte, aber dennoch 32 Stimmen erhielt, während Gross mit Stimmenmehrheit (82 Stimmen) wiedergewählt wurde.<sup data-fn="73c4fb61-04f0-40bf-a274-c99fa4944e3d" class="fn"><a href="#73c4fb61-04f0-40bf-a274-c99fa4944e3d" id="73c4fb61-04f0-40bf-a274-c99fa4944e3d-link">83</a></sup></p>



<p>War Weingärtner nahegelegt worden, von einer Kandidatur abzusehen, und war dieser Verzicht Teil des ausgehandelten Kompromisses gewesen? Musste Gross Dechant bleiben, damit weder er noch die ihn unterstützenden Vertreter der Staatsmacht ihr Ansehen verlieren? Bischof Friedrich Müller konnte es im November 1962 verhindern, dass einer der beiden zum Bischofsvikar gewählt wurde, wie es Securitate und lokale Kultusbeauftragte beabsichtigt hatten.<sup data-fn="fd8af975-1d46-4b99-8590-e41fe994851c" class="fn"><a href="#fd8af975-1d46-4b99-8590-e41fe994851c" id="fd8af975-1d46-4b99-8590-e41fe994851c-link">84</a></sup></p>



<p>In Reichs Akte ist fernerhin die mit dem 18. April 1962 datierte ausführliche Berichterstattung über die Maßnahmen abgeheftet, die zur Umsetzung der im „Arbeitsplan“ betreffend die evangelisch-lutherische Glaubensgemeinschaft vorgesehenen Aufgaben getroffen wurden, sowie die dadurch erhaltenen Ergebnisse des Rayonsdienstes Hermannstadt der Securitate. Laut Ansicht der Offiziere waren so die Prämissen geschaffen für die „positive Orientierung“ der Kultusleitung in der von ihnen gewünschten Richtung. Im Klartext bedeutet dies: infolge der Stadtpfarrer- und der Bezirkskirchenwahlen war eine Instrumentalisierung der Repräsentanten der Glaubensgemeinschaft insgesamt sowie hinsichtlich der Landeskirchenwahlen möglich.<sup data-fn="5a8eacdc-c3c4-4b26-8ad2-a813be7b6853" class="fn"><a href="#5a8eacdc-c3c4-4b26-8ad2-a813be7b6853" id="5a8eacdc-c3c4-4b26-8ad2-a813be7b6853-link">85</a></sup></p>



<p>Auch Weingärtners Führungsoffizier zeigte sich nach dessen Einsetzung als Stadtpfarrer zufrieden mit der Kooperation. 1963 stellt er jedoch – auch infolge der Wahl des Stadtpfarrers ins Landeskonsistorium, von wo Informationen erwartet wurden – eine „Reserviertheit“ in der Informantentätigkeit fest. 1964 wurde Weingärtner wegen „bewusster und absichtlicher Reserviertheit und Unehrlichkeit“ aus dem Informantennetz ausgeschlossen. Er hatte es u. a. versäumt, von Kontakten zu einem Vertreter der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland zu berichten.<sup data-fn="75c062d0-f991-4d96-b7c8-40063b09fbb1" class="fn"><a href="#75c062d0-f991-4d96-b7c8-40063b09fbb1" id="75c062d0-f991-4d96-b7c8-40063b09fbb1-link">86</a></sup> In demselben Jahr wurde auch Johann Gross aus dem Mitarbeiterverhältnis entlassen. Er war infolge der ihm versprochenen und dann nicht erfolgten Wahl ins Landeskonsistorium und zum Bischofsvikar enttäuscht und ebenfalls auf Distanz zu den Vertretern der Staatsmacht gegangen. Aus Protest stellte er einen Ausreiseantrag.<sup data-fn="4892ba00-acbf-4cb4-9d28-8558e0b97b90" class="fn"><a href="#4892ba00-acbf-4cb4-9d28-8558e0b97b90" id="4892ba00-acbf-4cb4-9d28-8558e0b97b90-link">87</a></sup> Weingärtner wurde auf Grund der Kontakte zur Landsmannschaft und seiner Einstellung zugunsten der Ausreise – die auch zum Konflikt mit Bischof Müller geführt hatten –<sup data-fn="8233a26c-1944-4d11-b8aa-a40eb9293b73" class="fn"><a href="#8233a26c-1944-4d11-b8aa-a40eb9293b73" id="8233a26c-1944-4d11-b8aa-a40eb9293b73-link">88</a></sup> eine Überwachungs- und 1977 sodann eine informative Verfolgungsakte eröffnet, die jeweils mit seiner erneuten Anwerbung als Informant geschlossen wurden.<sup data-fn="05b3d73c-ee87-490d-a63f-1c7cc7077814" class="fn"><a href="#05b3d73c-ee87-490d-a63f-1c7cc7077814" id="05b3d73c-ee87-490d-a63f-1c7cc7077814-link">89</a></sup> Der offenbar eitle und die Konventionen der Zusammenarbeit mit dem Presbyterium überschreitende Weingärtner geriet sehr bald mit diesem und Kurator Schebesch in Konflikt und wurde 1971 aus disziplinarischen Gründen nach Großau rückversetzt.<sup data-fn="fba3995b-ddf9-48ff-994d-e3d4bfbb93db" class="fn"><a href="#fba3995b-ddf9-48ff-994d-e3d4bfbb93db" id="fba3995b-ddf9-48ff-994d-e3d4bfbb93db-link">90</a></sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Reich bleibt im Visier</h2>



<p>Was Pfarrer Otto Reich angeht, so wird er auch nach der Stadtpfarrerwahl weiter durch die Securitate beobachtet. Mit dem 9. September 1963 ist der „Beschluss, in Evidenz aufgenommen zu werden“<sup data-fn="95293281-ce11-4012-a8ec-959e89cc5835" class="fn"><a href="#95293281-ce11-4012-a8ec-959e89cc5835" id="95293281-ce11-4012-a8ec-959e89cc5835-link">91</a></sup> der Regionsdirektion der Securitate Kronstadt datiert – also die Entscheidung, die Überwachung Reichs fortzuführen. Als Motiv hierfür wird in dem entsprechenden Vordruck in der Rubrik „politische Tätigkeit vor dem 23. August 1944“ der Studienaufenthalt in Deutschland, der Einsatz an der Ostfront als Pfarrer und als ebensolcher sein Wirken in der „faschistischen Organisation“ angegeben.<sup data-fn="6f400e84-80b7-4819-8972-710d1844bbc5" class="fn"><a href="#6f400e84-80b7-4819-8972-710d1844bbc5" id="6f400e84-80b7-4819-8972-710d1844bbc5-link">92</a></sup> In der Rubrik „politische Tätigkeit nach dem 23. August 1944“ wird angeführt, er sei „aktiver Militant der evangelisch-lutherischen Glaubensgemeinschaft, fanatisches<sup data-fn="15f971f7-53d4-4608-96ab-8df3892aad3c" class="fn"><a href="#15f971f7-53d4-4608-96ab-8df3892aad3c" id="15f971f7-53d4-4608-96ab-8df3892aad3c-link">93</a></sup> Element, Vertrauensperson von Bischof Müller, unterhält Verbindungen zum Ausland“.<sup data-fn="04195315-a996-4cea-a3ca-9da52f06ecd6" class="fn"><a href="#04195315-a996-4cea-a3ca-9da52f06ecd6" id="04195315-a996-4cea-a3ca-9da52f06ecd6-link">94</a></sup> Derselbe Offizier (Vasile Machedon)<sup data-fn="56d24432-7fb2-460f-8b03-2f30b0533db1" class="fn"><a href="#56d24432-7fb2-460f-8b03-2f30b0533db1" id="56d24432-7fb2-460f-8b03-2f30b0533db1-link">95</a></sup> hatte bei Johann Gross als Motiv seiner Registrierung ebenfalls die Auslandsstudien, aber auch den Einsatz im Generalgouvernement angeführt, über seine Tätigkeit nach dem 23. August 1944 jedoch nur „aktiver Militant der evangelisch-lutherischen Glaubensgemeinschaft A. B.“ eingetragen.<sup data-fn="8c34a3ac-30c8-45be-9091-22a3cec9771a" class="fn"><a href="#8c34a3ac-30c8-45be-9091-22a3cec9771a" id="8c34a3ac-30c8-45be-9091-22a3cec9771a-link">96</a></sup> Eine neuerliche Überprüfung Reichs durch die Securitate erfolgte 1965, auf Grund ihrer wird der Vorschlag gemacht, ihn weiterhin „aktiv in der operativen Basis“ – das heißt im allgemeinen Beobachtungsvorgang der evangelischen Gemeinschaft – zu überwachen.<sup data-fn="6b88f032-3ab5-420a-8e91-26612d913ec6" class="fn"><a href="#6b88f032-3ab5-420a-8e91-26612d913ec6" id="6b88f032-3ab5-420a-8e91-26612d913ec6-link">97</a></sup> Er bleibt bis zu seiner Verrentung 1971 Stadtprediger in Hermannstadt und bei den Gemeindemitgliedern sowie Pfarrerkollegen sehr beliebt.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>In Kapitel VII, Artikel 84 der damals gültigen Verfassung Rumäniens von 1952 war verankert: „Die Glaubensgemeinschaften sind frei sich zu organisieren und ihre Tätigkeit auszuüben.“ Ein Beispiel für diese „Freiheit“ ist die Stadtpfarrerwahl 1962 in Hermannstadt. Sie beweist, wie sehr die Kirchengremien dem Diktat der Machtstrukturen ausgesetzt waren. Bei der Wahl fiel sowohl der Wunschkandidat der Gemeinde und des Bischofs als auch jener der Machtstrukturen durch. Gewählt wurde weder Pfarrer Otto Reich, der sich einer Instrumentalisierung verweigerte, noch der zur Mitarbeit gewillte Pfarrer Johann Gross. Aufgrund eines Kompromisses erfolgte die Wahl von Pfarrer Ernst Weingärtner. Otto Reich war letztlich ein Opfer der Intrigen von Kultusbeauftragten und Securitate im Hinblick auf die Wahl des Bischofsvikars und ihren Bemühungen, mehr Einfluss auf die Leitung der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien zu haben.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Dokumente</h2>



<p><strong>Dokument 1:</strong> 2. April 1958: Begleitschreiben der Regionsdirektion der Securitate Stalin an die Dienstelle des Rayons Hermannstadt bei dem Übersenden der Unterlagen zu Otto Reich&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Dokument 2:</strong> 27. September 1961: Bericht des Informanten „Olteanu“ betreffend die anstehenden Stadtpfarrerwahlen&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Dokument 3:</strong> 25. Dezember 1962: Bericht des Kultusbevollmächtigten des Rayons Hermannstadt, Gheorghe Moldovan, über die Verabschiedungsfeier von Bischofsvikar Alfred Herrmann und die sorgenvollen Erwägungen in der evangelischen Gemeinschaft&nbsp;</p>



<p><strong>Dokument 4: </strong>30. Dezember 1961: Erinnerungsschreiben der Regionsdirektion Kronstadt der Securitate an das Rayonsamt Hermannstadt betreffend die vorgesehenen Maßnahmen, um „Nikodemus“ in das Amt des Stadtpfarrer zu bringen&nbsp;</p>



<p><strong>Dokument 5:</strong> 15. Januar 1962: Bericht des Rayonsdienstes Hermannstadt der Securitate über die Vorbereitung der Wahl des Stadtpfarrers und Bischofsvikars&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Dokument 6:</strong> 24. Januar 1962: Bericht des Informanten „Petruc Valer“ über die Stimmung in der evangelischen Gemeinde vor den Stadtpfarrerwahlen&nbsp;</p>



<p><strong>Dokument 7:</strong> 18. April 1962: Bericht des Rayonsdienstes Hermannstadt der Securitate an die Regionsdirektion Kronstadt betreffend die im Arbeitsplan im Bereich „Evangelisch lutherische deutsche Glaubensgemeinschaft“ vorgesehenen Maßnahmen und deren Umsetzung&nbsp;</p>



<p><strong>Dokument 8:</strong> 25. Oktober 1965: Mitteilung des Rayonsdienstes der Securitate Hermannstadt an die Regionsdirektion Kronstadt, Pfarrer Otto Reich weiterhin in der operativen Datenbasis zu führen&nbsp;</p>



<p><strong>Editorische Hinweise: </strong>Die hier edierten Dokumente wurden von der Verfasserin dieses Beitrags ins Deutsche übersetzt. Die Übersetzung lehnt sich bewusst an die rumänische Terminologie an, um möglichen Lesern der CNSAS-Akten das Lesen zu erleichtern. Die Bedeutung einiger Abkürzungen der Securitate in der Anrede oder am Ende der Schriftstücke (zum Beispiel „s.c.“) konnte nicht geklärt werden. Sie wurden deshalb so belassen. Bei Datumsangaben wurde stets die im Original verwendete arabische oder römische Ziffer beibehalten. Da nicht alle genannten Securitate-Offiziere eindeutig zu identifizieren waren, fehlen in manchen Fällen biografische Angaben.&nbsp;</p>



<p><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2024/03/Baier-Dokument-1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PDF Dokument 1</a></p>



<p><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2024/03/Baier-Dokument-2.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PDF Dokument 2</a></p>



<p><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2024/03/Baier-Dokument-3.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PDF Dokument 3 </a></p>



<p><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2024/03/Baier-Dokument-4.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PDF Dokument 4</a></p>



<p><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2024/03/Baier-Dokument-5.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PDF Dokument 5 </a></p>



<p><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2024/03/Baier-Dokument-6.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PDF Dokument 6 </a></p>



<p><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2024/03/Baier-Dokument-7.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PDF Dokument 7</a></p>



<p><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2024/03/Baier-Dokument-8.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PDF Dokument 8 </a></p>



<p><strong>Hannelore Baier</strong> ist Journalistin, Autorin von Beiträgen und Herausgeberin von Dokumenten zur Zeitgeschichte der deutschen Minderheit in Rumänien.&nbsp;Letzte Buchveröffentlichung als Herausgeberin: Überwachung und Infiltration. Die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien unter kommunistischer Herrschaft (1945–1969). Dokumentation, als Band 143 der Veröffentlichungen des Instituts&nbsp;für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (IKGS), Regensburg 2022, erschienen.&nbsp;</p>


<ol class="wp-block-footnotes"><li id="86dd9c9e-7a40-402a-9ccf-f17a319543e0">MFI steht für „microfilmat fond informativ“, das heißt aus dem Informativfonds mikroverfilmt, SB für Sibiu beziehungsweise der Landkreis Sibiu/Hermannstadt, aus dem sie stammt. Die Mikroverfilmung der Akte „Reich Otto-Carol“ erfolgte laut Stempel auf dem Aktendeckel am 8.3.1975. <a href="#86dd9c9e-7a40-402a-9ccf-f17a319543e0-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 1 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="1faa3b57-01e8-4044-8f59-25016f7ac1a1">Größere evangelische Gemeinschaften wurden zumeist in den Städten neben dem Stadtpfarrer von einem oder mehreren sogenannten „Stadtpredigern“ betreut.  <a href="#1faa3b57-01e8-4044-8f59-25016f7ac1a1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 2 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="07c7cdae-2f82-40d9-83be-5cc4f6bb142c">Zur Problematik der Einmischung und Kontrolle der EKR vgl. auch Vasile Valentin: Supraveghere, imixtiune și control asupra Bisericii Evanghelice CA în primele două decenii postbelice. In: Caietele CNSAS 1–2 (2016), S. 9–42, in deutscher Zusammenfassung Vasile Valentin: Überwachung und Kontrolle der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien in den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten. In: Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde (fortan ZfSL) 41 (2018), S. 171–188; Hannelore Baier (Hg.): Überwachung und Infiltration. Die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien unter kommunistischer Herrschaft (1945–1969). Dokumentation. Regensburg 2022.  <a href="#07c7cdae-2f82-40d9-83be-5cc4f6bb142c-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 3 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="277f9bdc-bfaa-4f81-ab96-7560c6dd6cf6">In seinen Dichtungen nimmt er bestimmte Typen und Verhaltensweisen seiner Landsleute aufs Korn, seine Theaterstücke wurden von zahlreichen Schul- und Laientruppen aufgeführt. <a href="#277f9bdc-bfaa-4f81-ab96-7560c6dd6cf6-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 4 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="5ce996d1-9582-4a10-ac93-2b344edd51bc">Auf Grund von Dekret Nr. 253/1955 konnten in den Westen Europas geflüchtete oder infolge des Kriegsgeschehens dort verbliebene rumänische Staatsbürger ins Land zurückkehren, ohne – wie bis dahin – Gefängnisstrafen zu befürchten. Die Möglichkeit dieser Familienzusammenführung nutzten auch einige Rumäniendeutsche. <a href="#5ce996d1-9582-4a10-ac93-2b344edd51bc-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 5 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="c0b0b53b-7bd5-4523-a850-c8e2fbb7ed44">Arhivele Consiliului Național pentru Studierea Arhivelor Securității (Archive des Nationalen Rats für die Erforschung der Archive der Securitate [fortan ACNSAS]), MFI 9893 SB, S. 5. Die Note des Offiziers mit den Reich belastenden Aussagen trägt das Datum des 4.1.1956.    <a href="#c0b0b53b-7bd5-4523-a850-c8e2fbb7ed44-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 6 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="9537bdfd-f96b-45e6-a6a8-e67c6233e03c">ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 7 sowie S. 59. <a href="#9537bdfd-f96b-45e6-a6a8-e67c6233e03c-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 7 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="943f4731-8ed7-4ac1-99db-94409c937781">Ebenda, S. 6. <a href="#943f4731-8ed7-4ac1-99db-94409c937781-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 8 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="9ba15ae6-5539-4fe1-8ae6-bc9ee91d337e">Die Deutsche Volksgruppe in Rumänien (DViR) wurde aufgrund des Dekretgesetzes Nr. 388420.11. 1940 zur juristischen Person öffentlichen Rechts erklärt. Ihr „nationaler Willensträger“ war die am 9.11.1940 gegründete Nationalsozialistische Arbeiterpartei der Deutschen Volksgruppe in Rumänien.  <a href="#9ba15ae6-5539-4fe1-8ae6-bc9ee91d337e-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 9 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="3578ab91-d995-42d2-8e45-36a5477d089d">Aus der umfangreichen Literatur zur Deportation von rund 70.000 Rumäniendeutschen im Januar 1945 seien hier nur erwähnt: Georg Weber, Renate Weber-Schlenther, Armin Nassehi, Oliver Sill, Georg Kneer: Die Deportation von Siebenbürger Sachsen in die Sowjetunion 1945–1949, 3 Bände. Köln, Weimar, Wien 1996; Ilie Schipor: Deportarea în fosta URSS a etnicilor germani din România. Sibiu 2019; in deutscher Übersetzung: Die Deportation von Rumäniendeutschen in die UdSSR Sibiu 2023/Hermannstadt.      <a href="#3578ab91-d995-42d2-8e45-36a5477d089d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 10 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="077574c2-81ff-4ee7-89cc-87857764fa3b">Vgl. Hannelore Baier: Die Rechtsstellung der Deutschen in Rumänien 1944–1952 im Lichte neuer Archivforschung. In: Forschungen zur Volks- und Landeskunde 48 (2005), S. 87–99; dies.: Die Deutschen Rumäniens als Objekt staatlicher Willkür – oder Kontinuitäten trotz Diskontinuität. In: Zugänge 41 (2013), S. 105–123.   <a href="#077574c2-81ff-4ee7-89cc-87857764fa3b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 11 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="70850f96-45dd-4392-b591-c40b19d2af24">Die kulturellen Rechte wurden im Sinne der Stalinschen Nationalitätenpolitik gewährt; vgl. Hannelore Baier: Die deutsche Minderheit in Rumänien 1953–1959, in: Rudolf Gräf, Gerald Volkmer (Hgg.): Zwischen Tauwetter und Neostalinismus. Deutsche und andere Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa 1953–1964. München 2011, S. 107–117.  <a href="#70850f96-45dd-4392-b591-c40b19d2af24-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 12 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="63c9e8cb-79ce-4edf-9470-2bb7c8abcbef">Die Kirchenordnung der EKR 1948 im Zentralarchiv der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (Hermannstadt) (ZAEKR). <a href="#63c9e8cb-79ce-4edf-9470-2bb7c8abcbef-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 13 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="10acf962-409d-4a0b-b1f0-e9d2b9f46f73">Zum Beispiel in einem Schreiben an das Bezirkskonsistorium Mediasch, vgl. ACNSAS, fond documentar, Dossier 1837. Band 2, S. 136; das Schreiben wurde wiederholt in Berichten der Securitate als Beweis für die „feindliche“ Einstellung Müllers zitiert, vgl. ebenda, S. 181–192, Dossier 1852. Band 7, S. 529, S. 559–563.  <a href="#10acf962-409d-4a0b-b1f0-e9d2b9f46f73-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 14 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="33afed18-edb8-42b7-928a-e4cf7f9093cb">Kronstadt/Brașov trug zwischen 1950–1960 offiziell den Namen Stalinstadt/Orașul Stalin und die Verwaltungsregion hieß „Stalin“. <a href="#33afed18-edb8-42b7-928a-e4cf7f9093cb-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 15 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="02172378-b4b9-4ad6-ade7-afb4c9a08417">Nach der Zwangsvereinigung der Sozialdemokratischen mit der Kommunistischen Partei 1948, trug die Rumänische Kommunistische Partei (RKP) bis 1965 die Bezeichnung Rumänische Arbeiterpartei (RAP). <a href="#02172378-b4b9-4ad6-ade7-afb4c9a08417-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 16 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="f1875ea0-1711-4027-9c85-732484dcebbc">Der 16 Seiten lange und von Gheorghe Crăciun unterzeichnete Bericht in ACNSAS, fond documentar, Dossier 1861. Band 1, S. 47–62.  <a href="#f1875ea0-1711-4027-9c85-732484dcebbc-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 17 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="73909eb9-a8b0-4906-8388-ba3c1f4a637b">Drăghici spricht von den „religiösen“ Organisationen „Brüderschaft“ (sic!) und „Schwesterschaft“, vgl. Florica Dobre (Hg.): Securitatea. Structuri–cadre, obiective și metode [Die Securitate. Strukturen – Kader, Ziele und Methoden]. Bd. I: 1948–1967. București 2006, S. 427–462, hier: S. 432; vgl. desgleichen Hannelore Baier: Die Rumäniendeutschen im Visier der Securitate. In: Corneliu Pintilescu (Hg.): In honorem Vasile Ciobanu: Studii privind minoritatea germană din România în secolul XX / In honorem Vasile Ciobanu: Studien über die Rumäniendeutschen im 20. Jahrhundert. Sibiu 2017. S. 296f.  <a href="#73909eb9-a8b0-4906-8388-ba3c1f4a637b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 18 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="3b6b746c-0546-4532-a19b-09ec9d43a2aa">ACNSAS, fond documentar, Dossier 1837. Band 1, S. 3f., S. 29, S. 48f.; Band 2, S. 424, S. 438–466; Dossier 1852. Band 7, S. 529, S. 545–553, S. 559–563. <a href="#3b6b746c-0546-4532-a19b-09ec9d43a2aa-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 19 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="6762a4e2-84a5-4c87-a25a-a8717c899b5d">ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 1f. bzw. 217. <a href="#6762a4e2-84a5-4c87-a25a-a8717c899b5d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 20 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="0cf66ccb-ab5a-41fd-bc6b-64f208e9f864">ACNSAS, MFI 9883 SB, S. 58.  <a href="#0cf66ccb-ab5a-41fd-bc6b-64f208e9f864-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 21 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="eb74c42b-d665-45f4-b3d5-62681732e3d9">Ebenda. Hervorhebung im Original. <a href="#eb74c42b-d665-45f4-b3d5-62681732e3d9-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 22 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="faa92c42-d1d0-44db-b8c6-0b5ea0fae1dc">Durch den Ministerratsbeschluss Nr. 435 vom 21.3.1957 war das Kultusministerium zum Kultusdepartement und als solches zu einem dem Ministerrat beigeordneten Departement (de pe lângă Consiliul de Miniștri) unter der Leitung eines Generalsekretärs herabgestuft worden.   <a href="#faa92c42-d1d0-44db-b8c6-0b5ea0fae1dc-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 23 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="e0744927-ddf8-4bdf-9843-cee620b4b00e">ACNSAS, MFI 9883, S. 34–45, das Begleitschreiben des Regionsinspektorats Kronstadt an die Rayonsdienstelle der Securitate Hermannstadt trägt das Datum 17.VI.1960 (ebenda, S. 46).   <a href="#e0744927-ddf8-4bdf-9843-cee620b4b00e-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 24 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="5707b08e-3b2d-4fb4-8c31-eac4dfedc683">Gheorghe Crăciun (1913–2001), Leiter der Securitate in den Regionen Hermannstadt (1948–1951) und Kronstadt (1954–1958), Kommandant des Gefängnisses Aiud (1958–1964), Führungsposten in der Direktion Inlandsüberwachung (1964–1969); vgl. Cristina Anisescu: Compulsie la repetiție. In: Silviu B. Moldovan (Hg.): Arhivele Securităţii, Bd. 2. București 2006, S. 386–415. <a href="#5707b08e-3b2d-4fb4-8c31-eac4dfedc683-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 25 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="a511ac25-04be-4808-854f-37b80b5d485a">Ernest Deitel (1927–?), Offizier der Regionsdirektion Banat der Securitate (1953–1955), Leiter von Dienst 3 (1955–1957) und sodann Dienst 2 (1957–1960) der Regionsdirektion Stalin, 1975 in die USA emigriert. <a href="#a511ac25-04be-4808-854f-37b80b5d485a-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 26 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="49bb252d-5b3f-4e52-8590-4117039d6f4e">ACNSAS, MF 9893 SB, S. 4. Übersetzung als Dokument Nr. 1.  <a href="#49bb252d-5b3f-4e52-8590-4117039d6f4e-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 27 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="df924708-033e-4faa-8af6-b5412d2e940c">Ebenda, S. 32. Dieses Begleitschreiben ist von Gheorghe Crăciun und „Dienstleiter Major Maier Lazăr“ unterzeichnet. <a href="#df924708-033e-4faa-8af6-b5412d2e940c-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 28 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="d39875d7-a865-4429-90e4-e11b75b1b3ff">Vgl. Baier: Überwachung und Infiltration. S. 94–130. <a href="#d39875d7-a865-4429-90e4-e11b75b1b3ff-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 29 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="1be46398-699a-4a6c-a1e4-4ee6c9d352d1">Johann Michael Gross (1904–1975), Dechant des Hermannstädter Kirchenbezirks (1954–1968), wurde „stufenweise“ zur Mitarbeit herangezogen und 1960 angeworben (ACNSAS, MI 2785 SB, S. 2–4, S. 11, S. 22). In der Mitarbeitsverpflichtung erklärte er sich bereit, schriftliche Berichte mit dem Decknamen „Nikodemus“ [wird auch als „Nicodemus“ geführt] zu zeichnen (MI 2785 SB, S. 11).  <a href="#1be46398-699a-4a6c-a1e4-4ee6c9d352d1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 30 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="8279e33c-e355-437c-8bee-2195adb386af">ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 24. Der Informantenbericht von „Nicodemus“ vom 24.3.1960 ist von dem für die EKR zuständigen Offizier Ioan Olariu verfasst und schließt mit einer schlussfolgernden Note des „Büros“.  <a href="#8279e33c-e355-437c-8bee-2195adb386af-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 31 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="9b644fa9-7b4d-48e7-9dd6-d7b49ee36dc4"> „Popescu Emil“ war der Decknamen von Pfarrer Ernst Weingärtner (1918–2001), Pfarrer in Großau (1952–1961), Stadtpfarrer von Hermannstadt (1962–1971), 1952 erstmals und danach mehrmals angeworben worden, vgl. ACNSAS, MR 2168 SB, S. 72 und Anmerkungen 74 sowie 76. <a href="#9b644fa9-7b4d-48e7-9dd6-d7b49ee36dc4-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 32 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="c9f700ae-4b80-452e-8c2e-82bcee850fd7">Otto Reich hatte fünf Kinder. <a href="#c9f700ae-4b80-452e-8c2e-82bcee850fd7-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 33 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="e24f0fb6-68ff-44c8-b908-905a2a921316">ACNSAS, MF 9893 SB, S. 57. Der Informantenbericht ist „Popescu Emil“ unterzeichnet, verfasst aber wurde der mit dem 2.11.1960 datierte Bericht von Hauptmann Munteanu Ilie, vermutlich auf Grund eines Berichts der „Quelle“ „Popescu Emil“.  <a href="#e24f0fb6-68ff-44c8-b908-905a2a921316-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 34 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="09d681df-07ea-426b-8ae0-a3cad750a71d">Konrad Möckel (1892–1965), Stadtpfarrer von Kronstadt (1933–1958). Zum Prozess vgl. Andreas Möckel: Umkämpfte Volkskirche. Leben und Wirken des evangelisch-sächsischen Pfarrers Konrad Möckel (1892–1965). Köln, Weimar, Wien 2011, S. 296–322; Corneliu Pintilescu: Procesul Biserica Neagră 1958 [Der Schwarze-Kirche-Prozess]. Kronstadt, Heidelberg 2008, S. 43–130; Karl-Heinz Brenndörfer, Thomas Șindilariu (Hgg.): Der Schwarze-Kirche-Prozess 1957/1958. Erlebnisberichte und Dokumentation. Kronstadt, Heidelberg 2011, S. 32–97.  <a href="#09d681df-07ea-426b-8ae0-a3cad750a71d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 35 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="2ea75358-72a9-4a24-a0db-4efa1ab26320">Andreas Birkner (1911–1998), Schriftsteller, Lehrer und Pfarrer. Haftentlassung 1964, Ausreise in die Bundesrepublik (1966).  <a href="#2ea75358-72a9-4a24-a0db-4efa1ab26320-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 36 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="a8be6d1a-cec2-41de-afa5-92a81b3b611b">Harald Siegmund (1930–2012), Schriftsteller und Pfarrer in Batiz (1955–1958), nach der Haftentlassung 1962 Gelegenheitsarbeiter, nach seiner Rehabilitierung Dramaturg am Deutschen Staatstheater Temeswar (1969–1972).  <a href="#a8be6d1a-cec2-41de-afa5-92a81b3b611b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 37 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="a33cdf17-b3f3-4b40-a72c-cc691f42ab6e">Vgl. zu dieser Problematik Peter Motzan, Stefan Sienerth (Hgg.): Worte als Gefahr und Gefährdung. Fünf deutsche Schriftsteller vor Gericht. München 1993, S. 63, S. 171–176, S. 208–216; Michaela Nowotnick: Die Unentrinnbarkeit der Biographie. Der Roman „Rote Handschuhe“ von Eginald Schlattner als Fallstudie zur rumäniendeutschen Literatur. Köln, Weimar, Wien 2016, S. 94–113; Mihnea Berindei, Dorin Dobrincu, Armand Goșu (Hgg.): Istoria comunismului din România. Documente. Perioada Gheorghe Gheorghiu-Dej (1945–1965) [Die Geschichte des Kommunismus in Rumänien. Dokumente aus der Periode Gheorghe Gheorghiu-Dej (1945–1965)]. București 2009, S. 651–665.  <a href="#a33cdf17-b3f3-4b40-a72c-cc691f42ab6e-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 38 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="062e1989-d6d7-4670-aa61-0c1ccbee29b3">Alfred Herrmann (1888–1962), Stadtprediger in Kronstadt-Bartholomae (1924–1932), Stadtpfarrer von Czernowitz (1932–1937), Bukarest (1937–1946) und Hermannstadt (1946–1961), Dechant des Hermannstädter Bezirks (1948–1961), Bischofsvikar (1954–1961).   <a href="#062e1989-d6d7-4670-aa61-0c1ccbee29b3-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 39 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="9c993169-ce4c-4769-83aa-c15cfa0a861f">Hermann war 1951 „aufgrund seiner Überzeugung“ als IM mit dem Decknamen „Prietenul“ angeworben worden (vgl. ACNSAS, Dossier MR 2534 SB, S. 2; Thomas Șindilariu: Die Bestrebungen zur Beseitigung von Bischof Friedrich Müller – ein Werk der Securitate? In: Zugänge 41 (2013), S. 129. Herrmann hatte 1932 den Sächsischen Arbeiterbund gegründet, trat 1948 als „langjähriger Sozialdemokrat“ dem Regionskomitee für den Friedenskampf bei, vgl. ACNSAS, Dossier MR 2534 SB, S. 6.  <a href="#9c993169-ce4c-4769-83aa-c15cfa0a861f-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 40 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="3b59a5f9-16af-4e76-8e2a-4451f4fafcb1">Bischof Friedrich Müller schildert in seinen Erinnerungen ausführlich, wie Stadtpfarrer Herrmann vom Kultusbevollmächtigten Gheorghe Moldovan zur Abdankung gedrängt wurde und die Bemühungen, Dechant Gross in dieses Amt wählen zu lassen, vgl. Friedrich Müller: Erinnerungen. Zum Weg der siebenbürgisch-sächsischen Kirche 1944–1964. Köln u. a. 1995, S. 192–196.  <a href="#3b59a5f9-16af-4e76-8e2a-4451f4fafcb1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 41 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="d98b42f9-9a6e-4378-8270-a566f2cadcfe">Gheorghe Moldovan (1913–?), KP-Mitglied seit 1945, von Beruf Buchdrucker, 1956–1970 Kultusbeauftragter, meistens zeitgleich für die Rayons Hermannstadt, Agnetheln, Mediasch, Fogarasch.  <a href="#d98b42f9-9a6e-4378-8270-a566f2cadcfe-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 42 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="269895f6-77f3-4bb6-8bf7-46317190348c">ZAEKR, Bestand 400/276, Z. 52 (Sitzungsprotokolle des Presbyteriums und der Gemeindevertretung 1961–1964), ohne Seitenangabe. <a href="#269895f6-77f3-4bb6-8bf7-46317190348c-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 43 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="345096b7-234e-4bbb-b6b6-029c063d2b10">Ebenda. <a href="#345096b7-234e-4bbb-b6b6-029c063d2b10-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 44 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="26aa191d-d926-42fc-b346-092beeadc7f7">ZAEKR, Bestand 103 (Landeskonsistorium), GZ 281 (ohne Seitenangabe). <a href="#26aa191d-d926-42fc-b346-092beeadc7f7-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 45 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="196c86f2-6a02-4a65-81f1-f17d8454deac"> Eugen Duldner (1927–?), in Agnetheln geboren, Kenntnis der deutschen und ungarischen Sprache, Besuch der katholischen Schule, der politischen Kaderschule in Bukarest (1945) und Hermannstadt (1951/52), Militärdienst bei der Securitate (1949–1951), absolvierte im Fernkurs die Pädagogische Schule Kronstadt (1954). Kultusbevollmächtigter der Region Stalin/Kronstadt zwischen 1955–1984 und in diesem Amt für die Beaufsichtigung der EKR zuständig (Arhivele Naționale ale României – Nationale Archive Rumäniens [fortan ANR], Fonds Ministerul Cultelor și Artelor &#8211; Ministerium der Kulte und Künste [fortan MCA], Dossier 254/1967, S. 18–42; Adrian Nicolae Petcu: Împuternicitul de culte – între conformism și asigurarea libertății religioase [Der Kultusbevollmächtigte – zwischen Konformismus und Sicherung der Religionsfreiheit]. In: Caietele CNSAS 1–2 (2013), S. 7–82, hier S. 56–58.  <a href="#196c86f2-6a02-4a65-81f1-f17d8454deac-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 46 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="9135456b-ee8f-4363-91c5-4a34994f8d7d">Die Auszüge aus dem Maßnahmenplan der Regionsdirektion Stalin der Securitate und dessen Umsetzung betreffend die Wahl von Gross zum Dechanten 1954 in seiner Akte, vgl. ACNSAS, MI 34893 SB, S. 36f. <a href="#9135456b-ee8f-4363-91c5-4a34994f8d7d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 47 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="8e7eeff4-bca7-4c65-872b-d020902a5498">Duldner in der vermutlich an das Kultusdepartement gesandten Charakterisierung von Gross, vgl. ACNSAS, MI 2785 SB, S. 32–35. <a href="#8e7eeff4-bca7-4c65-872b-d020902a5498-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 48 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="31f1a396-37f8-49eb-9be9-08c43ef6664f"> Der von Ioan Olariu gezeichnete Bericht vom 23. März 1961 aufgrund des Gesprächs mit der Quelle „Albert“ – vermutlich Hauptanwalt der EKR Albert Hochmeister, da die Personaldaten sehr exakt sind. <a href="#31f1a396-37f8-49eb-9be9-08c43ef6664f-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 49 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="8da7f507-9346-4829-bb58-012605b99166">Das Bischofsamt hatte im Februar 1944 zehn Pfarrer ins Generalgouvernement entsandt, um die in dieses Gebiet „Heim ins Reich“-Umgesiedelten evangelischen Christen zu betreuen. <a href="#8da7f507-9346-4829-bb58-012605b99166-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 50 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="b805f7bc-caa7-4577-9782-ff15bb27fc20">ACNSAS, MI 34893 SB, S. 10. <a href="#b805f7bc-caa7-4577-9782-ff15bb27fc20-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 51 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="ba7945ce-460a-4b4e-a54f-f7e3b93c27ce">Viktor Glondys, Tagebuch. Aufzeichnungen von 1933 bis 1949. Hgg. Johann Böhm und Dieter Braeg. Dinklage 1997, S. 531. <a href="#ba7945ce-460a-4b4e-a54f-f7e3b93c27ce-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 52 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="23ffd2da-1107-49f2-adaa-a763d224ae1b">Das am 13.2.1949 auf Anordnung der KP gegründete „Deutsche Antifaschistische Komitee“ (DAK) und sein Propaganda-Organ, die in Bukarest erscheinende Tageszeitung <em>Neuer Weg,</em> sollten durch instrumentalisierte Vertreter aus den eigenen Reihen mittels „Klassenkampf“ die Umerziehung der rumäniendeutschen Bevölkerung und ihre Eingliederung in die sozialistische Gesellschaft gewährleisten.  <a href="#23ffd2da-1107-49f2-adaa-a763d224ae1b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 53 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="74d2cbac-4c6c-4358-88ef-ce76054f7a65">ACNSAS, MI 34893 SB, S. 22–24. <a href="#74d2cbac-4c6c-4358-88ef-ce76054f7a65-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 54 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="00c9cd07-b714-40c3-b1e2-a99168c01f79">Selbstbiografie vom 20.4.1960, vgl. ACNSAS, MI 2785 SB, S. 12–16. Der Bericht über die stufenweise Anwerbung trägt das Datum des 6.5.1960, vgl. ACNSAS, MI 2785 SB, S. 7–10.  <a href="#00c9cd07-b714-40c3-b1e2-a99168c01f79-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 55 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="f272eb9d-7dc8-4fc9-a40f-68965fed7f79">ZAEKR, Bestand 400/276, Z. 52. <a href="#f272eb9d-7dc8-4fc9-a40f-68965fed7f79-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 56 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="4858e28e-6676-4d08-a6b9-98782e9fa562">Vgl. Anm. 31.  <a href="#4858e28e-6676-4d08-a6b9-98782e9fa562-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 57 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="3516b86d-76fb-4be6-8ae4-5f843b4a60d3">IM „Olteanu“ (auch „Olteanu Nicolae“) war, laut Altenlage, Rudolf Wolf (1904–1975), Ingenieur, Hermannstädter Bezirkskirchenkurator (1949–1966), Landeskirchenkurator (1954–1966), vgl. ACNSAS, Dossier MFI 11525 SB, S. 1–4, seine Charakterisierung als Informant: S. 25, seine Autobiografie: S. 46.  <a href="#3516b86d-76fb-4be6-8ae4-5f843b4a60d3-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 58 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="41dcc0bf-4691-4703-9ad2-8e51b94623d5">Die Dechanten und die Kuratoren der Bezirke wurden alle vier Jahre gewählt.   <a href="#41dcc0bf-4691-4703-9ad2-8e51b94623d5-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 59 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="aebb6e59-1e70-4315-b813-0438a3becd1a">ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 20. <a href="#aebb6e59-1e70-4315-b813-0438a3becd1a-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 60 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="f58fea1d-3c7b-4098-888b-cb746dafeadb"> Ebenda, S. 21, Dokument 2. <a href="#f58fea1d-3c7b-4098-888b-cb746dafeadb-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 61 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="ce522d6e-c670-4617-9b3c-b9f9eb492626"> Ebenda, S. 138–140, Dokument 3. <a href="#ce522d6e-c670-4617-9b3c-b9f9eb492626-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 62 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="daa788da-5731-4646-a66e-64d1c7100347">Ebenda, S. 22, Dokument 4. <a href="#daa788da-5731-4646-a66e-64d1c7100347-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 63 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="906a21ad-2663-4c97-ac0a-06019a622ab2">ANR, fond MCA, Dossier 89/1961, S. 3. Der mit dem 9.1.1962 datierte Tätigkeitsbericht ist in dem Dossier abgeheftet, der die Tätigkeitsberichte der Jahre 1961/62 aus der Region Kronstadt umfasst. <a href="#906a21ad-2663-4c97-ac0a-06019a622ab2-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 64 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="ee64e35b-b165-4b2c-89ab-e63dd0c8d7da">Vor allen wichtigen Wahlen fanden Verhandlungen statt zwischen Vertretern der Staatsmacht und dem Bischof oder den Dechanten und es war bekannt, dass es eine Parität geben muss zwischen den Wunschkandidaten der Staatsvertreter und jenen des Bischofs, vgl. Baier, Überwachung und Infiltration, S. 87, 339–368. <a href="#ee64e35b-b165-4b2c-89ab-e63dd0c8d7da-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 65 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="e6f5f040-911f-455b-8ca8-b5b34ac40f73">ZAEKR, Bestand 400/276, Z. 52. <a href="#e6f5f040-911f-455b-8ca8-b5b34ac40f73-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 66 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="a8ec26fd-c579-4d2d-9cbc-55522594e76d">ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 16–19 sowie 134–137, Dokument 5. Der Adressat war vermutlich die Regionsdirektion Kronstadt der Securitate.  <a href="#a8ec26fd-c579-4d2d-9cbc-55522594e76d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 67 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="d129aafb-6f99-4e72-b038-377cd6b608e3">ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 14f., Bericht vom 24.1.1962, Dokument 6. Es konnte nicht entschlüsselt werden, wer der Informant war. <a href="#d129aafb-6f99-4e72-b038-377cd6b608e3-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 68 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="94dae4cb-b16a-41cc-aed2-90c13bfab064">Bericht von „Petruc Valer“ vom 17.1.1961, vgl. ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 25.  <a href="#94dae4cb-b16a-41cc-aed2-90c13bfab064-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 69 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="945e2495-c383-477e-893e-017df0741eb1">Dumitru Dogaru (1907–1993), Literatur- und Philosophiestudium, danach Mitarbeiter des Soziologen Dimitrie Gusti, seit 1949 Mitarbeiter, 1957–1975 Generalsekretär im Kultusministerium. <a href="#945e2495-c383-477e-893e-017df0741eb1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 70 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="a882a21b-5fec-4eab-856a-00c3b612f867">Müller: Erinnerungen, S. 196. <a href="#a882a21b-5fec-4eab-856a-00c3b612f867-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 71 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="dcdcaf24-2e71-4c54-ac60-90c1e46ec6e2">Trude Kast: Der zweite Teil der Geschichte der Familie Kast-Kristyn 1930–1980. Typoskript im Archiv des Siebenbürgen-Instituts in Gundelsheim am Neckar, Nachlassarchiv, BI V3/73, S. 292. Trude (Gertrud) Kast (1900–1988), Buchhalterin, nach der Verrentung zunächst Haushaltsdame bei Erwin Wittstock in Kronstadt, seit 1961 und bis zu dessen Tod 1969 bei Bischof Müller. <a href="#dcdcaf24-2e71-4c54-ac60-90c1e46ec6e2-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 72 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="37ff50ad-c902-4816-a948-57279387159a">ZAEKR, Bestand 400/276, Z. 52. <a href="#37ff50ad-c902-4816-a948-57279387159a-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 73 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="0eb8965a-4b46-499c-8aee-3e21e0d71653">Ebenda. <a href="#0eb8965a-4b46-499c-8aee-3e21e0d71653-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 74 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="6a459571-2a39-4d56-8fcf-2fa86ff50a8e">Seine handschriftliche Mitarbeitererklärung vgl. ACNSAS, MR 2168 SB, S. 72. <a href="#6a459571-2a39-4d56-8fcf-2fa86ff50a8e-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 75 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="ee07210e-48d2-435e-9af3-744c3203bcb8">Ebenda, S. 66f. In späteren Jahren berichten die Offiziere, es habe sich um persönliche Querelen in der Zusammenarbeit mit dem lokalen Volksgruppenvertreter gehandelt, die Weingärtner wiederholt als Widerstandshaltung interpretiert (ACNSAS, MFI 16025, Bd. 7, S. 1). <a href="#ee07210e-48d2-435e-9af3-744c3203bcb8-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 76 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="d5a1256c-71fc-41ca-b69e-978f4866cba1">ACNSAS, MR 2168 SB, S. 62–65, die neuerliche Mitarbeitererklärung, S. 66. <a href="#d5a1256c-71fc-41ca-b69e-978f4866cba1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 77 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="d4cd8f03-c8ff-483a-9059-0e5dfbd409d0">ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 130; eine Kopie davon im ANR, fond MCA, Dossier 71/1962, S. 55. <a href="#d4cd8f03-c8ff-483a-9059-0e5dfbd409d0-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 78 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="6715fac5-b63e-4665-bfa5-195cfb2bc6f4">Ihre Namen sind in der Liste durchgestrichen, ZAEKR, Bestand 103, GZ 281. <a href="#6715fac5-b63e-4665-bfa5-195cfb2bc6f4-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 79 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="92f825e8-6a89-48f5-9fb0-92c87e30192b">ANR, MCA, Dossier 89/1961, S. 9. <a href="#92f825e8-6a89-48f5-9fb0-92c87e30192b-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 80 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="a17ceb4d-bffe-4a07-9570-6dcf998da6ae">ANR, fond MCA, Dossier 89/1961, S. 3.  <a href="#a17ceb4d-bffe-4a07-9570-6dcf998da6ae-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 81 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="89ac72a8-49e3-4715-899e-ac59a1bc5fc7">ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 132f. <a href="#89ac72a8-49e3-4715-899e-ac59a1bc5fc7-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 82 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="73c4fb61-04f0-40bf-a274-c99fa4944e3d">Ebenda, S. 131.  <a href="#73c4fb61-04f0-40bf-a274-c99fa4944e3d-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 83 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="fd8af975-1d46-4b99-8590-e41fe994851c"> Zum Bischofsvikar wurde Hermann Binder (1911–2006), Dozent und Dekan des Theologischen Institut (1949–1978), Bischofsvikar (1962–1978), Vertreter der EKR unter anderen bei der Konferenz Europäischer Kirchen (1958–1959), der Christlichen Friedenskonferenz in Prag (1960–1970) sowie im Ökumenischen Rat der Kirchen (1961–1972).  <a href="#fd8af975-1d46-4b99-8590-e41fe994851c-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 84 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="5a8eacdc-c3c4-4b26-8ad2-a813be7b6853">ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 143–146. Dokument 7. <a href="#5a8eacdc-c3c4-4b26-8ad2-a813be7b6853-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 85 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="75c062d0-f991-4d96-b7c8-40063b09fbb1">ACNSAS, MR 2168 SB, S. 49–51, S. 84–87. <a href="#75c062d0-f991-4d96-b7c8-40063b09fbb1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 86 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="4892ba00-acbf-4cb4-9d28-8558e0b97b90">In der auf den 5.9.1963 datierten Charakterisierung des Informanten meint der Leiter des Securitate-Rayonsdienstes Hermannstadt (Dumitru Surd), die Unterstützung der Kandidatur von Gross sei „lächerlich“ (ridicolă) gewesen, da er sich wenig Popularität unter den Pfarrern erfreue und ein „Trinker“ (element bețiv) sei. Durch diese Bemerkungen versuchten die Offiziere sicher auch ihren Misserfolg zu rechtfertigen (vgl. ACNSAS, MI 2785 SB S. 23f.). Beantragt hat Gross zunächst eine Ausreisegenehmigung nach Österreich (ebenda, S. 36–38), er reiste 1971 in die Bundesrepublik Deutschland aus (MI 34893 SB, S. 57).  <a href="#4892ba00-acbf-4cb4-9d28-8558e0b97b90-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 87 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="8233a26c-1944-4d11-b8aa-a40eb9293b73">Vgl. Baier: Überwachung und Infiltration, S. 284–288.  <a href="#8233a26c-1944-4d11-b8aa-a40eb9293b73-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 88 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="05b3d73c-ee87-490d-a63f-1c7cc7077814"> ACNSAS, MFI 16026 SB, Bd. 7, S. 55–57, beobachtet und verfolgt wurde er unter den Decknamen „Walter“ bzw. „Velcu“, (ACNSAS, MFI 16025, Bd. 1, S. 1–4, Bd. 7, S. 4–10 bzw. Bd. 2, S. 8–10). Mit „Emil Popescu“ unterzeichnete Berichte sind bis 1978 abgeheftet. (Ebenda, Bd. 7, S. 53). <a href="#05b3d73c-ee87-490d-a63f-1c7cc7077814-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 89 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="fba3995b-ddf9-48ff-994d-e3d4bfbb93db">ZAEKR, Bestand 400/276, Z. 52. <a href="#fba3995b-ddf9-48ff-994d-e3d4bfbb93db-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 90 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="95293281-ce11-4012-a8ec-959e89cc5835">Die „operative Evidenz“ war eine Datenbasis oder -bank auf zentraler oder lokaler Ebene, in der neben einem vorgedruckten Personalbogen, in den die Informationen über die Person, Vorhaben oder Probleme, die zu einem bestimmten Zeitpunkt für die Securitate von Interesse waren oder sein könnten, auch die Person betreffende Unterlagen abgeheftet wurden. Im Fall von Reich waren es 54 Seiten. Zwischen 1956–1972 wurde die Operative Evidenz von Dienst C der Securitate organisiert und verwaltet. Betreffend das Führen und Ergänzen der Datenbank wurden wiederholt Anordnungen erteilt, in unserem Fall wurden vermutlich jene von 1961 befolgt. Vgl. ACNSAS, Dossier 3616, Bd. 10, S. 38–60, http://www.cnsas.ro/documente/acte_normative/DJ%203619_010%20fila%20038-060.pdf, 17.11.2021. <a href="#95293281-ce11-4012-a8ec-959e89cc5835-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 91 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="6f400e84-80b7-4819-8972-710d1844bbc5">Die Aufnahme von Pfarrer Reich in die operative Datenbasis erfolgte vermutlich auf Grund des in Dokument 7 zitierten Befehls der Regionsdirektion der Securitate Kronstadt. <a href="#6f400e84-80b7-4819-8972-710d1844bbc5-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 92 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="15f971f7-53d4-4608-96ab-8df3892aad3c">Als „fanatisch“ wurden jene bezeichnet, die sich vom Glauben und der Kirche nicht abbringen ließen.  <a href="#15f971f7-53d4-4608-96ab-8df3892aad3c-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 93 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="04195315-a996-4cea-a3ca-9da52f06ecd6">ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 62–62v.    <a href="#04195315-a996-4cea-a3ca-9da52f06ecd6-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 94 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="56d24432-7fb2-460f-8b03-2f30b0533db1"> Vasile Machedon (1931–1993), Offizier der Regionaldirektion Hermannstadt (1950–1953) sowie Stalin (1953–1968), innerhalb derer zeitweilig im Rayonsdienst und sodann des Kreisinspektorates der Securitate Hermannstadt (1968–1975). <a href="#56d24432-7fb2-460f-8b03-2f30b0533db1-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 95 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="8c34a3ac-30c8-45be-9091-22a3cec9771a">ACNSAS, MI 34893 SB, S. 56–56v. Die Aufnahme in die Datenbasis erfolgte in seinem Fall 1962.  <a href="#8c34a3ac-30c8-45be-9091-22a3cec9771a-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 96 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li><li id="6b88f032-3ab5-420a-8e91-26612d913ec6">ACNSAS, MFI 9893 SB, S. 84, Dokument 8. <a href="#6b88f032-3ab5-420a-8e91-26612d913ec6-link" aria-label="Zur Fußnotenreferenz 97 navigieren"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/21a9.png" alt="↩" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />︎</a></li></ol><p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/der-wunschkandidat-fallt-durch-securitate-und-kultusdepartement-manipulieren-die-wahl-des-hermannstadter-stadtpfarrers/">Der Wunschkandidat fällt durch. Securitate und Kultusdepartement manipulieren die Wahl des Hermannstädter Stadtpfarrers  </a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
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		<title>Ein offenes Feld und offene Türen</title>
		<link>https://halbjahresschrift.de/ekkehard-hallensleben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[IKGS-Admin_2]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jan 2022 09:51:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2019–2020]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumente]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dr. Ekkehard Hallensleben im Gespräch mit Michaela Nowotnick Ekkehard Hallensleben war von 1965 bis 1969 der erste Kulturreferent der Handelsvertretung der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien. Der promovierte Romanist und Germanist sprach mit Michaela Nowotnick über seine Bukarester Zeit und seine damalige Tätigkeit in dem Land, das sich unter Nicolae Ceaușescu Richtung Westen zu öffnen schien. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/ekkehard-hallensleben/">Ein offenes Feld und offene Türen</a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dr. Ekkehard Hallensleben im Gespräch mit Michaela Nowotnick</strong></h2>



<p><strong>Ekkehard Hallensleben war von 1965 bis 1969 der erste Kulturreferent der Handelsvertretung der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien. Der promovierte Romanist und Germanist sprach mit Michaela Nowotnick über seine Bukarester Zeit und seine damalige Tätigkeit in dem Land, das sich unter Nicolae Ceau</strong><strong>șescu Richtung Westen zu öffnen schien.</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">Haben Sie vielen Dank, dass wir uns zu einem Gespräch über Ihre Zeit in Rumänien treffen können. Wenn man sich hier in Ihrem Haus umsieht, kann man das eine oder andere entdecken, das sicherlich aus Rumänien stammt, wie Hinterglasikonen oder siebenbürgisch-sächsische Krüge. Sie sind 1965, jenem Jahr, in dem Nicolae Ceaușescu die Nachfolge von Gheorghe Gheorghiu-Dej als Parteichef angetreten hatte, in den diplomatischen Dienst nach Bukarest gegangen. Woher stammt Ihre Faszination für Rumänien, und warum haben Sie sich für dieses Land entschieden?</h4>



<p>Ich habe mich mit den romanischen Sprachen beschäftigt, im Hauptfach Französisch studiert. Dann dachte ich, Rumänisch musst Du eigentlich auch noch lernen, und habe einen Sprachkurs – ich war an der Uni Köln mit meinen Examina – belegt. Im Herbst 1963 kamen Rumänien und die Bundesrepublik Deutschland überein, offizielle Beziehungen in der Form einer Handelsvertretung aufzunehmen – sozusagen Ostpolitik, die erst ab 1969 offiziell so genannt wurde, avant la lettre. Und für mich – ich hatte meinen Vorbereitungsdienst im Auswärtigen Amt beendet – stellte sich 1965 die Frage: „Wohin?“ – Da habe ich mich sofort für Rumänien gemeldet und diesen Posten auch bekommen. Es war schlichte persönliche Neugier, und ich wollte Rumänisch als weitere romanische Sprache lernen. Ich hatte von Rumänien keine Ahnung, und von Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben wusste ich praktisch ebenfalls nichts. Meine Sprachkenntnisse waren auch nicht weit gediehen. Das war eine Konstellation, in der sich die allgemeine Atmosphäre, der Wechsel von Gheorghiu-Dej zu Nicolae Ceaușescu 1965 in Rumänien und meine persönliche Situation trafen. Und so kam ich im Dezember 1965 dahin und wurde Ostern 1969 nach Bonn zurückversetzt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie kam es dazu, dass die Bundesrepublik Deutschland eine Handelsvertretung für ihre diplomatisch-kulturellen Tätigkeiten nutzte, und wie schätzen Sie das Interesse von Rumänien zur damaligen Zeit ein?</h4>



<p>Das waren sehr spannende Jahre. Rumänien war der erste der osteuropäischen beziehungsweise südosteuropäischen kommunistischen Staaten, der geraume Zeit vor den ‚Bruderstaaten‘ und der Sowjetunion den Schritt zur Normalisierung der Beziehungen zu uns tat. Wegen des Alleinvertretungsanspruchs<sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup> kam eine Aufnahme diplomatischer Beziehungen zunächst nicht in Frage; denn alle diese Länder hatten diplomatische Beziehungen mit der DDR. Also lief es in der Bundesrepublik Deutschland unter der Überschrift ‚Handelsvertretung‘. Eigentlich würde das bedeuten, dass nur Handelsinteressen verfolgt werden dürften. Es kam aber sofort eine gewisse konsularische Zuständigkeit hinzu. Und die Rumänen haben sich umgehend bereit erklärt, jemanden kommen zu lassen, der sich um kulturelle Beziehungen kümmert. Das war dann ich, als erster.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie setzte sich die Handelsvertretung zusammen, und wie wurde sie vom rumänischen Staat wahrgenommen?</h4>



<p>Es gab einen Chef, eine Stellvertreterin, und mich für Kultur und Presse – das waren die Referenten. Später kam noch jemand für Wirtschaft hinzu. 1967 habe ich auch den Übergang zur Botschaft erlebt, sodass wir – natürlich auf beiden Seiten – den vollen diplomatischen Status hatten. Der Alleinvertretungsanspruch führte dazu, dass es ständig Auseinandersetzungen darüber gab, wie wir uns auf Rumänisch nennen. Wir sagten „Germania“ im Nominativ. Die Rumänen gingen ja davon aus, dass es zwei Deutschlands gab. Deswegen benutzten sie die Genetivform „Republică Federală a Germaniei“. Das sollte zum Ausdruck bringen, dass wir nur ein Teilstaat waren. Wir verwendeten natürlich die Form „Republică Federală Germania“. Das war ein ausgesprochen politisches Problem. Aber da das Interesse an Beziehungen auf beiden Seiten überwog, haben wir und die Rumänen auf Durchzug gestellt, wenn – vor allem schriftlich – die jeweilige „falsche“ Form benutzt wurde.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie gestaltete sich Ihr Ankommen in Bukarest, und wie haben Sie dort gelebt?</h4>



<p>Zunächst wurden neue Mitarbeiter im Hotel untergebracht. Danach war man nicht wie in Moskau abgeschirmt in einem großen Block, sondern es gab ein <em>Oficiu pentru deservirea corpului diplomatic</em> (dt. Diplomatenbetreuungsbüro). Es hatte die Aufgabe, für die Diplomaten Unterkünfte zu beschaffen. Weil ich der erste auf dem Posten war, gab es also noch keinen Vorgänger, und es gab auch noch keine Vorgängerwohnung. Alle, die bis dahin aus Bonn beziehungsweise aus dem Westen gekommen waren, mussten warten, bis das <em>Oficiu</em> ein Haus oder eine Wohnung fand, die es anbieten konnte. Das hat bei uns sehr lange gedauert. Ich bin zunächst allein dorthin gegangen; ein halbes Jahr später kam meine Familie nach. Im Grunde viel zu früh, weil ich mich darauf verlassen hatte, dass die Zusage für ein Haus zeitlich klappen würde. Wir haben dann allerdings noch ein weiteres Jahr in Übergangswohnungen, auch im Hotel, wohnen müssen, bis es soweit war. Das Haus befand sich auf dem Bulevardul Dacia. Diese Anwesen wurden vom rumänischen Staat angemietet und zur Verfügung gestellt. Der rumänische Staat, das <em>Oficiu</em>, behielt die Hand darauf. Und deswegen stand es weiter zur Verfügung für die Nachfolger und Nachfolgerinnen.</p>



<p>Rumänisch habe ich hauptsächlich vor Ort gelernt. Von einer Studentin, die mir das beigebracht hat – und learning by doing. Zunächst fand ich das nicht ganz einfach, weil es vor allem im Wortschatz so viele slawische und auch türkische Einsprengsel gibt. Mit der Zeit habe ich mich mit dem Rumänischen sehr gut angefreundet und meine Frau auch.</p>



<p>Als ich wieder in Bonn war, hat mir das noch zwei besondere Aufgaben eingebracht. Nachdem Außenminister Brandt 1968 einen ersten politischen Akzent mit seinem Besuch in Rumänien gesetzt hatte, machte Ministerpräsident Ion Gheorghe Maurer 1969 einen „Gegenbesuch“ – also eine Hierarchiestufe höher – mit mehreren Stationen in Deutschland. Da es im Auswärtigen Amt noch keinen Dolmetscher für Rumänisch gab, fragte mich unser Sprachendienst, ob ich mir diese Aufgabe zutraue. Das bejahte ich ohne Umschweife – mein rumänischer Kollege und ich dolmetschten also jeweils in die Muttersprache. Das gleiche Vergnügen hatte ich ein weiteres Mal, als Bundespräsident Heinemann und seine Frau 1972 einen Staatsbesuch in Rumänien machten. Wie damals üblich, saß man bei Tisch unmittelbar hinter dem Sprecher – für mich also Präsident Ceaușescu – „auf dem Trockenen“, das heißt ohne Essen und Getränk (das wurde Jahre später nach vielen Bemühungen unserer Chefdolmetscher – man saß dann zwischen den Gesprächspartnern – „menschlicher“, ob auch praktischer habe ich nicht mehr ausprobieren können). Mein rumänisches Gegenüber war dieses Mal die mir gut bekannte Banater Schwäbin Hedi Hauser. Ich fand das Ganze spannend und unterhaltsam und hatte den großen Vorteil, dass ich, im politischen Referat unter anderem für Rumänien zuständig, die aktuellen Themen der Gespräche kannte und die Ausarbeitungen dazu für die deutsche Seite selbst verfertigt hatte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie haben Sie Kontakt zu Institutionen und Personen aufgenommen?</h4>



<p>Ich fand ein offenes Feld und überall offene Türen vor. Die eine Seite war meine Neugier, und die andere Seite war das große Interesse der Menschen in Rumänien, mit dem westlichen Deutschland in Verbindung zu kommen. Das galt für Kultur besonders, für Wissenschaft aber auch. Infolgedessen, wo auch immer ich anklopfte, um meine ersten Besuche zu machen, um Verbindungen aufzunehmen, war große Bereitschaft vorhanden.</p>



<p>Ich bin systematisch vorgegangen und habe mit der Zeit, die – ich nenne sie mal: Provinzhauptstädte wie Hermannstadt (rum. Sibiu), Klausenburg (rum. Cluj-Napoca), Alba Iulia (dt. Karlsburg), Temeswar (rum. Timișoara) oder Iași (dt. Jassy) besucht. Dann habe ich mich bei allen möglichen Stellen von Zeitungsredaktionen bis zu Universitäten, bis zu Künstlern, Theatern und anderen Institutionen angemeldet und Besuche gemacht. Auf diese Weise habe ich Verbindungen aufgenommen und auch weiter gepflegt, natürlich auch zu Institutionen, die mit der deutschen Besiedlung zu tun hatten. So hat sich das beinahe von selbst entwickelt. Alles, was ich tat, musste auf meinem eigenen Mist wachsen. Zum Beispiel gab es eine Institution in Bukarest für die kulturellen Verbindungen zum Ausland, die Veranstaltungen im Ausland organisierte und durchführte und sich um die Besuche aus Deutschland kümmerte. Dort machte ich Besuch, damit man erfuhr, dass ich da bin und der künftige Ansprechpartner für jedwede Interessen der Rumänen bin. Zu den Universitäten bin ich gegangen und zu den Berufsorganisationen, zum Komponistenverband, Schriftstellerverband, Verband der bildenden Künstler und was es sonst noch gab, um zu sagen: „Hier bin ich, und ich kann für die Verbindung zur Bundesrepublik Deutschland von Nutzen sein.“ Es gab ja auch damals noch eine Generation, die nicht nur mit engen Verbindungen zu Frankreich und damit zur französischen Sprache groß geworden war, sondern mit Deutsch. Das waren die damals 50- bis 60-Jährigen, die auch teilweise zur Ausbildung in Deutschland gewesen waren, wissenschaftliche Beziehungen pflegten und fließend Deutsch sprachen. Da gab es also Anknüpfungspunkte; für diese Personen waren es Wiederanknüpfungspunkte. Ich sage bewusst Wiederanknüpfungspunkte, denn die DDR war ja schon längst da. Und mein Chef ließ mir bei allem völlig freie Hand.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Auf welchen Ebenen kam es zu einer Zusammenarbeit, und wie haben Sie in Rumänien und in Deutschland jeweils die Interessen des anderen vermittelt?</h4>



<p>Das ist eine Grundsatzfrage, wenn man einem Angehörigen des Außenministeriums gegenübersitzt, und dieser spricht von kulturellen Beziehungen. Was Angehörige von Botschaften tun, ist in jedem Falle zweiseitig. Einerseits sollen sie das, was ihr eigenes Land, das Entsendeland ausmacht, kulturell in Gesprächen oder auch peu à peu in Aktivitäten und Programmen vermitteln. Umgekehrt soll sich der Kulturreferent seinerseits über die kulturellen und wissenschaftlichen Aktivitäten in seinem Gastland informieren und die Heimatbehörde unterrichten. Und aus solchen Besuchen und Gesprächen ergeben sich dann unter Umständen Anknüpfungspunkte. Nach Jahren kam es dann auch – in allen diesen Fällen war Rumänien das erste Land – zur Eröffnung eines Goethe-Instituts in Bukarest. Da war ich aber schon nicht mehr vor Ort.</p>



<p>Über meine Reisen, die Kontakte und die Gespräche, die ich dort geführt habe, habe ich ans Auswärtige Amt natürlich ebenfalls berichtet – und auch die Reaktionen weitergegeben, die ich erfahren habe.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Befanden Sie sich in einer Konkurrenz mit den Vertretern der DDR, und standen Sie miteinander in Verbindung?</h4>



<p>Um es grob auszudrücken: Die Entsandten der DDR gerieten von einem Tag auf den anderen ins Hintertreffen, ohne dass ich etwas Besonderes dafür tun musste, denn das Interesse an Verbindung zum westlichen Deutschland war eben sehr groß, ob das Rumänen waren oder Siebenbürger Sachsen oder Banater Schwaben. Und für viele war es ein Wiederanknüpfen an frühere Zeiten. Wir sind zum Beispiel mit einem Geologen in sehr nahen Kontakt gekommen, der in Freiberg in Sachsen studiert und promoviert hatte. Er war sofort in der Vertretung und stellte sich vor, um wieder anzuknüpfen an die Zeiten der 1930er- und 1940er-Jahre, als er in Deutschland gewesen war.</p>



<p>Faktisch war es eine Konkurrenz zur DDR, auch wenn ich das so nicht empfunden habe. Ich habe festgestellt, dass das für die DDR-Leute natürlich schwierig war. Das konnte man auch bei großen Veranstaltungen sehen. Oft standen sie für sich zusammen und nicht unbedingt in der großen Schar der Gäste – und auch nicht so offensichtlich mit den Vertretern der anderen kommunistischen Länder. Und wenn wir dann beide da waren, von der einen und der anderen Seite, dann musste ich überhaupt nichts tun, um mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Es war de facto eine Konkurrenz, aber keine gesuchte.</p>



<p>Kontakte zwischen unseren beiden Vertretungen waren damals noch gar nicht etabliert. Vonseiten der DDR sowieso nicht, die gingen auf absolute Distanz. Später war das anders, da war es gang und gäbe, dass man mit den Mitarbeitern der DDR-Botschaft dienstlichen Kontakt hatte. Zu meiner Zeit in Bukarest noch nicht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie haben Sie das Kulturleben in Bukarest und die dortigen Kulturschaffenden erlebt?</h4>



<p>Diese Jahre von Ende 1965 bis Ostern 1969 waren für uns sehr prägend – nicht nur, weil es der erste Auslandsposten war, sondern eine gewisse offene und bereite Stimmung vermittelte. Ich muss hierbei immer wieder auf die einzelnen Personen kommen. Wenn Liviu Ciulei<sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup> mir zum Beispiel gesagt hat, kommen Sie zu mir ins Theater, und ich zeige Ihnen mein Haus, dann gingen wir natürlich hin. Und in der Pause haben wir mit ihm gesprochen. Damit hatte sich’s. Und wir konnten dann bald tatsächlich genug Rumänisch, um zum Beispiel im Bukarester Teatrul Mic Aufführungen auf Rumänisch zu verfolgen. Da sind wir dann hin. In die Oper und in die Konzerte sowieso. Opernsänger kamen zu mir ins Büro, weil sie hofften, ich könnte Engagements vermitteln. Bildende Künstler kamen, weil ich sie auf einer gesellschaftlichen Veranstaltung getroffen hatte. Sie sagten, „kommen Sie gern einmal in mein Atelier“, zum Beispiel Ion Pacea und Marcel Chirnoaga. Oder Marianne Ambrosi, die Malerin, oder das Ehepaar Jacobi – die waren Textilkünstler. Ich meldete mich zunächst überall einfach an. Dann war eine gewisse Verbindung da, und die blieb überwiegend beruflich, freundlich neutral. Aber sie vermittelte ja immer neue Eindrücke. Im Orchester in Klausenburg habe ich den Dirigenten Erich Bergel kennengelernt, mit dem wir dann auch mehrere Jahre befreundet waren. Die Begegnung mit dem dortigen Theaterchef Vlad Mugur ist mir noch heute in lebhafter Erinnerung. Es ergab sich einfach sehr viel durch meine Initiative, überall hinzugehen.</p>



<p>Ungefähr ein Mal pro Jahr war ich bei den Institutionen. Die Türen waren offen, und sie waren offen von beiden Seiten. Ich musste bloß ein bisschen was tun. Aber ich musste mich nicht über Gebühr bemühen. Und das war das Schöne. Ich kann mich nicht erinnern – wenn ich irgendwo versuchte, Besuche zu machen oder hinzugehen –, dass ich eine Abfuhr erhielt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Hat man auch über Probleme im kommunistischen Land gesprochen, zum Beispiel über die Deportationswellen nach dem Zweiten Weltkrieg, die auch zahlreiche Deutsche betrafen, oder andere Repressalien?</h4>



<p>Man hat über die Zeit vorher nicht konkret gesprochen. Dass sich die Leute furchtbar zurückgehalten haben, ist wahrscheinlich, vielleicht auch aus anderen Gründen, die wir nicht kannten. Im privaten Rahmen hat man über die Deportation gesprochen, das schon, aber mit allen, mit denen ich offiziell Kontakt hatte, mit denen überhaupt nicht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Welche Begegnungen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?</h4>



<p>Eduard Eisenburger von der <em>Karpatenrundschau</em> in Brașov (dt. Kronstadt), Ernst Breitenstein vom <em>Neuen Weg</em> in Sibiu, mit dem habe ich viel Kontakt gehabt. Ja, das waren alles sehr intelligente Leute, die alle mit uns Kontakte hatten, natürlich Kontakt haben durften und auf der entsprechenden offiziellen Ebene und mit der entsprechenden Zurückhaltung diesen Kontakt auch pflegten. Dann bei der <em>Neuen Literatur</em> Emmerich Stoffel und der gute Arnold Hauser. Den habe ich einmal auch hier in Bonn getroffen. Ich sage das mal so mit meinen Worten: Er war durchaus Sozialist, aber auf der anderen Seite wusste und empfand er ganz klar, dass man nicht machen kann und sagen kann, was man für richtig hält und sich überall absichern musste. In Bukarest kamen unter anderen Paul Schuster mit seinem humordurchtränkten Roman <em>Fünf Liter Zuika</em> und Dieter Schlesak, der sehr bald von einer Reise „nach oben“ – also nach Deutschland – nicht zurückkehrte, hinzu. Auch die Germanisten Viktor Theiß sowie die Linguisten Bruno Colbert und Mihai Isbǎșescu waren häufige Gesprächspartner. Hierhin gehört auch Gisela Richter mit ihrer fast lebenslangen Beschäftigung mit dem nach Jahrzehnten immer noch nicht fertiggestellten <em>Siebenbürgischen Wörterbuch</em> in Hermannstadt. Mit dem Ehepaar Martha und Klaus Kessler, er Arzt und Schriftsteller, sie vorzügliche Altistin vor allem für Oratorien, wurden wir vertraut. Und die Komponisten Tudor Ciortea und Zeno Vancea, beide eine Generation älter als ich, mit ihrer ausgezeichneten Kenntnis nicht nur der deutschen Sprache, dürfen hier ebenfalls nicht fehlen. Bis heute besteht eine freundschaftliche Verbindung zu Götz Teutsch, damals ein vielversprechender Cellist aus Kronstadt und später jahrzehntelanges Mitglied der berühmten „12 Cellisten“ der Berliner Philharmoniker.</p>



<p>Ich habe mich natürlich sozusagen herangetastet und habe versucht, festzustellen, wie reagiert man auf das eine oder andere. Ich habe mich von mir aus zurückgehalten und nicht etwa gefragt „Was halten Sie von Ceaușescu?“ oder „Wie finden Sie denn die heutige Situation in Rumänien?“ oder so etwas. Ich war interessiert oder habe versucht, Verbindungen herzustellen. Verbindungen, die bestehen bleiben, auf die man zurückkommen konnte, und habe nicht im Sinne eines politischen Reporters drängende oder eventuell sogar Fangfragen gestellt.</p>



<p>Einmal fuhren wir durch Mühlbach (rum. Sebeș), und da habe ich zu meiner Frau gesagt: „Die Kirche, die müssen wir ansehen.“ Und dann habe ich da beim Pfarrer geklingelt. Da kam Albert Klein<sup class="modern-footnotes-footnote ">3</sup> an die Tür und hat uns reingebeten, und dann haben wir eine Tasse Tee getrunken und uns unterhalten. Und später habe ich seine Einführung als Pfarrer an der Schwarzen Kirche in Brașov, in Kronstadt, erlebt und ihn dann später, da war er bereits Bischof, verschiedentlich in Bukarest getroffen.</p>



<p>Ich habe auch alle orthodoxen Metropoliten besucht. Mit dem damaligen Metropoliten von Alba Iulia hatte ich sogar ein „wirkliches“ Gespräch. Der Metropolit in Iași, das war so ein richtiger Fürst. Das war dann ein völlig oberflächliches Gespräch, logischerweise.</p>



<p>Wir haben nicht zuletzt die ersten großen Ereignisse des kulturellen Austauschs zwischen beiden Ländern erlebt: Schon 1966 kam Wilhelm Kempf und begeisterte das Publikum mit den fünf Klavierkonzerten von Beethoven. Er war mit dem früheren Chef des Bukarester Sinfonieorchesters Georgescu befreundet gewesen. Kempf war offensichtlich gern der Bitte von dessen Witwe für ein Gastspiel gefolgt. Die persönliche Begegnung war für meine Frau und mich natürlich ein Erlebnis.</p>



<p>Ähnlich begeisternd für Publikum und uns persönlich war 1968 das Gastspiel der seinerzeit überall „hoch gehandelten“ Stuttgarter Oper mit Intendant Prof. Schäfer, Chefdirigent Ferdinand Leitner und Sängerinnenstars wie Inge Borckh, Martha Mödl und Hildegard Hillebrecht mit <em>Elektra</em> von Richard Strauß und <em>Bluthochzeit</em> von Wolfgang Fortner, der natürlich mitgereist war.</p>



<p>1967 erlebten wir als rumänischen „Beitrag“ zu diesem Austausch die traditionellen Enescu-Festspiele mit einer eindrucksvollen Anzahl weltberühmter Künstler. Für uns schoss allerdings der Madrigalchor aus Bukarest den Vogel ab: Eine technisch und atmosphärisch so vollkommene Darbietung hatten wir noch nicht erlebt. Nicht nur an diesem Abend zeigten die Künstler, dass die große Musiktradition des Landes unverändert sehr lebendig war – und bis heute ist.</p>



<p>Einen sozusagen persönlichen Höhepunkt erlebte ich ebenfalls 1968, als ich anlässlich des Internationalen Romanistenkongresses meine beiden früheren Lehrer aus Köln in unserem Haus begrüßen konnte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wie ging es 1969, nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland, weiter? Haben Sie die Problematik der Auswanderung der deutschen Minderheit verfolgt?</h4>



<p>Nach meiner Rückkehr war ich zunächst im politischen Referat im Auswärtigen Amt für Rumänien und Ungarn zuständig. Das passte natürlich ausgezeichnet. Ich bin seither auch Mitglied des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde und bin in den ersten Jahren auch öfter bei den Jahrestagungen gewesen. Ich war mit dem Problem der siebenbürgischen Pfarrer „Bleiben oder gehen“ schon in Rumänien selbst in Berührung gekommen. Das hat mich auch persönlich sehr bewegt.</p>



<p>Die Siebenbürger Pfarrer waren ja schlecht dran. Die siebenbürgisch-sächsische Kirche hatte mit der evangelischen Kirche Deutschlands eine Vereinbarung geschlossen: Wenn ein siebenbürgischer Pfarrer weggeht, dann kriegt er in Deutschland keine Stelle. Und deswegen bekamen die entweder tatsächlich keine Stelle, oder sie gingen in die Schweiz. Und wir kannten einen Pfarrer, der war schon während unserer Zeit zerrissen zwischen dem Gehen und dem Bleiben. Er sah sich in der Pflicht, bei seinen „Schäfchen“ auszuharren. Seine Frau wollte unbedingt weg wegen der Kinder. Die Frage „Ausreise“ war ja überall präsent. Ihr Ursprung ging auf jene Rumäniendeutschen zurück, die auf deutscher Seite am Krieg teilgenommen hatten, in russische Gefangenschaft geraten waren und nach Deutschland entlassen wurden. Das war jedenfalls ein gewichtiges Motiv, das der sogenannten Familienzusammenführung zugrunde lag und die betroffenen Familien in Rumänien nachhaltig beschäftigte.</p>



<p>Paul PhilippiPaul Philippi (1923–2018) war ein siebe<sup class="modern-footnotes-footnote ">4</sup>, mit dem habe ich intensiv auch in Deutschland Verbindung gehabt. Das ist lange, lange her. Er ist dann schließlich nach Rumänien zurückgegangen. Ihm hat man alles Mögliche vorgeworfen: „Du hast es leicht, Du kannst da ohne Probleme hingehen“ und so weiter. Das hat mich dann auch sehr beschäftigt. Mit der Zeit aber bin ich ja vollkommen im südamerikanischen Raum „untergetaucht“ und habe diese Diskussion, die dann auch langsam auslief und sich totlief, als unfruchtbar empfunden und vor allen Dingen für mich doch nicht mehr genügend nahe, um weiter intensiv damit verbunden zu bleiben. Das Problem im Auswärtigen Dienst ist ja: Alle drei, vier Jahre kommt man woanders hin. Dann „gewinnt“ natürlich, wenn man sich jeweils interessiert, das neue Gastland. Es muss ja auch mehr an Gewicht bekommen, sodass Eindrücke, Erlebnisse von früher fortbestehen, aber nicht – jedenfalls bei mir oder bei uns – das unverändert gleiche Maß an Interesse und Engagement auf sich ziehen, wie man es 30 Jahre früher hatte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Waren Sie in die Problematik des Freikaufs<sup class="modern-footnotes-footnote ">5</sup> involviert?</h4>



<p>Ich persönlich hatte damit nichts zu tun. Auch mit dem politischen Referat nur indirekt, denn das wurde ganz woanders im Auswärtigen Amt geregelt. In der Tat habe ich mich, aber ich meine nur von der Peripherie, nicht als Beteiligter, dafür interessiert. Darüber informieren oder mich informieren, das konnte ich nicht. Das war ein abgeschlossener Bereich für die, die unmittelbar damit im Amt zu tun hatten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Haben Sie auch Autoren aus dem deutsch-jüdischen Umfeld kennengelernt?</h4>



<p>Ich habe weder mit Alfred Margul-Sperber<sup class="modern-footnotes-footnote ">6</sup> noch mit anderen Verbindung gehabt. Ich könnte mir vorstellen, dass die Leute, mit denen ich Kontakt hatte, wiederum Vorbehalte hatten, mich mit diesen Autoren in Verbindung zu bringen. Ich habe erst hinterher gemerkt, dass mir da interessanter- oder seltsamerweise wirklich ein paar wichtige oder interessante Leute völlig durch das Sieb gegangen sind, auch weil sie nicht bei den offiziellen Veranstaltungen waren. Da war vermutlich auch von ihrer Seite aus Vorsicht mit im Spiel. Juden waren ja damals zwar nicht verfolgt in Rumänien, sie hatten aber – wie es mir schien – einen schweren Stand.</p>



<p>Wir sind allerdings mehrfach im jüdischen Theater gewesen und haben auch Kontakt gehabt zu der Leiterin. Aber eine kulturelle Rolle hat das nicht gespielt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Haben Sie Überwachung seitens des rumänischen Staates wahrgenommen; gab es in Ihrer Funktion als Angehöriger des Auswärtigen Amtes Kontakte zur Securitate?</h4>



<p>Wir waren uns natürlich bewusst, haben uns rational klargemacht, dass man davon ausgehen muss, ständig irgendwie, irgendwo von irgendjemandem beobachtet zu werden. Wir hatten aber überhaupt keine Beschränkungen, uns im Land zu bewegen. Ceaușescu fuhr ja zunächst eine sehr eigenständige Politik im Verhältnis zum übrigen Ostblock und vor allem zur Sowjetunion, die im Westen ein wenig die Erwartung oder auch Illusion auslöste, dass er einen eigenen Kurs verfolgt. Was sich sehr bald als ein großer Irrtum herausstellte, was die ideologische Verlässlichkeit und Linientreue anbelangte. Aber den Versuch, eine gewisse eigenständige Politik nach außen zu führen, hat er fortgesetzt. Dazu gehörte ja auch schon, dass Rumänien der erste kommunistische Staat war, der mit uns offizielle Beziehungen aufnahm. So waren wir in unserer Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt. In dem Haus, das wir bezogen hatten, war selbstverständlich klar, dass dort Abhöranlagen eingebaut waren. Wenn meine Frau und ich persönlich etwas Wichtigeres zu besprechen hatten, gingen wir spazieren, das machten wir nie im Haus. Noch als wir nach dreieinhalb Jahren nach Deutschland zurückgekehrt waren, haben wir in die Zimmerecken geguckt. Das hatte sich so eingefleischt. Das zweite waren dann die Verbindungen mit den Menschen. Da konnte man auch davon ausgehen, dass sie der Securitate berichten mussten. Eigentlich hätte ich jeden Kontakt über das Außenministerium anmelden müssen. In vielen Fällen habe ich das auch getan, um den Anfang machen zu können. In anderen Fällen aber nicht.</p>



<p>Wenn Leute mit mir Verbindung aufnahmen, dachte ich mir: Entweder ist er sogar auf mich angesetzt, oder er weiß auf jeden Fall, dass er hinterher berichten muss. Wenn er von sich aus das Risiko eingegangen ist, mit mir Verbindung aufzunehmen und mich einzuladen, dann sehe ich nicht ein, warum ich meinerseits erst das Außenministerium fragen sollte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wurden Sie auf mögliche Kontakte mit dem Geheimdienst vorbereitet?</h4>



<p>Die Beziehungen zu diesen Ländern – außer der Sowjetunion natürlich – waren ja alle neu. Es gab nur eine allgemeine Vorbereitung: „Sie wissen, Sie kommen in ein kommunistisches Land“ und so weiter. Im Einzelnen musste man im Land vor Ort die Kollegen fragen, die schon dort waren. Die Vertretung bestand ja schon. Es gab ein Hotel auf dem Bulevard Nicolae Bălcescu; dort wurden unsere Neuankömmlinge untergebracht. Und die haben dann mal ausprobiert, welche Hotelzimmer sie bekommen und ob da abgehört wird. Ein kleines Erlebnis einer Kollegin habe ich bis heute nicht vergessen: Wenn das Wasser tröpfelte oder irgendetwas nicht in Ordnung war, dann geschah nichts. Wenn sie aber in ihrem Zimmer lauthals über das tropfende Waser schimpften, war am nächsten Tag die Reparatur gemacht. Daraus haben wir dann geschlossen, dass – was sowieso zu erwarten war – unsere Leute in Zimmern untergebracht wurden, in denen Abhörvorrichtungen vorhanden waren.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gab es im privaten Bereich Beschränkungen, und haben Sie später einmal Ihre Geheimdienstakten eingesehen?</h4>



<p>Weder meine Frau noch ich haben das als Einschränkung empfunden. Ich habe es als vorhanden registriert und weiter gar nichts. Es waren die Bewegungsmöglichkeiten, die Kontaktmöglichkeiten, die dann auch nicht selten schon persönliche Züge bekamen und so anregend waren, so befriedigend, so inspirierend, dass mich diese Seite überhaupt nicht berührt hat. Und ich war ja überhaupt nicht eingeschränkt.</p>



<p>Mit einer rumänischen Familie stehen wir immer noch in Verbindung. Deren Sohn hatte vorzügliche Verbindungen zu dem Schriftsteller Mircea Dinescu, der Mitglied der rumänischen „Gauck-Behörde“<sup class="modern-footnotes-footnote ">7</sup> ist. Unser Freund sagte: „Wir fahren da hin, und dann mache ich Dich bekannt.“ Und so kam es dann. Man sicherte mir Nachforschungen zu. Einige Zeit später kam mit der Post eine dünne Akte. Es standen auch nur idiotische Lächerlichkeiten drin. Interessantes gab es nicht. Mit Sicherheit muss es von mir mehr geben, das wäre sonst komisch. Diese internen Berichte stehen aber offenbar unverändert unter Verschluss, vermute ich. Inzwischen kann man im Übrigen via Internet eine solche Information beantragen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Haben Sie das Gefühl, dass Sie etwas bewegen konnten, oder gab es unüberwindbare Grenzen?</h4>



<p>Ja, absolut. Und zwar wieder komme ich mit dem allgemeinen Hinweis: Interesse an der Ingangsetzung der Beziehungen, einmal formell, offiziell, aber dann eben auch persönlich. Denn alle diese persönlichen Verbindungen waren ein Erlebnis und eine unglaubliche Bereicherung für uns. Aber sie haben ja auch Früchte getragen. Grenzen habe ich nicht gesehen. Vielleicht lag das auch daran, dass ich nicht versucht habe, unübersteigbare Hürden zu überwinden. Ich habe also kein Enttäuschungserlebnis in Erinnerung. Als ich ins Auswärtige Amt eintrat, mich entschied, da möchtest du hin, da habe ich mir gedacht, an dem, was jetzt geschaffen werden muss oder wieder geschaffen werden muss oder aufgebaut werden muss oder wie man das nennen mag, da willst du ein ganz kleines Rädchen mitdrehen. Und dieses ganz kleine Rädchen, davon bin ich heute noch überzeugt, habe ich in Rumänien drehen können.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Ekkehard Hallensleben</strong> wurde 1930 in Celle geboren. Er studierte Romanistik und Germanistik in Braunschweig, Marburg, Perugia, Innsbruck, Dijon und Köln, wo er 1958 promovierte. Von 1959 bis 1961 war er Lektor für Deutsch an der Cairo University sowie an der Ain-Schams-Universität in Kairo. Anschließend war Hallensleben bis 1993 im Auswärtigen Amt tätig. Sein erster Einsatz im Ausland führte ihn nach der Ausbildung für den Höheren Dienst nach Rumänien, wo er von Dezember 1965 bis 1968 Kulturreferent an der Handelsvertretung und bis April 1969 Botschafter in Bukarest war. Von 1969 bis 1971 war er Referent für Rumänien und Ungarn und fungierte in dieser Zeit auch als Dolmetscher – unter anderem beim Besuch des Ministerpräsidenten Ion Gheorghe Maurer in Bonn (1969) und dem Staatsbesuch von Bundespräsident Gustav Heinemann in Rumänien (1972). Weitere Stationen führten ihn nach Santiago de Chile, Belgrad, Brasilia und La Paz.</p>



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<figure class="wp-block-gallery aligncenter has-nested-images columns-4 is-cropped uag-masonry uagb-block-be748c79 wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
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<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_146-scaled.jpg"><img decoding="async" width="1722" height="2560" data-id="708" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_146-scaled.jpg" alt="Alte Kaufhäuser am Kleinen Ring (Piaţa Mica) in Hermannstadt (Sibiu) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-708" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_146-scaled.jpg 1722w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_146-202x300.jpg 202w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_146-689x1024.jpg 689w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_146-768x1142.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_146-1033x1536.jpg 1033w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_146-1378x2048.jpg 1378w" sizes="(max-width: 1722px) 100vw, 1722px" /></a><figcaption>Alte Kaufhäuser am Kleinen Ring (Piaţa Mica) in Hermannstadt (Sibiu) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_170-scaled.jpg"><img decoding="async" width="2560" height="1722" data-id="707" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_170-scaled.jpg" alt="Feierlichkeiten anl. 1. Mai 1968: Ehrenmal für die Gefallenen Flieger (Bd. Aviatorilor) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-707" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_170-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_170-300x202.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_170-1024x689.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_170-768x517.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_170-1536x1033.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_170-2048x1378.jpg 2048w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Feierlichkeiten anl. 1. Mai 1968: Ehrenmal für die Gefallenen Flieger (Bd. Aviatorilor) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_175-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1695" data-id="706" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_175-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-706" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_175-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_175-300x199.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_175-1024x678.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_175-768x509.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_175-1536x1017.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_175-2048x1356.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_103046-cut_gk98yak5_1-scaled.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1098" data-id="701" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_103046-cut_gk98yak5_1-scaled.jpeg" alt="Besuch von Bundespräsident Gustav Heinemann in Rumänien auf Einladung von Nicolae Ceaușescu 1972. (In der vorderen Reihe zwischen Elena und Nicolae Ceaușescu) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-701" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_103046-cut_gk98yak5_1-scaled.jpeg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_103046-cut_gk98yak5_1-300x129.jpeg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_103046-cut_gk98yak5_1-1024x439.jpeg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_103046-cut_gk98yak5_1-768x329.jpeg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_103046-cut_gk98yak5_1-1536x659.jpeg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_103046-cut_gk98yak5_1-2048x878.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Besuch von Bundespräsident Gustav Heinemann in Rumänien auf Einladung von Nicolae Ceaușescu 1972. (In der vorderen Reihe zwischen Elena und Nicolae Ceaușescu) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_102850-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1920" data-id="700" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_102850-scaled.jpg" alt="Überreichung Beglaubigungsschreiben 1968 (oder 1967), mit dem die Botschaft der BRD offiziell anerkannt wurde. © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-700" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_102850-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_102850-300x225.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_102850-1024x768.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_102850-768x576.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_102850-1536x1152.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/IMG_20201017_102850-2048x1536.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Überreichung Beglaubigungsschreiben 1968 (oder 1967), mit dem die Botschaft der BRD offiziell anerkannt wurde. © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_179-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1667" height="2560" data-id="694" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_179-scaled.jpg" alt="Staatsbesuch von Bundespräsident Gustav Heinemann und Frau 12. – 20. Mai 1972: Nicolae Ceausescu begleitet seinen Gast zur Empfangszeremonie auf dem Flughafen © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-694" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_179-scaled.jpg 1667w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_179-195x300.jpg 195w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_179-667x1024.jpg 667w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_179-768x1180.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_179-1000x1536.jpg 1000w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_179-1333x2048.jpg 1333w" sizes="auto, (max-width: 1667px) 100vw, 1667px" /></a><figcaption>Staatsbesuch von Bundespräsident  Gustav Heinemann und Frau 12. – 20. Mai 1972: Nicolae Ceausescu begleitet seinen Gast zur Empfangszeremonie auf dem Flughafen © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_177-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1664" data-id="693" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_177-scaled.jpg" alt="Erster offizieller Besuch 1967 kurz nach dem Übergang von Handelsvertretung zur Botschaft: Außenminister Willy Brandt wird von seinem Amtskollegen Corneliu Manescu verabschiedet © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-693" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_177-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_177-300x195.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_177-1024x666.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_177-768x499.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_177-1536x998.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_177-2048x1331.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Erster offizieller Besuch 1967 kurz nach dem Übergang von Handelsvertretung zur Botschaft: Außenminister Willy Brandt wird von seinem Amtskollegen Corneliu Manescu verabschiedet © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_176-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1659" height="2560" data-id="692" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_176-scaled.jpg" alt="Eintreffen von Partei- und Staatschef Nicolai Ceausescu sowie Ministerpräsident Ion Gheorghe Maurer (re.) am 23. August 1968 © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-692" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_176-scaled.jpg 1659w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_176-194x300.jpg 194w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_176-664x1024.jpg 664w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_176-768x1185.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_176-995x1536.jpg 995w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_176-1327x2048.jpg 1327w" sizes="auto, (max-width: 1659px) 100vw, 1659px" /></a><figcaption>Eintreffen von Partei- und Staatschef Nicolai Ceausescu sowie Ministerpräsident Ion Gheorghe Maurer (re.) am 23. August 1968 © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_173-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1669" height="2560" data-id="691" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_173-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-691" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_173-scaled.jpg 1669w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_173-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_173-667x1024.jpg 667w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_173-768x1178.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_173-1001x1536.jpg 1001w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_173-1335x2048.jpg 1335w" sizes="auto, (max-width: 1669px) 100vw, 1669px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_172-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1660" data-id="690" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_172-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-690" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_172-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_172-300x195.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_172-1024x664.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_172-768x498.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_172-1536x996.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_172-2048x1328.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_169-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1687" height="2560" data-id="689" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_169-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-689" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_169-scaled.jpg 1687w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_169-198x300.jpg 198w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_169-675x1024.jpg 675w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_169-768x1166.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_169-1012x1536.jpg 1012w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_169-1349x2048.jpg 1349w" sizes="auto, (max-width: 1687px) 100vw, 1687px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_168-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1670" data-id="688" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_168-scaled.jpg" alt="Feierlichkeiten anl. 20. Jahrestages Der Inthronisierung von Patriarch Justinian Marin (6. Juni 1968). Mit Kappe: Bischof Friedrich Müller-Langenthal © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-688" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_168-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_168-300x196.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_168-1024x668.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_168-768x501.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_168-1536x1002.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_168-2048x1336.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Feierlichkeiten anl. 20. Jahrestages Der Inthronisierung von Patriarch Justinian Marin (6. Juni 1968). Mit Kappe: Bischof Friedrich Müller-Langenthal © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_167-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1680" height="2560" data-id="687" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_167-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-687" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_167-scaled.jpg 1680w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_167-197x300.jpg 197w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_167-672x1024.jpg 672w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_167-768x1170.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_167-1008x1536.jpg 1008w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_167-1344x2048.jpg 1344w" sizes="auto, (max-width: 1680px) 100vw, 1680px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_166-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1674" height="2560" data-id="686" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_166-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-686" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_166-scaled.jpg 1674w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_166-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_166-670x1024.jpg 670w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_166-768x1174.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_166-1005x1536.jpg 1005w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_166-1339x2048.jpg 1339w" sizes="auto, (max-width: 1674px) 100vw, 1674px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_164-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1733" data-id="685" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_164-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-685" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_164-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_164-300x203.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_164-1024x693.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_164-768x520.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_164-1536x1040.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_164-2048x1387.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_163-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1664" data-id="684" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_163-scaled.jpg" alt="Neues Viertel anstelle des völlig erhaltenen alten Viertel jenseits der Dimbovita (Hintergrund Palast des Volkes) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-684" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_163-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_163-300x195.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_163-1024x666.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_163-768x499.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_163-1536x998.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_163-2048x1331.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Neues Viertel anstelle des völlig erhaltenen alten Viertel jenseits der Dimbovita (Hintergrund Palast des Volkes) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_162-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1666" data-id="683" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_162-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-683" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_162-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_162-300x195.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_162-1024x666.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_162-768x500.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_162-1536x999.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_162-2048x1333.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_161-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1665" data-id="682" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_161-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-682" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_161-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_161-300x195.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_161-1024x666.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_161-768x500.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_161-1536x999.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_161-2048x1332.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_160-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1661" data-id="681" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_160-scaled.jpg" alt="Palast der Republik und Sitz der RKP in Bukarest © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-681" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_160-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_160-300x195.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_160-1024x664.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_160-768x498.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_160-1536x996.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_160-2048x1328.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Palast der Republik und Sitz der RKP in Bukarest © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_158-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1673" height="2560" data-id="680" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_158-scaled.jpg" alt="Mönch in Kloster Cernica bei Bukarest © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-680" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_158-scaled.jpg 1673w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_158-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_158-669x1024.jpg 669w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_158-768x1176.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_158-1004x1536.jpg 1004w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_158-1338x2048.jpg 1338w" sizes="auto, (max-width: 1673px) 100vw, 1673px" /></a><figcaption>Mönch in Kloster Cernica bei Bukarest © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_157-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1672" height="2560" data-id="679" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_157-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-679" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_157-scaled.jpg 1672w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_157-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_157-669x1024.jpg 669w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_157-768x1176.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_157-1003x1536.jpg 1003w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_157-1338x2048.jpg 1338w" sizes="auto, (max-width: 1672px) 100vw, 1672px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_156-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1666" data-id="678" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_156-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-678" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_156-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_156-300x195.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_156-1024x667.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_156-768x500.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_156-1536x1000.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_156-2048x1333.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_155-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1675" height="2560" data-id="677" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_155-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-677" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_155-scaled.jpg 1675w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_155-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_155-670x1024.jpg 670w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_155-768x1174.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_155-1005x1536.jpg 1005w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_155-1340x2048.jpg 1340w" sizes="auto, (max-width: 1675px) 100vw, 1675px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_154-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1669" height="2560" data-id="676" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_154-scaled.jpg" alt="Mädchen im Winterpelz nach dem Gottesdienst in Urwegen (Gârbova) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-676" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_154-scaled.jpg 1669w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_154-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_154-668x1024.jpg 668w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_154-768x1178.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_154-1001x1536.jpg 1001w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_154-1335x2048.jpg 1335w" sizes="auto, (max-width: 1669px) 100vw, 1669px" /></a><figcaption>Mädchen im Winterpelz nach dem Gottesdienst in Urwegen (Gârbova) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_153-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1670" height="2560" data-id="675" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_153-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-675" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_153-scaled.jpg 1670w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_153-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_153-668x1024.jpg 668w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_153-768x1178.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_153-1002x1536.jpg 1002w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_153-1336x2048.jpg 1336w" sizes="auto, (max-width: 1670px) 100vw, 1670px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_152-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1670" height="2560" data-id="674" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_152-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-674" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_152-scaled.jpg 1670w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_152-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_152-668x1024.jpg 668w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_152-768x1177.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_152-1002x1536.jpg 1002w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_152-1336x2048.jpg 1336w" sizes="auto, (max-width: 1670px) 100vw, 1670px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_150-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1672" data-id="673" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_150-scaled.jpg" alt="Kirchenburg von Holzmengen (Hosman) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-673" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_150-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_150-300x196.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_150-1024x669.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_150-768x502.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_150-1536x1003.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_150-2048x1338.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Kirchenburg von Holzmengen (Hosman) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_148-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1673" height="2560" data-id="672" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_148-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-672" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_148-scaled.jpg 1673w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_148-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_148-669x1024.jpg 669w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_148-768x1176.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_148-1004x1536.jpg 1004w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_148-1338x2048.jpg 1338w" sizes="auto, (max-width: 1673px) 100vw, 1673px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_147-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1681" height="2560" data-id="671" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_147-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-671" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_147-scaled.jpg 1681w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_147-197x300.jpg 197w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_147-672x1024.jpg 672w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_147-768x1170.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_147-1009x1536.jpg 1009w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_147-1345x2048.jpg 1345w" sizes="auto, (max-width: 1681px) 100vw, 1681px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_145-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1684" data-id="670" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_145-scaled.jpg" alt="Piaţa Republici (Platz der Republik) in Hermannstadt (Sibiu), heute Großer Ring (Piaţa Mare) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-670" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_145-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_145-300x197.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_145-1024x674.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_145-768x505.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_145-1536x1011.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_145-2048x1348.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Piaţa Republici (Platz der Republik) in Hermannstadt (Sibiu), heute Großer Ring (Piaţa Mare) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_144-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1670" height="2560" data-id="669" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_144-scaled.jpg" alt="Hirtenjunge bei Hermannstadt (Sibiu) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-669" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_144-scaled.jpg 1670w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_144-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_144-668x1024.jpg 668w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_144-768x1178.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_144-1002x1536.jpg 1002w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_144-1336x2048.jpg 1336w" sizes="auto, (max-width: 1670px) 100vw, 1670px" /></a><figcaption>Hirtenjunge bei Hermannstadt (Sibiu) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_143-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1658" height="2560" data-id="668" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_143-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-668" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_143-scaled.jpg 1658w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_143-194x300.jpg 194w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_143-663x1024.jpg 663w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_143-768x1186.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_143-995x1536.jpg 995w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_143-1327x2048.jpg 1327w" sizes="auto, (max-width: 1658px) 100vw, 1658px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_141-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1680" height="2560" data-id="667" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_141-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-667" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_141-scaled.jpg 1680w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_141-197x300.jpg 197w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_141-672x1024.jpg 672w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_141-768x1170.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_141-1008x1536.jpg 1008w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_141-1344x2048.jpg 1344w" sizes="auto, (max-width: 1680px) 100vw, 1680px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_140-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1674" height="2560" data-id="666" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_140-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-666" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_140-scaled.jpg 1674w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_140-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_140-669x1024.jpg 669w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_140-768x1175.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_140-1004x1536.jpg 1004w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_140-1339x2048.jpg 1339w" sizes="auto, (max-width: 1674px) 100vw, 1674px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_139-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1670" height="2560" data-id="665" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_139-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-665" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_139-scaled.jpg 1670w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_139-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_139-668x1024.jpg 668w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_139-768x1177.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_139-1002x1536.jpg 1002w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_139-1336x2048.jpg 1336w" sizes="auto, (max-width: 1670px) 100vw, 1670px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_138-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1677" height="2560" data-id="664" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_138-scaled.jpg" alt="Zunftturm an der Stadtmauer von Schäßburg (Sighișoara) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-664" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_138-scaled.jpg 1677w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_138-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_138-671x1024.jpg 671w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_138-768x1173.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_138-1006x1536.jpg 1006w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_138-1341x2048.jpg 1341w" sizes="auto, (max-width: 1677px) 100vw, 1677px" /></a><figcaption>Zunftturm an der Stadtmauer von Schäßburg (Sighișoara) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_135-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1673" height="2560" data-id="663" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_135-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-663" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_135-scaled.jpg 1673w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_135-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_135-669x1024.jpg 669w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_135-768x1175.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_135-1004x1536.jpg 1004w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_135-1338x2048.jpg 1338w" sizes="auto, (max-width: 1673px) 100vw, 1673px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_134-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1667" height="2560" data-id="662" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_134-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-662" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_134-scaled.jpg 1667w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_134-195x300.jpg 195w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_134-667x1024.jpg 667w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_134-768x1179.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_134-1000x1536.jpg 1000w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_134-1334x2048.jpg 1334w" sizes="auto, (max-width: 1667px) 100vw, 1667px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_133-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1665" data-id="661" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_133-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-661" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_133-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_133-300x195.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_133-1024x666.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_133-768x500.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_133-1536x999.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_133-2048x1332.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_130-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1670" data-id="660" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_130-scaled.jpg" alt="Pfarrereinführung des neugewählte Stadtpfarrers Albert Klein (ab 1969 Bischof der EKR). am 31. März 1968 in Kronstadt (Brașov) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-660" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_130-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_130-300x196.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_130-1024x668.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_130-768x501.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_130-1536x1002.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_130-2048x1336.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Pfarrereinführung des neugewählte Stadtpfarrers Albert Klein (ab 1969 Bischof der EKR). am 31. März 1968 in Kronstadt (Brașov)  © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_126-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1677" data-id="659" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_126-scaled.jpg" alt="Nachrichten am Gemeindehaus in Kronstadt (Brașov) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-659" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_126-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_126-300x196.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_126-1024x671.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_126-768x503.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_126-1536x1006.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_126-2048x1341.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Nachrichten am Gemeindehaus in Kronstadt (Brașov) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_125-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1683" height="2560" data-id="658" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_125-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-658" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_125-scaled.jpg 1683w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_125-197x300.jpg 197w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_125-673x1024.jpg 673w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_125-768x1168.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_125-1010x1536.jpg 1010w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_125-1347x2048.jpg 1347w" sizes="auto, (max-width: 1683px) 100vw, 1683px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_124-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1670" data-id="657" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_124-scaled.jpg" alt="Schwarze Kirche in Kronstadt (Brașov) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-657" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_124-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_124-300x196.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_124-1024x668.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_124-768x501.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_124-1536x1002.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_124-2048x1336.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Schwarze Kirche in Kronstadt (Brașov) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_120-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1628" data-id="656" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_120-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-656" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_120-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_120-300x191.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_120-1024x651.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_120-768x488.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_120-1536x977.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_120-2048x1303.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_119-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1664" data-id="655" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_119-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-655" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_119-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_119-300x195.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_119-1024x666.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_119-768x499.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_119-1536x998.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_119-2048x1331.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_118-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1662" height="2560" data-id="654" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_118-scaled.jpg" alt="Romajunge mit Kupferkessel, Bistritz-Tal (Valea Bistriţei) © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-654" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_118-scaled.jpg 1662w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_118-195x300.jpg 195w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_118-665x1024.jpg 665w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_118-768x1183.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_118-997x1536.jpg 997w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_118-1330x2048.jpg 1330w" sizes="auto, (max-width: 1662px) 100vw, 1662px" /></a><figcaption>Romajunge mit Kupferkessel, Bistritz-Tal (Valea Bistriţei) © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_117-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1666" height="2560" data-id="653" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_117-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-653" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_117-scaled.jpg 1666w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_117-195x300.jpg 195w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_117-666x1024.jpg 666w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_117-768x1180.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_117-999x1536.jpg 999w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_117-1333x2048.jpg 1333w" sizes="auto, (max-width: 1666px) 100vw, 1666px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_116-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1671" height="2560" data-id="652" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_116-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-652" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_116-scaled.jpg 1671w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_116-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_116-668x1024.jpg 668w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_116-768x1177.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_116-1002x1536.jpg 1002w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_116-1337x2048.jpg 1337w" sizes="auto, (max-width: 1671px) 100vw, 1671px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_114-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1670" height="2560" data-id="651" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_114-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-651" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_114-scaled.jpg 1670w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_114-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_114-668x1024.jpg 668w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_114-768x1178.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_114-1002x1536.jpg 1002w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_114-1336x2048.jpg 1336w" sizes="auto, (max-width: 1670px) 100vw, 1670px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_113-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1676" height="2560" data-id="650" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_113-scaled.jpg" alt="Männer am Ziehbrunnen in Strâmtura, Maramureș © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-650" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_113-scaled.jpg 1676w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_113-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_113-670x1024.jpg 670w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_113-768x1173.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_113-1006x1536.jpg 1006w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_113-1341x2048.jpg 1341w" sizes="auto, (max-width: 1676px) 100vw, 1676px" /></a><figcaption>Männer am Ziehbrunnen in Strâmtura, Maramureș © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_112-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1674" height="2560" data-id="649" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_112-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-649" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_112-scaled.jpg 1674w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_112-196x300.jpg 196w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_112-670x1024.jpg 670w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_112-768x1174.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_112-1005x1536.jpg 1005w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_112-1339x2048.jpg 1339w" sizes="auto, (max-width: 1674px) 100vw, 1674px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_111-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1668" height="2560" data-id="648" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_111-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-648" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_111-scaled.jpg 1668w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_111-195x300.jpg 195w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_111-667x1024.jpg 667w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_111-768x1179.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_111-1001x1536.jpg 1001w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_111-1334x2048.jpg 1334w" sizes="auto, (max-width: 1668px) 100vw, 1668px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_110-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1677" height="2560" data-id="647" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_110-scaled.jpg" alt="Nonne in Kloster Suceviţa, Moldau © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-647" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_110-scaled.jpg 1677w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_110-197x300.jpg 197w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_110-671x1024.jpg 671w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_110-768x1172.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_110-1006x1536.jpg 1006w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_110-1342x2048.jpg 1342w" sizes="auto, (max-width: 1677px) 100vw, 1677px" /></a><figcaption>Nonne in Kloster Suceviţa, Moldau © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_109-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1725" data-id="646" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_109-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-646" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_109-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_109-300x202.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_109-1024x690.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_109-768x517.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_109-1536x1035.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_109-2048x1380.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_108-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1650" height="2560" data-id="645" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_108-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-645" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_108-scaled.jpg 1650w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_108-193x300.jpg 193w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_108-660x1024.jpg 660w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_108-768x1191.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_108-990x1536.jpg 990w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_108-1320x2048.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 1650px) 100vw, 1650px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_106-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1696" data-id="644" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_106-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-644" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_106-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_106-300x199.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_106-1024x679.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_106-768x509.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_106-1536x1018.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_106-2048x1357.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_105-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1690" height="2560" data-id="643" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_105-scaled.jpg" alt="© Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-643" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_105-scaled.jpg 1690w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_105-198x300.jpg 198w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_105-676x1024.jpg 676w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_105-768x1163.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_105-1014x1536.jpg 1014w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_105-1352x2048.jpg 1352w" sizes="auto, (max-width: 1690px) 100vw, 1690px" /></a><figcaption> © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_104-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1674" data-id="642" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_104-scaled.jpg" alt="Kulturpalast und russisch-orthodoxe Kirche (Biserica Lipovenească), Iași © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-642" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_104-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_104-300x196.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_104-1024x670.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_104-768x502.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_104-1536x1005.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_104-2048x1339.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Kulturpalast und russisch-orthodoxe Kirche (Biserica Lipovenească), Iași © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_103-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1680" height="2560" data-id="641" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_103-scaled.jpg" alt="Romamädchen, Brăila © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-641" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_103-scaled.jpg 1680w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_103-197x300.jpg 197w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_103-672x1024.jpg 672w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_103-768x1170.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_103-1008x1536.jpg 1008w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_103-1344x2048.jpg 1344w" sizes="auto, (max-width: 1680px) 100vw, 1680px" /></a><figcaption>Romamädchen, Brăila © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_101-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1666" data-id="640" src="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_101-scaled.jpg" alt="Alter Mann, Brăila © Ekkehard Hallensleben" class="wp-image-640" srcset="https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_101-scaled.jpg 2560w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_101-300x195.jpg 300w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_101-1024x667.jpg 1024w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_101-768x500.jpg 768w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_101-1536x1000.jpg 1536w, https://halbjahresschrift.de/wp-content/uploads/2022/01/R_101-2048x1333.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></a><figcaption>Alter Mann, Brăila © Ekkehard Hallensleben</figcaption></figure>
</figure>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> Die Bundesrepublik beanspruchte von 1949 bis 1969 die Alleinvertretung für das gesamte deutsche Volk.</p>



<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Liviu Ciulei (1923–2011) war ein rumänischer Schauspieler, Filmregisseur und Theaterleiter.</p>



<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Albert Klein (1910–1990) war ein evangelischer Geistlicher. Von 1969 bis 1990 fungierte er als Bischof der Evangelischen Kirche A.&nbsp;B. in Rumänien.</p>



<p><a href="#_ftnref4">[4]</a> Paul Philippi (1923–2018) war ein siebenbürgischer Theologe und nach 1989 Minderheitenpolitiker. Bis in die späten 1970er-Jahre lebte Philippi hauptsächlich in der Bundesrepublik Deutschland, anschließend verlagerte er seinen Lebensmittelpunkt wieder nach Rumänien.</p>



<p><a href="#_ftnref5">[5]</a> Mit dem sogenannten Freikauf von Rumäniendeutschen seitens der deutschen Bundesregierung, der Zahlung eines „Kopfgeldes“, wurde zwischen 1967 und 1989 die Ausreise von 226.654 Rumäniendeutschen aus dem kommunistischen Rumänien in die Bundesrepublik Deutschland ermöglicht.</p>



<p><a href="#_ftnref6">[6]</a> Alfred Margul-Sperber (1898–1967) war ein bukowinischer deutschsprachiger Schriftsteller jüdischer Herkunft in Rumänien.</p>



<p><a href="#_ftnref7">[7]</a> Gemeint ist die CNSAS, das Consiliul Național pentru Studierea Arhivelor Securității [dt.: Nationaler Rat für das Studium der Archive der Securitate].</p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Von 1949 bis 1969 die Alleinvertretung für das gesamte deutsche Volk.</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Liviu Ciulei (1923–2011) war ein rumänischer Schauspieler, Filmregisseur und Theaterleiter.</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Albert Klein (1910–1990) war ein evangelischer Geistlicher. Von 1969 bis 1990 fungierte er als Bischof der Evangelischen Kirche A.&nbsp;B. in Rumänien.</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;nbürgischer Theologe und nach 1989 Minderheitenpolitiker. Bis in die späten 1970er-Jahre lebte Philippi hauptsächlich in der Bundesrepublik Deutschland, anschließend verlagerte er seinen Lebensmittelpunkt wieder nach Rumänien.</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Mit dem sogenannten Freikauf von Rumäniendeutschen seitens der deutschen Bundesregierung, der Zahlung eines „Kopfgeldes“, wurde zwischen 1967 und 1989 die Ausreise von 226.654 Rumäniendeutschen aus dem kommunistischen Rumänien in die Bundesrepublik Deutschland ermöglicht.</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Alfred Margul-Sperber (1898–1967) war ein bukowinischer deutschsprachiger Schriftsteller jüdischer Herkunft in Rumänien.</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gemeint ist die CNSAS, das Consiliul Național pentru Studierea Arhivelor Securității [dt.: Nationaler Rat für das Studium der Archive der Securitate].</div><p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/ekkehard-hallensleben/">Ein offenes Feld und offene Türen</a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Informationen der DDR-Staatssicherheit über die Lage in der ČSSR 1968 (II)</title>
		<link>https://halbjahresschrift.de/ddr-staatssicherheit-cssr-1968-ii/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[IKGS-Admin_2]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 09:53:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgabe 2019–2020]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumente]]></category>
		<category><![CDATA[1968]]></category>
		<category><![CDATA[ČSSR]]></category>
		<category><![CDATA[GDR]]></category>
		<category><![CDATA[state security]]></category>
		<category><![CDATA[status reports]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://halbjahresschrift.de/?p=616</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bernd Florath 30. August 1968 Einzelinformation Nr.&#160;954/68 über Absichten Westdeutscher katholischer Revanchisten-Organisationen im Zusammenhang mit den Ereignissen in der ČSSR Quelle: BStU, MfS, ZAIG 1552, Bl. 1–2 (4. Expl.).Serie: Informationen.Verteiler: Verner, Barth (über HA XX/4) – MfS: Schröder/HA XX/4, Ablage.Datum: Zusätzlicher Datumsstempel vom 30.8.1968. Dem MfS wurde bekannt, dass der Leiter der „Königsteiner Anstalten“ in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/ddr-staatssicherheit-cssr-1968-ii/">Informationen der DDR-Staatssicherheit über die Lage in der ČSSR 1968 (II)</a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Bernd Florath</p>



<p><strong>30. August 1968</strong></p>



<p><strong>Einzelinformation Nr.&nbsp;954/68 über Absichten Westdeutscher katholischer Revanchisten-Organisationen im Zusammenhang mit den Ereignissen in der ČSSR</strong></p>



<p><em>Quelle: BStU, MfS, ZAIG 1552, Bl. 1–2 (4. Expl.).</em><br><em>Serie: Informationen.</em><br><em>Verteiler: Verner, Barth (über HA XX/4) – MfS: Schröder/HA XX/4, Ablage.</em><br><em>Datum: Zusätzlicher Datumsstempel vom 30.8.1968.</em></p>



<p>Dem MfS wurde bekannt, dass der Leiter der „Königsteiner Anstalten“ in Königstein/Taunus, Westdeutschland, Weihbischof Adolf <em>Kindermann</em>,<sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup> am 24.8.1968 ein persönliches Schreiben an alle sudetendeutschen Priester in Westdeutschland mit der Bitte sandte, durch Fürbitte und Gebet das tschechoslowakische Volk gegen die „Besatzungsmächte“ zu unterstützen.</p>



<p>Kindermann, der 1946 aus der ČSSR ausgewiesen wurde,<sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup> ist Gründer und Leiter der „Königsteiner Anstalten“, außerdem seit Juli 1966 Weihbischof des westdeutschen „Flüchtlingsbischofs“. Die „Königsteiner Anstalten“ sind das revanchistische und antikommunistische Zentrum der katholischen Kirche in Westdeutschland, von dem aus die Arbeit der katholischen landsmannschaftlichen Zusammenschlüsse koordiniert und angeleitet wird. In ihnen erfolgt außerdem die Betreuung des Umsiedler-Klerus bzw. die Ausbildung des Priesternachwuchses unter dem Aspekt einer späteren Verwendung in den sozialistischen Ländern.</p>



<p>Die klerikal-revanchistischen Kreise der katholischen Kirche in Westdeutschland planen, den vom 4. bis 8.9.1968 in Essen stattfindenden Katholikentag dazu zu benutzen, eine antikommunistische Welle gegen die fünf Warschauer Vertragsstaaten auszulösen. Unter anderem soll am 7.9.1968 die sogenannte „Begegnung der Heimatvertriebenen“ in einem solchen Umfang stattfinden, wie er zu den letzten Katholikentagen vermieden wurde. So werden sich treffen:</p>



<p>die sudetendeutschen Katholiken,<br>die südostdeutschen Katholiken,<br>die Katholiken der Grafschaft Glatz,<br>der Grafschaft Schneidemühl,<br>des Bistums Breslau,<br>der Diözese Ermland,<br>der Diözese Danzig,<br>der Diözese Brainz,<br>der Diözese Kattowitz u.&nbsp;a.</p>



<p>Diese Revanchistenverbände werden Verlautbarungen bzw. Stellungnahmen zu den Ereignissen in der ČSSR abgeben.</p>



<p><strong>12. September 1968</strong></p>



<p><strong>Einzelinformation Nr. 1022/68 über Reaktionen in der Westberliner SPD auf die Vorgänge in der ČSSR</strong></p>



<p><em>Quelle: BStU, MfS, HV&nbsp;A 135, Bl. 225–228 (9. Expl.).</em><br><em>Serie: Informationen.</em><br><em>Verteiler: Ulbricht, Honecker, Verner, Axen, Lamberz, Kohrt, KGB Karlshorst – MfS: Ablage.</em><br><em>Datum: Zusätzlicher Datumsstempel vom 16.9.1968.</em></p>



<p>Die Vorgänge in der ČSSR nach dem 21.8.1968 haben in der Westberliner SPD zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. Die oppositionellen Kräfte um den ehemaligen Charlottenburger Kreisvorsitzenden <em>Ristock</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">3</sup> werfen dem Senat und dem Landesvorstand vor, untätig gegen die Maßnahmen vom 21.8.1968 geblieben zu sein. Sie fordern eine politische Mobilisierung der Bevölkerung zur Unterstützung der revisionistischen Kräfte in der ČSSR.</p>



<p>Die rechten Kräfte vertreten die Auffassung, es sei in dieser Situation unverantwortlich gewesen, die politische Atmosphäre in Westberlin anzuheizen. Es komme viel mehr darauf an, die Westberliner Bevölkerung zur Ruhe und zum Nachgehen ihrer gewohnten Geschäfte zu ermahnen. Führende Funktionäre des Landesvorstandes brachten zum Ausdruck, die Maßnahmen der Warschauer Vertragsstaaten vom 21.8.1968 hätten die Position Westberlins weiter geschwächt. Das Ansehen der USA in der Westberliner Bevölkerung sei gesunken. Wie in vielen westeuropäischen Ländern werde es auch in Westberlin zu einer Stärkung der politischen Rechten kommen. Man müsse mit einer Stärkung der CDU und der NPD rechnen. Früher habe die SPD besonders in Krisenzeiten in Westberlin einen starken Vertrauenszuwachs erhalten, weil sie einig war. Diese Einigkeit müsse unter allen Umständen wieder hergestellt werden. Insgesamt komme es darauf an, die Zugehörigkeit Westberlins zur Bundesrepublik zu festigen und auf eine Verstärkung der NATO hinzuarbeiten.</p>



<p>Die rechten Kräfte innerhalb der Westberliner SPD betrachten die Vorgänge in der ČSSR realistisch. Sie akzeptieren – zumindest machtpolitisch – die Erklärung der Sowjetunion und ihrer Verbündeten. Sie räumen ein, dass die Sowjetunion nicht zulassen konnte, dass sich antikommunistische Kräfte in der ČSSR organisieren. Mit dem Zugriff auf die Massenkommunikationsmittel hätten diese Kräfte eine antisowjetische Position aufgerichtet. Durch die Abkehr der KSČ<sup class="modern-footnotes-footnote ">4</sup> vom Leninismus und die Aufgabe ihrer führenden Rolle hätte die Sowjetunion auf längere Sicht mit einem Ausscheiden der ČSSR aus dem Warschauer Pakt rechnen müssen. Sie hätte davon ausgehen müssen, dass die ČSSR im Falle eines Konfliktes ihre nationalen Interessen denen des Warschauer Vertrages überordnen wurde.</p>



<p>Gleichzeitig vertreten diese Kreise die Meinung, dass durch die Stationierung der sowjetischen Truppen in der ČSSR das militärische Gleichgewicht in Europa verändert worden sei. Deshalb wäre es notwendig, in stärkerem Umfange als bisher amerikanische Truppen in Westeuropa zu stationieren. Das eröffne auch die Möglichkeit, die Bundeswehr zu verstärken. Nur wenn mehr amerikanische Truppen in Europa wären, hätten die übrigen westeuropäischen Staaten keine Bedenken gegen die zahlenmäßige Verstärkung der Bundeswehr.</p>



<p>Der Bundesregierung werde nichts anderes übrig bleiben, als ihre bisherige Ostpolitik fortzusetzen, weil jede Verhärtung des westdeutschen Standpunktes gegenüber Moskau und Ostberlin einen verstärkten Druck auf Westberlin nach sich ziehen müsse. Andererseits betrachte die Sowjetunion die Entspannungs-Politik der Bundesregierung als eine permanente Bedrohung ihres Machtsystems. Deshalb werde auch die Fortsetzung dieser Politik eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zur Sowjetunion zur Folge haben.</p>



<p>Der stellv. SPD-Landesvorsitzende <em>Jaroschowitz</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">5</sup> äußerte, Westberlin sei ein Teil der Bundesrepublik Deutschland mit besonderen Rechten der Siegermächte. Es müsse endlich eine gemeinsame Plattform zum Status Westberlins gefunden werden. Es habe sich herausgestellt, dass Konzessionen an den Osten keinen Sinn hätten. Die Zielstellung, Westberlin zu einer Drehscheibe des Ost-West-Handels zu machen, sei tot. In Westberlin sollten verstärkt Veranstaltungen der Landsmannschaften und ·der Vertriebenenverbände abgehalten werden. Alle Schritte in Richtung auf eine „selbständige politische Einheit Westberlin“ müssten entschlossen abgewiesen werden.</p>



<p>Für Sozialdemokraten dürfe es keine Gemeinsamkeiten mit Kommunisten geben. Man müsse zwar das Eingreifen der Warschauer Vertragsstaaten in die Entwicklung der ČSSR verurteilen, aber man dürfe sich dabei nicht mit den tschechischen Kommunisten solidarisieren. <em>Jaroschowitz</em> und der Landessekretär <em>Hesse</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">6</sup> wandten sich scharf gegen die Tätigkeit der innerparteilichen und der außerparlamentarischen Opposition. Es wurden organisatorische Maßnahmen angekündigt, die eine Unterwanderung der SPD durch oppositionelle Kräfte verhindern sollen. Leitende Funktionäre des SPD-Kreisverbandes Spandau haben Brandt<sup class="modern-footnotes-footnote ">7</sup> vorgeworfen, dass er mit seiner Entspannungspolitik zu weit gegangen sei und die SPD in eine gefährliche Lage gebracht habe. Diese Haltung sei in der Tendenz auch in anderen Kreisen festzustellen. Das Klima in der Partei entwickele sich unverkennbar in die Richtung des kalten Krieges.</p>



<p>Der Senatspressechef <em>Herz</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">8</sup> erklärte, die Vorgänge in der ČSSR hätten die schleichende Abwanderung aus Westberlin verstärkt. Die Industrieunternehmen seien mit ihren Dispositionen im Hinblick auf die Investitionspolitik in Westberlin wesentlich zurückhaltender geworden. In Westdeutschland habe er eine völlige Interessenlosigkeit gegenüber Westberlin feststellen können.</p>



<p>Die oppositionellen Kräfte innerhalb der Westberliner SPD seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht in der Lage, eine an den Tatsachen orientierte Einschätzung zu den Vorgängen in der ČSSR zu geben. Sie hatten die Entwicklung zwischen dem Januar-Plenum und dem 21.8.1968 für eine Hoffnung für die oppositionelle Sozialdemokratie gehalten. Sie vertreten die Auffassung, die Entwicklung in der ČSSR habe bewiesen, dass die Hoffnung der Menschheit auf einen von Moskau und Washington unabhängigen Sozialismus gerichtet ist. <em>Ristock</em> erklärte, die Entwicklung in der ČSSR habe gezeigt, dass die Politik der oppositionellen Sozialdemokraten gegenüber den kommunistischen Parteien richtig war. Die Pläne der Reformer um <em>Dubček</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">9</sup> und <em>Černík</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">10</sup> seien als Alternative zur Politik der KPdSU vorhanden, auch wenn sie heute nicht durchgesetzt werden könnten. Die SPD dürfe Leute wie <em>Dubček</em> und <em>Černík</em> nicht ablehnen, sondern müsse sie unterstützen. Die Bundesregierung hätte die Position <em>Dubčeks</em> festigen können, wenn sie klar und deutlich vom Münchner Abkommen abgerückt wäre. International sei Moskau durch die Entwicklung in der ČSSR auf lange Zeit gebunden. Daher sei Westberlin von dieser Seite her nicht gefährdet.</p>



<p>Im Gegensatz zu <em>Ristock</em> vertrat der Westberliner Bundestagsabgeordnete Franz <em>Neumann</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">11</sup> die Auffassung, dass Westberlin verloren sei. Die Haltung der USA zu den Vorgängen in der ČSSR zeige, dass auch im Falle einer Annexion Westberlins durch die DDR und die Sowjetunion nicht mit Gegenmaßnahmen der USA zu rechnen sei.</p>



<p>Die Information darf im Interesse der Sicherheit der Quellen nicht publizistisch ausgewertet werden.</p>



<p><strong>8. Oktober 1968</strong></p>



<p><strong>Einzelinformation Nr. 1109/68 über einige Probleme der Lage in der ČSSR</strong></p>



<p><em>Quelle: BStU, MfS, ZAIG 1592, Bl. 1–8 (6. Expl.).</em><br><em>Serie: Informationen.</em><br><em>Verteiler: Kein Nachweis für externe Verteilung – MfS: Ablage.</em><br><em>Vermerk: „nicht rausgegangen“.</em><br><em>Bemerkungen: Nicht realisierter externer Verteilervorschlag (im Dokumentenkopf): Ulbricht, Honecker, Stoph, Axen, KGB Karlshorst.</em></p>



<p>Von zuverlässigen Quellen wurden dem MfS weitere Angaben zur Lage in der ČSSR bekannt.</p>



<p>In internen Gesprächen wurde von einem ČSSR-Bürger, der Verbindung zum ehemaligen Innenminister Pavel,<sup class="modern-footnotes-footnote ">12</sup> zu Vertretern des Verteidigungsministeriums sowie zu verantwortlichen Mitarbeitern der Presse, des Rundfunks und des Fernsehens der ČSSR hat, geäußert, dass sowohl im Verteidigungs- als auch im Innenministerium der ČSSR ein detaillierter Plan für die gesamte Propagandatätigkeit für den Fall einer Besetzung der ČSSR durch Westdeutschland oder die NATO existiert habe. In diesem Plan seien bis in alle Einzelheiten Ausweichmöglichkeiten für Sendestationen, Redaktionen, Druckereien usw. sowie Transportmöglichkeiten und Benachrichtigungsschemen für die wichtigsten Mitarbeiter festgelegt gewesen. Wenige Stunden nach dem Einmarsch der Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten sei dieser Plan in Aktion getreten. Alles habe fast vollständig geklappt.</p>



<p>Die Mitarbeiter der Presse und des Rundfunks hätten wie in diesem Plan vorgesehen ihre Arbeit gemacht. Die wichtigsten Sendestationen und Druckereien hätten sich in speziell dafür eingerichteten Objekten der ČSSR-Armee befunden. Die ČSSR-Armee habe sofort in allen Garnisonen ihre KW-Sender zur Verfügung gestellt. Es sei dabei so verfahren worden, dass zur gleichen Zeit immer mehrere Sender auf einer Frequenz arbeiteten. Auf denselben Frequenzen hätten auch starke westdeutsche Sender, die unmittelbar an der Grenze standen, ausgestrahlt.</p>



<p>In den Nachtstunden seien außerdem Teile der Stromleitungen der Prager Straßenbahn als Sendeantennen benutzt worden. Ferner hätten die eingesetzten Spezialfahrzeuge ständig den Standort gewechselt. So sei es den „Besatzungstruppen“ nur schwer möglich gewesen, die Standorte der Sender anzupeilen.</p>



<p>Die Arbeit des Gegensenders „Moldau“<sup class="modern-footnotes-footnote ">13</sup> wäre schlecht und seine Wirkung sehr gering gewesen. Da die Sprecher die tschechische Sprache nur mangelhaft beherrscht hätten, sei sofort festzustellen gewesen, dass es sich nicht um einen ČSSR-Sender handelte. Außerdem arbeite der Sender noch nicht aktuell genug. Er reagiere z.&nbsp;B. oft erst spät auf aktuelle Ereignisse. (Nach einer Darstellung anderer ČSSR-Bürger werde dieser Sender auch heute noch wenig gehört, da man die ČSSR-Bürger, die dort tätig sind, als Verräter bezeichnet, die die nationale Würde der ČSSR verletzen, oder weil hier auch Deutsche arbeiten würden.)</p>



<p>In Gesprächen mit ČSSR-Bürgern sei zum Ausdruck gebracht worden, dass es eine konsequente Realisierung des Moskauer Kommuniqués<sup class="modern-footnotes-footnote ">14</sup> in der ČSSR nicht geben werde, da z.&nbsp;B. der Begriff „Normalisierung“ ein Gummi-Begriff sei und seine Bedeutung immer weiter gefasst werden könne. Einige Mitglieder des ZK der KSČ sowie Minister und vor allem Journalisten versuchten, in Anlehnung an die französische Widerstandsbewegung während der Zeit der faschistischen Okkupation, eine „passive Resistance“, vor allem unter den Arbeitern, zu organisieren und zu formieren. Allerdings sei fraglich, ob sich die Arbeiterklasse dazu entschließen und auch durchhalten werde. Deshalb werde gegenwärtig an Richtlinien für eine entsprechende Propaganda gearbeitet. Ein Kernpunkt sei dabei die Frage, wie weit die Losung „Ignorierung der Okkupanten“ reicht und wo die „Kollaboration“ anfängt. Diese Probleme müssten differenziert herausgearbeitet werden, da vor allem die Minister und andere politische Funktionäre auf hoher Ebene mit den Vertretern der Warschauer-Pakt-Staaten zusammenarbeiten müssen und eine Kompromittierung dieser Funktionäre der ČSSR verhindert werden soll, um eine Aufspaltung der „einheitlichen Resistance-Bewegung“ zu vermeiden.</p>



<p>Auf dem Gebiete des Pressewesens, des Rundfunks und des Fernsehens werde versucht, diese Ziele im Rahmen der eng gezogenen Grenzen der neuen Presserichtlinien zu verfolgen. In diesem Zusammenhang wurde die Meinung vertreten, dass es durchaus möglich sei, diese Linie zu verwirklichen, wenn nicht eine größere Welle von Verhaftungen verantwortlicher Funktionäre und Journalisten einsetzt (auch wenn heute nicht mehr eine so starke und einheitliche Volksbewegung wie unmittelbar nach dem Einmarsch der Truppen vorhanden sei.)</p>



<p>Ein Intellektueller, der umfangreiche Verbindungen nach Westdeutschland hat, erklärte, es bestehe die Gefahr, dass es in wenigen Wochen in der ČSSR zu neuen Auseinandersetzungen und zu einem Blutvergießen kommen werde. Die nationalistischen Leidenschaften und der „Russenhass“ seien so groß, dass es leicht zu einer Explosion kommen könne.</p>



<p>Zu seinen Westverbindungen erklärte der Intellektuelle, er sei wie andere auch beauftragt worden, solche Verbindungen zu suchen, weil man den Westdeutschen beweisen wolle, dass man zu ihnen gehört und an einer Verbesserung des Verhältnisses zu Westdeutschland interessiert ist. Nach seiner Auffassung müsse die ČSSR unbedingt aus dem „Machtbereich der Russen“ ausbrechen und müsse die Intelligenz die Führung im Staat übernehmen. Die Arbeiterklasse sehe ein, dass sie dazu nicht imstande sei. Der Nach-Januar-Kurs werde fortgesetzt. Husáks<sup class="modern-footnotes-footnote ">15</sup> Reden, in denen „starke Linkstendenzen“ zum Ausdruck gekommen seien, seien auf sowjetischen Druck zurückzuführen. Er sei nur beauftragt, „das Spiel mit den Russen mitzumachen“. Kolder<sup class="modern-footnotes-footnote ">16</sup> und Indra<sup class="modern-footnotes-footnote ">17</sup> hätten keine Resonanz beim Volk. Immer dann, wenn die „Russen“ verlangen, dass ein Dubček-Politiker abgelöst wird, nehme man sofort auch einen Linken aus seiner Position.</p>



<p>Ein weiterer ČSSR-Bürger machte während eines Gespräches unsere Quelle auf ein parteiinternes Material der KSČ aufmerksam, in dem „Ausschreitungen“ der Angehörigen der sowjetischen Streitkräfte in der ČSSR dargestellt sind. (Offensichtlich hängt das mit dem Bericht des Generalstaatsanwalts der ČSSR zusammen.) Das Material soll dem Zweck dienen, Stimmung gegen sie zu machen und der Bevölkerung gewisse Verhaltensweisen ihnen gegenüber zu empfehlen.</p>



<p>Ein westdeutscher Gewerkschaftsfunktionär, der Mitte September im Auftrage der IG Metall Gespräche mit führenden Vertretern der ČSSR-Gewerkschaft ROH<sup class="modern-footnotes-footnote ">18</sup> führte, berichtete darüber folgendes: Die Vertreter der Internationalen Abteilung der ROH, des Büros des Vorsitzenden der ROH, der Metallgewerkschaft sowie der Redaktionen der Tageszeitung „Prace“ und der Monatsschrift „Tschechoslowakische Gewerkschaften“, mit denen die Gespräche geführt wurden, bedankten sich zunächst für das „solidarische Verhalten“ der westdeutschen Gewerkschaften.</p>



<p>Besonders wurden die politischen Erklärungen des Gewerkschaftstages der IG Metall im Zusammenhang mit den Ereignissen in der ČSSR mit Genugtuung aufgenommen; die Haltung der IG Metall wurde insgesamt begrüßt.</p>



<p>Die Vertreter der ČSSR-Gewerkschaften erklärten, sie glauben weiterhin den durch Beschlüsse und Programme neu konzipierten Weg nach dem Januar – wenn auch bedachter – gehen zu können. Einst beabsichtigte personelle Veränderungen an der Spitze der ROH seien vorläufig nicht denkbar; eine Ablösung Poláčeks<sup class="modern-footnotes-footnote ">19</sup> werde nicht mehr erwogen.</p>



<p>Nach Auffassung des westdeutschen Gewerkschaftsfunktionärs hätten Diskussionen im Zentralrat der ROH über die Ereignisse nach dem 21.8.1968<sup class="modern-footnotes-footnote ">20</sup> erkennen lassen, dass die Gewerkschaftsführung im Gegensatz zu Partei und Regierung nicht besonders selbstständig und „progressiv“ reagierte. So wurde z.&nbsp;B. der Aufruf zum befristeten Generalstreik nur von Partei und Regierung, nicht aber von den Gewerkschaften unterzeichnet. Poláček soll das mit den Worten begründet haben, man wolle damit die führende Rolle der Partei unterstreichen.</p>



<p>In der Gewerkschaftsbürokratie gebe es noch „konservative Tendenzen“ (sowohl beim Bund als auch bei einzelnen Industriegewerkschaften). Diese Leute seien nicht unbedingt als Anti-Dubček-Leute zu bezeichnen. Vielmehr sei anzunehmen, dass sie nicht bereit sind, eigene Initiativen zu entwickeln, um durch loyales Verhalten die SU nicht zu provozieren. Dadurch würden gegenwärtig die Gewerkschaften politisch im Hintergrund bleiben.</p>



<p>Alle Beziehungen der ROH zu Gewerkschaften des WGB<sup class="modern-footnotes-footnote ">21</sup> und des IBFG<sup class="modern-footnotes-footnote ">22</sup> seien noch blockiert. Die ROH habe selbst vor dem 21.8.1968 getroffene Verabredungen mit den Gewerkschaften Italiens und Frankreichs nicht aufrechterhalten. Die Internationale Abteilung der ROH beabsichtige, Ende Oktober eine zweiköpfige Delegation (wahrscheinlich Málek und Keilberth) in westeuropäische Länder zu entsenden, um Gespräche über mögliche Informationskontakte zu führen. Dabei sollen auch der DGB und einzelne Industriegewerkschaften Westdeutschlands besucht werden.</p>



<p>Nach wie vor sei die ROH an einem Besuch Ludwig Rosenbergs<sup class="modern-footnotes-footnote ">23</sup> in Prag interessiert. Im Oktober/November werde dieser Besuch aber noch nicht stattfinden können. Evtl. müsse er um einige Wochen verschoben werden.</p>



<p>Die Vertreter der ROH baten darum, die von der IG Metall ausgesprochene Einladung zum Besuch Westdeutschlands schriftlich zu erneuern und der ROH den Besuchstermin freizustellen. Ein Versuch des FDGB, mit der ROH zu zweiseitigen Gesprächen zusammenzukommen, sei zurückgewiesen worden.</p>



<p>Nach Auffassung der Vertreter der ČSSR-Gewerkschaft bestehe für im Ausland weilende ČSSR-Bürger keine Veranlassung, nicht zurückzukehren, da sich in der ČSSR niemand in Haft befinde. Sollten jedoch einige beabsichtigen, nicht in die ČSSR zurückzukommen, dann sollten sie veranlasst werden, nicht in Westdeutschland zu bleiben, sondern nach Österreich, Italien oder Jugoslawien zu gehen und dort Kontakt zu kommunistischen Organisationen aufzunehmen. Der Aufenthalt und die Tätigkeit von ČSSR-Bürgern in Westdeutschland würden die politische Situation in der ČSSR beträchtlich erschweren. Die SU und die anderen „Interventionsmächte“ könnten dadurch Bestätigungen für die Tätigkeit konterrevolutionärer Elemente finden. Bei allen Fragen einer evtl. Emigration in Westdeutschland sollten die betreffenden ČSSR-Bürger an die Handelsmission der ČSSR in Frankfurt/Main verwiesen werden.</p>



<p>Die erwähnten führenden Vertreter der ČSSR-Gewerkschaft ROH sowie der Gewerkschaftspresse erklärten in diesem Zusammenhang, sie seien davon überzeugt, dass man die militärische Besetzung der ČSSR bald überwinden könne und die eigenen Überlegungen des Januar-Plenums des ZK der KSČ werde durchsetzen können. Schon für das kommende Jahr erhoffe man sich eine politisch-vertretbare Souveränität der ČSSR sowie ein Schwinden des politischen Drucks der SU. Die ökonomischen Bindungen der ČSSR an die SU und andere sozialistische Staaten würden sich künftig allerdings verstärken.</p>



<p>Ein namentlich nicht genanntes Mitglied des ZK der KSČ habe erklärt, von den 1,7 Millionen Mitgliedern der Partei würden etwa noch 500&nbsp;000 „konservative politische Vorstellungen“ vertreten. Zum Teil seien diese sogar als „Stalinisten“ zu bezeichnen. Viele von ihnen würden heute noch bedeutende Funktionen bekleiden (es handele sich z.&nbsp;B. um Beamte, Bürgermeister, Abgeordnete, Gewerkschaftsfunktionäre, Parteisekretäre, Betriebsdirektoren usw.). Es müsse angenommen werden, dass diese große Gruppe ein natürliches Potential für die sowjetischen Überlegungen darstellt. Ihr Einfluss und ihre Privilegien würden ausschließlich durch die sowjetischen Einwirkungen garantiert.</p>



<p>Angeblich habe die SU mehrere hundert dieser KSČ-Mitglieder zu Besuchen in die SU eingeladen. Es sei beabsichtigt, im Verlaufe der nächsten Monate Tausende zu Aufenthalten in der SU einzuladen.</p>



<p>Progressive Mitglieder der KSČ in Prag und anderen Städten schließen sich (faktisch illegal) in Gruppen zusammen. Teilweise haben sie noch nicht den Mut, offen aufzutreten, da sie von der Parteiführung nicht unterstützt werden. Sie befürchten, dass sich der Terror gegen sie richten werde, wenn die befreundeten Truppen das Land verlassen haben. Sie sind der Meinung, dass sie von den befreundeten Ländern stärker unterstützt werden müssten.</p>



<p>Aus weiteren Gesprächen mit ČSSR-Bürgern wurde bekannt, dass in der ČSSR-Bevölkerung der Hass gegen die Sowjetunion – auch gegen die DDR – noch relativ stark sei. Dieser Hass werde von Presse, Rundfunk und Fernsehen, die nach wie vor von feindlichen Kräften beherrscht sind, täglich neu geschürt. Außerdem werde von konterrevolutionären Kräften immer wieder die Losung geschmiert: „Wir sind mit Euch, seid mit uns!“ Verstärkt werde der Verkauf von Masaryk<sup class="modern-footnotes-footnote ">24</sup>-Bildern organisiert. Als Anlass werde dazu der bevorstehende 50. Jahrestag der Bildung der ČSR<sup class="modern-footnotes-footnote ">25</sup> benutzt.</p>



<p>Die Einreise von Westdeutschen, Österreichern, Jugoslawen, Rumänen und Italienern (besonders jungen männlichen Personen) habe in den letzten Tagen zugenommen.</p>



<p>Diese Information kann unter keinen Umständen publizistisch ausgewertet werden.</p>



<p><strong>14. Oktober 1968</strong></p>



<p><strong>Einzelinformation&nbsp;Nr.&nbsp;1122/68 über die Einschätzung der IX. Weltjugendfestspiele in Sofia durch westdeutsche Regierungskreise</strong></p>



<p><em>Quelle: BStU, MfS, HV&nbsp;A 136, Bl. 179–182 (10. Expl.).</em><br><em>Serie: Informationen.</em><br><em>Verteiler: Honecker, Axen, Winzer, Markowski (über HV&nbsp;A/VII), Jahn (FDJ, über HA XX/2), Polen, Ungarn, Bulgarien (über Abt. X), KGB Karlshorst – MfS: Ablage.</em><br><em>Datum: Zusätzlicher Datumsstempel vom 18.10.1968.</em></p>



<p>In einer internen Einschätzung der IX. Weltjugendfestspiele in Sofia vom 27.7.–6.8.1968<sup class="modern-footnotes-footnote ">26</sup> stellten westdeutsche Regierungskreise einleitend fest, dass sich das politische Programm der Festspiele in erster Linie mit der Solidarität mit Vietnam, daneben vor allem mit den unterdrückten Völkern der dritten Welt, dem Kampf gegen Faschismus und Neonazismus und mit der europäischen Sicherheit beschäftigt habe. Ausschließlich gegen die westdeutsche Bundesrepublik sei eine Großveranstaltung „Neonazismus in der Bundesrepublik“ gerichtet gewesen, an der etwa 2&nbsp;000 Personen teilnahmen. Dieses Treffen sei auf Betreiben der DDR erst kurz vor Beginn der Festspiele in das Programm aufgenommen worden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">27</sup> Auch in der Kommission „europäische Sicherheit“ sei die Bundesrepublik scharf angegriffen worden.</p>



<p>Nach westdeutscher Darstellung hätten sich kritische Beobachter des Festivals die Frage gestellt, ob die Weltjugendfestspiele in ihrer überkommenen Form der programmierten Veranstaltungen und Diskussionen nicht überlebt seien.</p>



<p>Vielfach sei von Teilnehmern die Verbindung politischer Veranstaltungen mit Massenfesten der Folklore kritisiert und ein versachlichter Rahmen für die politische Diskussion gefordert worden. Es lasse sich noch nicht übersehen, ob und inwieweit sich diese Forderungen in Zukunft durchsetzen werden.</p>



<p>Sofia habe gezeigt, dass die liberalen Entwicklungstendenzen im Kommunismus gerade in der Jugend verbreitet seien. Zu dieser Erkenntnis sei die Mehrzahl der aufmerksamen Beobachter aus dem Westen gekommen. Auch die Teilnehmer aus dem sozialistischen Lager dürften seit Sofia nach westdeutscher Einschätzung manchen Zweifel an dem Weltbild hegen, das ihnen Propaganda und Erziehung bisher vermittelt hätten. Das Phänomen, dass die ultralinken, anarchistischen, fidelistischen<sup class="modern-footnotes-footnote ">28</sup> und maoistischen Gruppen der Jugend der sozialistischen Länder einen Opakommunismus mit reaktionären Zügen vorwarfen und sie auf die Bank des Angeklagten zusammen mit Kapitalisten und Imperialisten zu drängen suchten, müsse einen besonderen Schock verursacht haben. Darüber könnte auch die Tatsache nicht hinwegtäuschen, dass die IX. Weltjugendfestspiele dank einer straffen Regie und nicht zuletzt auf Grund des Einsatzes zahlloser Geheimpolizisten in Zivil im Großen und Ganzen programmgemäß verliefen.</p>



<p>Bei der Einschätzung der westdeutschen Beteiligung an den IX. Weltjugendfestspielen wurde von westdeutschen Regierungskreisen hervorgehoben, dass es dem (West-)Deutschen Bundesjugendring (DBJR) in Verhandlungen mit dem Organisationskomitee in Sofia gelungen sei, unabhängig von der Gruppe „Arbeitskreis Festival“, Offenbach, zusammen mit den Jungsozialisten der SPD eine eigene Delegation von etwa 220 Personen nach Sofia zu entsenden. In ihr waren zehn Jugendorganisationen vertreten.</p>



<p>Obwohl der DBJR vor den Festspielen von den Veranstaltern mehrere Zusicherungen erhalten hätte, die seine gleichberechtigte und reibungslose Teilnahme garantieren sollten, habe sich bald gezeigt, dass die optimistischen Erwartungen des DBJR nicht der Sofioter Wirklichkeit entsprachen.</p>



<p>Bereits vor den Festspielen sei durch Äußerungen bulgarischer und sowjetischer Jugendfunktionäre deutlich geworden, dass man mit reaktionärer und ultralinker Beeinflussung des Festivals rechnete.</p>



<p>Kommunistische Funktionäre hätten zu einer besonders sorgfältigen Auswahl und Vorbereitung des eigenen Teilnehmerkreises aufgefordert. Kurz vor Beginn der Festspiele häuften sich Vorwürfe gegen die reaktionären Kreise, so sei eine Beeinflussung der westdeutschen Teilnehmer durch CIA und westdeutsche Nachrichtendienste konstruiert worden. Auf Grund eines Protesttelegramms des DBJR habe sich das bulgarische Festivalkomitee von solchen Behauptungen distanziert. Unmut bei den Veranstaltern dürften nicht zuletzt auch die bereits vor dem Festival hergestellten Kontakte zwischen dem DBJR und Jugendvertretern aus Rumänien, Jugoslawien und der Tschechoslowakei verursacht haben. Der DBJR habe nicht ohne Erfolg versucht, eine gemeinsame Marschroute für einige Diskussionsveranstaltungen festzulegen. Auch Anschlusseinladungen des DBJR an 80 Jugendvertreter aus der Dritten Welt in die westdeutsche Bundesrepublik seien nicht dazu angetan gewesen, das Misstrauen der Organisatoren zu vermindern.</p>



<p>Insgesamt hätten die aus der westdeutschen Bundesrepublik kommenden Gruppen ein Bild der Vielschichtigkeit geboten, mit allen Vorzügen und Nachteilen, die sich daraus ergeben. Dies sei bereits bei der Eröffnungszeremonie zu beobachten gewesen. Im Verlauf der Festspiele seien die Gegensätze bei Zusammenstößen mit bulgarischen Sicherheitsorganen und in Form von Verfahrenskritik, Denunziationen und Intrigen noch deutlicher geworden. Die Offenbacher Gruppe sei während der Festspiele in einander befehdende Teile zerfallen.</p>



<p>Nach westdeutscher Einschätzung dürfte es auf jeden Fall wertvoll gewesen sein, dass angesichts der Lockerungserscheinungen in Osteuropa während der Festspiele das Feld nicht nur der FDJ und linksgerichteten Jugendverbänden überlassen wurde. Der DBJR habe trotz aller Behinderungen während der Festspiele genügend Gelegenheit zu Einzelgesprächen und Treffen mit anderen Gruppen gehabt. Diese Begegnungen hätten in erster Linie seine Teilnahme gerechtfertigt. Weit unangenehmer als die Schwierigkeiten mit den westdeutschen Delegationen dürfte für die Organisatoren das eigenwillige Verhalten der jugoslawischen, rumänischen und besonders der tschechoslowakischen Teilnehmer gewesen sein. Nachdem es bereits bei der Anreise von tschechoslowakischen Jugendlichen an der Grenze zu peinlichen Zwischenfällen gekommen sei, habe die Delegation der ČSSR während der Festspiele durch ihre lautstarke Unterstützung der Dubček-Politik Aufsehen erregt. Die tschechoslowakische Delegation habe sich so viele Beschränkungen gefallen lassen müssen, dass sie gegen die Behinderungen der Meinungsfreiheit auf dem Festival wiederholt protestierte. Die Jugoslawen hätten wegen der Praktiken der Festspielleitung sogar erwogen, Sofia vorzeitig zu verlassen. Sie hätten von einer undemokratischen Atmosphäre und einer Manipulation der Geschäftsordnung gesprochen.</p>



<p>Im Interesse der Sicherheit der Quelle ist eine öffentliche Auswertung dieser Information nicht möglich.</p>



<p><strong>28. Oktober 1968</strong></p>



<p><strong>Einzelinformation Nr. 1177/68 über geplante Demonstrationen negativer Kräfte in der ČSSR am 28. Oktober 1968</strong></p>



<p><em>Quelle: BStU, MfS, ZAIG 1602, Bl. 1–5 (7. Expl.).</em><br><em>Serie: Informationen.</em><br><em>Verteiler: Kein Nachweis für externe Verteilung – MfS: Ablage.</em><br><em>Vermerk: „nicht rausgegangen“.</em><br><em>Bemerkungen: Nicht realisierter externer Verteilervorschlag (im Dokumentenkopf): Ulbricht Honecker, Stoph, Axen, Winzer, KGB Karlshorst.</em></p>



<p>Nach mehreren noch nicht restlos überprüften, aber weitgehend übereinstimmenden Angaben aus inoffiziellen Quellen wurde dem MfS bekannt, dass seitens feindlicher und negativer Kräfte der ČSSR für den 28.10.1968 (50. Jahrestag der Gründung der ČSR) in Prag und anderen größeren Städten und Ortschaften der ČSSR bestimmte Voraussetzungen für antisozialistische Demonstrationen und Aktionen getroffen wurden.</p>



<p>Einerseits wird davon gesprochen, dass sog. stille Demonstrationen stattfinden sollen, andererseits jedoch heißt es, dass auch mit Unruhen bzw. mit einem Blutvergießen gerechnet werde. Es gibt in diesem Zusammenhang Hinweise, dass die reaktionären Kräfte es unter Umständen darauf angelegt haben, Zusammenstöße zu provozieren, um „den Hass des Volkes der ČSSR gegen die UdSSR noch mehr zu verstärken“.</p>



<p>Als Organisatoren dieser geplanten Demonstrationen in Prag werden vorrangig Studenten der philosophischen, mathematischen und technischen Fakultät der Prager Universität, aber auch Vertreter der medizinischen Fakultät und der medizinischen Intelligenz genannt.</p>



<p><em>Prag</em></p>



<p>Es wird von geplanten Demonstrationen auf dem Altstädter Ring und dem Wenzelsplatz berichtet. Nach diesen Angaben sei u.&nbsp;a. als Protest gegen die „Besetzung“ der ČSSR vorgesehen:<br>Tragen schwarzer Kleidung,<br>Mitführen der Staatsflagge, die mit schwarzen Bändern versehen ist,<br>Mitführen von Trauerfahnen,<br>Mitführen von Masaryk-Bildern,<br>Demonstration auch nach Lány zum Grab Masaryks<sup class="modern-footnotes-footnote ">29</sup> (Einladungen dazu seien bereits verteilt worden).</p>



<p>Nach Äußerungen eines Prager Journalisten hätten die Studenten Prags bei ihren geplanten Aktionen am 28.10. auch junge Arbeiter hinter sich. Zu den Studentengruppen, die entschlossen seien, öffentlich aufzutreten, unterhielten die Prager Redakteure Kontakte. Ferner sei vorgesehen, dass bei der Festvorstellung am 28.10. im Prager Nationaltheater alle Besucher als Zeichen des Protestes schwarze Krawatten tragen.</p>



<p>Weiter gibt es Hinweise, dass Prager Studenten aufgefordert wurden, am 28.10. die Stadt nicht zu verlassen, und dass Hunderte von Studenten, die außerhalb Prags studieren, in die Hauptstadt kommen wollen (von ihnen seien sehr viele Hotelzimmer ab 26.10. bestellt worden).</p>



<p>In diesem Zusammenhang gibt es auch Hinweise über die Absicht Prager Studenten, bestimmte Manifestationen bestimmter progressiver Kräfte zur Unterstützung der Politik der Sowjetunion „zerschlagen“ zu wollen.</p>



<p>Wie nach weiteren unüberprüften Hinweisen bekannt wurde, sollen Mitglieder eines uns bisher nicht bekannten „Aktual-Klubs“, einer anarchistischen Studentengruppierung, ein Attentat auf den sowjetischen Botschafter in Prag vorbereiten, um, wie berichtet wurde, „das Volk aus der Lethargie zu erwecken“. Das Attentat soll angeblich bei einer Ausfahrt des Boschafters aus dem Botschaftsgebäude verübt werden.</p>



<p>Eine antisowjetische Veranstaltung sei auch in Ricany bei Prag vorgesehen. Sie sei vom „Klub der engagierten Parteilosen“ vorbereitet worden.</p>



<p><em>Brno</em></p>



<p>Unter den Studenten seien Flugblätter verteilt worden, die zu einer sog. stillen Demonstration am 28.10. aufrufen. Am Vorabend des 28.10. sollen auf der Svoboda-, Masaryk- und Beneš-Straße Feuer angezündet werden. Am 28.10. selbst sollen vormittags die Glocken und Sirenen ertönen, um die Bürger zur Teilnahme an der Demonstration aufzufordern. An der Kleidung sollen schwarze Bänder getragen werden.</p>



<p><em>Bratislava</em></p>



<p>Studenten beabsichtigen eine Protestdemonstration. Sie wollen auf die Straßen gehen, um die Aufmerksamkeit der Bürger auf sich zu lenken und sie zu bewegen, sich ihrem Protest anzuschließen. Es würden Transparente und Flugblätter vorbereitet.</p>



<p><em>Valašské Meziříčí</em></p>



<p>Studenten wollen einen Umzug durch die Stadt durchführen und dabei abgebrochene Kerzen, die mit einem schwarzen Band versehen sind, mitführen sowie die Moskauer „Prawda“ verbrennen.</p>



<p><em>Žilina – Gora</em></p>



<p>Studenten der Verkehrshochschule hätten gefordert, dass man ihnen Gewehre geben sollte, um gegen die Soldaten der Sowjetarmee kämpfen zu können. Es gibt Hinweise, dass hier die Situation unter den Studenten sehr gespannt sei.</p>



<p><em>Libeň</em></p>



<p>Studenten beabsichtigen, Versammlungen alter und progressiver Kommunisten, die positiv zur Sowjetunion stehen, zu zerschlagen.</p>



<p>Auch in <em>Uherské Hradiště </em>seien – nicht näher bekannt gewordene – antisowjetische Aktionen der Studenten vorbereitet worden.</p>



<p>Nach einer weiteren Information wurden in verschiedenen Gegenden der ČSSR in den letzten Tagen Fahrzeuge mit schwarzen Fahnen festgestellt.</p>



<p>Wie dem MfS im Zusammenhang mit diesen Vorgängen bekannt wurde, sind von den zuständigen Organen Vorschläge unterbreitet worden, mäßigend auf die feindlichen und negativen Studentenkreise einzuwirken, um provokatorischen Handlungen und Aktionen vorzubeugen.</p>



<p>Im Interesse der Sicherheit der Quellen darf die Information nicht publizistisch ausgewertet werden.</p>



<p><strong>6. November 1968</strong></p>



<p><strong>Einzelinformation Nr. 1233/68 über Vorstellungen progressiver Kräfte der ČSSR zur Unterstützung des Differenzierungsprozesses in der ČSSR und zum ideologischen Kampf gegen die revisionistische Mehrheit in der ČSSR-Führung</strong></p>



<p><em>Quelle: BStU, MfS, ZAIG 1608, Bl. 1–10 (7. Expl.).</em><br><em>Serie: Informationen.</em><br><em>Verteiler: Kein Nachweis für externe Verteilung – MfS: Beater, Ablage.</em><br><em>Vermerk: „nicht rausgegangen“.</em><br><em>Bemerkungen: Nicht realisierter externer Verteilervorschlag (im Dokumentenkopf): Ulbricht Honecker, Stoph, Axen, KGB Karlshorst (?).</em></p>



<p>Dem MfS wurden durch zuverlässige Quellen Angaben über einige Probleme der Entwicklung in der ČSSR bekannt. Es handelt sich dabei besonders um Gedanken und Vorstellungen verantwortlicher Mitarbeiter der Politischen Verwaltung der tschechoslowakischen Volksarmee zur Unterstützung progressiver Kräfte in der ČSSR sowie um Hinweise auf ihr geplantes Vorgehen in der nächsten Zeit.</p>



<p>Die erwähnten Mitarbeiter der Politischen Verwaltung erklären, dass sie zu einer Gruppe von etwa 16 Kommunisten gehören, die Verbindungen zur Regierung der ČSSR, zum ZK der KSČ, zu führenden Kreisen der Volksmiliz und zu höheren Offizieren (Generale, Oberste) verschiedener Bereiche der ČSSR-Armee und auch des Innenministeriums besitzen und nach ihren eigenen Aussagen versuchen wollen, eine Änderung der Lage in der ČSSR herbeiführen zu helfen.</p>



<p>Nach verschiedenen Hinweisen und Andeutungen sollen zu dieser Gruppe vorwiegend hohe Offiziere der ČSSR-Armee gehören, so z.&nbsp;B. General <em>Babka</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">30</sup> (ehemaliger Leiter der Auslandsabteilung der Politischen Verwaltung), dessen Nachfolger Oberst Širůček,<sup class="modern-footnotes-footnote ">31</sup> möglicherweise auch General <em>Čepička</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">32</sup> (Leiter der Politischen Verwaltung), aber auch die Gattin des Genossen Jozef <em>Lenárt</em>.<sup class="modern-footnotes-footnote ">33</sup> Die Gruppe arbeite konspirativ. Sie treffe sich regelmäßig zu Beratungen über ihre Tätigkeit. Die Genossen <em>Indra</em> und <em>Biľak</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">34</sup> seien davon informiert.</p>



<p>Nach eigenen Angaben bestehe das Ziel der Tätigkeit dieser Gruppe darin, den „Sturz der <em>Dubček</em>-Clique“ sowie die Wahl solcher ZK-Mitglieder zu erreichen, die fest auf dem Boden des Marxismus-Leninismus stehen, sich vom proletarischen Internationalismus leiten lassen und die Leninschen Prinzipien in der Partei durchsetzen.</p>



<p>Um dieses Ziel zu erreichen, sei man zunächst bemüht, unter der Losung „Die Kommunisten wahren das Vermächtnis von <em>Gottwald</em>“<sup class="modern-footnotes-footnote ">35</sup> positive Kräfte in den bewaffneten Organen (besonders in der Armee) zu sammeln und in die Tätigkeit der Gruppe einzubeziehen.</p>



<p>Im Verlaufe von Gesprächen haben unsere Quellen den Eindruck gewonnen, dass diese Kräfte den ehrlichen Willen haben, auch unter Einbeziehung marxistisch-leninistischer Kräfte aus anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens einer progressiven Politik in der ČSSR zum Durchbruch zu verhelfen. Dennoch kann unsererseits noch nicht konkret beurteilt werden, über welche Möglichkeiten sie verfügen, um ihre Vorstellungen – die durchaus zu beachten sind – zu realisieren. (Offenbar gibt es zwischen ihren Plänen und ihren Möglichkeiten noch gewisse Widersprüche. Das zeigt sich u.&nbsp;a. darin, dass bestimmte Vorhaben dieser Gruppe in jüngster Zeit, z.&nbsp;B. anlässlich des 50. Jahrestages der Bildung der ČSR am 28. Oktober, wahrscheinlich nicht voll zum Tragen gekommen sind.)</p>



<p><em>Die gegenwärtige Lage in der ČSSR-Armee</em> wird von den Mitgliedern der Gruppe wie folgt eingeschätzt: Die Politische Verwaltung der Armee sei hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die Kommandeure der ČSSR-Armee kein gutes Verhältnis zur Sowjetarmee haben. Sie hätten Angst vor den Offizieren der Polit-Abteilungen der Truppenteile. Diese Polit-Abteilungen hätten nach dem 21.8.1968 in den Druckereien Aufrufe an die Offiziere der ČSSR-Armee gefertigt, keinen Kontakt zu den Kommandeuren der fünf verbündeten Armeen aufzunehmen; außerdem hätten sie offen die Verbündeten als „Okkupanten“ bezeichnet, sodass sie heute große Schwierigkeiten hätten, die Lage in der Armee zu normalisieren. (Trotzdem hätten viele Truppenkommandeure Kontakt zu sowjetischen Kommandeuren aufgenommen.)</p>



<p>Eine negative Rolle bei der Propagandaarbeit spiele vor allem der Leiter der Propagandaabteilung der Politischen Verwaltung, Oberstleutnant Václav <em>Smrkovský</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">36</sup> (Cousin des Vorsitzenden der Nationalversammlung).<sup class="modern-footnotes-footnote ">37</sup></p>



<p>Das Verteidigungsministerium habe eine Analyse des politisch-moralischen Zustandes der Armee erarbeitet. In diesem Material werde die Aktion der Warschauer-Vertrags-Staaten als „Okkupation“ bezeichnet, wodurch die Ehre der ČSSR-Armee verletzt worden sei. Die Analyse soll an die Polit-Abteilungen der Truppenteile und Kommandeure gesandt werden mit dem Auftrag, sie durch eigene Einschätzungen zu ergänzen und somit zu bestätigen.</p>



<p>Die Gruppe schätzt den Zustand des Parteiapparates der tschechoslowakischen Volksarmee als nicht gut ein. Auf allen Ebenen gebe es zwar progressive Genossen, diese hätten aber Angst, offen aufzutreten, weil sie wüssten, dass der Gegner noch in der Lage sei, positive Kräfte (z.&nbsp;B. Offiziere) zu beseitigen.</p>



<p>In diesem Zusammenhang wurde mitgeteilt, dass noch heute zwei illegale Sender (der ČSSR-Armee) sendebereit seien, obwohl seit langem angewiesen worden sei, alle Spuren zu verwischen, aus denen ersichtlich werden könnte, dass Armee-Sender für die Konterrevolution tätig waren. Dabei handele es sich um Sender – in Vojenski utvar – Jinovice, im Betrieb für Walter-Elektro-Maschinen in der Nähe von Prag-Smichov und – bei Avia Letnanin im militärischen Forschungsinstitut.</p>



<p><em>Zur bisherigen Tätigkeit der erwähnten Gruppe progressiver Kommunisten</em> wurde folgendes berichtet: Sie erarbeitete Analysen der Entwicklung nach dem Januar in allen Bezirken der ČSSR. Außerdem organisiere sie Aktivtagungen marxistisch-leninistischer Kräfte der KSČ, auf denen die Lage eingeschätzt wird und Resolutionen angenommen werden, in denen konkrete Fragen an die Parteiführung gerichtet sind, die Dubček auf dem nächsten ZK-Plenum beantworten soll. In diesen Resolutionen wird die Erfüllung der Festlegungen von Čierna nad Tisou,<sup class="modern-footnotes-footnote ">38</sup> Bratislava<sup class="modern-footnotes-footnote ">39</sup> und Moskau<sup class="modern-footnotes-footnote ">40</sup> gefordert.</p>



<p>Erfahrene Kommunisten würden in diese Aktivtagungen entsandt, die u.&nbsp;a. bereits in P<sup class="modern-footnotes-footnote ">41</sup> Nový Jičín usw. stattgefunden hätten.</p>



<p>In Nový Jičín sei von einer Aktivtagung ein Aufruf an alle Kreissekretäre der KSČ erlassen worden, den Kampf gegen den revisionistischen Kurs der Parteiführung aufzunehmen. Dubček sei aufgefordert worden, Selbstkritik zu üben und wahrheitsgemäß vor dem ZK-Plenum über die Ereignisse zu berichten, die zum 21.8.1968 geführt haben.</p>



<p><em>Zu den weiteren Plänen der Gruppe</em> wurde uns folgendes mitgeteilt: In Prag soll eine weitere große Aktivtagung progressiver Kräfte der KSČ vorbereitet werden, zu der Rundfunk und Fernsehen eingeladen werden sollen.</p>



<p>An progressive Kräfte des ZK der KSČ und an das nächste ZK-Plenum wolle man ein Schreiben richten, in dem über die Bewegung im Lande informiert werden soll. Vor allem soll mitgeteilt werden, dass es in der ČSSR viele gute Genossen gibt, die bereit sind, den progressiven Kräften des ZK der KSČ zu helfen (besonders bei der Durchsetzung der Verwirklichung der Festlegungen von Čierna nad Tisou, Bratislava und Moskau). In diesem Zusammenhang sollen mit ZK-Mitgliedern, die am nächsten Plenum teilnehmen, entsprechende Gespräche geführt werden.</p>



<p>Außerdem bereite die Gruppe ein Schreiben an Dubček vor, das noch vor dem Plenum in 100&nbsp;000 Exemplaren verbreitet werden soll. Alle Grundorganisationen sollen dieses Schreiben, das in tschechischer und slowakischer Sprache abgefasst werde, zugeschickt bekommen. Das Original, handgeschrieben und mit Unterschriften von Genossen aus der gesamten ČSSR versehen, soll Dubček erhalten. Dubček soll aufgefordert werden, auf alle Fragen, die das Schreiben enthalten soll, zu antworten. (Über den Inhalt dieses Schreibens wurde noch nichts Konkretes bekannt. In anderen Informationen war sogar von der Vorbereitung eines Gesprächs mit Dubček über konkrete Fragen, denen er nicht ausweichen könne, die Rede.)</p>



<p>Ferner wolle sich die Gruppe an Dubček wenden mit der Aufforderung, eine Versammlung der alten Kommunisten und Partisanen sowie eine Versammlung der Volksmiliz einzuberufen, auf denen über innerparteiliche Probleme gesprochen werden soll. Die Gruppe wolle durch derartige Schreiben und Forderungen den Druck auf Dubček ständig weiter erhöhen, um zu erreichen, dass dem Volk die Wahrheit gesagt werde.</p>



<p>Von den Mitgliedern der Gruppe wird eingeschätzt, dass der Schwerpunkt der Massenbeeinflussung zzt. im Raum Pilsen liegen müsse, und zwar im Wesentlichen aus zwei Gründen: Einerseits sei Pilsen früher eine Hochburg des Sozialdemokratismus und des Nazismus gewesen. Andererseits sei hier die Arbeiterklasse stark konzentriert, sodass die Möglichkeiten einer politischen Beeinflussung günstig seien. Die weiteren und nächsten Schwerpunkte würden im Raum von Brno, Košice<sup class="modern-footnotes-footnote ">42</sup> und Prešov liegen.</p>



<p>In Vorbereitung des 51. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution wolle die Gruppe in allen Ortschaften und Betrieben die Entsendung von Grußbotschaften an die Botschaft der UdSSR in Prag organisieren. In Großbetrieben wolle sie erreichen, dass rote Fahnen und progressive Losungen angebracht werden.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Die Genossen der Gruppe beabsichtigen, selbst Losungen zu drucken, wie:<br>„Kommunismus ja – Revisionismus nein“;<br>„Feste Freundschaft mit den sozialistischen Ländern ist Garantie des Friedens“;<br>„Für Autorität der Partei, gegen Autorität von Personen“;<br>„Für die Entwicklung der sozialistischen Ökonomie“;<br>„Ruhm der Arbeiterklasse der ČSSR – Proletarier aller Länder, vereinigt Euch“.</p></blockquote>



<p>Die Gruppe wolle den Menschen beweisen, dass es in der ČSSR gute und ehrliche Genossen gibt. Sie wolle ferner nachweisen, dass die Truppen der befreundeten Länder keine Okkupanten sind.</p>



<p><em>Über die weiteren Pläne</em> zur Organisierung der progressiven Kräfte der ČSSR und zur Aufklärung der Bevölkerung über die tatsächliche Situation im Lande erklärten die Genossen der Gruppe folgendes: Sie seien zwar in der Lage, zeitweilig Sender zu besetzen; sie seien aber der Gefahr ausgesetzt, vor Gericht gestellt zu werden. Also hätten sie unter den gegebenen Bedingungen keine Möglichkeit, legal Sendungen zu organisieren oder öffentlich aufzutreten.</p>



<p>Trotzdem habe die Gruppe einen Plan entworfen, wie mittels vorhandener und aufzubauender Sender systematisch und planvoll die Bevölkerung über die Lage informiert und wie vor allem die gesamte Bevölkerung der ČSSR erfasst werden könnte. Folgende Vorstellungen habe man entwickelt:</p>



<p>Der Sender „Vltava“<sup class="modern-footnotes-footnote ">43</sup> sollte das gesamte Gebiet Böhmens erfassen.</p>



<p>Die Sender Katowice und Gliwice<sup class="modern-footnotes-footnote ">44</sup> könnten, wenn die polnischen Genossen einverstanden sind, dass sie mit einbezogen werden, das Gebiet von Mähren erfassen.</p>



<p>Ein Sender der ungarischen Genossen an der ungarisch-slowakischen Grenze bei Ostrihan<sup class="modern-footnotes-footnote ">45</sup> könnte das Gebiet der West-, Süd- und Nordslowakei erfassen.</p>



<p>Ein Sender der sowjetischen Genossen in Užhorod könnte das gesamte Gebiet der Ostslowakei erfassen.</p>



<p>Der Moskauer Rundfunk sollte seine Sendezeiten so ändern, dass die ČSSR-Bevölkerung seine Sendungen verfolgen kann.<sup class="modern-footnotes-footnote ">46</sup></p>



<p>Durch einheitliche, gut vorbereitete Sendungen, in denen auch schnell auf aktuelle Ereignisse reagiert wird, könnte man über dieses Sendesystem wirksam die falschen Auffassungen zerschlagen. Vor allem sollte dabei auf Ereignisse in den Betrieben, auf Stimmungen der Arbeiter usw. eingegangen werden. Die Sendungen dieser Stationen sollten zentral zusammengefasst und auf Stafetten-Basis von „Vltava“ über Gliwice bis Užhorod gebracht werden. Darüber hinaus sollten sie ein eigenes Programm ausstrahlen, und zwar immer dann, wenn die meisten Werktätigen zu Hause sind.</p>



<p>Ferner sei notwendig, gut tschechisch und slowakisch sprechende Ansager zu haben, die bei den Menschen in der ČSSR ankommen. Dazu sollten evtl. ČSSR-Bürger, die in den befreundeten Ländern tätig sind, gewonnen werden.<sup class="modern-footnotes-footnote ">47</sup> (Die Genossen der Gruppe meinten, sie seien bereit, diesen Plan bei einer zentralen Stelle der UdSSR oder der DDR vorzutragen, damit schnell darüber entschieden werden könnte.)</p>



<p>Nach ihrer Auffassung dürfte man keine Zeit verlieren, um den Kampf gegen Dubček, Smrkovský und andere – besonders den ideologischen Kampf – schnellstens zu beginnen. Wenn nicht bald etwas geschehe, würden die besten Kommunisten der ČSSR im Schatten der Panzer der befreundeten Armeen gelyncht werden.</p>



<p><em>Die weitere Entwicklung in der ČSSR</em> schätzt die Gruppe wie folgt ein: Die Kommission, die die Materialien für das nächste ZK-Plenum ausarbeite, werde keine marxistisch-leninistische Analyse der Entwicklung seit dem Januar-Plenum vornehmen, da andernfalls Dubčeks Autorität sinken würde. Davor habe Dubček Angst. Er fühle sich wohl in dem Kult, der um ihn gemacht wird. Außerdem sei er selbstherrlich und empfindlich. Die Parteiarbeit könne er nicht organisieren. Er rede nur viel und werde von Leuten, die ihn umgeben (wie z.&nbsp;B. Smrkovský) für ihre Ziele ausgenutzt. (In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass es innerhalb der Gruppe Vermutungen gebe, Smrkovský habe in der Nazizeit unter dem Pseudonym „Hajek“ mit der Gestapo zusammengearbeitet.<sup class="modern-footnotes-footnote ">48</sup> Man berufe sich dabei auf Äußerungen des früheren Gestapo-Chefs von Ostrava, Steindorf<sup class="modern-footnotes-footnote ">49</sup>).</p>



<p>Gegenwärtig werde in den Parteiorganisationen kaum Parteiarbeit geleistet.</p>



<p>Es wird behauptet, <em>Mlynář</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">50</sup> und andere ZK-Mitglieder hätten die Absicht, ihre Funktion niederzulegen. Dubček habe mit den Funktionären vereinbart, dass bis zum nächsten ZK-Plenum<sup class="modern-footnotes-footnote ">51</sup> keiner seine Funktion niederlegt, da es sonst zu einer Katastrophe kommen würde. Die Zeit bis zum Plenum soll, wie die Gruppe erfahren haben will, dazu genutzt werden, die „nationalen Gefühle“ des Volkes stets neu zu entfachen. Insbesondere sollte der SU „bewiesen“ werden, dass in der ČSSR alles in Ordnung sei. (Die Gruppe ist der Auffassung, dass Dubček besonders die nationalistisch beeinflussten Menschen hinter sich hat und dass der Nationalismus täglich durch die Massenmedien geschürt wird.) Dubček und Smrkovský seien in der letzten Zeit oft in die Betriebe gegangen; sie wollten um Sympathien der Massen werben.</p>



<p><em>Zu den Aktivitäten antisozialistischer-revisionistischer Kräfte</em> wurden folgende bekannt: Die Gewerkschaft ROH organisiere anlässlich des 51. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution massenhaft Briefsendungen an die Botschaft der UdSSR in Prag, in denen provokatorische Fragen gestellt werden sollen. In den Betrieben sollen u.&nbsp;a. folgende Losungen angebracht werden: „Sozialismus ja – Okkupation nein!“; „Wir sind ein starkes tschechoslowakisches Volk“ usw. Die Gewerkschaft ROH habe ferner alle Gewerkschaftsorganisationen angewiesen, in jedem Betrieb und Geschäft Bilder von Dubček anzubringen. Weiter wurde mitgeteilt, dass die Gewerkschaft ROH in den Betrieben der ČSSR auf geschickte Art und Weise Unterschriftensammlungen für den Abzug der sowjetischen Truppen organisiert. So ruft z.&nbsp;B. ein Betrieb in der Slowakei einen Betrieb in Prag an und erklärt, man habe erfahren, dass in anderen Prager Betrieben Unterschriften gesammelt werden. Der angesprochene Prager Betrieb wolle dann nicht zurückstehen und veranlasse daraufhin ebenfalls eine Unterschriftensammlung. So gehe das wie eine Kettenreaktion weiter von Betrieb zu Betrieb, von Gewerkschaft zu Gewerkschaft.</p>



<p><em>Zur Zusammenarbeit der progressiven Kräfte in der ČSSR mit den befreundeten Ländern</em> äußerten die Mitglieder der Gruppe folgendes: Im Kampf gegen die Konterrevolution sei eine stärkere ideologische Hilfe seitens dieser Länder notwendig, auch im Interesse der Aufgabenstellung, dem Positiven in der KSČ schnell zum Siege zu verhelfen. Es sei aber auch organisatorische und nicht zuletzt finanzielle Hilfe erforderlich. Um ein Zentrum der progressiven Kräfte in der ČSSR bilden zu können (zzt. arbeite noch jede progressive Gruppe in der ČSSR mehr oder weniger auf sich allein gestellt), brauche man die Unterstützung der befreundeten Länder.</p>



<p>Die Genossen der Gruppe erklärten sich bereit, evtl. auch außerhalb der ČSSR mit Verantwortlichen der UdSSR oder der DDR zusammenzutreffen und Fragen ihrer Aktivität in der ČSSR zu beraten. Mit dem sowjetischen Militärattaché in Prag, Genosse <em>Trusow</em>,<sup class="modern-footnotes-footnote ">52</sup> habe man bereits Verbindung aufgenommen. Er sei über die Tätigkeit der Gruppe, ihre Verbindungen usw. konkret informiert.</p>



<p>Aus Gründen der Sicherheit der Quellen kann diese Information nicht publizistisch ausgewertet werden.</p>



<p><strong>15./16. November 1968</strong></p>



<p><strong>Einzelinformation&nbsp;Nr.&nbsp;1264/68 über geplante antisozialistische und antisowjetische Aktionen negativer Studentenkreise der ČSSR am 17. November 1968</strong></p>



<p><em>Quelle: BStU, MfS, ZAIG 1613, Bl. 1–3 (6. Expl.).</em><br><em>Serie: Informationen.</em><br><em>Verteiler: Ulbricht, Honecker, Stoph, Markowski, KGB Karlshorst – MfS: Ablage.</em></p>



<p>Nach vorliegenden offiziellen und inoffiziellen Meldungen planen reaktionäre Kräfte aus Studentenkreisen Prags, Böhmens und Mährens für den 17.11.1968 antisozialistische, besonders antisowjetische Demonstrationen. Als „Anlass“ benutzen diese Kräfte – den internationalen Studententag und – den 29. Jahrestag der Schließung der tschechoslowakischen Universitäten durch die deutsche Besatzungsmacht.<sup class="modern-footnotes-footnote ">53</sup> Die Demonstrationen sollen unter der demagogischen Losung durchgeführt werden: „Gegen die Besetzung durch fremde Truppen überall in der Welt“.</p>



<p>Sowohl offiziell als auch inoffiziell wurde dem MfS weiter bekannt, dass die geplanten Demonstrationen als Reaktion auf die Tagung des ZK der KSČ<sup class="modern-footnotes-footnote ">54</sup> durchgeführt werden sollen.</p>



<p>Durch zuverlässige interne Angaben wurde dem MfS dazu folgendes bekannt: Zwischen Studentenvertretern u.&nbsp;a. aus Prag, Bratislava und Žilina fanden konkrete Absprachen über die Aktionen am 17. 11. 1968 statt. An der Universität in Prag wurde ein „Zentrum“ gebildet, das die Aktionen der negativen Kräfte aller Fakultäten vorbereiten und lenken soll und dem u.&nbsp;a. führende Vertreter des Hochschulbundes bzw. des ehemaligen ČSM<sup class="modern-footnotes-footnote ">55</sup> angehören.</p>



<p>Weiter wurde bekannt, dass an einer vorbereitenden Beratung negativer Kreise der philosophischen Fakultät der Prager Karls-Universität, die offensichtlich als die treibenden Kräfte angesehen werden müssen, auch Vertreter der Arbeiterjugend verschiedener Prager Betriebe teilnahmen. Es wurde die Absicht geäußert, die Arbeiterjugend Prags für die Unterstützung der Aktionen der Studenten zu gewinnen. Man lobt den guten Kontakt, der zwischen den negativen Studentenkreisen und den Arbeitern in Prager Betrieben bestehe. Es wurde vorgeschlagen, diesen Verbindungen einen stärkeren politischen Inhalt zu geben.</p>



<p>Auf der erwähnten vorbereitenden Beratung an der philosophischen Fakultät wurden folgende Maßnahmen der reaktionären Studentenkreise festgelegt:</p>



<ol class="wp-block-list" type="1"><li>Sollten die Ergebnisse des Plenums des ZK der KSČ ihren Erwartungen entsprechen, dann werde eine Delegation verschiedener Fakultäten lediglich Kränze am Kobylisy<sup class="modern-footnotes-footnote ">56</sup> und in Ruzyně<sup class="modern-footnotes-footnote ">57</sup> niederlegen. Ansonsten werde an den Fakultäten nur eine „Manifestation“ durchgeführt. (Näheres darüber wurde bisher nicht bekannt.)</li><li>Sollte das Plenum „nicht gut“ verlaufen, dann sei es notwendig, „kämpferisch auf die Straße zu gehen“. Diese Aktion müsste, wie erklärt wurde, Massencharakter tragen. Mindestens 10&nbsp;000 Personen, möglichst aber 50&nbsp;000 und mehr, sollten daran teilnehmen. Es sei erforderlich, die Studenten aller Fakultäten und die Schüler aller Schulen Prags und außerhalb Prags dafür zu gewinnen.</li><li>Sollte das Plenum auch noch am 17.11.1968 andauern, so sei es notwendig, einen Schweigemarsch großen Ausmaßes durch Prag durchzuführen. Damit soll den negativen Kräften des ZK der KSČ, hinter denen man stehe, Unterstützung gegeben werden.</li></ol>



<p>In diesem Zusammenhang wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, alle Studenten ständig über den Verlauf und die Ergebnisse des Plenums zu informieren.</p>



<p>Ferner wurde darauf verwiesen, dass bei einem „negativen Ausgang“ des Plenums die Arbeiter der Betriebe einen Generalstreik durchführen würden. In einer weiteren internen Information wird – unter Berufung auf westliche Geheimdienstkreise, besonders CIA, in der ČSSR – ebenfalls von der Möglichkeit eines Generalstreiks in der gesamten ČSSR gesprochen. Es müsse sogar mit Opfern an Menschenleben gerechnet werden, um die Weltöffentlichkeit erneut auf die Lage in der ČSSR aufmerksam zu machen und die Sowjetunion unter Druck zu setzen.</p>



<p>Es wurde zum Ausdruck gebracht, dass man keine Rücksicht darauf nehmen wolle, ob die Demonstrationen genehmigt werden. Es wurde die Orientierung gegeben, dass sich die Studenten am 17.11.1968 an den Fakultäten befinden sollten, und zwar vollzählig, um nach Anweisung des genannten „Zentrums“ auf jeden Fall einige Aktionen durchzuführen.</p>



<p>Die Information darf im Interesse der Sicherheit der Quelle nicht publizistisch ausgewertet werden.</p>



<p><strong>15./16. November 1968</strong></p>



<p><strong>Einzelinformation Nr. 1271/68 über Auffassungen führender revisionistischer Kreise in der KSČ</strong></p>



<p><em>Quelle: BStU, MfS, ZAIG 1562, Bl. 9–12 (5. Expl.).</em><br><em>Serie: Informationen.</em><br><em>Verteiler: Ulbricht, Honecker, Stoph, KGB Karlshorst – MfS: Ablage.</em><br><em>Verweis: Ergänzend hierzu Information 1314/68 vom 30.11.1968 „über Auffassungen führender revisionistischer Kreise in der KSČ“, in: Bernd Florath (Bearb.): Die DDR im Blick der Stasi 1968. Göttingen 2018; nur in der Online-Version verfügbar: https://www.ddr-im-blick.de/jahrgaenge/jahrgang-1968/report/auffassungen-fuehrender-revisionistischer-kreise-in-der-ksc/ (letzter Zugriff: 12.7.2021).</em></p>



<p>In dieser Information werden die Auffassungen führender revisionistischer Kreise in der KSČ, die entscheidende Funktionen an der Parteihochschule der KSČ und an der Militärpolitischen Akademie der ČSSR bekleiden, zu einigen Problemen der gegenwärtigen Lage in der ČSSR ausführlich wiedergegeben.</p>



<p>Von diesen revisionistischen Kreisen wurde u.&nbsp;a. auf eine in der vorigen Woche stattgefundene Sitzung des Präsidiums des ZK der KSČ zur Vorbereitung der gegenwärtig stattfindenden ZK-Tagung hingewiesen. Auf dieser Sitzung sei der Bericht Dubčeks für die ZK-Tagung von Präsidiumsmitgliedern heftig angegriffen worden, wobei besonders Černík und Biľak hervorgetreten seien. Nach Auffassung der Revisionisten würde sich Černík „immer mehr als der mögliche Mann der Sowjets erweisen“. Er sei von den Revisionisten abgeschwenkt und stehe mit Biľak, Indra und anderen in einer Reihe.</p>



<p>Weitere führende Vertreter der KSČ werden von den Revisionisten wie folgt „eingeschätzt“: Dubček habe sich als „unfähig für die Leitung politischer Prozesse erwiesen“. Er hat sich von den eindeutig antisowjetischen Kräften auf den Schild heben lassen und vertritt gegenwärtig die „unentschlossene Mitte“. Aufgrund der politischen Unfähigkeit Dubčeks würden „die Sowjets in die Lage versetzt, die Normalisierung voranzutreiben“. Die Führer der Revisionisten haben mit Dubček „auf den falschen Mann gesetzt“. Nach dem 21.8. sei Dubček von tschechischen Journalisten das Leben gerettet worden. Als Dank dafür würde er diese Leute, ebenso wie die ideologischen Führer der Revisionisten, opfern.</p>



<p>Unter den führenden revisionistischen Kreisen gebe es die einheitliche Meinung, dass Dubček der ČSSR nur dann einen Dienst erwiesen hätte, wenn er nach dem 21. August eine „Lumumba<sup class="modern-footnotes-footnote ">58</sup>-Position eingenommen“ hätte. Er hätte „entweder Selbstmord begehen oder seine Erschießung durch die Russen provozieren müssen“. In diesem Falle wäre es zu Massenaktionen und Massenerschießungen gekommen. Das Volk sei zu Opfern bereit gewesen, aber Dubček habe versagt.</p>



<p>Präsident SvobodaLudvík Svoboda, 1895-1979, tschechischer Militär, 1968–197<sup class="modern-footnotes-footnote ">59</sup> sei „zu alt und zu weich“ und die Revisionisten sind nicht mit ihm einverstanden. Svoboda unterliege dem Einfluss seiner Tochter (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für internationale Politik) und seines Schwiegersohnes (UNO-Vertreter und das Ziel verfolgend, Außenminister zu werden). Auf Svoboda würde über dessen Ehefrau ein gewisser Einfluss von den Revisionisten ausgeübt.</p>



<p>Der ehemalige Außenminister Jiří Hájek<sup class="modern-footnotes-footnote ">60</sup> wird von den Revisionisten als ein möglicher Kandidat für die von ihnen angestrebte „neue Führung“ angesehen.</p>



<p>Mit Husák müsse ebenfalls gerechnet werden. Von ihm nehmen die Revisionisten an, dass er „den Russen zu Munde redet, die KP Slowakei stark macht und auf der Welle des Nationalismus den Kampf gegen die Sowjets führen“ werde. Nach ihrer Meinung werde der „konservative Flügel“, der etwa 5 bis 10&nbsp;% der Mitgliedschaft der KSČ ausmache, von sowjetischer Seite gesteuert. Die revisionistischen Kräfte in der KSČ seien zzt. „durcheinander, weil sie sich auf die Führung verlassen haben“. Sie würden jetzt darauf orientieren, errungene Positionen zu retten und besonders diejenigen ihrer Leute abzuschirmen, die noch nicht als Führungskräfte hervorgetreten sind. Das sei notwendig, weil bereits „Listen über intellektuelle Führer“ der Revisionisten existieren würden.</p>



<p>Die zukünftigen Führer der Revisionisten würden z.&nbsp;T. im westlichen Ausland bleiben und „durch eine große Solidarität abgeschirmt“. Unter diesen Bedingungen sei es ihnen möglich, „als Tschechen im Ausland zu leben und zu gegebener Zeit die Führung im Lande zu übernehmen“. Die sich z.&nbsp;Zt. im Ausland aufhaltenden Kräfte würden sich bemühen, nicht als Emigranten in Erscheinung zu treten und damit jede Diskriminierung zu vermeiden.</p>



<p>In der Hauptsache gehe es jedoch darum, möglichst viele revisionistische Kräfte im Lande zu halten, „ihre Stellung zu legalisieren“ und sie „nach Möglichkeit in der staatlichen Administration unterzubringen“, weil nur derjenige „der Sache nützen“ könne, der eine entsprechende Stellung habe.</p>



<p>Zu den angekündigten Studentendemonstrationen am 17.11. wurde von den genannten revisionistischen Kreisen angeführt, dass die Demonstrationen trotz der erfolgten Warnungen stattfinden würden. Selbst die Lehrgangsteilnehmer der Parteihochschule würden sich daran beteiligen. Die Revisionisten möchten „Krawalle“ und damit ein „hartes Eingreifen der Sowjets vermeiden.“ Wenn es aber „am 17.11. hart wird“, dann müssten „die Massenopfer zur endgültigen Entlarvung der Sowjets führen“. Von den Revisionisten werde damit gerechnet, dass die tschechoslowakischen Sicherheitsorgane am 17.11. schießen werden.</p>



<p>In diesem Zusammenhang wurde angeführt, dass die Möglichkeiten für die Revisionisten, „sich an die Öffentlichkeit zu wenden, aufgrund des sowjetischen Eingreifens immer geringer“ würden. Die „einzige Möglichkeit“ dafür bestehe nur noch über westliche Länder.</p>



<p>Diese Information ist nur zur persönlichen Kenntnisnahme bestimmt, da äußerste Quellengefährdung besteht.</p>



<p><strong>18. November 1968</strong></p>



<p><strong>Einzelinformation Nr. 1279/68 über die Lage in der studentischen Jugend Prags am 17./18. November 1968</strong></p>



<p><em>Quelle: BStU, MfS, ZAIG 1613, Bl. 4–11 (7. Expl.).</em><br><em>Serie: Informationen.</em><br><em>Verteiler: Ulbricht, Honecker, Stoph, Axen/Markowski, KGB Karlshorst – MfS: Beater, Ablage.</em><br><em>Datum: Zusätzlicher Datumseintrag vom 18.11.1968.</em><br><em>Anlage 1: Schreiben der Studenten der Ökonomischen Hochschule Prag.</em><br><em>Anlage 2: Aufruf und Resolution der Ökonomischen Hochschule und Resolution der Hochschule für Journalistik.</em></p>



<p>Im Zusammenhang mit der Ankündigung negativer Studentenkreise Prags, anlässlich des jüngsten Plenums des ZK der KSČ antisozialistische bzw. antisowjetische Aktionen durchzuführen, wurde dem MfS zuverlässig bekannt:</p>



<p>Entsprechend dem Plan negativer Studentenkreise begannen am Sonntag, dem 17.11.1968, früh, die Studenten aller Fakultäten der Karls-Universität und der Hochschulen Prags in den Fakultätsgebäuden mit den angekündigten Sitzstreiks („Sit-ins“). Sämtliche Fakultätsgebäude waren am 17.11.1968, auch nachts, und im Verlaufe des heutigen Tages von den Studenten besetzt. – In diesen Gebäuden befinden sich auch westliche Journalisten.</p>



<p>Zu größeren Demonstrationen in den Straßen Prags kam es gestern und heute nicht. Es wurden gestern lediglich Gruppenbildungen von Studenten in Stärke bis zu 300 Personen festgestellt, die jedoch bei der Bevölkerung keine Resonanz hatten. Eine dieser Gruppen zog zu verschiedenen Plätzen Prags, bis sie abends vor dem Gebäude der Bezirksverwaltung des MdI<sup class="modern-footnotes-footnote ">61</sup> erschien, wo sie Angehörige der Miliz in Diskussionen verwickelte und gegen die Maßnahmen der Miliz zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung protestierte. Von ca. 100 Personen dieser Gruppe wurden die Personalien festgestellt, sechs bis sieben Personen wurden in Haft genommen. Gestern und heute wurde in Prag eine verstärkte Streifentätigkeit (Militär- und Milizstreifen) festgestellt.</p>



<p>Es ist bekanntgeworden, dass von Österreich aus Verbindungsleute nach Prag entsandt wurden, die die Aufgabe haben, Einfluss auf die Entwicklung der Lage in den Kreisen der studentischen Jugend zu nehmen bzw. sie zu bestimmten Aktionen zu veranlassen. Sie haben u.&nbsp;a. bereits an der Ausarbeitung von Resolutionen negativen Inhalts mitgewirkt.</p>



<p>In der Anlage – ein Schreiben der Studenten und Lehrkräfte der Ökonomischen Hochschule Prag an Dubček, in dem dieser aufgefordert wird, die bisherige „Reformpolitik“ auf der Grundlage des Aktionsprogramms fortzusetzen, und – ein gemeinsamer Aufruf der Ökonomischen Hochschule sowie der Hochschule für Journalistik Prag an alle Professoren, Studenten und Beschäftigten der Hochschulen zu Streikaktionen in der ČSSR.</p>



<p>Die Information darf im Interesse der Sicherheit der Quelle nicht publizistisch ausgewertet werden.</p>



<p><em>Anlage 1 zur Information 1279/68</em></p>



<p><strong>An das Plenum des ZK der KSČ | zu Händen des Genossen Dubček | Prag, den 14.11.1968</strong></p>



<p>Wir Studenten und Lehrkräfte der Ökonomischen Hochschule Prag sind zusammengekommen, um unseren Standpunkt zur gegenwärtigen politischen Situation in unserer Republik im Zusammenhang mit der Plenartagung des ZK der KSČ zum Ausdruck zu bringen.</p>



<p>Die Ereignisse der letzten Wochen haben uns ernsthaft beunruhigt. Der Druck auf die Massenmedien verschärft sich, die Bestrebungen der Arbeiter hinsichtlich der Schaffung von Arbeiterräten gehen zurück, die Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt und andere Anzeichen zur Rückkehr zu den Verhältnissen vor dem Januar drohen und treten auf. Es beginnen sich Praktiken der Kabinettpolitik zu zeigen. Das alles rufe bei den Menschen, die vor dem 21. August bereit waren, mit enormer Aktivität den Sozialismus zu errichten, der den spezifischen Bedingungen unseres Landes entspricht, Befürchtungen, Gefühle der Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit hervor. Darüber braucht man sich nicht zu wundern. Wir sind Zeugen dessen, dass die führenden Persönlichkeiten unseres Landes trotz der ständigen Versicherungen der Treue zur Nachjanuarpolitik ein Zugeständnis nach dem anderen machen. Trotz der so wichtigen Tat, durch die das Vertrauen unseres Volkes zu erschüttern drohte, wie es die Unterzeichnung des Vertrages zwischen der Regierung der ČSSR und der Regierung der UdSSR war, ist das Vertrauen zu unseren Repräsentanten weiter vorhanden. Im Interesse der Festigung der Geschlossenheit zwischen dem Volk und der Führung des Staates und der KSČ verlangen wir, indem wir uns der Wichtigkeit des Novemberplenums für die weitere Entwicklung der souveränen<sup class="modern-footnotes-footnote ">62</sup> ČSSR sowie des bitteren Faktes der Stationierung der ausländischen Truppen bewusst sind, die Erfüllung folgender Forderungen:</p>



<ol class="wp-block-list" type="1"><li>Die Grundlage unserer Politik ist und wird das Aktionsprogramm der KSČ sein, das auf dem April-Plenum des ZK angenommen wurde.</li><li>Es kommt zu keiner Kabinett-Politik, vor allem wird der Informationsfluss in beiden Richtungen zwischen der Bevölkerung und der Parteiführung erneuert.</li><li>Die Einführung der Zensur in den Massenmedien ist zeitweilig unter der Bedingung, dass der Termin der Zeitweiligkeit genauer definiert werden muss. Das betrifft auch die Dauer der Stationierung der ausländischen Truppen in der ČSSR.</li><li>Die Versammlungs- und Vereinsfreiheit darf nicht angegriffen werden.</li><li>Es wird die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung sowie der literarischen und kulturellen Äußerungen garantiert.</li><li>Die persönlichen und rechtlichen Sicherheiten der Bürger werden garantiert.</li><li>Diejenigen, die das Vertrauen verloren haben und noch nie in genügender Weise ihren Standpunkt erläutert haben (Biľak, Indra usw.), werden nicht in bedeutenden Funktionen bleiben.</li><li>Konsequente Einführung der Wirtschaftsreform.</li><li>Sicherung der freien Ausreise ins Ausland. Auf dem Gebiet der Außenpolitik darf es zu keiner Partizipation in Aktionen kommen, die mit den Gefühlen des tschechoslowakischen Volkes, der UNO-Charta und der allgemeinen Deklaration der Menschenrechte im Widerspruch stehen.</li></ol>



<p>Vom Plenum erwarten wir weiterhin:</p>



<ol class="wp-block-list" type="1"><li>Festlegung des Termins des Parteitages der tschechischen KP.</li><li>Festlegung des Termins der Fortsetzung des 14. Parteitages der KSČ.<sup class="modern-footnotes-footnote ">63</sup></li><li>Festlegung des Termins der Ausschreibung der Wahlen zu den Vertreterorganen.</li><li>Festlegung des Termins der Aufnahme der Verhandlungen über den vollständigen Abzug der sowjetischen Truppen.</li></ol>



<p>Des Weiteren wollen wir Euch über unser weiteres Vorgehen im Falle informieren, wenn unsere Forderungen nicht zufriedenstellend erfüllt werden. Unabhängig von der Erfüllung dieser Forderungen werden wir während des Plenums des ZK der KSČ in unserer Schule ständig mit den anderen Fakultäten Verbindung halten. Am Sonntag, dem 17.11.1968, kommen wir alle im Gebäude unserer Schule zusammen und werden auf die Informationen vom Stand des Plenums warten und entsprechend der Situation das weitere Vorgehen vereinbaren. In dem Falle, dass die Ergebnisse des Plenums unsere Forderungen nicht zufriedenstellen, besetzen wir die Schule und treten in einen Proteststreik. Unser Vorgehen wird ständig mit den Arbeitern der Prager Betriebe koordiniert sein und in voller Solidarität der Studenten mit den Lehrkräften unserer Schule erfolgen.</p>



<p>Die Studenten und Lehrkräfte der Ökonomischen Hochschule Prag. Prag 3, nam. G. Klimenta 4.</p>



<p>Diese Resolution wurde auf der Versammlung der Lehrkräfte und Studenten der Ökonomischen Hochschule am 13.11.1968 gebilligt.</p>



<p><em>Anlage 2 zur Information 1279/68</em></p>



<p><strong>Aufruf und Resolution der Ökonomischen Hochschule und Resolution der Hochschule für Journalistik</strong></p>



<p>Aufruf an alle Professoren, Studenten und Beschäftigten der Hochschulen</p>



<p>Die Studenten aller Hochschulen sind entschlossen, in den Streik zu treten, den sie als einen der äußersten Erscheinungen des Protestes unter folgenden Umständen betrachten:</p>



<ol class="wp-block-list" type="1"><li>Über einen Streik kann lediglich das Plenum des Aktionsausschusses der Prager Studenten abstimmen. Damit schließen wir die Möglichkeit des Streiks der gesamten Fakultät für spezifische Interessen der Fakultät, wie zum Beispiel Pressefreiheit Versammlungsfreiheit, Schutz der akademischen Funktionäre usw., nicht aus. Einen Streik auszurufen betrachten wir dann als zweckmäßig, wenn die politische Situation einer der folgenden potentionalen<sup class="modern-footnotes-footnote ">64</sup>&nbsp;adäquat ist:<ol><li>wenn die derzeitige politische Führung an der Spitze des Staates nur formal bleibt und aufgrund der Entwicklung der Situation zu weiteren politischen und gesellschaftlichen Zugeständnissen gezwungen wird. In diesem Falle rufen wir einen langandauernden Okkupationsstreik der Fakultät aus. Diese Form des Streiks rufen wir auch in dem Falle aus, dass sich die Arbeiter für einen Streik nicht entschließen, und zwar mit dem Vorbehalt, dass wir erst nach einer Vorkonsultation mit den Streikausschüssen der übrigen Fakultäten und den akademischen Funktionären zum Streik übergehen.</li></ol><ol><li>Wenn sich die Arbeiter für einen Streik entschließen und damit ihre spezifischen Interessen und die gesamtnationalen politischen Interessen verteidigen, können sie damit rechnen, dass die Studenten aller Fakultäten ihren Streik unterstützen werden.</li></ol><ol><li>Wir sind entschlossen, auch unter den Umständen in den Streik zu treten, wenn der Zweite Unterzeichner des Moskauer Abkommens in irgendeiner Weise die vereinbarten Festlegungen verletzt. Auch für diesen Fall gilt das Statut des Okkupationsstreiks, der der einzige legale Ausdruck des Nichteinverständnisses ist, bei der es zu einem Zusammenstoß mit der militärischen Macht kommen kann.</li></ol><ol><li>In den Streik treten wir auch in dem Falle, wenn die persönliche Freiheit irgendeines akademischen Funktionärs oder Studenten eingeschränkt wird. Damit schließen wir uns der Resolution „über die Solidarität“ an, die der Koordinierungsausschuss der schöpferischen Verbände herausgab.</li></ol></li></ol>



<p>Wenn das Plenum des Aktionsausschusses der Prager Studenten die Aufrufe des Streiks beschließt, dann kommen folgende Alternativen in Frage:</p>



<p>Generalstreik der Arbeiter und Studenten,</p>



<p>Okkupationsstreik, Okkupationsstreik der gesamten Fakultät.</p>



<p>Er wird vom Aktionsausschuss der Prager Studenten ausgerufen und geleitet und dauert bis zum Abbruch dieses Organs. Während des Ausnahmezustandes, der sich aus dem Streik ergibt, nehmen wir folgende Maßnahmen an:</p>



<ol class="wp-block-list" type="a"><li>Die Studenten werden die Fakultäten 24 Stunden während des gesamten Streiks kontrollieren.<ol><li>Es müssen Einlassdienste organisiert werden.</li></ol><ol><li>Die festgelegten Fakultätsverbindungsgruppen werden Lebensmittel, Liegen und weitere Dinge, die für einen längeren Aufenthalt in der Fakultät notwendig sind, sichern. Wir rufen alle Studenten, die in dieser Richtung irgendetwas sichern können, auf, sich bei den Aktionsausschüssen in den Fakultäten zu melden.</li></ol><ol><li>Für einen längeren Aufenthalt in den Fakultäten im Falle der Ausrufung des Streiks bereiten sich alle bereits am Sonntag, dem 17.11.1968 vor. Es ist erforderlich, dass jeder den Personalausweis und den Studentenausweis (Index) mitbringt.</li></ol><ol><li>Wenn jemand Zeuge der Festnahme eines Studenten der Fakultät oder Zeuge eines anderen Inzidents ist, ist er verpflichtet, das sofort dem Informationszentrum in der Fakultät für Sozialwissenschaften und Publizistik, Zimmer Nr. 105, zu melden. Wir erklären, dass wir entschlossen sind, uns im Falle des Überfalls der Fakultäten mit allen vorhandenen Mitteln zu verteidigen.</li></ol></li></ol>



<p>Die Resolution wurde von der Fakultät für Sozialwissenschaften und Publizistik der Karlsuniversität ausgearbeitet.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Dr. Bernd Florath,</strong> Historiker, langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und der Robert-Havemann-Gesellschaft. Seit 2018 ist er Redaktionsmitglied der Halbjahresschrift.</p>



<div style="height:50px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><a href="#_ftnref1">[1]</a> Adolf Kindermann, 1899–1974, katholischer Priester, 1966–1974 Weihbischof in Hildesheim.</p>



<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Kindermann, der aus Nordböhmen stammte und ab 1937 als Professor an der Prager Universität Kirchenrecht lehrte, war 1945/46 Seelsorger in Internierungslagern in Prag.</p>



<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Harry Ristock, 1928-1992, SPD-Politiker, 1954–63 Landesvorsitzender der Sozialistischen Arbeiterjugend SAJ – Die Falken in Westberlin, 1965–71 Bezirksstadtrat für Volksbildung in Berlin-Charlottenburg.</p>



<p><a href="#_ftnref4">[4]</a> KSČ – Komunistická strana Československa (Kommunistische Partei der Tschechoslowakei [KPTsch]).</p>



<p><a href="#_ftnref5">[5]</a> Walter Jaroschowitz, 1924–1978, SPD-Politiker, 1968–1971 Landesgeschäftsführer der SPD in Westberlin.</p>



<p><a href="#_ftnref6">[6]</a> Eberhard Hesse, 1911–1986, SPD-Politiker, 1961–1971 Landesgeschäftsführer der SPD in Westberlin.</p>



<p><a href="#_ftnref7">[7]</a> Willy Brandt, 1913–1992, SPD-Politiker, 1964–1987 Parteivorsitzender, 1967–1969 Vizekanzler und Außenminister, 1969–1974 Bundeskanzler, 1976–1992 Präsident der Sozialistischen Internationalen.</p>



<p><a href="#_ftnref8">[8]</a> Hanns-Peter Herz, 1927–2012, SPD-Politiker, 1966–1973 Senatssprecher in Westberlin.</p>



<p><a href="#_ftnref9">[9]</a> Alexander Dubček, 1921-1992, slowakischer kommunistischer Politiker, 1963–68 Erster Sekretär der KP der Slowakei, Januar 1968–April 1969 Erster Sekretär der KSČ, 1970 Parteiausschluss, 1989–92 Parlamentspräsident der ČSSR/ČSFR.</p>



<p><a href="#_ftnref10">[10]</a> Oldřich Černík, 1921–1994, tschechischer kommunistischer Politiker, April 1968–1970 Ministerpräsident der ČSSR, 1970 Ausschluss aus der KSČ.</p>



<p><a href="#_ftnref11">[11]</a> Franz Neumann, 1904–1974, SPD-Politiker, 1946–1958 Landesvorsitzender der SPD in Berlin, 1949-1969 MdB.</p>



<p><a href="#_ftnref12">[12]</a> Josef Pavel, 1908–1973, tschechischer kommunistischer Politiker, 1951 verhaftet und zu 25 Jahren Haft verurteilt, 1955 entlassen, 1955–1968 Mitarbeiter im Zentralkomitee des tschechoslowakischen Verbandes für Sport und Körperkultur, 8.4.–31.8.1968 Innenminister der ČSSR, nach der Okkupation abgesetzt, aus der KSČ ausgeschlossen und vom tschechoslowakischen Staatssicherheitsdienst Státní bezpečnost (StB) überwacht.</p>



<p><a href="#_ftnref13">[13]</a> Sender Moldau war eine von der DDR betriebene Rundfunkstation, die vom August 1968 bis zum 13.2.1969 Propagandasendungen im Sinne der Okkupationsmächte in tschechischer und slowakischer Sprache ausstrahlte. – Vgl. Claus Röck: Invasion durch den Äther. Wie die DDR mit dem Geheimsender Radio Moldau (Radio Vltava) den „Prager Frühling“ bekämpfte. In: Klaus Arnold, Christoph Classen (Hgg.): Zwischen Pop und Propaganda, Radio in der DDR. Berlin 2004, S.&nbsp;267–277.</p>



<p><a href="#_ftnref14">[14]</a> Kommuniqué über die sowjetisch-tschechoslowakischen Verhandlungen (27.8.1968). In: Stefan Karner, Natalja Tomilina, Alexander Tschubarjan (Hgg.): Prager Frühling. Das internationale Krisenjahr 1968, Bd. 2: Dokumente. Köln, Weimar, Wien 2008, S.&nbsp;980–983.</p>



<p><a href="#_ftnref15">[15]</a> Gustáv Husák, 1913–1991, slowakischer kommunistischer Politiker, im Zweiten Weltkrieg führend am slowakischen Nationalaufstand beteiligt, 1951 verhaftet, 1954 zu lebenslanger Haft verurteilt, 1960 amnestiert, 1964 rehabilitiert, August 1968 Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Slowakei, April 1969–1987 Erster Sekretär der KSČ, 1975–1989 Staatspräsident.</p>



<p><a href="#_ftnref16">[16]</a> Drahomír Kolder, 1925–1972, tschechischer kommunistischer Politiker, 1961 Mitglied des ZK, 1962 Mitglied des Präsidiums des ZK der KSČ, 1963 Leiter der (sog. Kolder-)Kommission für die Überprüfung der stalinistischen Prozesse, deren Ergebnis in der ČSSR nie veröffentlicht wurden, dafür aber im Exil, hg. v. Jiří Pelikán: Pervertierte Justiz. Bericht der Kommission des ZK der KPTsch über die politischen Morde und Verbrechen in der Tschechoslowakei 1949–1963, hrsg. v. Jiří Pelikán. Wien, München, Zürich 1972; 1968 gehörte Kolder zu den Unterzeichnern des „Einladungsbriefes“, 1969–1972 Vorsitzender des Volkskontrollausschusses.</p>



<p><a href="#_ftnref17">[17]</a> Alois Indra, 1921–1990, slowakischer kommunistischer Politiker, 1963–1968 Verkehrsminister der ČSSR, ab April Sekretär des ZK der KSČ, Mitunterzeichner des Einladungsbriefs zur Invasion an den Warschauer Pakt.</p>



<p><a href="#_ftnref18">[18]</a> ROH (tschechisch: Revoluční odborové hnutí, slowakisch: Revolučné odborové hnutie) – 1946 gegründeter Gewerkschaftsdachverband der ČSSR.</p>



<p><a href="#_ftnref19">[19]</a> Karel Polaček, 1913–1976, tschechischer kommunistischer Politiker, bis 1965 Minister für Maschinenbau, März 1968–1971 Vorsitzender des Zentralrats der Gewerkschaften (ROH).</p>



<p><a href="#_ftnref20">[20]</a> Gemeint ist die militärische Okkupation der ČSSR durch Truppen der UdSSR, Polens, Ungarns, Bulgariens bei logistischer Unterstützung durch die DDR am 21.8.1968.</p>



<p><a href="#_ftnref21">[21]</a> WGB: Weltgewerkschaftsbund mit Sitz in Prag, prosowjetisch orientiert.</p>



<p><a href="#_ftnref22">[22]</a> IBFG: Internationaler Bund Freier Gewerkschaften mit Sitz in Brüssel, prowestlich orientiert.</p>



<p><a href="#_ftnref23">[23]</a> Ludwig Rosenberg, 1903–1977, Gewerkschaftsfunktionär, 1962–1969 Vorsitzender des DGB.</p>



<p><a href="#_ftnref24">[24]</a> Wahrscheinlich gemeint ist Jan Masaryk, 1886–1948, tschechischer Politiker, 1940–1948 Außenminister in der Exilregierung Beneš und der Regierung Gottwald. Nach dem kommunistischen Februarputsch wurde er von sowjetischen Agenten ermordet. Eventuell ist auch dessen Vater, Tomáš Garrigue Masaryk, 1850–1937, erster Staatspräsident der ČSR von 1918–1935, gemeint.</p>



<p><a href="#_ftnref25">[25]</a> Die unabhängige tschechoslowakische Republik wurde am 28.10.1918 in Prag proklamiert.</p>



<p><a href="#_ftnref26">[26]</a> An den IX. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Sofia nahm u.&nbsp;a. eine offizielle Delegation des Deutschen Bundesjugendrings teil, an der sich auch der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) beteiligte. Die bulgarischen Behörden gingen z.&nbsp;T. mit Gewalt gegen Teilnehmer vor, die öffentlich ihre Sympathie für den Prager Frühling bekundeten oder wie SDS-Vorständler Karl Dietrich Wolff den Protest gegen den Vietnamkrieg direkt vor die US-Botschaft trugen.</p>



<p><a href="#_ftnref27">[27]</a> Zu der Veranstaltung waren Sprecher des SDS nicht zugelassen worden, wogegen sie mit Sprechchören protestierten. Ihre „Vivat Dubček“-Rufe wurde durch die der ČSSR-Delegation „Rudi Dutschke“ verstärkt.</p>



<p><a href="#_ftnref28">[28]</a> Gemeint sind Anhänger des kubanischen Revolutionsführers und Politikers Fidel Castro, 1926/27-2016.</p>



<p><a href="#_ftnref29">[29]</a> Tomáš Garrigue Masaryk, 1850–1937, tschechischer Politiker, 1918–1935 erster Staatspräsident der ČSR.</p>



<p><a href="#_ftnref30">[30]</a> Rudolf Babka, Generalmajor, Chef der Verwaltung für auswärtige Kontakte des Generalstabes der ČSLA, am 14.6.1968 aus seiner Funktion entlassen.</p>



<p><a href="#_ftnref31">[31]</a> Josef Širůček, Generalmajor, Leiter der Kaderverwaltung der ČSLA, am 6.5.1968 von seiner Funktion entbunden.</p>



<p><a href="#_ftnref32">[32]</a> Alexej Čepička, 1910–1990, tschechischer kommunistischer Politiker, Schwiegersohn Klement Gottwalds, 1947 Textilminister, 1948–1950 Justizminister, 1950–1956 Verteidigungsminister der ČSSR, nach dem XX. Parteitag der KPdSU (1956) abgesetzt, 1963 aus der KSČ ausgeschlossen. Čepička war 1968 politisch isoliert und ohne jede Bedeutung. Gemeint ist hier wohl eher J. Čepický, Generalmajor im Stab von Dzúr.</p>



<p><a href="#_ftnref33">[33]</a> Jozef Lenárt, 1923–2004, slowakischer kommunistischer Politiker, 1963–April 1968 Ministerpräsident der ČSSR, beteiligte sich am 21.8.1968 zusammen mit Kolder, Biľak und Indra an dem Versuch, Präsident Svoboda zu überzeugen, eine Quisling-Regierung einzusetzen. 1970 wieder Mitglied des Exekutivkomitees der KSČ und zugleich als Erster Sekretär der Kommunistischen Partei der Slowakei (KSS) Nachfolger Husáks in der Slowakei.</p>



<p><a href="#_ftnref34">[34]</a> Vasiľ Biľak, 1917–2014, slowakischer kommunistischer Politiker, 1962–1968 Sekretär, Januar – August 1968 Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Slowakei (KSS), November 1968–1988 Sekretär des ZK der KSČ, Mitunterzeichner des Einladungsbriefs zur Invasion an den Warschauer Pakt.</p>



<p><a href="#_ftnref35">[35]</a> Klement Gottwald, 1896–1953, tschechischer kommunistischer Politiker, 1929–1948 Vorsitzender der KSČ, 1946–1948 Ministerpräsident und 1948–1953 Staatspräsident der ČSR.</p>



<p><a href="#_ftnref36">[36]</a> Václav Smrkovský, Jg. 1924, Offizier, Leiter der ideologischen Abteilung der politischen Verwaltung des Verteidigungsministeriums der ČSSR.</p>



<p><a href="#_ftnref37">[37]</a> Gemeint ist Josef Smrkovský.</p>



<p><a href="#_ftnref38">[38]</a> Vom 29.7.–1.8.1968 verhandelten Mitglieder des Präsidiums der KSČ und des Politbüros der KPdSU in Čierna nad Tisou. Die KPdSU wollte eine Beendigung der Reformen des Prager Frühlings durchsetzen, die KSČ wollte die Einmischung Moskaus beenden und ihre Befürchtungen ausräumen, sie könne die Liberalisierung nicht mehr steuern. Man einigte sich auf ein weiteres Treffen, das am 3.8.1968 in Bratislava stattfand. Obwohl die Verhandlungen auf dem Gebiet der ČSSR stattfanden, war die Delegation der KSČ faktisch von der Kommunikation mit den eigenen Einrichtungen abgeschnitten. Der blieben Inhalt und Ergebnis der Gespräche bis zu ihrer Rückkehr nach Prag unbekannt.</p>



<p><a href="#_ftnref39">[39]</a> In Bratislava fanden am 3.8.1968 die Gespräche der fünf Warschauer-Pakt-Staaten mit den Vertretern der ČSSR statt.</p>



<p><a href="#_ftnref40">[40]</a> Kommuniqué über die sowjetisch-tschechoslowakischen Verhandlungen (27.8.1968). In: Karner u.&nbsp;a.: Prager Frühling. Das internationale Krisenjahr 1968, S.&nbsp;980–983.</p>



<p><a href="#_ftnref41">[41]</a> Ein Ort dieses Namens ist unbekannt. Evtl. ist Děčín gemeint.</p>



<p><a href="#_ftnref42">[42]</a> Im Dokument „Kosice“: Wahrscheinlich ist jedoch nicht das tschechische 350-Seelen-Dorf Kosice, sondern die slowakische Stadt Košice (dt. Kaschau) gemeint.</p>



<p><a href="#_ftnref43">[43]</a> Radio „Vltava“ war ein Propagandasender der DDR, der auf Anweisung des SED-Politbüros ab dem 21.8.1968 in Ostberlin produziert und zuerst aus Dresden in tschechischer Sprache in die ČSSR sendete. Vgl. Claus Röck: Invasion durch den Äther. Die Rundfunkpropaganda der DDR gegen die politische Reformbewegung in der ČSSR von 1968 („Prager Frühling“). Struktur, Funktion und Resonanz des Geheimsenders Radio Vltava. Diss., Leipzig 2004.</p>



<p><a href="#_ftnref44">[44]</a> Ähnlich wie die DDR mit Radio „Vltava“ sendete auch Polen mit dem Sender „Žare“ in tschechischer Sprache in die ČSSR.</p>



<p><a href="#_ftnref45">[45]</a> Der Ort ist nicht zu identifizieren. Evtl. ist Ózd im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén gemeint.</p>



<p><a href="#_ftnref46">[46]</a> Der Moskauer Rundfunk sendete bis zum 21.8.1968 zwei Stunden täglich in tschechischer bzw. slowakischer Sprache, mit Beginn der Okkupation dehnte der dieses Programm auf 24 Stunden aus.</p>



<p><a href="#_ftnref47">[47]</a> Offenbar fanden sich in der DDR keine Muttersprachler, so dass Radio „Vltava“ in der ČSSR schon aufgrund des schlechten Tschechisch als Besatzungssender angesehen wurde.</p>



<p><a href="#_ftnref48">[48]</a> Smrkovský war am Kriegsende Mitglied der Leitung des Prager Aufstandes und hier u.&nbsp;a. an Verhandlungen mit deutschen Instanzen beteiligt, um die Kämpfe in der Stadt zu beenden. Die mit der deutschen Kapitulation verbundene Erlaubnis für die Wehrmacht, sich den US-Truppen in Plzeň zu ergeben, nährte Verdächtigungen durch die UdSSR, die sich in der hier wiedergegebenen Unterstellung spiegeln.</p>



<p><a href="#_ftnref49">[49]</a> Anton Steindorf, 1897–1947, bis 1945 Chef der Gestapo in Ostrava. Dort nach dem Kriege zum Tode verurteilt und am 22.4.1947 hingerichtet.</p>



<p><a href="#_ftnref50">[50]</a> Zdeněk Mlynář, 1930–1997, tschechischer kommunistischer Politiker, Jurist, 1964–1968 Sekretär der Rechtskommission beim ZK der KSČ, Anfang 1968 Mitautor des Aktionsprogramms der KSČ, April–November 1968 Sekretär des ZK. Mlynář trat auf dem Novemberplenum aufgrund der Ergebnisse der Oktober-Verhandlungen in Moskau zurück, die er nicht vertreten konnte. 1970 wurde er aus der KSČ ausgeschlossen, 1977 war er einer der Initiatoren der Charta 77 und wurde ins Exil gezwungen.</p>



<p><a href="#_ftnref51">[51]</a> Das Plenum fand vom 14.–16.11.1968 in Prag statt.</p>



<p><a href="#_ftnref52">[52]</a> Nikolaj Michailowitsch Trusow, Jg. 1906, sowjetischer Militär, 1931 Eintritt in der Rote Armee, 1939 Mitarbeiter des sowjetischen Militär-Nachrichtendienstes GRU, 1945–1948 Chef der Kontrollkommission des Oberkommandierenden der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD), 1947–1949 Chef der Diversions- und Spionagedienste des sowjetischen Verteidigungsministeriums, 1949–1969 stellv. Chef der GRU und Militärattaché der UdSSR in der ČSSR.</p>



<p><a href="#_ftnref53">[53]</a> Die Karls-Universität Prag wurde am 17.11.1939 von den deutschen Besatzungsbehörden geschlossen, nachdem sie mit der Besetzung des 1938 verbliebenen tschechischen Staates durch die Wehrmacht unter deutsche Verwaltung gestellt worden war und sich im November die Studenten gegen das fremde Regime erhoben hatten.</p>



<p><a href="#_ftnref54">[54]</a> Das Plenum fand vom 14.–16.11.1968 in Prag statt.</p>



<p><a href="#_ftnref55">[55]</a> ČSM &#8211; Československý svaz mládeže (Tschechoslowakischer Jugendverband), 1949 gegründete einheitliche Jugendorganisation in der Tschechoslowakei, die von der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei kontrolliert wurde. der Verband löste sich 1968 auf und wurde später als Sozialistischer Jugendverband (SSM &#8211; Socialistický svaz mládeže) wiedergegründet.</p>



<p><a href="#_ftnref56">[56]</a> Im Dokument „Kobilise“: Der im Prager Stadtteil Kobylisy (Kobilis) befindliche Schießplatz (Kobyliská střelnice) wurde von den Nationalsozialisten 1942 für Massenhinrichtungen benutzt.</p>



<p><a href="#_ftnref57">[57]</a> In Prag-Ruzyně wurden am 17.11.1939 neun Führer der aufständischen Studenten der Karls-Universität von der SS erschossen.</p>



<p><a href="#_ftnref58">[58]</a> Patrice Lumumba, 1925–1961, kongolesischer Politiker, 1961 erster Premierminister des unabhängigen Kongo, 1961 von Söldnern des Separatistenführers Moïse Kapenda Tschombé unter belgischem Kommando auf Weisungen sowohl der CIA wie des britischen MI6 ermordet.</p>



<p><a href="#_ftnref59">[59]</a> Ludvík Svoboda, 1895-1979, tschechischer Militär, 1968–1975 Staatspräsident der ČSSR.</p>



<p><a href="#_ftnref60">[60]</a> Jiří Hájek, 1913–1993, tschechischer Politiker, vor 1939 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der ČSR (ČSSD), mit der Vereinigung 1948 in die KSČ, 1953 Professor für Internationale Beziehungen an der Karls-Universität, 1962–1965 Ständiger Vertreter der ČSSR bei der UNO, 1965 bis April 1968 Erziehungsminister, 8.4.–19.9.1968 Außenminister, 1970 Ausschluss aus der KSČ, 1977 Mitinitiator und Sprecher der Charta 77.</p>



<p><a href="#_ftnref61">[61]</a> MdI &#8211; Ministerium des Innern.</p>



<p><a href="#_ftnref62">[62]</a> Im Dokument „souveränitären“.</p>



<p><a href="#_ftnref63">[63]</a> Die Einberufung des 14. Parteitages der KSČ war für den 9.9.1968 geplant. Aufgrund der Invasion der Truppen des Warschauer Paktes traten die bereits gewählten Delegierten schon am 22.8.1968 illegal im Prager Stadtbezirk Vysočaný zusammen. Es war eine der zentralen Forderungen der Okkupanten bei den Moskauer Verhandlungen nach dem 21.8.1968, dass die KSČ-Führung diesen Parteitag für illegal erklärte. Seine (erneute) Einberufung, von der die Reformer eine Bestätigung des Januarkurses erwarteten, wurde aus diesem Grunde immer wieder verzögert, bis im Rahmen der Normalisierungspolitik die Kräfteverhältnisse soweit zugunsten der moskautreuen Kräfte verschoben waren, dass der Parteitag 1971 den Kurs der Kollaboration Husáks bestätigte.</p>



<p><a href="#_ftnref64">[64]</a> Die vom MfS angefertigten Übersetzungen aus dem Tschechischen stellten rasch erstellte Arbeitsfassungen dar, deren Zuverlässigkeit vom Herausgeber der vorliegenden Edition anhand der Originale nicht geprüft werden konnte. Ihre sprachliche Qualität ist grob, teilweise flüchtig. „potentiale Situation“ meint in diesem Falle wahrscheinlich mögliche Situationen im Sinne eines coniunctivus potentialis.&nbsp;</p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Adolf Kindermann, 1899–1974, katholischer Priester, 1966–1974 Weihbischof in Hildesheim.</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Kindermann, der aus Nordböhmen stammte und ab 1937 als Professor an der Prager Universität Kirchenrecht lehrte, war 1945/46 Seelsorger in Internierungslagern in Prag.</div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Harry Ristock, 1928-1992, SPD-Politiker, 1954–63 Landesvorsitzender der Sozialistischen Arbeiterjugend SAJ – Die Falken in Westberlin, 1965–71 Bezirksstadtrat für Volksbildung in Berlin-Charlottenburg.</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;KSČ – Komunistická strana Československa (Kommunistische Partei der Tschechoslowakei [KPTsch]).</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Walter Jaroschowitz, 1924–1978, SPD-Politiker, 1968–1971 Landesgeschäftsführer der SPD in Westberlin.</div><div>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Eberhard Hesse, 1911–1986, SPD-Politiker, 1961–1971 Landesgeschäftsführer der SPD in Westberlin.</div><div>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Willy Brandt, 1913–1992, SPD-Politiker, 1964–1987 Parteivorsitzender, 1967–1969 Vizekanzler und Außenminister, 1969–1974 Bundeskanzler, 1976–1992 Präsident der Sozialistischen Internationalen.</div><div>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hanns-Peter Herz, 1927–2012, SPD-Politiker, 1966–1973 Senatssprecher in Westberlin.</div><div>9&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Alexander Dubček, 1921-1992, slowakischer kommunistischer Politiker, 1963–68 Erster Sekretär der KP der Slowakei, Januar 1968–April 1969 Erster Sekretär der KSČ, 1970 Parteiausschluss, 1989–92 Parlamentspräsident der ČSSR/ČSFR.</div><div>10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Oldřich Černík, 1921–1994, tschechischer kommunistischer Politiker, April 1968–1970 Ministerpräsident der ČSSR, 1970 Ausschluss aus der KSČ.</div><div>11&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Franz Neumann, 1904–1974, SPD-Politiker, 1946–1958 Landesvorsitzender der SPD in Berlin, 1949-1969 MdB.</div><div>12&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Josef Pavel, 1908–1973, tschechischer kommunistischer Politiker, 1951 verhaftet und zu 25 Jahren Haft verurteilt, 1955 entlassen, 1955–1968 Mitarbeiter im Zentralkomitee des tschechoslowakischen Verbandes für Sport und Körperkultur, 8.4.–31.8.1968 Innenminister der ČSSR, nach der Okkupation abgesetzt, aus der KSČ ausgeschlossen und vom tschechoslowakischen Staatssicherheitsdienst Státní bezpečnost (StB) überwacht.</div><div>13&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sender Moldau war eine von der DDR betriebene Rundfunkstation, die vom August 1968 bis zum 13.2.1969 Propagandasendungen im Sinne der Okkupationsmächte in tschechischer und slowakischer Sprache ausstrahlte. – Vgl. Claus Röck: Invasion durch den Äther. Wie die DDR mit dem Geheimsender Radio Moldau (Radio Vltava) den „Prager Frühling“ bekämpfte. In: Klaus Arnold, Christoph Classen (Hgg.): Zwischen Pop und Propaganda, Radio in der DDR. Berlin 2004, S.&nbsp;267–277.</div><div>14&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Kommuniqué über die sowjetisch-tschechoslowakischen Verhandlungen (27.8.1968). In: Stefan Karner, Natalja Tomilina, Alexander Tschubarjan (Hgg.): Prager Frühling. Das internationale Krisenjahr 1968, Bd. 2: Dokumente. Köln, Weimar, Wien 2008, S.&nbsp;980–983.</div><div>15&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gustáv Husák, 1913–1991, slowakischer kommunistischer Politiker, im Zweiten Weltkrieg führend am slowakischen Nationalaufstand beteiligt, 1951 verhaftet, 1954 zu lebenslanger Haft verurteilt, 1960 amnestiert, 1964 rehabilitiert, August 1968 Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Slowakei, April 1969–1987 Erster Sekretär der KSČ, 1975–1989 Staatspräsident.</div><div>16&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Drahomír Kolder, 1925–1972, tschechischer kommunistischer Politiker, 1961 Mitglied des ZK, 1962 Mitglied des Präsidiums des ZK der KSČ, 1963 Leiter der (sog. Kolder-)Kommission für die Überprüfung der stalinistischen Prozesse, deren Ergebnis in der ČSSR nie veröffentlicht wurden, dafür aber im Exil, hg. v. Jiří Pelikán: Pervertierte Justiz. Bericht der Kommission des ZK der KPTsch über die politischen Morde und Verbrechen in der Tschechoslowakei 1949–1963, hrsg. v. Jiří Pelikán. Wien, München, Zürich 1972; 1968 gehörte Kolder zu den Unterzeichnern des „Einladungsbriefes“, 1969–1972 Vorsitzender des Volkskontrollausschusses.</div><div>17&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Alois Indra, 1921–1990, slowakischer kommunistischer Politiker, 1963–1968 Verkehrsminister der ČSSR, ab April Sekretär des ZK der KSČ, Mitunterzeichner des Einladungsbriefs zur Invasion an den Warschauer Pakt.</div><div>18&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;ROH (tschechisch: Revoluční odborové hnutí, slowakisch: Revolučné odborové hnutie) – 1946 gegründeter Gewerkschaftsdachverband der ČSSR.</div><div>19&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Karel Polaček, 1913–1976, tschechischer kommunistischer Politiker, bis 1965 Minister für Maschinenbau, März 1968–1971 Vorsitzender des Zentralrats der Gewerkschaften (ROH).</div><div>20&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gemeint ist die militärische Okkupation der ČSSR durch Truppen der UdSSR, Polens, Ungarns, Bulgariens bei logistischer Unterstützung durch die DDR am 21.8.1968.</div><div>21&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;WGB: Weltgewerkschaftsbund mit Sitz in Prag, prosowjetisch orientiert.</div><div>22&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;IBFG: Internationaler Bund Freier Gewerkschaften mit Sitz in Brüssel, prowestlich orientiert.</div><div>23&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ludwig Rosenberg, 1903–1977, Gewerkschaftsfunktionär, 1962–1969 Vorsitzender des DGB.</div><div>24&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wahrscheinlich gemeint ist Jan Masaryk, 1886–1948, tschechischer Politiker, 1940–1948 Außenminister in der Exilregierung Beneš und der Regierung Gottwald. Nach dem kommunistischen Februarputsch wurde er von sowjetischen Agenten ermordet. Eventuell ist auch dessen Vater, Tomáš Garrigue Masaryk, 1850–1937, erster Staatspräsident der ČSR von 1918–1935, gemeint.</div><div>25&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die unabhängige tschechoslowakische Republik wurde am 28.10.1918 in Prag proklamiert.</div><div>26&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;An den IX. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Sofia nahm u.&nbsp;a. eine offizielle Delegation des Deutschen Bundesjugendrings teil, an der sich auch der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) beteiligte. Die bulgarischen Behörden gingen z.&nbsp;T. mit Gewalt gegen Teilnehmer vor, die öffentlich ihre Sympathie für den Prager Frühling bekundeten oder wie SDS-Vorständler Karl Dietrich Wolff den Protest gegen den Vietnamkrieg direkt vor die US-Botschaft trugen.</div><div>27&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zu der Veranstaltung waren Sprecher des SDS nicht zugelassen worden, wogegen sie mit Sprechchören protestierten. Ihre „Vivat Dubček“-Rufe wurde durch die der ČSSR-Delegation „Rudi Dutschke“ verstärkt.</div><div>28&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gemeint sind Anhänger des kubanischen Revolutionsführers und Politikers Fidel Castro, 1926/27-2016.</div><div>29&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Tomáš Garrigue Masaryk, 1850–1937, tschechischer Politiker, 1918–1935 erster Staatspräsident der ČSR.</div><div>30&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Rudolf Babka, Generalmajor, Chef der Verwaltung für auswärtige Kontakte des Generalstabes der ČSLA, am 14.6.1968 aus seiner Funktion entlassen.</div><div>31&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Josef Širůček, Generalmajor, Leiter der Kaderverwaltung der ČSLA, am 6.5.1968 von seiner Funktion entbunden.</div><div>32&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Alexej Čepička, 1910–1990, tschechischer kommunistischer Politiker, Schwiegersohn Klement Gottwalds, 1947 Textilminister, 1948–1950 Justizminister, 1950–1956 Verteidigungsminister der ČSSR, nach dem XX. Parteitag der KPdSU (1956) abgesetzt, 1963 aus der KSČ ausgeschlossen. Čepička war 1968 politisch isoliert und ohne jede Bedeutung. Gemeint ist hier wohl eher J. Čepický, Generalmajor im Stab von Dzúr.</div><div>33&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jozef Lenárt, 1923–2004, slowakischer kommunistischer Politiker, 1963–April 1968 Ministerpräsident der ČSSR, beteiligte sich am 21.8.1968 zusammen mit Kolder, Biľak und Indra an dem Versuch, Präsident Svoboda zu überzeugen, eine Quisling-Regierung einzusetzen. 1970 wieder Mitglied des Exekutivkomitees der KSČ und zugleich als Erster Sekretär der Kommunistischen Partei der Slowakei (KSS) Nachfolger Husáks in der Slowakei.</div><div>34&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vasiľ Biľak, 1917–2014, slowakischer kommunistischer Politiker, 1962–1968 Sekretär, Januar – August 1968 Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Slowakei (KSS), November 1968–1988 Sekretär des ZK der KSČ, Mitunterzeichner des Einladungsbriefs zur Invasion an den Warschauer Pakt.</div><div>35&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Klement Gottwald, 1896–1953, tschechischer kommunistischer Politiker, 1929–1948 Vorsitzender der KSČ, 1946–1948 Ministerpräsident und 1948–1953 Staatspräsident der ČSR.</div><div>36&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Václav Smrkovský, Jg. 1924, Offizier, Leiter der ideologischen Abteilung der politischen Verwaltung des Verteidigungsministeriums der ČSSR.</div><div>37&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Gemeint ist Josef Smrkovský.</div><div>38&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Vom 29.7.–1.8.1968 verhandelten Mitglieder des Präsidiums der KSČ und des Politbüros der KPdSU in Čierna nad Tisou. Die KPdSU wollte eine Beendigung der Reformen des Prager Frühlings durchsetzen, die KSČ wollte die Einmischung Moskaus beenden und ihre Befürchtungen ausräumen, sie könne die Liberalisierung nicht mehr steuern. Man einigte sich auf ein weiteres Treffen, das am 3.8.1968 in Bratislava stattfand. Obwohl die Verhandlungen auf dem Gebiet der ČSSR stattfanden, war die Delegation der KSČ faktisch von der Kommunikation mit den eigenen Einrichtungen abgeschnitten. Der blieben Inhalt und Ergebnis der Gespräche bis zu ihrer Rückkehr nach Prag unbekannt.</div><div>39&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In Bratislava fanden am 3.8.1968 die Gespräche der fünf Warschauer-Pakt-Staaten mit den Vertretern der ČSSR statt.</div><div>40&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Kommuniqué über die sowjetisch-tschechoslowakischen Verhandlungen (27.8.1968). In: Karner u.&nbsp;a.: Prager Frühling. Das internationale Krisenjahr 1968, S.&nbsp;980–983.</div><div>41&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;rag, Ostrava, Kladno, Setin,Ein Ort dieses Namens ist unbekannt. Evtl. ist Děčín gemeint.</div><div>42&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Im Dokument „Kosice“: Wahrscheinlich ist jedoch nicht das tschechische 350-Seelen-Dorf Kosice, sondern die slowakische Stadt Košice (dt. Kaschau) gemeint.</div><div>43&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Radio „Vltava“ war ein Propagandasender der DDR, der auf Anweisung des SED-Politbüros ab dem 21.8.1968 in Ostberlin produziert und zuerst aus Dresden in tschechischer Sprache in die ČSSR sendete. Vgl. Claus Röck: Invasion durch den Äther. Die Rundfunkpropaganda der DDR gegen die politische Reformbewegung in der ČSSR von 1968 („Prager Frühling“). Struktur, Funktion und Resonanz des Geheimsenders Radio Vltava. Diss., Leipzig 2004.</div><div>44&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ähnlich wie die DDR mit Radio „Vltava“ sendete auch Polen mit dem Sender „Žare“ in tschechischer Sprache in die ČSSR.</div><div>45&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Ort ist nicht zu identifizieren. Evtl. ist Ózd im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén gemeint.</div><div>46&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Moskauer Rundfunk sendete bis zum 21.8.1968 zwei Stunden täglich in tschechischer bzw. slowakischer Sprache, mit Beginn der Okkupation dehnte der dieses Programm auf 24 Stunden aus.</div><div>47&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Offenbar fanden sich in der DDR keine Muttersprachler, so dass Radio „Vltava“ in der ČSSR schon aufgrund des schlechten Tschechisch als Besatzungssender angesehen wurde.</div><div>48&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Smrkovský war am Kriegsende Mitglied der Leitung des Prager Aufstandes und hier u.&nbsp;a. an Verhandlungen mit deutschen Instanzen beteiligt, um die Kämpfe in der Stadt zu beenden. Die mit der deutschen Kapitulation verbundene Erlaubnis für die Wehrmacht, sich den US-Truppen in Plzeň zu ergeben, nährte Verdächtigungen durch die UdSSR, die sich in der hier wiedergegebenen Unterstellung spiegeln.</div><div>49&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Anton Steindorf, 1897–1947, bis 1945 Chef der Gestapo in Ostrava. Dort nach dem Kriege zum Tode verurteilt und am 22.4.1947 hingerichtet.</div><div>50&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zdeněk Mlynář, 1930–1997, tschechischer kommunistischer Politiker, Jurist, 1964–1968 Sekretär der Rechtskommission beim ZK der KSČ, Anfang 1968 Mitautor des Aktionsprogramms der KSČ, April–November 1968 Sekretär des ZK. Mlynář trat auf dem Novemberplenum aufgrund der Ergebnisse der Oktober-Verhandlungen in Moskau zurück, die er nicht vertreten konnte. 1970 wurde er aus der KSČ ausgeschlossen, 1977 war er einer der Initiatoren der Charta 77 und wurde ins Exil gezwungen.</div><div>51&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Das Plenum fand vom 14.–16.11.1968 in Prag statt.</div><div>52&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nikolaj Michailowitsch Trusow, Jg. 1906, sowjetischer Militär, 1931 Eintritt in der Rote Armee, 1939 Mitarbeiter des sowjetischen Militär-Nachrichtendienstes GRU, 1945–1948 Chef der Kontrollkommission des Oberkommandierenden der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD), 1947–1949 Chef der Diversions- und Spionagedienste des sowjetischen Verteidigungsministeriums, 1949–1969 stellv. Chef der GRU und Militärattaché der UdSSR in der ČSSR.</div><div>53&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Karls-Universität Prag wurde am 17.11.1939 von den deutschen Besatzungsbehörden geschlossen, nachdem sie mit der Besetzung des 1938 verbliebenen tschechischen Staates durch die Wehrmacht unter deutsche Verwaltung gestellt worden war und sich im November die Studenten gegen das fremde Regime erhoben hatten.</div><div>54&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Das Plenum fand vom 14.–16.11.1968 in Prag statt.</div><div>55&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;ČSM – Československý svaz mládeže (Tschechoslowakischer Jugendverband), 1949 gegründete einheitliche Jugendorganisation in der Tschechoslowakei, die von der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei kontrolliert wurde. der Verband löste sich 1968 auf und wurde später als Sozialistischer Jugendverband (SSM – Socialistický svaz mládeže) wiedergegründet.</div><div>56&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Im Dokument „Kobilise“: Der im Prager Stadtteil Kobylisy (Kobilis) befindliche Schießplatz (Kobyliská střelnice) wurde von den Nationalsozialisten 1942 für Massenhinrichtungen benutzt.</div><div>57&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In Prag-Ruzyně wurden am 17.11.1939 neun Führer der aufständischen Studenten der Karls-Universität von der SS erschossen.</div><div>58&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Patrice Lumumba, 1925–1961, kongolesischer Politiker, 1961 erster Premierminister des unabhängigen Kongo, 1961 von Söldnern des Separatistenführers Moïse Kapenda Tschombé unter belgischem Kommando auf Weisungen sowohl der CIA wie des britischen MI6 ermordet.</div><div>59&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;5 Staatspräsident der ČSSR.</div><div>60&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jiří Hájek, 1913–1993, tschechischer Politiker, vor 1939 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der ČSR (ČSSD), mit der Vereinigung 1948 in die KSČ, 1953 Professor für Internationale Beziehungen an der Karls-Universität, 1962–1965 Ständiger Vertreter der ČSSR bei der UNO, 1965 bis April 1968 Erziehungsminister, 8.4.–19.9.1968 Außenminister, 1970 Ausschluss aus der KSČ, 1977 Mitinitiator und Sprecher der Charta 77.</div><div>61&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;MdI – Ministerium des Innern.</div><div>62&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Im Dokument „souveränitären“.</div><div>63&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Einberufung des 14. Parteitages der KSČ war für den 9.9.1968 geplant. Aufgrund der Invasion der Truppen des Warschauer Paktes traten die bereits gewählten Delegierten schon am 22.8.1968 illegal im Prager Stadtbezirk Vysočaný zusammen. Es war eine der zentralen Forderungen der Okkupanten bei den Moskauer Verhandlungen nach dem 21.8.1968, dass die KSČ-Führung diesen Parteitag für illegal erklärte. Seine (erneute) Einberufung, von der die Reformer eine Bestätigung des Januarkurses erwarteten, wurde aus diesem Grunde immer wieder verzögert, bis im Rahmen der Normalisierungspolitik die Kräfteverhältnisse soweit zugunsten der moskautreuen Kräfte verschoben waren, dass der Parteitag 1971 den Kurs der Kollaboration Husáks bestätigte.</div><div>64&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die vom MfS angefertigten Übersetzungen aus dem Tschechischen stellten rasch erstellte Arbeitsfassungen dar, deren Zuverlässigkeit vom Herausgeber der vorliegenden Edition anhand der Originale nicht geprüft werden konnte. Ihre sprachliche Qualität ist grob, teilweise flüchtig. „potentiale Situation“ meint in diesem Falle wahrscheinlich mögliche Situationen im Sinne eines coniunctivus potentialis.</div><p>Der Beitrag <a href="https://halbjahresschrift.de/ddr-staatssicherheit-cssr-1968-ii/">Informationen der DDR-Staatssicherheit über die Lage in der ČSSR 1968 (II)</a> erschien zuerst auf <a href="https://halbjahresschrift.de">Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa</a>.</p>
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